Franziska Bennemann

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Franziska Bennemann, geb. Franziska Marie Therese Stellmacher (* 30. Mai 1905 in Hermsdorf, Provinz Brandenburg; † 26. August 1986 in Braunschweig) war eine aus der Emigration in England zurückgekehrte Politikerin der SPD und von 1953 bis 1961 Mitglied des Deutschen Bundestages.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Franziska Stellmacher trat 1923 der SPD bei und war auch in der sozialistischen Jugendbewegung und in der Gewerkschaft aktiv. Seit 1926 gehörte sie zusätzlich dem Internationalen Sozialistischen Kampfbund (ISK) an. In dem vom ISK betriebenen Landerziehungsheim Walkemühle[1] studierte sie von 1925 bis 1929 Volkswirtschaftslehre bei Hellmuth Rauschenplat (später Fritz Eberhard) und Naturwissenschaften und Philosophie bei Gustav Heckmann und Minna Specht. Hier lernte sie auch ihren späteren Ehemann Otto Bennemann kennen. Im Oktober 1934 haben die beiden geheiratet.

Hauptartikel: Otto Bennemann

Nach der Machtergreifung beteiligten sich beide an illegalen politischen Aktivitäten des ISK. Otto Bennemann emigrierte 1938 über die Schweiz nach England. Franziska Bennemann folgte ihrem Mann 1939 „über einen Anstellungsvertrag als Diätköchin in die Emigration nach England. Beide haben in England in verschiedenen Aufgabenbereichen gearbeitet, u. a. in der Landwirtschaft, Franziska als Haushaltshilfe, Otto zuletzt als Kalkulator in der Londoner Niederlassung einer schwedischen Firma.“[2] Während Franziska Bennemann in England bleiben konnte und dort von 1939 bis 1946 als Technische Zeichnerin arbeitete, wurde ihr Mann als Enemy Alien interniert und nach Australien deportiert. Als er 1942 aus Australien zurückkehren konnte, hatte Franziska Bennemann bereits dafür gesorgt, dass er seit 1941, also noch als Internierter, mit einer Ausnahmegehmigung Mitglied im sich neu formierenden Zusammenschluss des Trade Union Centrer for German Workers in Great Britain[3] geworden war.[2]

Franziska Bennemann war nach ihrer Rückkehr aus der Emigration wieder gewerkschaftlich und parteipolitisch aktiv. Von 1947 bis 1950 arbeitete sie für die Frauengruppe der Gewerkschaften in Braunschweig, und von 1953 bis 1961 war sie für zwei Legislaturperioden über die Landesliste Niedersachsen der SPD Mitglied des Deutschen Bundestages.

Ehrungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nach ihr und ihrem Ehemann sind die Otto-und-Franziska-Bennemann-Stiftung[4] und die Bennemannstraße im Östlichen Ringgebiet in Braunschweig benannt.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Siehe hierzu auch die Webseite Landerziehungsheim Walkemühle Adelshausen bei Melsungen
  2. a b Horst-Rüdiger Jarck: Zeitzeugenerinnerung II: Zu Otto Bennemann und Georg Eckert - Notizen aus dem Nachlass Bennemanns zu einem Stück des gemeinsamen Weges, in: Dieter Dowe, Eckhardt Fuchs, Heike Christina Mätzing, Steffen Sammler (Hg.): Georg Eckert. Grenzgänger zwischen Wissenschaft und Politik, V & R unipress, Göttingen, 2017, ISBN 978-3-8471-0761-3, S. 91 ff. Online: Otto und Franziska Bennemann auf Google-Books.
  3. Siehe hierzu: German Trades Unions in Great Britain
  4. Über die Bennemann-Stiftungen & Otto Bennemann auf der Webseite der Stadt Braunschweig
  5. Klaus Pollmann: Horst-Rüdiger Jarck: Otto Bennemann (1903-2003)