Frauen-Union der CSU

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Die Frauen-Union (FU) der CSU ist die Frauenarbeitsgemeinschaft der Christlich-Sozialen Union in Bayern. Sie wurde 1947 gegründet und hat heute rund 25.500 Mitglieder (Stand: 2014).[1] Vorsitzende der Frauen-Union der CSU ist seit Juni 2009 die Europaabgeordnete Angelika Niebler. Die Schwesterorganisation der auf Bayern beschränkten Frauen-Union der CSU ist die im übrigen Deutschland tätige Frauen Union der CDU.

Struktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Frauen-Union ist in den zehn Bezirks-, 105 Kreis- und 564 Ortsverbänden der CSU organisiert, denen jeweils eine Vorsitzende vorsteht.[1] Nach außen wird die FU durch den Landesvorstand vertreten, in dem die Vorsitzende von vier Stellvertreterinnen unterstützt wird.[2] Knapp hinter dem bayerischen Landesverband der Jungen Union ist die Frauen-Union die zweitgrößte Arbeitsgemeinschaft der CSU.[1]

Zur inhaltlichen Arbeit unterhält die Frauen-Union mehrere Projektgruppen, an denen sich alle Mitglieder beteiligen können. Aktuell (Stand: 2014) bestehen Projektgruppen zu sieben Themenbereichen: Europa & Internationales, Familie & Frauen, Kommunalpolitik, Medien & Information, Netzwerkpflege & Frauenverbände, Unternehmensgründung, Wirtschaft & Steuern.[3]

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Frauen-Union in Bayern wurde am 29. August 1947 in Eichstätt als Landesarbeitsgemeinschaft der Frauen unter dem Vorsitz von Thusnelda Lang-Brumann gegründet.[4] Bereits seit 1946 hatte ein Arbeitsausschuss „Frau und Familie“ existiert. Von 1948 bis 1951 gehörte sie der gemeinsamen Frauenarbeitsgemeinschaft der CDU/CSU an, bevor sie wieder eigenständig und ab Juni 1953 als Frauenarbeitsgemeinschaft (FAG) der CSU mit eigener Geschäftsordnung agierte.[4] Im Juni 1965 erhielt die FAG ein ständiges Frauenreferat in der CSU-Landesleitung. Im Juni 1968 nannte sich die FAG der CSU in Frauen-Union (FU) um.[5]

Vorsitzende[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Standpunkte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Seit dem 1965 abgehaltenen Frauenkongress richtete sich der thematische Schwerpunkt der FU nicht mehr wie zunächst auf die traditionell als Frauenpolitik verstandene Familienpolitik, sondern auf die Rolle der berufstätigen Frau in der Gesellschaft und weitere Aspekte der Gleichstellung der Geschlechter.[5]

Nachdem sie einer Frauenquote lange kritisch bis ablehnend gegenübergestanden hatte, beschloss die Frauen-Union auf ihrer Landesversammlung 2009 die Forderung nach einer Quote von 40 Prozent für beide Geschlechter für alle Parteiämter.[6] Auf dem CSU-Landesparteitag im Oktober 2010 konnte sie diese Forderung nach harten Auseinandersetzungen durchsetzen, allerdings nur auf Landes- und Bezirksebene und nicht auf Ebene der Orts- und Kreisverbände.[7]

Im Rahmen des CSU-Landesparteitags im November 2013 startete die Frauen-Union die Kampagne „Nein zu Zwangsprostitution“, die sich für eine Verschärfung des Prostitutionsrechts in Deutschland und mehr behördliche Kontrollen einsetzt.[8][9]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Dagmar Biegler: Frauenverbände in Deutschland: Entwicklung, Strukturen, Politische Einbindung. Leske + Budrich, (3. Auflage) Opladen 2001.
  • Hans Süssmuth: Kleine Geschichte der CDU-Frauen-Union: Erfolge und Rückschläge 1948–1990. Nomos, Baden-Baden 1990, ISBN 3-7890-2166-0.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b c Wer wir sind, Webseite der FU Bayern, abgerufen am 23. Mai 2014
  2. Landesvorstand, Webseite der FU Bayern
  3. Unsere Projektgruppen, Webseite der FU Bayern, abgerufen am 23. Mai 2014
  4. a b Chronologie zur Geschichte der CSU 1945-2013 (PDF), Hanns-Seidel-Stiftung
  5. a b Frauenpolitik im Nachkriegsdeutschland: Die 1950er und 1960er Jahre, Webseite der FU Bayern
  6. Angelika Niebler: Strukturen verändern – Frauen gewinnen, in: Frauen in der Politik (PDF), hrsg. von Isabelle Kürschner, S. 9, Hanns-Seidel-Stiftung, München 2010
  7. CSU beschließt Frauenquote Schwer umkämpft bis ins Ziel, in: Süddeutsche.de vom 29. Oktober 2010, abgerufen am 23. Mai 2014
  8. Frauen-Union startet Kampagne gegen Zwangsprostitution, in: Focus Online vom 22. November 2013, abgerufen am 23. Mai 2014
  9. Nein zu Zwangsprostitution, Webseite der Kampagne, abgerufen am 23. Mai 2014