Franz-Theo Gottwald

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Franz-Theo Gottwald (* 21. September 1955 in Wiesbaden) ist ein deutscher Unternehmens- und Politikberater, Stiftungsexperte, Publizist und Autor von Fachpublikationen in den Bereichen Ethik, nachhaltige Entwicklung, Corporate Responsibility, ökologische Agrar- und Ernährungskultur, Bewusstseins- und Zukunftsforschung.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gottwald studierte Katholische Theologie, Philosophie, Sozialwissenschaften und Indologie. Anschließend hielt er sich zu mehreren Forschungsaufenthalten in Thailand, Indien und auf den Philippinen auf, wo er Strukturveränderungen in ländlichen Räumen studierte und sich mit dem Naturverständnis verschiedener Glaubensgemeinschaften befasste.

1984 begann er in der Unternehmensberatung Schirmer und Partner (Worpswede) als Berater mit den Schwerpunkten Umweltmanagement und systemische Organisationsentwicklung. Unter anderem mit Werkzeugen des Selbst- und Bewusstseinsmanagement betreute er zunächst Kunden aus der Finanzindustrie und der Automobilzuliefererindustrie.

1985 wurde er zur Konzeption der Stiftungsphilosophie in das „Zukunftsprojekt ökologische Konversionen“ des Fleischindustriellen Karl Ludwig Schweisfurth hinzugezogen. Nach anfänglicher Beratung beim Aufbau des Wissenschaftsmanagements der Schweisfurth Stiftung übernahm er dies als wissenschaftlicher Geschäftsführer 1986. Zwei Jahre später erfolgte seine Berufung zum alleingeschäftsführenden Vorstand der Schweisfurth Stiftung in München. Im Projekt Chamokoko Porterito der Schweisfurth-Stiftung in Paraguay wurde von 1987 bis 1989 ein ökologisches Dorf mit selbsttragenden Wirtschaftskreisläufen aufgebaut. Mit dem Bundesverband Naturkost Naturwaren e.V., BNN hat er den sog. „Kodex“ (Die Selbstverpflichtung der Naturkost-Branche) erarbeitet.

Mit der Organisation Support Africa International konnte er den Research Award for Sustainable Agriculture von 2000 bis 2008 managen. Mit der Songtsen Library Dehradunwerden seit 2003 Umwelt-Bildungsseminare in Nordindien durchgeführt.

Gottwald forscht und lehrt als Honorarprofessor für Agrar-, Ernährungs- und Umweltethik an der Landwirtschaftlich-Gärtnerischen Fakultät der Humboldt Universität Berlin sowie als Lehrbeauftragter für Politische Ökologie an der Hochschule für Politik München von 1998 bis 2017. Von 2004 bis 2010 war er regelmäßig als Gastprofessor an der Shanghai Academy of Social Sciences in den Themenfeldern „Stakeholder Management and Business Governance“ sowie „Sustainability Value Management“ engagiert.

Seit 2008 leitet er ehrenamtlich die Cocreatio-Stiftung für Kooperationsforschung und kollektive Entwicklung in Berg bei München. Diese Stiftung befasst sich mit den Möglichkeiten des Kooperationsmanagements beim Aufbau von Gemeinschaften und Organisationen, die kulturell kreativ an solidarischen Zukünften arbeiten.

2014 wurde er zum Vorstand der Renate Benthlin-Stiftung für Nutztierschutz ernannt.

Gottwald ist Herausgeber-Beirat der Zeitschrift für Umweltpolitik und Umweltrecht (seit 2003) und Mitglied des Kuratoriums der Selbach-Umweltstiftung, München (seit Gründung 2005). Den kulturellen Grundlagen einer regionalen Ernährungswirtschaft dient seine Arbeit als Gründungsmitglied und Vorsitzender des Vereins Kulinarisches Erbe Bayern e.V., München (seit 2010).

Für die Rechte zukünftiger Generationen setzt er sich seit 2010 als Beiratsmitglied der Stiftung World Future Council, Hamburg ein. 2017 erfolgte die Berufung ins wissenschaftliche Kuratorium des Senats der Wirtschaft, Institut für gemeinwohlorientierte Politik, Bonn / Berlin.

Gottwald war von 2009 bis 2013 stellvertretender Vorsitzender der Verbraucherkommission Bayern beim Bayrischen Staatsministerium für Umwelt und Verbraucherschutz, danach von 2014 bis 2018 deren Vorsitzender; ebendort bringt er sich auch im Expertenrat für Lebensmittelsicherheit ein.

Er wirkt mit beim Kompetenzzentrum für Ernährung in Bayern, KErn, z. B. bei der Entwicklung von Zukunftsszenarien für die Ernährungswirtschaft. Auch beim Grünbuchprozess (2016) des Bundesministeriums für Ernährung und Landwirtschaft war er beteiligt und leitete die Kirchendialoge.

Mitgliedschaften[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gottwald ist Mitglied von Fachorganisationen wie z. B. der Vereinigung Deutscher Wissenschaftler, der Deutschen Gesellschaft für Philosophie; der Gesellschaft für Wirtschafts- und Sozialwissenschaften des Landbaus, GEWISOLA e. V.; der Bayerischen Akademie Ländlicher Raum e. V.; der Global Ecological Integrity Group (GEIG); des Deutschen Netzwerks Wirtschaftsethik, EBEN; der European Society for Agriculture and Food Ethics, EurSafe; der Fördergesellschaft Albrecht Daniel Thaer; des Instituts für Genossenschaftswesen, Humboldt Universität Berlin; des World Food Institute, IWE; und der Vereinigung Deutscher Wissenschaftler e.V., VDW.

Auszeichnungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Knowledge Worker 1998 (GDI)
  • Vision Award 2007 (Global Economic Network)
  • Botschafter der Nachhaltigkeit 2012 (Allianz für Nachhaltigkeit)
  • Bayerische Staatsmedaille für besondere Verdienste um die Umwelt 2018
  • Ehrennadel des Deutschen Fleischer-Verbands 2017

Veröffentlichungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Als Autor
  • F.-Th. Gottwald / A. Krätzer, Irrweg Bioökonomie. Kritik an einem totalitären Ansatz. Edition unseld 51, Berlin, Suhrkamp 2014.
  • K.P. Sprinkart, F.Th. Gottwald, K. Sailer, Fair Business – Wie Social Entrepreneurs die Zukunft gestalten. Regensburg, Walhalla Metropolitan 2013. 2. Auflage 2014.
  • K.P. Sprinkart / F.Th. Gottwald, Fair Finance – Das Kapital der Zukunft. München, Herbig 2013.
  • F.-Th. Gottwald, Esst anders! Vom Ende der Skandale. Über inspirierte Bauern, innovative Handwerker und informierte Genießer. Reihe Agrarkultur im 21. Jahrhundert. Marburg, Metropolis 2011.
  • F.Th. Gottwald, A. Steinbach, Nachhaltigkeits-Innovationen in der Ernährungswirtschaft – Von Bio-Pionieren und konventionellen Innovationsführern. Hamburg, Behr’s-Verlag, 2009. 2. Auflage 2011.
Als Herausgeber
  • The Role of Integrity in the Governance of the Commons. Westra, L., Gray, J., Gottwald, F.-Th. (eds.). Springer Publishers, New York. 2017.
  • Die unerschöpfliche Kraft des Einfachen. Gottwald, F-Th., Malunat, Bernd M., Mayer-Tasch, P.C. (Hrsg.)., Springer VS, Wiesbaden 2015.
  • Essen und Moral. Beiträge zur Ethik der Ernährung. F.-Th. Gottwald, I. Boergen (Hrsg.) Reihe Agrarkultur im 21. Jahrhundert. Marburg, Metropolis. 2013.
  • Food Ethics. F.-Th. Gottwald, H.W. Ingensiep und M. Meinhardt, (Hrsg.), Springer Publishers, New York. 2010.
  • Ernährung sichern – weltweit – Ökosoziale Gestaltungsperspektiven. Bericht an die Global Marshall Plan Initiative. F.-Th. Gottwald, F.Fischler (Hrsg.) Hamburg, Murmann 2007.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]