Franz Aubell

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Franz Aubell (* 21. Februar 1878 in Graz; † 5. Mai 1954) war ein österreichischer Geodät. Er war Professor für Feldmess- und Markscheidekunde an der Montanuniversität Leoben.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Aubell war der Sohn eines Druckereibesitzers und studierte nach dem Abitur in Graz ab 1896 Bauingenieurwesen an der TH Graz. 1904 wurde er dort mit einer Dissertation über Geodäsie promoviert (Entwicklung eines reduzierenden Doppelbildtachymeters) und war danach Assistent des Geodäten Adolf Klingatsch (1864–1926). 1904 bis 1910 studierte er in Graz außerdem theoretische Physik und Astronomie und er war als Markscheider in verschiedenen österreichischen Bergwerken tätig. 1911 wurde er Nachfolger von Florian Lederer (1876–1910) als Professor für Geodäsie in Leoben (zunächst außerordentlicher Professor, ab 1917 ordentlicher Professor). Er führte höhere Geodäsie und Photogrammetrie als Lehrfächer ein und gründete 1919/20 eine eigene Fakultät für Markscheidewesen. Er war Hofrat (1950). 1917 bis 1920 und 1931/32 war er Rektor.

Er verbesserte Vermessungsgeräte und publizierte zum Beispiel über Ausgleichsrechnung und befasste sich mit Geschichte der Geodäsie. Wegen hoher Belastung durch die Lehre konnte er viele Publikationsprojekte nicht vollenden oder umsetzen.

1927 wurde er in die Deutsche Akademie der Naturforscher Leopoldina gewählt. 1930 gründete er den Österreichischen Markscheiderverein.

Er war mit der Industriellentochter Berta Krempl verheiratet und hatte drei Kinder. Ein Sohn fiel 1943 in Russland. Er war Vorstand des Leobener Musikvereins und des studentischen Unterstützungsvereins. Während seiner Studienzeit wurde er Mitglied der Sängerschaft Gothia Graz und in späteren Jahren Corpsschleifenträger des Erz.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Friedrich Perz: Hofrat Prof. Dr. techn. Franz Aubell, Österreichische Zeitschrift für Vermessungswesen, Band 42, 1954, S. 65–70, pdf