Frankfurter Societät

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Verlagshaus der Frankfurter Societät in der Frankenallee

Die Frankfurter Societät GmbH ist eine Mediengruppe mit Sitz in Frankfurt am Main in Hessen. Sie entstand zum 1. Januar 2011, als sich die Frankfurter Societäts-Druckerei GmbH für die Zukunft in drei Firmen neu aufstellte und in eine Holding-Struktur überging: Der Verlagsbereich firmiert seither unter Frankfurter Societäts-Medien GmbH, die Frankfurter Societäts-Druckerei steht für den Druckereibetrieb und die Frankfurter Societät GmbH bündelt die Verwaltungsaufgaben der Gruppe.

95 Prozent des Kapitals der GmbH gehören der gemeinnützigen Fazit-Stiftung, die restlichen 5 Prozent der Frankfurter Allgemeinen Zeitung.

Verlagshaus 1909 an der Großen Eschenheimer Straße

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Bankiers Leopold Sonnemann und Heinrich Bernhard Rosenthal gründeten am 21. Juli 1856 in Frankfurt am Main das Börsenblatt Frankfurter Geschäftsbericht. Aus dem vierseitigen Blatt entwickelte sich im Laufe des folgenden Jahrzehnts die „Frankfurter Zeitung“, die über die Jahre zu einer überregionalen Tageszeitung von Weltruf wurde. Sie erschien im 1860 gegründeten Unternehmen Frankfurter Societäts-Druckerei bis zum 10. August 1943, als auf Betreiben der Nazis die Einstellung erfolgt. Wegen ihres internationalen Ansehens erschien die Frankfurter Zeitung bis dahin auch nach 1933, obwohl sie bei den nationalsozialistischen Machthabern nicht gern gesehen war.

Sonnemann bewies große Offenheit für den technischen Fortschritt: Bereits 1863 kaufte er für den Zeitungsdruck zwei Zweitouren-Maschinen, die ersten dieser Art in Deutschland. 1879 ließ er eine der ersten Augsburger Rotationsmaschinen aufstellen.

1921 wurde der Societäts-Verlag als Buchverlag der Frankfurter Societäts-Druckerei mit Fokus auf Wirtschaftsthemen, Geschichte und Politik gegründet.

Nach Kriegsende setzte die amerikanische Militärregierung 1946 den Verlagskaufmann Werner Wirthle als Treuhänder der Frankfurter Societäts-Druckerei ein, der die FSD als modernes Verlagsunternehmen neu aufbaute.

1958 kaufte die Frankfurter Societäts-Druckerei die Frankfurter Neue Presse auf und verlegte ihren gesamten Betrieb in die Frankenallee im Frankfurter Gallus. Gleichzeitig übernahm sie Anteile der Frankfurter Allgemeine Zeitung GmbH und erhielt von ihr den Druckauftrag für die F.A.Z.

1978 übernahm die FSD Anteile der Westdeutschen Verlag und Druckerei GmbH und rüstete ab 1979 ihre eigene Produktion nachhaltig auf: Alle Rotations-Zeitschriften wurden von Blei- auf Fotosatz und von Hochdruck auf Offsetdruck umgestellt. 1985 wurde in den Ausbau der Druckerei und der dazugehörigen Weiterverarbeitung investiert.

Ein Jahr darauf wurde von Bleisatz auf ein computergesteuertes Redaktions-, Anzeigen- und Produktionssystem umgestellt. 1993 weihte die FSD in Mörfelden-Walldorf ihr neues hochmodernes Druckzentrum ein und setzte damit internationale Maßstäbe. 2001 wurde die Tochtergesellschaft der FSD, die Süddeutsche Societätsdruckerei, im bayerischen Maisach gegründet. Der Druckstandort wurde zum 31. Dezember 2014 aufgegeben.

2011 stellte sich die Frankfurter Societäts-Druckerei GmbH für die Zukunft neu in drei Firmen auf (Frankfurter Societäts-Medien GmbH, Frankfurter Societäts-Druckerei GmbH und Frankfurter Societät GmbH) Mit diesem Schritt überarbeitet das Medienhaus das Erscheinungsbild seiner Unternehmen und Geschäftsbereiche.

Seit 2013 publiziert der Wirtschaftsbuchverlag Frankfurter Allgemeine Buch unter dem Dach der Frankfurter Societäts-Medien GmbH. Ebenfalls in diesem Jahr übernahm die Holding Frankfurter Societät gemeinsam mit der Frankfurter Allgemeine Zeitung die Frankfurter Rundschau GmbH.

2015 kaufte die Mediengruppe Frankfurter Societät die Markenrechte und den Abonnentenstamm des Rüsselsheimer Echos und dehnt damit ihr Zeitungsgeschäft südlich des Mains weiter aus.

Tochtergesellschaften[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Frankfurter Societäts-Medien GmbH[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ein Tochterunternehmen der Frankfurter Societät ist die Frankfurter Societäts-Medien GmbH. Kerngeschäftsfelder des Tochterunternehmens sind Zeitung, Corporate Publishing, Buch und Internet. Zum Medienunternehmen gehören die Frankfurter Neue Presse (FNP) und deren Regionalausgaben Höchster Kreisblatt, Nassauische Neue Presse und Taunus-Zeitung. Sie stehen für engagierten Journalismus und regionale Kompetenz.

Auch die Societäts-Medien und der 1921 gegründete Societäts-Verlag, der Regionalia, Sachbücher und Belletristik verlegt, gehören zu dem Tochterunternehmen. Unter dem Dach der Frankfurter Societäts Medien GmbH publiziert außerdem seit dem 1. Januar 2013 der Wirtschaftsbuchverlag Frankfurter Allgemeine Buch.

Frankfurter Rundschau[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Seit 1. März 2013 wird die Frankfurter Rundschau von der Frankfurter Rundschau GmbH herausgegeben. Zuvor erschien sie im Druck- und Verlagshaus Frankfurt am Main GmbH. Deren Gesellschafter sind neben der Frankfurter Societät mit 55 % die Frankfurter Allgemeine Zeitung mit 35 % und die Karl-Gerold-Stiftung mit 10 %.[1]

MiX am Mittwoch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

MiX am Mittwoch ist eine hochwertige, kostenlose Wochenzeitung, die durch redaktionelle Kompetenz, ein frisches Layout und eine hervorragende Zustellqualität besticht. Sie bietet eine abwechslungsreiche Mischung aus Lesespaß und Information für die ganze Familie. Seriös, aber mit einer einfachen, leichten Note berichtet ein erfahrenes Redaktionsteam von lokalen Geschichten und Sportereignissen, kündigt wichtige Wochenendtermine an, gibt praktische Einkaufstipps und bietet so ein attraktives werbliches Umfeld für Anzeigen und Beilagen.

Zeitungsring Lokalpresse[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Zeitungsring Lokalpresse umfasst die kostenlosen Wochenzeitungen Bad Vilbeler Anzeiger, Karbener Zeitung und Usinger Land Extra. Sie stehen für Informationen aus erster Hand und aus nächster Nähe über die Städte Bad Vilbel, Karben, Usingen und deren Umgebung. Der Zeitungsring Lokalpresse legt Wert auf Orientierung, Lesernähe und Leserhilfe. Damit spiegelt er in besonderem Maße das Lebensumfeld seiner Leserinnen und Leser direkt wider. Die Nähe zu den Fakten, zu den Bürgern und Vereinen, zur örtlichen Geschäfts- und Wirtschaftswelt sowie zur Verwaltung und Kommunalpolitik machen seine lokalen Wochenzeitungen informativ und aktuell.

RheinMainMedia[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

RheinMainMedia ist  ein führender Medienvermarkter im Rhein-Main-Gebiet. In ihrem Portfolio betreut sie erfolgreiche Zeitungs- und Magazintitel sowie Websites aus den Medienhäusern Frankfurter Societäts-Medien GmbH, F.A.Z. und Frankfurter Rundschau GmbH.  Gesellschafter sind zu gleichen Teilen die Frankfurter Societäts-Medien GmbH und die Frankfurter Allgemeine Zeitung GmbH.

Rhein-Main.net[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Rhein-Main.Net GmbH konzipiert und realisiert seit 1996 erfolgreich Internetprojekte. Als Full-Service Internet-Dienstleister betreut der Anbieter Kunden aller Branchen und Größen – vom regionalen Mittelständler bis zur internationalen Organisation und bietet Agentur Webdesign, Webentwicklung, Online-Marketing sowie „Search Engine Optimization (SEO)“ und „Search Engine Advertising (SEA)“.

FS-Medienservice GmbH[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Unter dem Dach der FS-Medienservice GmbH, wird seit 2015 das Rüsselsheimer Echo herausgegeben. Die Regionalzeitung steht für engagierte Lokalberichterstattung der Stadt Rüsselsheim und den umliegenden Gemeinden Flörsheim, Kelsterbach, Bischofsheim, Ginsheim-Gustavsburg, Nauheim und Trebur. Die überregionale Berichterstattung des Rüsselsheimer Echos kommt aus der Metropole Frankfurt von der Frankfurter Neuen Presse. Das Herzstück die lokale Redaktion, hat ihren Sitz in Rüsselsheim.

Frankfurter Societäts-Druckerei GmbH[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Frankfurter Societäts-Druckerei (FSD) ist eine der größten und modernsten Druckereien Europas für Rollen-Offsetdruck mit Sitz in Mörfelden-Walldorf. Hier werden nicht nur die Zeitungen der Societäts-Gruppe gedruckt, sondern auch die Frankfurter Allgemeine Zeitung, die Frankfurter Rundschau, Teilausgaben der BILD-Zeitung, der WELT und weitere Druckerzeugnisse.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. FAZ: Unabhängige Redaktionsgesellschaft: Die „Frankfurter Rundschau“ bleibt erhalten. Artikel vom 27. Februar 2013.