Frankfurter Kranz

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Frankfurter Kranz

Der Frankfurter Kranz ist eine ringförmige Buttercremetorte. Er besteht aus mehreren Böden aus Sand-, Wiener- oder Biskuitmasse, ist mit Buttercreme gefüllt und bestrichen und mit Krokant eingestreut.

Zusammensetzung[Bearbeiten]

Frankfurter Kranz ohne Garnierung

Nach dem Deutschen Lebensmittelbuch ist der Frankfurter Kranz eine kranzförmige Torte aus mehreren Lagen von Boden und Buttercremefüllung, wird außerdem oben und seitlich mit Buttercreme bestrichen und mit einem Krokant aus Mandeln, Haselnüssen oder Walnüssen bestreut.[1]

Die Füllung kann um Konfitüre oder Gelee ergänzt werden, üblich ist außerdem eine Garnierung aus aufgespritzten Buttercremetupfen und Belegkirschen. Gelegentlich wird die Torte geeist angeboten.[2]

Frankfurter Kranz gilt als Spitzenerzeugnis der Konditorei, und daher darf der Konsument erwarten, dass die Torte, wenn nicht anders gekennzeichnet, tatsächlich echte Buttercreme enthält. Verwendet der Konditor stattdessen Fettcreme auf Margarinebasis, dann mindert dies den Wert gegenüber der Verkehrsauffassung erheblich im Sinne des § 11 (2) Nr. 2 b LFGB und muss daher dem Käufer kenntlich gemacht werden – dies jedenfalls entschied das Oberlandesgericht Koblenz in einem Fall 1984 (noch vor Erscheinen der Leitsätze für Feine Backwaren – damals noch in Bezug auf § 17 (1) Nr. 2 b LMBG).[3]

Wie bei einer Buttercremetorte zu erwarten, ist der Brennwert hoch. In der Literatur sind beispielsweise 1339 kJ (316 kcal) auf 100 g angegeben.[4]

Geschichte[Bearbeiten]

Der historische Ursprung der Tortenspezialität ist für das Jahr 1735 nachgewiesen, als ein unbekannt gebliebener Konditor in Frankfurt am Main das erste Exemplar produzierte. Die kranzförmige Torte symbolisierte eine Krone, die Krokant-Ummantelung das Gold und die Zierkirschen den Schmuck durch prächtige Rubine. Die Kreation war eine Hommage an die Stadt Frankfurt, die Krönungsstätte von Kaisern und Königen.[5]

Sowohl der englische, als auch der französische Name erinnern noch an das Symbol der Krone: "Frankfurt Crown Cake" und "Couronne de Francfort".

Da das Rezept lange Zeit nur mündlich weitergegeben wurde, existiert kein schriftliches Originalrezept aus der Zeit des Prototyps und es entstanden zahlreiche Variationen. Erst vom Anfang des 20. Jahrhunderts sind konkrete Aufzeichnungen zur Herstellung erhalten.[5]

In den Nachkriegs- und Wirtschaftswunderjahren erfreute sich der Frankfurter Kranz besonderer Beliebtheit. Nach den langen, schlechten Zeiten galt die Spezialität als Zeichen für neuen Wohlstand und üppigen Genuss und durfte in keinem der traditionsreichen Kaffeehäuser fehlen.

Rekorde[Bearbeiten]

Am 20. Jahrestag des Mauerfalls haben Berliner Bäcker im Jahr 2009 ein 200 Kilogramm schweres Exemplar hergestellt, das als bisher größte Wiedervereinigungstorte bekannt geworden ist. Die Größe betrug 2,60 x 2,20 Meter und ergab beinahe 2.000 Portionen.[5]

Siehe auch[Bearbeiten]

 Commons: Frankfurter Kranz – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Deutsches Lebensmittelbuch, Leitsätze für Feine Backwaren, Abschnitt II 19
  2. Allgemeine Hotel- und Gastronomie-Zeitung, 41/2009, S. 28
  3. OLG Koblenz, Beschluss vom 17. September 1984, Az. 1 Ss 341/84
  4.  Eckhard Rabe: Nährwert Feiner Backwaren. In: Wilfried Seibel (Hrsg.): Feine Backwaren. 2. Auflage. Behr, Hamburg 2001, ISBN 3-86022-852-8, S. 233.
  5. a b c Leben in Frankfurt. Geradezu königlich: Der Frankfurter Kranz Von: Homepage der Stadt Frankfurt am Main