Franz Steinkühler

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Franz Steinkühler 2007

Franz Steinkühler (* 20. Mai 1937 in Würzburg) ist ein deutscher Vermögens- und Unternehmensberater. Er war von 1986 bis 1993 Vorsitzender der IG Metall.

Ausbildung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nach einer Lehre als Werkzeugmacher und einer Weiterbildung zum REFA-Fachmann war Steinkühler zunächst bei einem Unternehmen in Göppingen tätig. Hier engagierte er sich für die Gewerkschaftsarbeit.

Gewerkschafter[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

1963 wurde er Bezirkssekretär der IG Metall in Stuttgart. 1972 trat er die Nachfolge von Willi Bleicher als Bezirksleiter des IG-Metall-Bezirks Baden-Württemberg an. In seine bis 1983 dauernde Zeit als Bezirksleiter fallen zahlreiche harte Tarifverhandlungen in der Metallindustrie. Steinkühler setzte u. a. 1973 die nach ihm benannte „Steinkühlerpause“ für Akkordarbeiter durch.

Im Oktober 1983 wurde Steinkühler zum Zweiten Vorsitzenden der IG Metall gewählt. Der bisherige Amtsinhaber Hans Mayr wurde als Nachfolger von Eugen Loderer Vorsitzender.

Im Oktober 1986 verzichtete Mayr aus Altersgründen darauf, sich wieder zu Wahl zu stellen, und Steinkühler wurde zum Vorsitzenden gewählt. Als Chef der IG Metall zeigte Steinkühler in den Tarifverhandlungen durchaus Kompromissbereitschaft. Gleichwohl gelang ihm 1990 die gestaffelte Einführung der 35-Stunden-Woche.

Verdacht und Rücktritt[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Steinkühler wurde als Vorsitzender der IG Metall 1989 und 1992 wiedergewählt. Im Mai 1993 geriet er jedoch in Verdacht, seine Position als Aufsichtsratsmitglied der Daimler-Benz AG für Insidergeschäfte ausgenutzt zu haben. Unter dem Eindruck der Kritik trat er am 25. Mai 1993 vom Posten des IG Metall-Vorsitzenden zurück. Zu seinem Nachfolger wurde Klaus Zwickel gewählt.

Weitere Enthüllungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Seit seinem Rücktritt ist Steinkühler als Vermögens- und Unternehmensberater tätig. Er geriet 1996 noch einmal in die Schlagzeilen, als eine Untersuchungskommission der IG Metall unter dem Vorsitz Horst Henrichs’, des damaligen Präsidenten des OLG Frankfurt am Main, zu dem Ergebnis kam, Steinkühler habe die Gewerkschaftszentrale in Frankfurt-Niederrad erheblich zu teuer gekauft. Auf eine zunächst erwogene Schadensersatzklage gegen Steinkühler verzichtete die IG Metall später; sie geriet bald selbst in die Schlagzeilen, als bekannt wurde, dass der Vorsitzende der Untersuchungskommission Henrichs 1,35 Mio. DM für seine Tätigkeit erhalten hatte.

Politische Betätigung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Steinkühler ist seit 1951 Mitglied der SPD.

Ehrungen und Auszeichnungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]