Franz Raffl

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Franz Raffl verrät das Versteck des Andreas Hofer; historische Darstellung von Leopold Puellacher 1820

Franz Raffl (* 10. Oktober 1775 in Prenn, Gemeinde Schenna in Südtirol; † 13. Februar 1830 im oberbayerischen Reichertshofen) war ein Tiroler Landwirt.

Er wuchs mit 13 Geschwistern auf und arbeitete zunächst als Knecht. 1802 heiratete er Maria Mederle, die jedoch schon 1805 verstarb, woraufhin Raffl ins Passeiertal zog und dort 1807 erneut heiratete. Am 27. Jänner 1810 verriet er den französischen Behörden für eine Belohnung von 1500 Gulden das Versteck des in Tirol als Freiheitskämpfer verehrten Andreas Hofer, der mehrere Aufstände gegen Napoleons Truppen angeführt hatte. Aufgrund seiner Denunziation (in deren Folge Hofer verhaftet und hingerichtet wurde) nannte man Raffl später den „Judas von Tirol“. Er geriet in finanzielle Schwierigkeiten, musste den Hof verkaufen und das Passeiertal verlassen. Von 1811 bis zu seiner Pensionierung 1820 war er dank eines königlichen Dekrets Hallknecht in München. 1830 starb er in Reichertshofen und hinterließ seine Frau und sieben Kinder.[1]

Raffl wurde verschiedentlich in Literatur und Film rezipiert. 1897 veröffentlichte Karl Schönherr das Drama Der Judas von Tirol, das 1933 unter der Regie von Franz Osten unter demselben Titel mit Fritz Rasp in der Hauptrolle erstmals verfilmt wurde. 1984 erschien mit Raffl von Christian Berger eine weitere Verfilmung. Für den BR drehte Werner Asam 2006 wieder unter dem Titel Der Judas von Tirol einen weiteren Film.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Belege[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Stefan Nicolini: Raffl, Franz. In: Portal 1809. Landesbibliothek Tessmann, Dezember 2008, abgerufen am 10. September 2017.