Frankfurter Allee

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B1B5 Frankfurter Allee
Wappen
Straße in Berlin
Frankfurter Allee
Blick nach Westen auf das Frankfurter Tor, im Hintergrund der Berliner Fernsehturm
Basisdaten
Ort Berlin
Ortsteil Friedrichshain, Lichtenberg, Rummelsburg
Angelegt zu Beginn des 18. Jahrhunderts
Neugestaltet zwischen 1950 und 1960
Hist. Namen Frankfurter Chaussee, Frankfurter Allee
Anschluss­straßen Karl-Marx-Allee,
Alt-Friedrichsfelde
Querstraßen Auswahl siehe Straßenverlauf
Plätze keine
Bauwerke Bauwerke
Nutzung
Nutzergruppen Straßenverkehr
Straßen­gestaltung zuletzt in den 1990er Jahren
Technische Daten
Straßenlänge 3600 Meter

Die Frankfurter Allee ist einer der ältesten Verkehrswege von Berlin. Sie ist die Verlängerung der Karl-Marx-Allee in Richtung Frankfurt (Oder), Teil der wichtigen Bundesstraßen 1 (die ehemalige Reichsstraße 1) und 5 und hat eine Länge von 3,6 Kilometern.

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Frankfurter Allee besteht aus je drei Fahrstreifen in beiden Richtungen. Nach Plänen des rot-rot-grünen Senats aus dem Jahr 2018 soll auf dem Abschnitt zwischen der Niederbarnimstraße und der Jessnerstraße ein Fahrstreifen zum Radweg umgebaut werden.[1]

An der Frankfurter Allee befindet sich seit 2016 eine von 17 in Berlin fest installierten automatischen Radzählstellen. Unter allen mit einer Zählstelle versehenen Plätzen der Stadt, ist die Straße der am sechststärksten vom Radverkehr frequentierte Ort.[2]

Im Rahmen eines bundesweiten Pilotversuchs des Bundesverkehrsministeriums, wurde im April 2019 in neun Städten, darunter an fünf Kreuzungen in Berlin, die Regelung Rechts abbiegen für Radfahrer frei eingeführt. Die Frankfurter Allee Ecke Gürtelstraße ist eine dieser Kreuzungen. Dort wurde das freie Rechtsabbiegen von der Frankfurter Allee in die Gürtelstraße zugelassen.[3]

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wiederaufbau nach dem Zweiten Weltkrieg

Im Jahr 1708 ließ Markgraf Albrecht Friedrich von Brandenburg-Schwedt die Straße als Heerweg anlegen. Von 1824 bis 1872 hieß die Straße Frankfurter Chaussee entsprechend der Richtung von Alt-Berlin nach Frankfurt an der Oder. Das Stück zwischen dem damaligen Frankfurter Tor und der Grenze von Berlin (Ringbahn)[4] wurde am 20. September 1872 infolge einer Kabinettsorder in Frankfurter Allee umbenannt. 1914[5][6] kam der Lichtenberger Abschnitt hinzu. Weitere östliche Abschnitte der Straße nach Frankfurt (Oder) erhielten später eigene Namen: Alt-Friedrichsfelde, Alt-Biesdorf, Alt-Kaulsdorf und Alt-Mahlsdorf. Hinter der heutigen Berliner Stadtgrenze heißt der Verkehrsweg in der brandenburgischen Gemeinde Hoppegarten Berliner Straße.

Zum 70. Geburtstag von Josef Stalin im Jahr 1949 wurde die Frankfurter Allee einschließlich der westlich anschließenden Großen Frankfurter Straße in Stalinallee umbenannt. Im Zuge der Entstalinisierung in der DDR erhielt 1961 der westliche Teil der Stalinallee – vom Alexanderplatz bis zum (neuen und östlicheren) Frankfurter Tor – den Namen Karl-Marx-Allee; der Teil vom Frankfurter Tor bis Alt-Friedrichsfelde wurde in Frankfurter Allee rückbenannt.

Während der Schlacht um Berlin im April 1945 war die Straße einer der Hauptwege, auf denen die Rote Armee in das Regierungsviertel rund um die Wilhelmstraße und den Reichstag vorstieß. Bei diesen Kampfhandlungen und den vorhergehenden Luftangriffen wurden sehr viele Häuser zu beiden Seiten zerstört, neben zahlreichen Mietswohnhäusern unter anderem die Maschinenfabrik H. F. Eckert (ehemals: Frankfurter Allee 136–141),[7] eine Filiale der Likörfabrik Mampe (ehemals: Frankfurter Allee 268),[8] ein großes Kaufhaus an der Ecke Möllendorffstraße[9] und große Teile des Bahnhofs Lichtenberg.

Mit der Arbeit vieler Trümmerfrauen und dem Einsatz einer Trümmerbahn konnten die Ruinen mit großem Aufwand bis Mitte der 1950er Jahre beseitigt werden. In die Lücken setzte man nach und nach neue Wohnbauten, Straßenecken wurden teilweise zu kleinen Grünanlagen umgestaltet. Der Abschnitt zwischen Frankfurter Tor und Proskauer- / Niederbarnimstraße wurde in den 1950er Jahren als Teil des DDR-Prachtboulevards Stalinallee neu aufgebaut.

Lage im Stadtraum[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Frankfurter Allee ist zusammen mit der Karl-Marx-Allee eine der sieben nach Norden und Osten führenden radialen Ausfallstraßen, die vom historischen Zentrum der Stadt am Alexanderplatz ausgehen. Diese sind im Uhrzeigersinn:

Straßenverlauf[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Blick von der Karl-Marx-Allee in die Frankfurter Allee mit dem Frankfurter Tor

Die Frankfurter Allee beginnt westlich am Frankfurter Tor. Sie verläuft geradlinig ostwärts durch die Bezirke Friedrichshain-Kreuzberg und Lichtenberg und geht an der Einmündung der Rosenfelder Straße in die Straße Alt-Friedrichsfelde über. Die Häuser folgten in West-Ost-Richtung der Hufeisennummerierung, bis 1914 von der Nordseite zur Südseite, danach von der Südseite zur Nordseite. Seit 1929 gilt die wechselseitige Nummerierung.

Wichtige Querstraßen sind

Bauwerke[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Denkmalgeschützte Häuser und Anlagen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Fischerbrunnen Ecke Möllendorffstraße[10]
  • Frankfurter Allee 40: Wohn- und Geschäftshaus aus dem Jahr 1907, Architekten Hans Liepe und Oscar Garbe[11]
  • Frankfurter Allee 82–84: Wohn- und Geschäftshäuser von etwa 1905[12]
  • Frankfurter Allee 96,[13] 151,[14] und 286[15]
  • Stalinallee Block G, nach Plänen des Architekten Hanns Hopp[16]
  • Wasserpumpe, vor der Frankfurter Allee 100, befindet sich heute in der Jessnerstraße, ca. Hausnummer 8[17]

Weitere erwähnenswerte Bauwerke[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Rathaus-Passage Friedrichshain (Nr. 35–37) (von mehreren Architekten nach der Wende geplant und von der Bayerischen Immobilien AG bis 1995 errichtet),
Geschäftshaus Quasar
  • Geschäftshaus Quasar nach Plänen des japanischen Architekten Shin Takamatsu an der Ecke Voigtstraße und dicht daneben das Plaza, 1991–1994 bzw. 1993–1995 gebaut,
  • drei Gebäude des Ring-Center, anstelle der früheren Ringbahnhalle, die westlich der Ringbahn lag, ab 1995 errichtet,
  • ein größerer Plattenbau unter der Adresse Frankfurter Allee 216
    Es handelt sich um ein in der DDR-Zeit errichtetes mehrgeschossiges langgestrecktes Bürogebäude auf der Südseite der Frankfurter Allee unmittelbar westlich vor dem Gelände des Bahnhofs Lichtenberg. Hier wurde in den 1970er Jahren ein Verwaltungsgebäude neben dem früheren Rangierbahnhof begonnen. Wegen des nachgebenden Untergrundes standen die zuerst errichteten Fahrstuhlschächte einige Jahre, bevor der Weiterbau erfolgte. Ende der 1980er Jahre war der Bau bezugsfertig und diente verschiedenen Reichsbahnstellen als Dienstsitz. Nach der Wende kam er in das Eigentum der Deutschen Bahn, die ihn jedoch nicht weiter nutzte. So stand das Haus einige Jahre leer, bis die Privatinvestoren Lutz Lakomski und Arndt Ulrich es im Jahr 2009 erwarben. Die Bauherren, bereits im Sanieren anderer Gebäude in ganz Berlin erfolgreich (ehemaliges Kaufhaus auf dem Anton-Saefkow-Platz, frühere Zuckerwarenfabrik in der Konrad-Wolf-Straße), ließen den Trakt vollständig entkernen und zu einem Wohngebäude für Studenten und Alleinstehende ausbauen. Der Bau mit der Bezeichnung ,Q216’ verfügt über 438 Ein-Zimmer-Wohnungen und wird seit Herbst 2012 vermietet.[18]

Stolpersteine[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In der Frankfurter Allee wurden mehrere Stolpersteine verlegt (siehe Liste der Stolpersteine in Berlin-Friedrichshain).

Öffentliche Verkehrsmittel[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Eingangsgebäude der S-Bahn am angrenzenden Einkaufszentrum Ring-Center I, zwischenzeitlich S-Bahnhof Stalinallee

Die Frankfurter Allee ist sowohl für den Individual- als auch für den öffentlichen Personennahverkehr von großer Bedeutung. Sie wird auf der gesamten Länge von der U-Bahnlinie U5 unterfahren. Diese wurde am 21. Dezember 1930 mit den Stationen Frankfurter Tor, Samariterstraße, Frankfurter Allee, Magdalenenstraße und Lichtenberg unter der heutigen Frankfurter Allee eröffnet.

An der Bezirksgrenze von Friedrichshain-Kreuzberg zu Lichtenberg kreuzt die Ringbahn die Straße. Der S-Bahnhof Frankfurter Allee liegt unmittelbar nördlich der Straße. Eine direkte Umsteigemöglichkeit zwischen S- und U-Bahn wurde allerdings mit dem Bau der Untergrundbahn 1930 nicht verwirklicht.

Bis 1945 befuhr zudem die Straßenbahn die Straße ebenfalls auf der gesamten Länge. Heute wird sie lediglich am U-Bahnhof Frankfurter Tor von den Linien M10 und 21 sowie am S- und U-Bahnhof Frankfurter Allee von den Linien M13 und 16 gekreuzt.

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Thomas Michael Krüger: Architekturführer Karl-Marx-Allee & Frankfurter Allee Berlin. Stadtwandel Verlag, Berlin 2003, ISBN 3-933743-92-3.
  • Paul Großmann: Ortsgeschichte über Dahlwitz-Hoppegarten, bearb. und hrsg. von Paul Großmann, Berlin-Mahlsdorf, Fritz-Reuter-Straße 6: Selbstverlag des Herausgebers, (15 Lieferungen im Zeitraum von 1931–1934)
    • darin: Die Frankfurter Chaussee (Berlin–Frankfurt an der Oder), Berlin-Mahlsdorf, Fritz-Reuter-Straße 6: Selbstverlag, 1933

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Frankfurter Allee – Album mit Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Auch auf der Danziger Straße mehr Platz für Radler geplant. (Nicht mehr online verfügbar.) Ehemals im Original; abgerufen am 10. Februar 2018.@1@2Vorlage:Toter Link/www.rbb24.de (Seite nicht mehr abrufbar, Suche in Webarchiveni Info: Der Link wurde automatisch als defekt markiert. Bitte prüfe den Link gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.
  2. Verkehrserhebung Radzähler für Berlin: Wie viele Radfahrer sind unterwegs? Abgerufen am 5. Februar 2019.
  3. Grüner Pfeil für Radfahrer: Berlin startet Pilotprojekt. 5. April 2019, abgerufen am 5. April 2019.
  4. Frankfurter Allee 1. In: Berliner Adreßbuch, 1915, Teil 3, S. 232. „Frankfurter Allee 1–104, 105–199, Häuser 1 und 199 am Ringbahn“.
  5. Veränderung in der Nummierung der Häuser Frankfurter Allee. In: Berliner Adreßbuch, 1915, Nachtrag III, S. 41. „Heute erscheint: Addressbuch 1915, Anzeige Vossischen Zeitung No. 638, 16.12.1914“.
  6. Frankfurter Allee 1. In: Berliner Adreßbuch, 1916, Teil 3, S. 230. „Frankfurter Allee 1–181, 182–365, Häuser 269 und 94 am Ringbahn, 95–268 in Lichtenberg“.
  7. Frankfurter Allee 136/137. In: Berliner Adreßbuch, 1925, Teil 4, S. 1907. „Lagerplatz und Frankfurter Allee 139–141, Eigentümer H. F. Eckert, Maschinenfabrik“.
  8. Frankfurter Allee 268. In: Berliner Adreßbuch, 1925, Teil 4, S. 1909. „Eigentümer Likörfabrik Mampe“.
  9. Das zerstörte Kaufhaus an der Ecke Frankfurter Allee/Möllendorffstraße ist auf einem Großfoto am Zugang zum U-Bahnhof Frankfurter Allee zu sehen.
  10. Fischerbrunnen
  11. Frankfurter Allee 40: Wohn- und Geschäftshaus
  12. Frankfurter Allee 82–84: Wohn- und Geschäftshäuser
  13. Frankfurter Allee 96
  14. Frankfurter Allee 151
  15. Frankfurter Allee 286
  16. Stalinallee Block G, nach Plänen des Architekten Hanns Hopp
  17. Wasserpumpe
  18. Karoline Beyer: Berlins größte Wohngemeinschaft. In: Berliner Morgenpost, 23. Dezember 2012

Koordinaten: 52° 30′ 47″ N, 13° 28′ 44″ O