Frankfurter Societät

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Verlagshaus der Frankfurter Societät in der Frankenallee

Die Frankfurter Societät GmbH ist ein diversifiziertes und digitales Medienhaus mit Sitz in Frankfurt am Main in Hessen. Sie entstand zum 1. Januar 2011, als sich die Frankfurter Societäts-Druckerei GmbH für die Zukunft in drei Firmen neu aufstellte und in eine Holding-Struktur überging: Der Verlagsbereich firmiert seither unter Frankfurter Societäts-Medien GmbH, die Frankfurter Societäts-Druckerei steht für den Druckereibetrieb und die Frankfurter Societät GmbH bündelt die Verwaltungsaufgaben der Gruppe. Seit Mitte 2017 tritt die Frankfurter-Societäts-Medien GmbH unter der Dachmarke „Mediengruppe Frankfurt“ auf.

Die Mediengruppe Frankfurt befand sich zusammen mit der Frankfurter Allgemeine Zeitung GmbH im Mehrheitsbesitz der gemeinnützigen FAZIT-Stiftung und wurde von dieser zum 1. April 2018 an die an die zur Ippen-Gruppe gehörende Zeitungsholding Hessen verkauft.

Verlagshaus 1909 an der Großen Eschenheimer Straße

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Bankiers Leopold Sonnemann und Heinrich Bernhard Rosenthal gründeten am 21. Juli 1856 in Frankfurt am Main das Börsenblatt Frankfurter Geschäftsbericht. Aus dem vierseitigen Blatt entwickelte sich im Laufe des folgenden Jahrzehnts die „Frankfurter Zeitung“, die über die Jahre zu einer überregionalen Tageszeitung von Weltruf wurde. Sie erschien im 1860 gegründeten Unternehmen Frankfurter Societäts-Druckerei bis zum 10. August 1943, als auf Betreiben der Nazis die Einstellung erfolgt. Wegen ihres internationalen Ansehens erschien die Frankfurter Zeitung bis dahin auch nach 1933, obwohl sie bei den nationalsozialistischen Machthabern nicht gern gesehen war. Parallel wurde die Frankfurter Illustrierte herausgegeben.

Sonnemann bewies große Offenheit für den technischen Fortschritt: Bereits 1863 kaufte er für den Zeitungsdruck zwei Zweitouren-Maschinen, die ersten dieser Art in Deutschland. 1879 ließ er eine der ersten Augsburger Rotationsmaschinen aufstellen.

1921 wurde der Societäts-Verlag als Buchverlag der Frankfurter Societäts-Druckerei mit Fokus auf Wirtschaftsthemen, Geschichte und Politik gegründet.

Nach Kriegsende setzte die amerikanische Militärregierung 1946 den Verlagskaufmann Werner Wirthle als Treuhänder der Frankfurter Societäts-Druckerei ein, der die FSD als modernes Verlagsunternehmen neu aufbaute.

1958 kaufte die Frankfurter Societäts-Druckerei die Frankfurter Neue Presse auf und verlegte ihren gesamten Betrieb in die Frankenallee im Frankfurter Gallus. Gleichzeitig übernahm sie Anteile der Frankfurter Allgemeine Zeitung GmbH und erhielt von ihr den Druckauftrag für die F.A.Z.

1978 übernahm die FSD Anteile der Westdeutschen Verlag und Druckerei GmbH und rüstete ab 1979 ihre eigene Produktion nachhaltig auf: Alle Rotations-Zeitschriften wurden von Blei- auf Fotosatz und von Hochdruck auf Offsetdruck umgestellt. 1985 wurde in den Ausbau der Druckerei und der dazugehörigen Weiterverarbeitung investiert.

Ein Jahr darauf wurde von Bleisatz auf ein computergesteuertes Redaktions-, Anzeigen- und Produktionssystem umgestellt. 1993 weihte die FSD in Mörfelden-Walldorf ihr neues hochmodernes Druckzentrum ein und setzte damit internationale Maßstäbe. 2001 wurde die Tochtergesellschaft der FSD, die Süddeutsche Societätsdruckerei, im bayerischen Maisach gegründet. Der Druckstandort wurde zum 31. Dezember 2014 aufgegeben.

2011 stellte sich die Frankfurter Societäts-Druckerei GmbH für die Zukunft neu in drei Firmen auf (Frankfurter Societäts-Medien GmbH, Frankfurter Societäts-Druckerei GmbH und Frankfurter Societät GmbH) Mit diesem Schritt überarbeitet das Medienhaus das Erscheinungsbild seiner Unternehmen und Geschäftsbereiche.

Seit 2013 publiziert der Wirtschaftsbuchverlag Frankfurter Allgemeine Buch unter dem Dach der Frankfurter Societäts-Medien GmbH. Ebenfalls in diesem Jahr übernahm die Holding Frankfurter Societät gemeinsam mit der Frankfurter Allgemeine Zeitung die Frankfurter Rundschau GmbH.

2015 kaufte die Mediengruppe Frankfurter Societät die Markenrechte und den Abonnentenstamm des Rüsselsheimer Echos und dehnt damit ihr Zeitungsgeschäft südlich des Mains weiter aus.

Seit Mitte 2017 tritt die Frankfurter Societäts-Medien GmbH als Mediengruppe Frankfurt auf.

Mediengruppe Frankfurt[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die  Mediengruppe Frankfurt stellt die Dachmarke dar, unter der die einzelnen Geschäftsbereiche und Tochtergesellschaften auftreten.

Zu dem Produkt- und Dienstleistungsspektrum der Gruppe zählen Tageszeitungen, Anzeigenzeitungen, Corporate Publishing, Bücher, Magazine, Vermarktung, Digitalagentur, Druckerei und Messen. Jeder Geschäftsbereich verfolgt seine eigenen Ziele, dabei orientieren sich aber alle an dem Leitbild der Mediengruppe Frankfurt.

Die Mediengruppe verfolgt den Anspruch, Menschen in Frankfurt und der Rhein-Main-Region zusammenzubringen und ihnen in einer schnelllebigen Zeit Orientierung zu geben. Als regional verankertes Unternehmen will sie ein Spektrum an Kommunikations- und Kontaktmöglichkeiten bieten.

Chef der Mediengruppe Frankfurt ist seit März 2015 Oliver Rohloff. Der Betriebswirt bringt über 20 Jahre Erfahrung als Führungskraft in der nationalen und internationalen Medienbranche mit – unter anderem bei der Mediengruppe Berliner Verlag/Hamburger Morgenpost, für den Zeitungsverlag Aachen und für Bertelsmann / Arvato. 

Tochtergesellschaften[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Frankfurter Societäts-Medien GmbH[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ein Tochterunternehmen der Frankfurter Societät ist die Frankfurter Societäts-Medien GmbH. Kerngeschäftsfelder des Tochterunternehmens sind Zeitung, Corporate Publishing, Buch und Internet. Zum Medienunternehmen gehören die Frankfurter Neue Presse (FNP) und deren Regionalausgaben Höchster Kreisblatt, Nassauische Neue Presse und Taunus-Zeitung.

Auch die Societäts-Medien und der 1921 gegründete Societäts-Verlag, der Regionalia, Sachbücher und Belletristik verlegt, gehören zu dem Tochterunternehmen. Unter dem Dach der Frankfurter Societäts Medien GmbH publiziert außerdem seit dem 1. Januar 2013 der Wirtschaftsbuchverlag Frankfurter Allgemeine Buch.

Frankfurter Rundschau GmbH[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Seit dem 1. März 2013 wird die Frankfurter Rundschau von der Frankfurter Rundschau GmbH herausgegeben. Zuvor erschien sie im Druck- und Verlagshaus Frankfurt am Main GmbH. Gesellschafter sind neben der Frankfurter Societät mit 55 % die Frankfurter Allgemeine Zeitung mit 35 % und die Karl-Gerold-Stiftung mit 10 %.[1]

MiX am Mittwoch GmbH[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

MiX am Mittwoch ist eine kostenlose Wochenzeitung. Sie kündigt wichtige Wochenendtermine an und gibt Einkaufstipps.

ZLP Zeitungsring Lokalpresse Bad Vilbel GmbH[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Zeitungsring Lokalpresse umfasst die kostenlosen Wochenzeitungen Bad Vilbeler Anzeiger, Karbener Zeitung und Usinger Land Extra.

RheinMainMedia GmbH[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

RheinMainMedia ist  ein führender Medienvermarkter im Rhein-Main-Gebiet. In ihrem Portfolio betreut sie Zeitungs- und Magazintitel sowie Websites aus den Medienhäusern Frankfurter Societäts-Medien GmbH, F.A.Z. und Frankfurter Rundschau GmbH. Gesellschafter sind zu gleichen Teilen die Frankfurter Societäts-Medien GmbH und die Frankfurter Allgemeine Zeitung GmbH.

Rhein-Main.Net GmbH[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Rhein-Main.Net GmbH konzipiert und realisiert seit 1996 Internetprojekte. Als Full-Service Internet-Dienstleister betreut der Anbieter Kunden aller Branchen und Größen – vom regionalen Mittelständler bis zur internationalen Organisation und bietet Agentur Webdesign, Webentwicklung, Online-Marketing sowie „Search Engine Optimization (SEO)“ und „Search Engine Advertising (SEA)“.

FSM Mediendienste GmbH[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Unter dem Dach der FSM Mediendienste GmbH wird seit 2015 das Rüsselsheimer Echo herausgegeben. Die Regionalzeitung steht für Lokalberichterstattung der Stadt Rüsselsheim und den umliegenden Gemeinden Flörsheim, Kelsterbach, Bischofsheim, Ginsheim-Gustavsburg, Nauheim und Trebur. Die überregionale Berichterstattung des Rüsselsheimer Echos kommt aus der Metropole Frankfurt von der Frankfurter Neuen Presse. Das Herzstück, die lokale Redaktion, hat ihren Sitz in Rüsselsheim.

Frankfurter Societäts-Druckerei GmbH[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Frankfurter Societäts-Druckerei (FSD) ist eine der größten Druckereien Europas für Rollen-Offsetdruck mit Sitz in Mörfelden-Walldorf. Hier werden nicht nur die Zeitungen der Societäts-Gruppe gedruckt, sondern auch die Frankfurter Allgemeine Zeitung, die Frankfurter Rundschau, Teilausgaben der BILD-Zeitung, der WELT und weitere Druckerzeugnisse.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. FAZ: Unabhängige Redaktionsgesellschaft: Die „Frankfurter Rundschau“ bleibt erhalten. Artikel vom 27. Februar 2013.