Frans Burman (Theologe, 1671)

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Frans Burman (2)

Frans Burman, auch Frans Burmann (* 15. Mai 1671 in Utrecht; † 22. September 1719 ebenda) war ein niederländischer reformierter Theologe.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der aus einem niederländischen Gelehrtengeschlecht stammende Sohn des Utrechter Theologieprofessors Frans Burman (1628–1679) und dessen Frau Maria Heydanus besuchte die Lateinschule in Utrecht und die Lateinschule in Alkmaar bei Johann Georg Graevius. Am 7. Januar 1688 begann er an der Universität Leiden bei Burchard de Volder (1643–1709) philosophische und mathematische Studien. An der Universität Utrecht besuchte er die theologischen Vorlesungen von Hermannus van Halen und Hermann Witsius und ab 1692 an der Universität Franeker die von Campegius Vitringa der Ältere, Johannes van der Waeijen (1639–1701) und Hermann Alexander Roëll. Zudem absolvierte er orientalische Sprachstudien bei Jacob Rhenferd (1654–1712). Weitere Vorlesungen besuchte er in Groningen bei Johannes Braun (1628–1708), in Dordrecht bei Salomon van Til (1643–1713) und in Amsterdam bei Petrus Francius (1645–1704).

Burman wurde nach seinen Studien 1695 Pfarrer in Koudum und ging in gleicher Eigenschaft 1698 nach Brielle. 1702 wurde er Gesandtschaftsprediger in England. Hier setzte er seine Studien an den Universitäten in Oxford und Cambridge fort, wo er auch die Bibliotheken besuchte und sich mit den dortigen Gelehrten vertraut machte. Sein damals verfasstes Reisejournal wurde 1828 von Abraham Capadose herausgegeben. Im Folgejahr kehrte er wieder in die Heimat zurück, wo er am 6. Juli 1703 als Pfarrer in Enkhuizen bestätigt wurde. Zwei Jahre später ging er als Pfarrer nach Amsterdam, wo er am 13. Mai 1705 seine Einführungspredigt hielt.

Am 5. November 1714 wurde er Professor der Theologie an der Universität Utrecht berufen und am 11. Januar 1715 mit der Ehrendoktorwürde der Theologie geehrt. Am 26. Februar 1715 trat er seine Professur mit der Rede Theologus, sive de iis quae ad verum et consummatum theologum requiruntur an. In Utrecht war er 1718/19 Rektor der Alma Mater, welches Amt er mit der Rede Oratio de persecutione Diocletiana eiusque exitu gloriosissimo (Utrecht 1719) niederlegte. Der sich mit den Anhängern des Spinozismus auseinandersetzende Theologe verstarb nach kurzer Wirkungszeit an einer Krankheit.

Burman hatte sich am 11. Dezember 1703 mit Elizabeth Thierens (* 31. Mai 1677; † 20. November 1713) verheiratet. Aus der Ehe stammten neun Kinder. Bekannt wurden von diesen Johannes, Frans (4), Pieter (2) und der Amsterdamer Kaufmann Abraham.

Schriften[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Burmannorum pietas gratissimae beati parentis memoriae communi nomine exhibita, adjiciuntur mutuae Philippi Limburgi et Francisci Burmanni Epistolae. Utrecht 1701.
  • Der Spinosisten hoogste goed vergeleken met den Hemel op aerde van F. van Leenhof. Enkhuizen 1704.
  • Vriendelijke uitnoodinge door twee brieven aan Fredericus van Leenhof gedaan, om zich te zuyveren van zyne Spinosisterije, of, om daar van overtuigt, van dezelve opregtelijk af te staan, en van hem met een brief beantwoordt, en van de hand geweesen. Enkhuizen 1705.
  • De Harmonie ofte overeenstemminge der vier H. Evangelisten. Amsterdam 1713.
  • Dissertatio de Terrae filiis. Utrecht 1719.
  • Burmanni V.D.M. Itineris Anglicam acta diurna; nunc primum edidit, praefatus est notisque illustravit Abrahamus Capadose. Amsterdam 1828.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Christian Gottlieb Jöcher: Allgemeines Gelehrten-Lexicon, Darinne die Gelehrten aller Stände sowohl männ- als weiblichen Geschlechts, welche vom Anfange der Welt bis auf die ietzige Zeit gelebt, und sich der gelehrten Welt bekannt gemacht, Nach ihrer Geburt, Leben, merckwürdigen Geschichten, Absterben und Schrifften aus den glaubwürdigsten Scribenten in alphabetischer Ordnung beschrieben werden. Band 1. Johann Friedrich Gleditsch, Leipzig 1750, Sp. 1502.
  • Ersch-Gruber: Allgemeine Encyclopädie der Wissenschaften und Künste. 1. Sektion, Band 14. Johann Friedrich Gleditsch, Leipzig 1823, S. 118 (Online)
  • Barend Glasius: Biographisch Woordenboek van Nederlandsche Godgeleerden. Band 1. Gebrüder Muller, ’s-Hertogenbosch 1851, S. 202 (Online, niederländisch)
  • Abraham Jacob van der Aa: Biographisch Woordenboek der Nederlanden. Band 2, Teil 2. van Brederode, Haarlem 1855, S. 1600, (Online, niederländisch)
  • Molhuysen: Burman (Frans (2). In: Philipp Christiaan Molhuysen, Petrus Johannes Blok: Nieuw Nederlandsch Biografisch Woordenboek. Band 4. A. W. Sijthoff’s Uitgevers-Maatschappij, Leiden 1918, Sp. 352–353 (Online, niederländisch)
  • J. van Sluis: Burman, Franciscus. In: J. W. Buisman, G. Brinkman: Biografisch lexicon voor de geschiedenis van het Nederlands protestantisme. Band 5. Uitgeverij Kok, Kampen 2001, S. 101, (Online, niederländisch)

Weblink[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]