Französische Kirche (Bern)

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Die Französische Kirche
Das ehemalige Predigerkloster (1898).
Westfront
Innenansicht

Die Französische Kirche (französisch: Église Française) ist ein Kirchengebäude an der Zeughausgasse 8 in Bern.

Geschichte[Bearbeiten]

Die ehemalige Klosterkirche wurde in den letzten beiden Jahrzehnten des 13. Jahrhunderts von den seit 1269 in Bern ansässigen Dominikanern errichtet (diese wurden auch Prediger genannt – daher der alte Name Predigerkirche) und stand ursprünglich unter dem Patrozinium von Peter und Paul. Der zugleich mit der Kirche erbaute Lettner wurde 1495 mit Malereien aus dem Umkreis des Berner Nelkenmeisters versehen. Nach der Einführung der Reformation wurden der Chor und das Altarhaus 1534 in ein Kornhaus umgewandelt. Der Chorraum wurde mit einer Mauer auf dem Lettner abgetrennt und auf der Lettnerempore wurde eine Orgel gebaut. 1753 erhielt die Kirche eine barocke Westfront. 1909–1912 wurde durch Architekt Karl Indermühle der Chor restauriert und gleichzeitig nordseitig in neubarockem Stil eine Sakristei angebaut. Zwischen dem Chor und dem durch die Lettnerwand abgetrennten Langhaus befindet sich ein Quergang mit den Zugängen zu den beiden Kirchenräumen. Auf der südlichen Abschlussmauer des Klosters befanden sich die vor 1520 entstandenen und 1660 beim Abbruch der Mauer zerstörten Fresken von Niklaus Manuels Totentanz.

Seit 1623 wurden in der ehemaligen Dominikanerkirche Gottesdienste in französischer Sprache gehalten, und nach der Aufhebung des Edikt von Nantes im Jahre 1685 wurde die Kirche zu einem Zentrum der hugenottischen Exulanten. Daher und von der Tatsache, dass das Kirchengebäude immer noch der französischsprachigen reformierten Kirchgemeinde dient, stammt der heutige Name.

Die Kirche wird häufig von den Berner Chören zur Aufführung grosser Werke gewählt. Regelmässig finden Konzerte auf der 1991 neuerbauten Goll-Orgel[1][2] statt.

Ausstattung[Bearbeiten]

Die Orgel wurde 1991 von dem Orgelbauer Goll in einem vorhandenen historischen Gehäuse errichtet, welches 1828 von Franz Joseph Remigius Bossart geschaffen worden war. Das Schleifladen-Instrument hat 66 Register auf vier Manualwerken und Pedalwerk. Die Spiel- und Registertrakturen sind mechanisch. Die Register sind mit Schleifenzugmagneten für 128-fache elektronische Setzeranlage ausgestattet.[3]

I Grand Orgue C–a3
1. Bourdon 16‘
2. Montre 8‘
3. Flûte 8‘
4. Bourdon 8‘
5. Gros Nasard 51/3
6. Prestant 4‘
7. Flûte 4‘
8. Grosse Tierce 31/5
9. Doublette 2‘
10. Fourniture IV-V 11/3
11. Cymbale III-IV 2/3
12. Cornet V 8‘
13. Bombarde 16‘
14. Trompette 8‘
II Positif C–a3
15. Principal 8‘
16. Suavial 8‘
17. Flûte à fuseau 8‘
18. Salicional 8‘
19. Prestant 4‘
20. Flûte à cheminée 4‘
21. Nasard 22/3
22. Doublette 2‘
23. Quarte de Nasard 2‘
24. Tierce 13/5
25. Larigot 11/3
26. Petite Doublette 1‘
27. Fourniture IV-V 11/3
28. Cromorne 8‘
29. Trompette 8‘
30. Clairon 4‘
Tremblant
III Récit expressif C–a3
31. Quintaton 16‘
32. Diapason 8‘
33. Flûte harmonique 8‘
34. Bourdon 8‘
35. Gambe 8‘
36. Voix céleste 8‘
37. Prestant 4‘
38. Flûte octaviante 4‘
39. Nasard 22/3
40. Octavin 2‘
41. Tierce 13/5
42. Plein jeu V 2‘
43. Basson 16‘
44. Hautbois 8‘
45. Trompette harmonique 8‘
46. Clairon 4‘
IV Echo expressif C–a3
47. Bourdon 8‘
48. Flûte conique 4‘
49. Cor de chamois 2‘
50. Tierce 13/5
51. Petit Quinte 11/3
52. Sifflet 1‘
53. Voix humaine 8‘
Tremblant


Pédale C–g1
54. Flûte 32‘
55. Principal 16‘
56. Soubasse 16‘
57. Principal 8‘
58. Flûte 8‘
59. Octave 4‘
60. Flûte 4‘
61. Fourniture IV-V 22/3
62. Contre-Bombarde 32‘
63. Bombarde 16‘
64. Trompette 8‘
65. Clairon 4‘
66. Regale 4‘
  • Koppeln: II/I, III/I, III/II, I/P, II/P, III/P

Literatur[Bearbeiten]

  • Charlotte Gutscher, O. Roulet et al.: Eglise française réformée de Berne. Schweizerische Kunstführer GSK, Band 608/609, Bern 1997, ISBN 3-85782-608-8
  • Hans Gugger: Die bernischen Orgeln. Die Wiedereinführung der Orgel in den reformierten Kirchen des Kantons Bern bis 1900, Bern 1978 ISBN 3-7272-9265-2, S. 178.

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. http://www.goll-orgel.ch/de/orgeln/orgel-portraits/franz-kirche-bern
  2. Bericht Orgelfreunde St.Gallen (PDF; 2,2 MB)
  3. Umfassende Informationen zur Orgel (PDF; 2,2 MB) S. 32 ff.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Französische Kirche (Bern) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

46.9488888888897.4463888888889Koordinaten: 46° 56′ 56″ N, 7° 26′ 47″ O; CH1903: 600590 / 199756