Französisch-Algerien
| Französisch-Algerien | |||||
| Algérie française (französisch) | |||||
| 1830–1962 | |||||
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| Amtssprache | Französisch | ||||
| Hauptstadt | Algier | ||||
| Staats- und Regierungsform | Kolonie (1830–1848) Teil Frankreichs (1848–1962) | ||||
| Staatsoberhaupt, zugleich Regierungschef | Generalgouverneur | ||||
| Parlament(e) | Nationalversammlung (1948–1956) | ||||
| Fläche | 585.814 km² (1899) 2.381.741 km² (1962) km² | ||||
| Einwohnerzahl | ca. 3 Mio. (1830) ca. 11 Mio. (1962) | ||||
| Währung | Budju (1830–1848) Algerischer Franc (1848–1962) | ||||
Französisch-Algerien bezeichnet den Zeitraum der französischen Kolonialherrschaft über das heutige Algerien von der Eroberung 1830 bis zur Unabhängigkeit 1962. In dieser Zeit wurde Algerien zunächst als Kolonie verwaltet, ab 1848 jedoch in das französische Staatsgebiet integriert und in Départements gegliedert. Im Unterschied zu den Protektoraten Marokko und Tunesien galt Französisch-Algerien als Siedlungskolonie (colonie de peuplement) und als integraler Bestandteil Frankreichs. Die französische Kolonialherrschaft in Algerien endete 1962 nach dem Algerienkrieg mit der Unabhängigkeit der Republik Algerien.[1]
Geschichte
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Eroberung und frühe Kolonialzeit (1830–1848)
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Frankreichs Invasion Algeriens begann im Juni 1830 als Vergeltungsaktion gegen den lokalen Herrscher (Dey) von Algier, u. a. nach der sogenannten Fliegenwedel-Affäre von 1827. Am 5. Juli 1830 kapitulierte die Stadt Algier vor französischen Truppen und der Dey floh aus dem Land. Damit endete faktisch die über drei Jahrhunderte währende osmanische Oberhoheit in Algerien. In den Folgejahren dehnten die Franzosen die Besetzung auf weitere Küstenstädte und das Hinterland aus. Die einheimische Bevölkerung leistete von Beginn an starken Widerstand, angeführt etwa vom Emir Abd el-Kader im Westen. Die Eroberung war von extremer Gewalt geprägt: Französische Kommandeure wie Thomas Bugeaud setzten auf eine Politik der Verbrannten Erde (Zerstörung von Dörfern, Feldern und Lebensgrundlagen) und verübten Massaker wie die berüchtigten Enfumades (Erstickung ganzer Flüchtlingsgruppen in Höhlen).[2] Französische Quellen jener Zeit rechtfertigten solche Strafexpeditionen offen, sie stießen aber auch vereinzelt in Frankreich auf Kritik.[3] Historiker schätzen, dass während der Eroberungsphase von 1830 bis 1875 zwischen 500.000 und 1.000.000 Algerier, etwa ein Drittel der Vorkriegsbevölkerung, ums Leben kamen. Mehrere Stämme, die Widerstand leisteten, wurden nahezu völlig ausgerottet.[4] Die meisten Toten waren Zivilisten, die infolge von Krieg, Hunger und Krankheiten starben.[3]
Frankreich annektierte 1834 die eroberten Gebiete offiziell als Kolonie und benannte sie ab 1839 Algérie. Trotz der brutalen „Befriedung“ (pacification) flammten immer wieder Aufstände auf. Bis 1847 konnte Abd el Kaders Widerstand im Westen und Zentrum Algeriens niedergeschlagen werden, doch in der Kabylei und im Sahara-Raum dauerte die militärische Unterwerfung bis in die 1850er Jahre und teils darüber hinaus an.[3] Im Jahr 1848 erklärte die Zweite Französische Republik Algerien offiziell zum Bestandteil Frankreichs und teilte das Land in die drei nördlichen Départements Algier, Oran und Constantine ein.[2][1] Zu diesem Zeitpunkt beschränkte sich die französische Herrschaft allerdings auf die Küstenregionen und einige Städte im Binnenland. Große Teile des Landesinneren standen noch unter Militärverwaltung oder waren umkämpft. 1848 markierte auch das Ende der frühen Eroberungsphase: Die meisten größeren Städte waren unter französischer Kontrolle, und Frankreich begann, Siedler ins Land zu bringen. Bereits in den 1830er und 1840er Jahren hatten sich die ersten europäischen Siedler – Franzosen, aber auch Italiener, Spanier, Malteser u. a. – in Algerien niedergelassen. Frankreich förderte diese Kolonisation, um eine dauerhafte Präsenz zu sichern, u. a. indem ehemaligen Soldaten, verarmten Bauern und politisch Unerwünschten Land in Algerien versprochen wurde.[2] Der Landraub durch Kolonisten erreichte enorme Ausmaße: Schätzungsweise 40 % des fruchtbaren Bodens wurden den Algeriern entzogen und europäischen Siedlern übertragen, was zu Hungersnöten unter den Algeriern führte.[5]
Herrschaft der Siedler und Widerstand (1848–1900)
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Mit der Eingliederung als Départements und dem Ende der Revolution von 1848 geriet Algerien immer mehr unter die Kontrolle der in der Minderheit befindlichen französischen Siedler (später als Pieds-noirs bezeichnet). Zunächst behielt das Militär in vielen Gebieten noch die Verwaltungshoheit. Kaiser Napoleon III. verfolgte in den 1860er Jahren zeitweise die Idee eines „royaume arabe“ (arabischen Königreichs) in Algerien, eine begrenzte Autonomie für die einheimische Bevölkerung, doch in der Praxis blieb diese Politik wirkungslos.[2] Zugleich erlitten die Algerier in dieser Zeit schwere Not: 1867–1868 kam es zu einer großen Hungersnot, der etwa 500.000 Menschen zum Opfer fielen. Epidemien und fortgesetzte Enteignungen verschärften das Elend. Viele Stämme wurden gezwungen, ihr Land zu verlassen, ihr traditionelles Wirtschafts- und Sozialgefüge zerbrach.[5]
In den Jahren 1870/71 fand ein Wendepunkt in der Kolonialpolitik statt. Nach dem Sturz Napoleons III. 1870 erhoben sich die französischen Siedler in Algerien gegen die koloniale Zentralverwaltung in Paris. Sie forderten mehr autonome Rechte für sich selbst und wehrten sich insbesondere gegen Napoleons Ansätze, die Lage der einheimischen Muslime zu verbessern. Der Aufstand der Siedler fiel zeitlich zusammen mit einem großen anti-französischen Aufstand der einheimischen Bevölkerung 1871 (geführt u. a. von Mohammed El Mokrani) während des Deutsch-Französischen Kriegs, der jedoch von französischem Militär blutig niedergeschlagen wurde. Die Ereignisse von 1870/71 stärkten endgültig die Macht der Siedler in Algerien: Die neue Dritte Republik ersetzte die Militärverwaltung durch eine zivile Kolonialverwaltung, in der lokale französische Siedlerpolitiker großen Einfluss hatten. Immer mehr algerische Gemeinden wurden europäischen Bürgermeistern unterstellt, während die Rolle einheimischer Eliten weiter beschnitten wurde.[2]
Ebenfalls 1870 erließ Paris das Décret Crémieux, durch das alle jüdischen Einwohner Algeriens zu französischen Staatsbürgern erklärt wurden. Diese Bevorzugung der jüdischen Minderheit gegenüber der muslimischen Mehrheit führte um die Jahrhundertwende zu antisemitischen Protesten unter den europäischen Siedlern. Muslimische Algerier blieben weiterhin rechtlich diskriminiert. Zwar konnten sie theoretisch seit dem Sénatus-consulte von 1865 die französische Staatsbürgerschaft beantragen, faktisch mussten sie dafür aber auf ihre religiös begründeten zivilrechtlichen Gewohnheitsrechte (islamisches Recht) verzichten. Nur wenige tausend Muslime nahmen dieses Angebot in der gesamten Kolonialzeit an. Die große Masse der Algerier blieb französische Untertanen ohne Bürgerrechte.[2] Sozial und politisch dominierten die Europäer. Die einheimischen Algerier – nach wie vor die Bevölkerungsmehrheit – waren weitgehend auf untergeordnete Rollen in Landwirtschaft, Handwerk und Diensten beschränkt, oft als Landpächter oder Lohnarbeiter auf ehemals eigenem Land.
Im Jahr 1881 führte Frankreich den berüchtigten Code de l’indigénat (Eingeborenenkodex) ein. Dieses Sonderrecht legte ein System kollektiver Bestrafungen und strikter Kontrolle für die muslimische Bevölkerung fest. Algerier konnten nun für geringste Vergehen oder allein aufgrund von Zugehörigkeit zu einer „unruhigen“ Gemeinschaft mit Geldstrafen, Haft, Zwangsarbeit oder Internierung bestraft werden. Ihre Bewegungsfreiheit wurde stark eingeschränkt, und sie durften ihren Wohnort ohne Genehmigung nicht verlassen. Der Code de l’indigénat legalisierte damit die bereits zuvor praktizierte diskriminierende Behandlung der Muslime und blieb – trotz wachsender Kritik – bis 1946 in Kraft. Parallel dazu förderte die Kolonialverwaltung weiter die Einwanderung von Europäern. 1886 wurde verfügt, dass in Algerien geborene Kinder europäischer Abstammung automatisch die französische Staatsbürgerschaft erhalten. Damit wollte man die heterogene Siedlerbevölkerung (die aus Franzosen ebenso wie aus Spaniern, Italienern usw. bestand) einheitlich an Frankreich binden.[2]
Französische Herrschaft im frühen 20. Jahrhundert (1900–1945)
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Um die Jahrhundertwende war die Eroberung Algeriens militärisch fast abgeschlossen, 1902 wurden die Tuareg-Föderation Kel Ahaggar bei Tamanrasset besiegt. Auch die Sahara und Oasen im Süden wurden nun vom französischen Militär kontrolliert. Algerien galt als „Musterkolonie“ und wichtigstes Auswanderungsgebiet für Franzosen außerhalb Europas. Die Kolonialverwaltung modernisierte Teile des Landes (Hafenanlagen, Städte, Infrastruktur) und etablierte eine kapitalistische Exportwirtschaft (z. B. Weizen, Wein). Allerdings profitierten davon fast ausschließlich die Europäer; die algerische Mehrheitsbevölkerung blieb politisch rechtlos und sozioökonomisch benachteiligt. So wurde z. B. die allgemeine Schulpflicht, die in Frankreich seit 1880 galt, in Algerien nie konsequent umgesetzt – 1914 besuchten nur 5 % der muslimischen Kinder eine Schule, 1954 waren es etwa 10 %. Die französische Trennung von Kirche und Staat (Laizität) wurde auf den Islam in Algerien nicht übertragen: Religiöse Stiftungen der Muslime wurden von der Kolonialregierung verwaltet, Moscheen teils enteignet oder zu Kirchen umgewandelt (z. B. wurde die Ketchaoua-Moschee in Algier 1845 zur Kathedrale gemacht). Gleichzeitig wurde den Algeriern 1912 die Wehrpflicht auferlegt, ohne dass ihnen im Gegenzug staatsbürgerliche Rechte gewährt wurden.[5][2]
Frankreichs Kriege im 20. Jahrhundert bezogen damit auch Algerien ein. Im Ersten Weltkrieg dienten rund 173.000 muslimische Algerier als Soldaten oder Arbeiter für Frankreich, von denen etwa 25.000 fielen. Trotz dieser Opfer blieben Reformversprechen aus. Lediglich 1919 gab es minimale Zugeständnisse: Einigen zehntausend besonders „verdienten“ oder westlich gebildeten Muslimen wurde ein begrenztes Wahlrecht in lokalen Gremien eingeräumt. Eine breite Gleichstellung erfolgte nicht – im Gegenteil blockierte der einflussreiche „Kolonisten-Block“ (große Siedler und ihre Lobby) in Paris jede Ausweitung der indigenen Rechte konsequent.[5]
In der Zwischenkriegszeit formierte sich eine vielfältige algerische Nationalbewegung. Angesehene muslimische Persönlichkeiten – etwa Emir Khaled (Enkel Abd el Kaders) und Ferhat Abbas – forderten in den 1920ern zunächst loyal eine gleichberechtigte Eingliederung der Algerier als französische Bürger, jedoch ohne Erfolg. Radikalere Strömungen entstanden: Messali Hadj gründete 1926 die Étoile Nord-Africaine, die erstmals offen die Unabhängigkeit propagierte. Religiöse Reformisten wie die Association des Oulémas (um Abdelhamid Ben Badis) betonten die arabisch-islamische Identität Algeriens. Trotz gelegentlicher Reformankündigungen – etwa dem Blum-Viollette-Plan 1936, der 20.000 Muslimen das Bürgerrecht geben sollte – blieb die koloniale Staatsbürgerschaftsordnung unverändert. Die Siedler in Algerien torpedierten jede „Assimilation“ der Einheimischen, teils durch Druck auf die Regierung in Paris, teils durch Wahlfälschungen und lokale Einschüchterung. So wurde der Blum-Viollette-Plan nie umgesetzt, und die französischen Behörden verboten gleichzeitig nationalistische Organisationen (die Parti du Peuple Algérien von Messali Hadj wurde 1937 nach wenigen Monaten verboten, ebenso wie kommunistische und andere unabhängige Gruppierungen).[5]
Während des Zweiten Weltkriegs (1940–1944) stand Algerien zunächst unter dem kollaborierenden Vichy-Regime, das u. a. das Crémieux-Dekret von 1870 zeitweise aufhob und jüdische Algerier wieder entrechtete. Ab 1943 diente Algerien als Basis der freifranzösischen Truppen (Alliierte Landung in Nordafrika 1942) und Sitz des französischen Exilkomitees. Die Teilnahme vieler Algerier an der Befreiung Frankreichs weckte neue Hoffnungen auf Fortschritte. Doch als am 8. Mai 1945 – dem Tag der deutschen Kapitulation – in den Städten Sétif, Guelma und Kherrata Tausende Algerier für ihre Rechte und die Unabhängigkeit demonstrierten, schlug die französische Kolonialmacht den Protest mit äußerster Gewalt nieder. Französische Truppen, Polizei und Siedlermilizen töteten in den folgenden Tagen zehntausende Algerier; genaue Opferzahlen des Massakers von Sétif 1945 sind bis heute umstritten (Schätzungen reichen von mindestens 20.000 bis zu 45.000 Toten).[6] Dieses Blutbad zerstörte bei vielen Algeriern endgültig die Erwartung, durch Reformen und Loyalität Gleichberechtigung zu erreichen. Die Ereignisse von 1945 gelten daher als Vorspiel und Auslöser für den folgenden Befreiungskampf.
Algerienkrieg und Unabhängigkeit (1954–1962)
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Am 1. November 1954 begann die algerische Untergrundorganisation Front de Libération Nationale (FLN) mit koordinierten Anschlägen auf französische Einrichtungen den bewaffneten Aufstand gegen die Kolonialherrschaft. Dieser Algerienkrieg weitete sich rasch zu einem erbitterten achtjährigen Konflikt aus, der ganz Algerien erfasste. Frankreich entsandte bis zu 500.000 Soldaten, um die Rebellion niederzuschlagen, und ging mit einer Kombination aus militärischer Offensive und repressiven Polizeistaatsmethoden vor. Insbesondere in den Städten setzte die französische Armee auf Fallschirmjäger-Spezialtruppen, denen 1957 während der Schlacht von Algier alle Befugnisse übertragen wurden, um FLN-Netzwerke zu zerschlagen. Dies führte zu systematischer Folter, Massenverhaftungen und dem Verschwindenlassen Verdächtiger, bezeichnet als Französische Doktrin. Methoden, die international scharf verurteilt wurden.[1] Die FLN ihrerseits verübte Bombenanschläge und Attentate gegen französische Ziele (darunter auch Zivilisten), um den Kolonialapparat zu destabilisieren.
Der Krieg spitzte sich in den späten 1950ern weiter zu: 1958 putschten radikale Siedlerkreise und Teile des Militärs in Algier gegen die Pariser Regierung, weil sie Zugeständnisse an die algerischen Nationalisten fürchteten. Diese Krise führte in Frankreich zum Sturz der Vierten Republik und zur Rückkehr von General de Gaulle an die Macht. De Gaulle enttäuschte jedoch bald die Hoffnungen der französischen Siedler auf eine Fortführung von „Algérie française“ – er erkannte, dass nur die Unabhängigkeit den Konflikt beenden könnte. 1959 gestand er Algerien das Selbstbestimmungsrecht zu, was vom fanatischen Teil der Kolonisten als Verrat aufgefasst wurde. Radikale Siedler und abtrünnige Militärs gründeten die OAS (Organisation de l’armée secrète), die mit Terroranschlägen in Algerien und Frankreich versuchte, die Unabhängigkeit zu verhindern.[1] Dennoch wurden im März 1962 in Évian Friedensverhandlungen erfolgreich abgeschlossen. Am 3. Juli 1962 erlangte Algerien offiziell die Unabhängigkeit, nachdem 99 % der Algerier in einem Referendum dafür gestimmt hatten. Der Algerienkrieg hatte einen enormen Blutzoll gefordert: Schätzungen sprechen von Hunderttausenden Toten unter den Algeriern (die Zahlen reichen von etwa 250.000 bis zu über einer Million) und rund 30.000 gefallenen französischen Soldaten.[7][8]
Unmittelbar nach dem Krieg flohen über 900.000 europäische Siedler (Pieds-noirs) aus Algerien nach Frankreich, da sie Repressalien befürchteten. Ebenso versuchten viele Algerier, die als sogenannte Harkis (einheimische Hilfssoldaten auf französischer Seite) gekämpft hatten, nach Frankreich zu gelangen – etwa 60.000 von ihnen wurden evakuiert, doch Tausende, die zurückblieben, fielen Vergeltungsakten zum Opfer. Mit dem Abzug der europäischen Bevölkerung verlor Algerien auch einen Großteil seiner technischen und administrativen Elite, was die junge Nation vor große Herausforderungen stellte.[1]
Demografie und Bevölkerung
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Zu Beginn der Kolonialzeit zählte Algerien schätzungsweise 2,5 bis 3 Millionen Einwohner, fast ausschließlich muslimische Araber und Berber, sowie eine kleine jüdische Minderheit. Europäische Bewohner gab es 1830 – abgesehen von einigen im Handel aktiven Ausländern – kaum. Infolge der Eroberung schrumpfte die einheimische Bevölkerung zunächst drastisch (Kriegsverluste, Vertreibungen, Hunger und Seuchen). Um 1870 lag sie vermutlich unter dem Ausgangsniveau, begann danach aber wieder zu wachsen. Gleichzeitig stieg die Zahl der europäischen Siedler rapide an: 1847 lebten bereits rund 100.000 Europäer in Algerien; bis 1880 waren es ca. 350.000, und um 1950 erreichte die europäische Gemeinschaft knapp 1,4 Millionen Menschen. Dies entsprach Mitte des 20. Jahrhunderts gut 13 % der Gesamtbevölkerung Algeriens.[9] Die übrigen 90 % (rund 9 Millionen) waren Muslime. Während der Kolonialherrschaft wurde die französische Sprache als Amtssprache und Unterrichtssprache in den Schulen vorgeschrieben, während Arabisch auf den Status einer Fremdsprache reduziert wurde.[10] Laut der Volkszählung von 1906 gab es unter den 4,5 Millionen Einheimischen 1.305.730 Sprecher von Berbersprachen, was 29 % der Bevölkerung entsprach.[11]
Die Europäer in Algerien – bekannt als Pieds-noirs – waren zwar überwiegend Franzosen, setzten sich aber aus diversen Gruppen zusammen: Neben Siedlern aus dem Mutterland stammten viele Familien aus Spanien, Italien, Malta oder anderen Mittelmeerländern. Die meisten lebten in Küstenstädten, wo sie stellenweise die Mehrheit der Einwohner stellten (z. B. in Oran ca. 60 % Europäer um 1950).[12] Die muslimische Bevölkerungsmehrheit lebte überwiegend auf dem Land oder in den Altstadtvierteln (Medinas) der Städte. Gesellschaftlich waren die Gruppen stark getrennt: Es gab wenig Durchmischung, separate Schulen und Wohnviertel, und die Algerier waren von höher qualifizierten Arbeitsplätzen weitgehend ausgeschlossen. Es gab wenig Durchmischung, separate Schulen und Wohnviertel, und die Algerier waren von höher qualifizierten Arbeitsplätzen weitgehend ausgeschlossen. Auch rechtlich zementierte der Code de l’indigénat ab 1881 die Zweiteilung: Die Europäer waren vollberechtigte französische Staatsbürger, während die Muslime als „Untertanen“ galten. Lediglich die kleine Gruppe der évolués – Algerier, die französische Bildung genossen und ggf. den Militärdienst abgeleistet hatten – erhielt begrenzte politische Mitbestimmungsrechte auf lokaler Ebene. Um die einheimische Bevölkerung zu spalten, förderten die Franzosen auch die unabhängige Identität der Kabylen.
Trotz dieser Benachteiligungen wuchs die algerische Bevölkerung in der Kolonialzeit stark an, insbesondere ab dem frühen 20. Jahrhundert, als höhere Hygiene- und Medizinstandards allmählich Einzug hielten. Um 1960 lebten etwa 10–11 Millionen Algerier im Land. Nach der Unabhängigkeit 1962 verließen nahezu alle Pieds-noirs sowie die meisten algerischen Juden das Land, wodurch Algerien ethnisch homogener wurde. Gleichzeitig begann jedoch eine anhaltende Arbeitsmigration von Algeriern nach Frankreich, die bereits während der Kolonialzeit (seit dem Ersten Weltkrieg) eingesetzt hatte.
Status und Verwaltung
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Französisch-Algerien besaß eine in der französischen Kolonialgeschichte einzigartige Stellung. Rechtlich wurde Algerien nicht als klassische Übersee-Kolonie verwaltet, sondern nach 1848 als integraler Bestandteil des französischen Staates in Europa angesehen. Die nördlichen Provinzen waren in die drei Départements Algier, Oran und Constantine eingeteilt, die Vertreter in das französische Parlament entsenden durften. In der Praxis blieb die politische Macht jedoch stark ungleich verteilt. Die französischen Siedler stellten die Kolonialelite und kontrollierten die Verwaltung. So hatten vor 1945 muslimische Algerier keine direkte parlamentarische Vertretung in Paris, während die europäische Minderheit Algeriens sechs Abgeordnete und drei Senatoren im französischen Parlament stellte. Auf lokaler und regionaler Ebene bestanden zwar Gemeinderäte und Generalräte, jedoch waren für Muslime dort nur einige wenige Sitze (strapontins) reserviert, die keinen echten Einfluss ermöglichten.[5]
An der Spitze der Verwaltung stand für die meiste Zeit der Gouverneur-General von Algerien mit Sitz in Algier, der von Paris ernannt wurde und weitreichende Vollmachten hatte. Darunter gab es ein System aus Präfekten (für die Départements) und Unterpräfekten (für Arrondissements), meist mit französischem Personal besetzt. Bis 1870 war die Verwaltung vieler Gebiete militärisch organisiert (insbesondere in den zunächst „unsicheren“ ländlichen Regionen). Nach der Siedlerrevolte 1870/71 wurde Algerien einer zivilen Verwaltung unterstellt, was faktisch die Macht der europäischen Siedler festigte. Die indigene Bevölkerung unterstand Sondergesetzen (insbesondere dem Code de l’indigénat von 1881) und der Jurisdiktion der sogenannten Cadis (muslimischen Richtern) in Personal- und Zivilrechtsfragen, jedoch immer unter Oberaufsicht französischer Behörden. Die französische Justiz konnte Algerier für politische oder strafrechtliche Delikte ohne normale rechtsstaatliche Garantien bestrafen.[2]
Im Laufe der Kolonialzeit gab es mehrere Anläufe zu begrenzten Reformen. 1919 und erneut 1947 wurden Gesetze verabschiedet, um Algeriern eine begrenzte Vertretung zu geben. Das Algerien-Statut von 1947 richtete ein algerisches Parlament (Assemblée Algérienne) ein, jedoch in Form von zwei Wahlkollegien: Das erste (französische) Kollegium repräsentierte die europäischen Bürger und eine kleine Zahl évolués, das zweite Kollegium alle übrigen 8 Millionen Muslime. Beide Gruppen erhielten je 60 Sitze. Diese Konstruktion zementierte eine „Zwei-Klassen-Bürgerschaft“ und enttäuschte die Hoffnungen vieler gemäßigter Algerier auf echte Gleichberechtigung. Zudem wurden selbst diese begrenzten Wahlrechte durch massive Manipulationen der französischen Verwaltung (unter Gouverneur Naegelen 1948–51) ad absurdum geführt.[5]
Französische Kolonialverbrechen
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Die französische Kolonialherrschaft in Algerien war von schwerwiegenden Menschenrechtsverletzungen und Gewaltverbrechen gegen die einheimische Bevölkerung begleitet. Einige Historiker sprechen von einem genozidalen Charakter der Eroberung.[4] Bereits die frühkoloniale Phase war geprägt von Massenexekutionen und Vergeltungsaktionen gegen ganze Dörfer. General Bugeaud ordnete flächendeckende Razzien und Zerstörungen an, um den Widerstand zu brechen. Besonders berüchtigt sind die „Enfumades“ (Erstickungsmassaker) von 1844–1845: Französische Truppen unter Colonel Pélissier trieben etwa 800 Mitglieder des Ouled-Riah-Stammes in eine Höhle im Dahar-Gebirge und erstickten sie durch Rauch. Ähnliche Aktionen, bei denen Männer, Frauen und Kinder qualvoll ums Leben kamen, wurden auch von anderen französischen Offizieren durchgeführt. Durch Hunger und andere Repressionsmaßnahmen starben weitere hunderttausende Algerier oder mussten ins Ausland fliehen.[3] Genozidale Vorstellungen waren bei der Aufstandsbekämpfung unter französischen Offizieren und Beamten weit verbreitet. Ein französisches Journal sprach sich 1887 offen für eine „Politik der Ausrottung“ gegenüber der indigenen Bevölkerung aus.[13]
Gegen immer wiederkehrende algerische Aufstände reagierten die Kolonialbehörden mit drakonischer Härte. Nach der Niederschlagung des Aufstands von 1871 (Kabylien) wurden z. B. zehntausende Hektar Land der aufständischen Stämme konfisziert und hunderte Anführer hingerichtet oder ins Exil verbannt (viele nach Neukaledonien). Die Kollektivstrafen des Code de l’indigénat (seit 1881) ermöglichten zudem willkürliche Verhaftungen, Prügelstrafen, Zwangsarbeit und Enteignungen selbst bei kleineren Unruhen. Unmittelbar nach Ende des Zweiten Weltkriegs schlug Frankreich in Ostalgerien einen Aufstand mit außergewöhnlicher Brutalität nieder. Nach Angriffen auf europäische Siedler in der Stadt Sétif reagierten Armee, Polizei und Siedlerwehr mit Vergeltungsschlägen, bei denen ganze Dörfer bombardiert, willkürlich Zivilisten erschossen und Tausende in improvisierten Lagern interniert wurden. Leichen wurden in Massengräbern verscharrt.[14]
Dieser Gewaltausbruch ließ den Widerstand jedoch nur weiter anwachsen. Während des Befreiungskriegs beging die französische Armee zahlreiche Kriegsverbrechen. Dazu gehörten systematische Folter an Gefangenen, sexuelle Gewalt und außergerichtliche Hinrichtungen von verdächtigen Zivilisten. In der Schlacht um Algier 1957 etwa wurden tausende Algerier verhört und gefoltert, viele „verschwanden“ spurlos.[15] Ferner errichtete die Armee umzäunte „Sperrzonen“ und lagerähnliche Umsiedlungsdörfer, in die über 2 Millionen Bauern zwangsumgesiedelt wurden, um der FLN den Rückhalt zu entziehen – was enormes Leid und hohe Sterblichkeit unter den Vertriebenen verursachte.[16] Die OAS-Milizen der französischen Extremisten verübten 1961/62 zudem Terroranschläge in Algerien, bei denen ebenfalls tausende Zivilisten starben. Am 17. Oktober 1961 kam es sogar in Paris zu einem Massaker an friedlichen demonstrierenden Algeriern: Auf Befehl des Pariser Polizeipräfekten Maurice Papon wurden protestierende Algerier erschossen oder in die Seine geworfen; die Anzahl der Todesopfer wird auf über 100 geschätzt. Dieses „Massaker von Paris“ wurde damals vertuscht und erst Jahrzehnte später offiziell anerkannt.[17]
Weder für die koloniale Eroberungszeit noch für den Algerienkrieg gab es unmittelbar rechtliche Konsequenzen für die Verantwortlichen. Erst Jahrzehnte später begann eine zögerliche Auseinandersetzung: So nannte Präsident François Hollande 2012 die französische Kolonialherrschaft in Algerien „zutiefst ungerecht und brutal“ und erkannte das Leid an, das sie dem algerischen Volk zufügte.[18] Im Oktober 2021 gab das Büro des algerischen Präsidenten Abdelmadjid Tebboune bekannt, dass während der französischen Kolonialherrschaft 5,6 Millionen Algerier ums Leben gekommen seien.[19]
Erbe der französischen Kolonialzeit
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Die 132-jährige französische Kolonialzeit hat in Algerien und Frankreich bis in die Gegenwart tiefe Spuren hinterlassen. Territorial schuf sie erst die Grundlage des heutigen algerischen Staates: Die Grenzen Algeriens gehen auf die französische Eroberung zurück, welche die zuvor lose osmanische Provinz (Regentschaft Algier mit verschiedenen autonomen Stämmen) zu einer politisch-administrativen Einheit formte. Viele Infrastrukturprojekte (Hafen von Algier, Eisenbahnnetz, Städtebau) stammen aus der Kolonialzeit. Hierbei wurde von einer „brutalen Modernisierung“ gesprochen, die allerdings unvollständig blieb. Weder Laizismus noch Schulpflicht wurden in Algerien von der Kolonialverwaltung durchgesetzt und die ländliche Gesundheitsinfrastruktur hinkte im frühen 20. Jahrhundert hinter der im französischen Protektorat Marokko zurück. Dies kann darauf zurückgeführt werden, dass die Bedürfnisse der Muslime kaum Bedeutung für die französische Kolonialverwaltung hatte und diese über keine politische Lobby verfügten.[5]
Auf der gesellschaftlichen Ebene hinterließ die Kolonialzeit ein schweres Erbe von Traumata und Konflikten. Die Erfahrung von Unterdrückung und Befreiung ist zentral für das algerische Nationalbewusstsein – der Befreiungskrieg von 1954–62 wird als heroischer Gründungsmythos des unabhängigen Algerien gefeiert. Gleichzeitig bedeutete die Abwanderung der europäischen Bevölkerung 1962 einen Aderlass an Fachkräften, den Algerien durch verstärkte Ausbildung und die Anwerbung ausländischer Experten kompensieren musste.[1] Die neue Führung unter Präsident Ahmed Ben Bella und später Houari Boumedienne orientierte sich teils bewusst gegen das koloniale Erbe, etwa durch Verstaatlichungen (Öl- und Gasindustrie) und eine sozialistische Politik mit Anlehnung am Ostblock. Die Algerisch-französischen Beziehungen blieben nach 1962 immer wieder von Spannungen überschattet, auch wenn z. B. der Einfluss der französischen Sprache in Algerien und wirtschaftliche Verbindungen zu Frankreich stark blieben.
In Frankreich wiederum führte der verlustreiche Algerienkrieg zu einer gesellschaftlichen Bewältigungskrise. Der Krieg spaltete die öffentliche Meinung, trug zum Sturz der Vierten Republik bei und hinterließ bei den heimgekehrten Siedlern (Pieds-noirs) und Algerienfranzosen sowie den Veteranen tiefe Verbitterung. Lange Zeit wurde der Algerienkrieg in Frankreich verschwiegen oder euphemistisch als „Les événements“ (die Ereignisse) bezeichnet. Kriegsverbrechen wurden nicht bestraft und eine Aufarbeitung setzte teilweise erst im 21. Jahrhundert ein.[1][15] Historiker wie Benjamin Stora und Raphaëlle Branche untersuchten die französischen Verbrechen, und 2018 beauftragte Präsident Emmanuel Macron eine Kommission zur Erinnerungsarbeit. Macron hatte bereits 2017 – als erster französischer Politiker – die Kolonisation öffentlich als „Verbrechen gegen die Menschlichkeit“ bezeichnet.[20] Eine formelle staatliche Entschuldigung gegenüber Algerien blieb dennoch aus. Macrons Vorgänger Hollande betonte 2012 zwar das Unrecht der Kolonialzeit, lehnte aber eine Entschuldigung ab.[18]
Weblinks
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Einzelnachweise
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- 1 2 3 4 5 6 7 Bundeszentrale für politische Bildung: Der Algerienkrieg | Frankreich. 4. März 2022, abgerufen am 27. Januar 2026.
- 1 2 3 4 5 6 7 8 9 Julia Harnoncourt: Kolonialismus und Arbeitszwang. Ein Fallbeispiel: das koloniale Algerien im 19. Jahrhundert. Abgerufen am 27. Januar 2026 (deutsch).
- 1 2 3 4 Colette Zytnicki, historienne : « Le constat est clair, la conquête française de l’Algérie a été une véritable guerre, avec son cortège de massacres ». 20. März 2025 (lemonde.fr [abgerufen am 27. Januar 2026]).
- 1 2 Ben Kiernan: Blood and Soil: A World History of Genocide and Extermination from Sparta to Darfur. Yale University Press, 2007, ISBN 978-0-300-10098-3 (google.de [abgerufen am 27. Januar 2026]).
- 1 2 3 4 5 6 7 8 France – Algérie : un mariage forcé, une séparation sanglante. 5. Mai 2006, abgerufen am 27. Januar 2026 (französisch).
- ↑ Josef Lang: Vor siebzig Jahren: Der andere 8. Mai. 6. Mai 2015, abgerufen am 27. Januar 2026.
- ↑ DER ALGERIENKRIEG IN DER FRANZÖSISCHEN UND ALGERISCHEN ERINNERUNGSKULTUR. Abgerufen am 27. Januar 2026 (französisch).
- ↑ Prononcé le 19 mars 2022 - Emmanuel Macron 60ème anniversaire accords d'Évian Guerre d'Algérie | vie-publique.fr. 19. März 2022, abgerufen am 27. Januar 2026 (französisch).
- ↑ Bernard A. Cook (Hrsg.): Europe since 1945. An encyclopedia, Bd. 1. Garland, New York 2001. S. 398 ff., ISBN 0-8153-1336-5.
- ↑ John L. Esposito: Islam and Politics: Fourth Edition. Syracuse University Press, 1998, ISBN 0-8156-2774-2, S. 78 (google.de [abgerufen am 27. Januar 2026]).
- ↑ É.-F. Gautier: Répartition De La Langue Berbère En Algérie. In: Annales de Géographie. Band 22, Nr. 123, 1913, ISSN 0003-4010, S. 255–266, JSTOR:23437471.
- ↑ Internet Archive: Europe since 1945 : an encyclopedia. New York : Garland, 2001, ISBN 0-8153-1336-5, S. 398 (archive.org [abgerufen am 27. Januar 2026]).
- ↑ Ben Kiernan: Blood and soil : a world history of genocide and extermination from Sparta to Darfur. New Haven : Yale University Press, 2007, ISBN 978-0-300-10098-3 (archive.org [abgerufen am 28. Januar 2026]).
- ↑ Josef Lang: Vor siebzig Jahren: Der andere 8. Mai. 6. Mai 2015, abgerufen am 27. Januar 2026.
- 1 2 Dominic Johnson: Kolonialverbrechen Frankreichs: Die Mörder sind unter uns. In: Die Tageszeitung: taz. 15. März 2021, ISSN 0931-9085 (taz.de [abgerufen am 27. Januar 2026]).
- ↑ Les camps de regroupement en Algérie
- ↑ Die Erinnerung an das Massaker vom 17. Oktober 1961 in Paris Zur Bedeutung des Prozesses gegen Maurice Papon
- 1 2 Hollande verweigert Entschuldigung für Kolonial-Gräuel. In: Süddeutsche Zeitung. 20. Dezember 2012, abgerufen am 27. Januar 2026.
- ↑ On Algeria visit, Macron says 'painful' shared past 'prevents us from looking to the future'. 25. August 2022, abgerufen am 27. Januar 2026 (englisch).
- ↑ Colonisation : les propos inédits de Macron font polémique. 16. Februar 2017 (lemonde.fr [abgerufen am 27. Januar 2026]).


