Franz Alexander von Kleist

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Franz Alexander von Kleist

Franz Alexander von Kleist (* 24. Dezember 1769 in Potsdam; † 8. August 1797 in Ringenwalde in der Neumark) war ein deutscher Dichter des ausgehenden 18. Jahrhunderts.

Herkunft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Franz Alexander von Kleist war ein Angehöriger der pommerschen Adelsfamilie von Kleist und Sohn des Generals Franz Kasimir von Kleist (* 1736; † 1808) und der Caroline Luise Eleonore Johanne von Kleist a.d.H. Zützen (* 1747; † 1780). Friedrich Ludwig Heinrich von Kleist war sein jüngerer Bruder.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Jahre 1784 trat Franz Alexander bei dem preußischen Infanterie-Regimente des Herzogs von Braunschweig ein. Da sein Regiment in Halberstadt stand, ergab sich ein enger Kontakt zu Johann Wilhelm Ludwig Gleim, der auf Grund seiner früheren Freundschaft zu dem 1759 gefallenen “Frühlingsdichter” Ewald Christian von Kleist besondere Sympathie für Franz Alexander empfand. Franz Alexander wird der Halberstädter Poetenschule zugerechnet. Mehrere Texte sind in Halberstadt entstanden. Auch nachdem er Halberstadt verlassen hatte, stand von Kleist bis zu seinem frühen Tod im Briefwechsel mit Gleim. Er machte den Feldzug von 1789 mit, verließ dann die Armee und ging nach Berlin. Er wurde unter dem Minister Ewald Friedrich von Hertzberg 1791 Legationsrat, vermählte sich im Januar 1792 mit Albertine von Jungk (1774–1855) und verließ schon im darauf folgenden Jahr wieder den Staatsdienst.

Nachdem er das Gut seines verstorbenen Schwiegervaters, Falkenhagen bei Frankfurt (Oder), zunächst gekauft und dann wieder verkauft hatte, ließ er sich auf Ringenwalde bei Neudamm in der Neumark nieder, und starb, sein frühes Ende ahnend, im Alter von noch nicht einmal 28 Jahren. Seine Witwe heiratete im Jahre 1800 den damaligen Hauptmann Ferdinand Heinrich Thomas von Waldow (1765–1830) aus Dannenwalde.

Franz Alexander hat in seiner kurzen Lebenszeit viel veröffentlicht. Seine Ballade "Nicolas der Taucher" behandelt dasselbe Motiv wie Friedrich von Schillers "Ballade vom Taucher" und bildet eine der Textvorlagen für die sizilianisch-deutsche Ballade "Legende vom Colapesce" der sizilianischen Volksmusikgruppe Kàlamos. Zu seinen Lebzeiten und unmittelbar nach seinem Tode wurde er viel gelesen, danach fast vergessen. Im Kleist-Museum Frankfurt (Oder) wird auch das literarische Erbe Franz Alexander von Kleists gepflegt. Im Gleimhaus Halberstadt befindet sich sein Schriftwechsel mit Gleim.

Albertine und Franz von Kleist (1792)

Familie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Er hatte mit seiner Frau Albertine von Jungk (* 2. Juli 1774; † 16. November 1854)[1] folgende Kinder:

  • Ferdinand (†jung)
  • Karl (†jung)
  • Adelaide (* 21 Oktober 1794; † 16. August 1854) ∞ Generalmajor Ludwig Georg Adam von Wurmb (* 2. Mai 1788; † 28. Februar 1855)

Werke[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Hohe Aussichten der Liebe. Berlin, 1789
  • Fantasien auf einer Reise nach Prag. Dresden u. Leipzig, 1792. (Neu hrsg. von Anke Tanzer, Heilbronn, 1996)
  • "Nicolaus der Taucher". Deutsche Monatszeitschrift, Berlin, 1792, Band 3 S. 53ff. (Digitalisat)
  • Sappho. Ein dramatisches Gedicht. Berlin, 1793 (Digitalisat)
  • Das Glück der Liebe. Berlin, 1793 (Digitalisat)
  • Zamori und Midora, oder die Philosophie der Liebe. In zehn Gesängen. Berlin, 1793
  • Das Glück der Ehe. Berlin, 1796
  • Vermischte Schriften. Berlin, 1797 (Digitalisat)
  • Liebe und Ehe. In drei Gesängen. Berlin, 1799
  • Werke. Hamm, 2016. (Digitalisat)

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Anke Tanzer: "Mein theurer zweiter Kleist": Franz Alexander von Kleist (1769- 1797) - Leben und Werk; mit einer umfassenden Bibliographie der Primär- und Sekundärliteratur und einer kritischen Beschreibung der Autographen. Igel-Verlag, Oldenburg 1998; ISBN 3896210874
  • Paul Ackermann: Franz von Kleist. Eine litterarische Ausgrabung. Mit drei Abbildungen. Sonderabdruck aus dem "Bär", Wochenschrift für die Geschichte Berlins und der Mark. Conrads, Berlin 1892
  • Julius Schwering: Franz von Kleist. Eine litterarische Ausgrabung. Schöningh, Paderborn 1892
  • F. B.: Kleist, Franz Alexander von. In: Allgemeine Deutsche Biographie (ADB). Band 16, Duncker & Humblot, Leipzig 1882, S. 121 f.
  • Karl Heinrich Jördens, Lexikon deutscher Dichter und Prosaisten, Band 6, S.393, Digitalisat
  • Hans-Jürgen Rehfeld: Franz Alexander von Kleist in Falkenhagen und Ringenwalde. Frankfurter Buntbücher 53, Kleist-Museum, Frankfurt(Oder), 2013

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Wikisource: Franz Alexander von Kleist – Quellen und Volltexte

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Albertine von Jungk Biographie (Memento vom 2. April 2015 im Internet Archive)