Franziskanerkloster Engelberg

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Kloster Engelberg
Die Klosterkirche Gesamtansicht mit Pilgerunterkünften (2008)
Die Klosterkirche Gesamtansicht mit Pilgerunterkünften (2008)
Lage Kloster Engelberg, Kloster Engelberg 1, 63920 Großheubach
Liegt im Bistum Bistum Würzburg
Koordinaten: 49° 43′ 26″ N, 9° 13′ 55″ OKoordinaten: 49° 43′ 26″ N, 9° 13′ 55″ O
Patrozinium Erzengel Michael und Maria Königin der Engel
Gründungsjahr In 1630 wurde mit der Errichtung der Klostergebäude begonnen. durch Die Kapuziner betreuten die Wallfahrt und das Kloster bis zur Säkularisation 1823. 1828 wurde der Konvent auf Anordnung Königs Ludwig I. von Bayern von den Franziskanern übernommen.
Jahr der Auflösung/
Aufhebung
1823 im Zuge der Säkularisation in Bayern. Nur die Wallfahrten wurden verboten.
Jahr der Wiederbesiedlung 1828 als Franziskanerkloster

Das Franziskanerkloster Engelberg ist ein Kloster der Franziskaner (OFM) bei Großheubach in Unterfranken; Diözese Würzburg. Die bekannte Wallfahrtsstätte ist auch offizielle Grablege des Fürstenhauses zu Löwenstein-Wertheim-Rosenberg[1] und liegt auf dem markanten Engelberg hoch über Großheubach, von wo aus es u. a. über 612 Sandsteinstufen, die so genannten „Engelsstaffeln“, zu erreichen ist.

Kloster Engelberg von der Mainbrücke aus gesehen
Luftbild 2008
Klosterkirche Engelberg
Blick vom Kloster über die Engelsstaffeln auf Großheubach
Engelberg in der Spessartkarte von Paul Pfinzing von 1594 (Norden ist rechts)

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Geschichte des Engelberges über dem Main, damals „Rulesberg“ genannt, geht zurück bis in die vorchristliche Epoche. Damals befand sich dort eine heidnische Kultstätte, wovon heute noch der sogenannte „Hünenstein“ oder „Heuneschüssel“, ein gewaltiger Felsblock mit einer schüsselartigen Vertiefung, Zeugnis gibt.

Etwa um 1300 wurde auf dem Berg eine einfache Kapelle aus Holz errichtet und dem Erzengel Michael geweiht. Als Anführer der himmlischen Heerscharen wählte man ihn mit Vorliebe zum Kirchenpatron an Plätzen ehemaliger heidnischer Heiligtümer. So wurde aus dem alten „Rulesberg“ allmählich der „Engelberg“. Anfang des 14. Jahrhunderts (1310 wird genannt) kam in die Kapelle auch eine Marienstatue, die dort bis heute als wundertätiges Gnadenbild verehrt wird und das Ziel von Wallfahrten ist.

Die Doppelverehrung des Erzengels Michael und der Gottesmutter Maria, als „Königin der Engel“, ist der Ursprung der hiesigen Wallfahrt. Ihre älteste authentische Urkunde, deren Inhalt auf eine stark besuchte aber reparaturbedürftige Kapelle schließen lässt, stammt aus dem Jahr 1406.

Als die Zahl der Pilger immer stärker wurde, berief der Mainzer Erzbischof Anselm Casimir Wambolt von Umstadt, zu dessen Sprengel das Gebiet seinerzeit gehörte, 1630 die Kapuziner auf den Engelberg und ließ ihnen ein Kloster bauen.[2] Den ersten urkundlich belegten Marien-Gnadenaltar stiftet 1692 General Jakob Alfons Franz Calderon d’Avila, der auch 1695 in der Klosterkirche beigesetzt wurde und dessen Grabplatte dort erhalten ist.[3]

1828 wurde der Konvent auf Anordnung Königs Ludwig I. von Bayern von den Franziskanern der Bayerischen Franziskanerprovinz übernommen.

1865 ist im Band 1 der Erzählung „Maria Regina“ von Gräfin Ida Hahn-Hahn erschienen und rankt sich um das Kloster Engelberg über dem Main.[4]


Neuere Zeit

Das Provinzkapitel der Deutschen Franziskanerprovinz, zu der der Konvent seit 2010 gehört, beschloss im März 2019, im Zuge der Konzentration der Kräfte der Ordensprovinz das Kloster in Engelberg neben weiteren sechs Niederlassungen zeitnah aufzugeben.[5]

Kloster Engelberg über dem Main ist permanentes Ziel zahlreicher Pilger und Touristen. Es ist u. a. auch bekannt wegen seines dunklen Biers aus Holzfässern, das in der Klosterschänke gereicht wird.

Grablege der Fürsten zu Löwenstein-Wertheim-Rosenberg[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Seit 1724 ist das Kloster Engelberg die Grablege der Wittelsbacher Seitenlinie der Fürsten zu Löwenstein-Wertheim-Rosenberg, die seit 1721 auf Schloss Löwenstein im nahen Kleinheubach residieren, in welchem sich auch eine Schlosskapelle befindet, die früher von den Kapuzinern des Klosters Engelberg mitversehen wurde. Ursprünglich setzte man die Toten in der Engelberger Klosterkirche bei; 1840 ließen die Fürsten auf dem Klosterareal eine separate Gruftkapelle für ihr Geschlecht errichten, die bis heute als Familiengrablege dient.[6] In der Klosterkirche selbst befindet sich das Epitaph von Fürst Ludwig Carl Franz Leopold zu Hohenlohe-Waldenburg-Bartenstein, einem Verwandten der Löwensteiner, der 1799 einen Kutschenunfall hatte und in Kleinheubach starb.

Galerie Fürstengruft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Nobert Vad: „Franziskanerkloster und Wallfahrtskirche Engelberg ob dem Main“, Schnell und Steiner, 2006, ISBN 3-7954-6601-6
  • Philipp J. Madler: „Das Kloster auf dem Engelberg; geschichtlich, topographisch beschrieben“, Amorbach, 1843 (Digitalisat)
  • Philipp J. Madler: „Das Kloster auf dem Engelberg und die Familiengruft des Fürstenhauses Löwenstein-Wertheim-Rosenberg“, Weiden, 1857 (Digitalisat)

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Bebilderte Seite zur Grablege der Fürsten zu Löwenstein-Wertheim-Rosenberg
  2. Offizielle Seite zur Geschichte des Klosters
  3. Wallfahrtskirche Engelberg ob dem Main, S. 14, Band 1210 von Schnell Kunstführer, Schnell und Steiner Verlag, Regensburg, 1980
  4. Digitalisat beider Bände der Erzählung „Maria Regina“
  5. franziskaner.net: Provinzkapitel 2019, 22. März 2019.
  6. Philipp Madler: Das Kloster auf dem Engelberg und die Familiengruft des Fürstenhauses Löwenstein-Wertheim-Rosenberg, Weiden, 1857; (Digitalscan)