Frauen im Rechtsextremismus

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Frauen im Rechtsextremismus betätigen sich in nationalistischen Organisationen oder treten als Aktivistinnen in Nationalen Frauenorganisationen auf. Sie sind ein bedeutender Teil des Rechtsextremismus in Deutschland.

Hintergrund[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

„Wir haben festgestellt, dass Frauen als überzeugte rassistische, fanatische Gesinnungstäterinnen viel zu wenig wahrgenommen werden. Dabei sind viele in der rechten Szene sehr engagiert, treiben die menschenverachtende Ideologie aktiv voran und beteiligen sich an Aktionen, Kampagnen und Straftaten.“

Andrea RöpkeZitiert nach FR-Artikel[1]

In den 1990er Jahren geriet die Rolle von Nationalistinnen intensiver in den Blick der Öffentlichkeit. Während Frauen bis dahin auch in der antifaschistischen Forschung eher als „Anhängsel“ männlicher Rechtsextremisten gesehen wurden, wurde deutlich, dass sich nationale Frauen in eigenen ideologisch gefestigten Kreisen aktiv engagieren. Die Journalistin Andrea Röpke sagte in diesem Zusammenhang: „Die Rolle der Frauen wurde in den letzten Jahrzehnten unterschätzt, weil sie als Heimchen am Herd oder als unpolitische Freundin eines Skinheads wahrgenommen wurden. In den Medien und auch der breiten Öffentlichkeit wird immer davon ausgegangen, dass Frauen in die Szene nur reinrutschen, weil sie die Freundin eines Rechten sind und sie auch fast nichts über dessen Ansichten wissen. Es fällt uns schwer, einzugestehen, dass Frauen fanatisch sein können, dass sie die Strategien der Nazis ganz bewusst mittragen und mit dieser Einstellung sogar in sensiblen Bereichen wie Schulen und Kindergärten arbeiten.“[2]

2000 wurde das deutsche antifaschistische Forschungsnetzwerk Frauen und Rechtsextremismus gegründet. In ihm arbeiten interdisziplinär Soziologinnen, Politikwissenschaftlerinnen, Erziehungswissenschaftlerinnen / Pädagoginnen, Historikerinnen und Journalistinnen zusammen, deren Forschungs- und Recherchegebiete geschlechtsspezifische Aspekte des Rechtsextremismus sind. Das Netzwerk ist in der Bildungsarbeit aktiv und publiziert regelmäßig seine Ergebnisse.

Geschlechterverhältnis in der Praxis[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Statistiken über den Anteil von Frauen und Männern mit rechtsextremistischer Gesinnung, in rechtsextremistischen Organisationen oder freiem Engagement für die Ideologie unterscheiden sich in ihrer Zuverlässigkeit stark anhand der Quellen und Qualität der erhobenen Daten.

Während aktenkundige Straf- und Gewalttaten zu 90 Prozent von Männern verübt werden, beträgt der Anteil von Frauen in rechtsextremen Parteien heute bis zu 30 Prozent. Dies deckt sich mit dem etwa ein Drittel weiblicher Wähler von rechtsextremistischen Parteien. Neuere Untersuchungen gehen laut Renate Bitzan (FH Nürnberg) davon aus, dass sich diese Verteilung unter den Geschlechtern angleicht und mittlerweile 60 Prozent rechtsextremer Stimmen von Männern, 40 Prozent von Frauen abgegeben werden.[3]

Verhältnis zu Gleichberechtigung und Gender Mainstreaming[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Gleichberechtigung von Mann und Frau wird meist aufgrund der ideologisch vorgegebenen Rollenverteilung der Geschlechter relativiert bis abgelehnt. Gender Mainstreaming, mit dem Ziel der Gleichstellung von Menschen unterschiedlichen Geschlechts in ihrer jeweils spezifischen Lebenssituation lehnen die meisten rechtsextremistischen Frauen als „gegen das Wesen der Frau“ ab. Gleichzeitig kommt den Frauen in der Szene inzwischen eine strategische Schlüsselrolle zu, vor allem als Türöffner in die demokratische Alltagskultur. Sie sind vor allem in sozialen Berufen wie dem Kindergarten aktiv, aber auch als Elternvertreterinnen, um so unterschwellig die Akzeptanz gegenüber rechtsextremen Gedanken zu erhöhen. In der ideologischen Festigung und der aktionistischen Orientierung stehen sie ihren männlichen Pendants jedoch in nichts nach, es lassen sich inzwischen auf Frauen-Kameradschaften nachweisen. Auch in der Kommunalpolitik sind rechtsextreme Frauen inzwischen sehr aktiv.[4][5] Diese Tätigkeiten sind für die rechtsextreme Szene im gesamten nicht zu unterschätzen. Vor allem mit der Kindererziehung kann rechtsextremes Gedankengut auch an die nächste Generation herangetragen werden. Dadurch, dass die Frauen bewusst sanfter und friedfertiger als ihre männlichen Gegenstücke gelten, erregen sie weniger Misstrauen als die oftmals martialisch auftretenden männlichen Rechtsextremisten und finden dadurch in der Gesellschaft mehr Anknüpfungspunkte.[6]

Zwar gibt es in der NPD mittlerweile Frauen sowohl in der Kommunalpolitik wie auf der Bundesebene, doch komme es laut der Journalistin Andrea Röpke immer wieder vor, dass Frauen zugunsten eines Mannes auf ihren Listenplatz oder ein Amt verzichten müssten.

Die sächsische NPD-Landtagsabgeordnete Gitta Schüßler kritisierte 2009 als Vorsitzende der Partei-Frauenorganisation Ring Nationaler Frauen (RNF) diese Praxis und musste daraufhin von diesem Amt zurücktreten.

Ideologie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Frauen im Rechtsextremismus vertreten eine völkisch-nationale Einstellung und lehnen zum großen Teil pluralistische Gesellschaftsstrukturen ab. Sie sprechen sich für eine völkisch orientierte Familienpolitik aus. Sie sehen Frauen für die Rolle als „Garant der Familie“ vor dem Hintergrund des nationalen und arischen Gedankens vorgesehen.

Artamanen und Jugendbewegung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Als Artamanen bezeichneten sich die Mitglieder des formal 1926 in München gegründeten „Bund Artam e. V.“. Dieser Bund gehörte zum deutschnationalen Flügel der Deutschen Jugendbewegung und war ein radikal-völkischer Siedlungsbund. Seit Anfang der 1990er Jahre haben sich mehrere Familien als sogenannte „Neo-Artamanen“ zwischen Teterow und Güstrow in Mecklenburg-Vorpommern angesiedelt.[7][8][9] Das Portal „Endstation Rechts“ nennt die Gruppierung „völkisch[10] und „rechtsgesinnt“.[11] Vor dem Hintergrund eines rekonstruierten neuheidnisch-germanischen Glaubenssystems spielen Frauen in der Bewegung der Artamanen eine entscheidende Rolle als Rückhalt der in der völkischen Ideologie und rechtsextremen Tradition verwurzelten Familien.[12]

Nationalistinnen in Organisationen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gemeinschaft deutscher Frauen (GDF)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Gemeinschaft deutscher Frauen ist die älteste Frauenorganisation der extremen Rechten in Deutschland. Sie ging aus dem Skingirl Freundeskreis Deutschland hervor, der dem rechtsextremen Musiknetzwerk Blood & Honour nahestand. Aus Angst vor einem möglichen Verbot löste sich der Skingirl Freundeskreis auf. Ehemalige Mitglieder gründeten 2001 die Gemeinschaft Deutscher Frauen. Organisatorisch war die GDF eng mit der verbotenen Heimattreuen Deutschen Jugend verbunden, bis diese am 31. März 2009 durch den damaligen Bundesinnenminister Wolfgang Schäuble mit sofortiger Wirkung als verfassungsfeindlich verboten wurde.

Mädelring Thüringen (MRT)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der „Mädelring Thüringen“ wurde von Neonazistinnen aus Thüringen gegründet und organisiert immer wieder Vortragsveranstaltungen zu frauenspezifischen Themen. Der „Mädelring Thüringen“ ist eine der wenigen reinen „Mädelkameradschaften“. Er ist nach eigenem Bekunden auf der Website „ein Zusammenschluss aktiver nationaler Sozialistinnen, die den Befreiungskampf, speziell in Thüringen, unterstützen möchte(n)“. Als Logo verwendet der Mädelring eine Kombination von Midgardschlange und „Schwarzer Sonne“ als „Symbol für die reiche Kultur der europäischen Völker“. Die Organisation ist seit 2004 durch eigene Demonstrationen wie am 27. November 2004 in Apolda oder durch Infostände wie beim „Fest der Völker“ in Jena präsent. Der Ring lädt zu Veranstaltungen über Gender Mainstreaming (GM) und Familienpolitik ein.

Ring Nationaler Frauen (RNF)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Ring ist eine bundesweite Unterorganisation der NPD. Sie wurde am 16. September 2006 gegründet. Edda Schmidt ist Bundessprecherin. Der NPD-Parteivorstand (in dem damals keine Frau vertreten war) beschloss im September 2006 in Sotterhausen, einen Ring Nationaler Frauen als Unterorganisation der NPD zu gründen, der „den Frauen in der NPD als Sprachrohr dienen“, aber auch für „national denkende, parteienungebundene Frauen ein Ansprechpartner“ sein soll. Initiatorinnen des Projektes waren die sächsische NPD-Landtagsabgeordnete Gitta Schüßler (Gründungsvorsitzende), das niedersächsische NPD-Mitglied Katharina Becker sowie Judith Rothe von der NPD Sachsen-Anhalt. Die meisten Interessentinnen kamen aus den neuen Bundesländern und Berlin.

Die Organisation ist offiziell nach dem Vorbild der Frauenorganisationen anderer demokratischer Parteien wie der Frauen-Union oder der Arbeitsgemeinschaft sozialdemokratischer Frauen organisiert beziehungsweise ahmt deren Strukturebenen nach.

Weitere rechtsnationale Organisationen mit großem Frauenanteil[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Die Wiking-Jugend hatte bis zu ihrem Verbot 1994 einen Frauen- und Mädchenanteil von 40 Prozent.

Bekannte Aktivistinnen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Exemplarisch werden hier bedeutsame und weitgehend bekannte Protagonistinnen der rechtsextremistischen Szene in Deutschland vorgestellt.

Jasmin Apfel[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Jasmin Apfel (* 1983) war in der NPD und rechtsextremistischen Organisationen tätig, trat jedoch 2012 aus der Partei aus und distanzierte sich öffentlich von der nationalistischen Ideologie.

Apfel engagierte sich an der Seite ihres Ex-Mannes Holger Apfel in der NPD. Sie war Mitglied im „Ring Nationaler Frauen“ (RNF) und legte dort am 30. Juli 2012 alle Funktionen nieder. Apfel war Gründungsmitglied des RNF und hatte ihm seit 2006 in verschiedenen Funktionen angehört. Jasmin Apfel hat mit Holger Apfel drei Kinder. Trotz ihrer öffentlichen Distanzierung von der nationalistischen Ideologie ist Apfel weiterhin Mitglied im Bundesvorstand der nationalistischen Gesellschaft für freie Publizistik.[13]

Stella Hähnel[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Stella Hähnel (geborene Palau, * 1972 in Berlin) ist eine deutsche NPD-Politikerin und Mitglied des Bundesparteirates. Hähnel kommt aus Hohen Neuendorf.

Hähnel ist seit Beginn der Neunzigerjahre in der rechtsextremen Szene Berlin-Brandenburgs aktiv. Zunächst war sie einer der führenden Köpfe im Skingirl-Freundeskreis Deutschland (SFD). Nach dessen Selbstauflösung gründete sie mit anderen Aktivistinnen die Gemeinschaft Deutscher Frauen (GDF). Sie war auch an der Gründung der NPD-Frauenorganisation Ring Nationaler Frauen (RNF) beteiligt und wirkt als dessen Pressesprecherin. Bis zu deren Verbot war Hähnel mit ihrem Mann in der Heimattreuen Deutschen Jugend (HDJ) aktiv. Sie ist Mitglied im Bundesvorstand der NPD.

Stella Hähnel ist verheiratet mit dem Liedermacher, Kameradschaftsaktivist und Landesvorsitzende der Berliner NPD Jörg Hähnel.[14]

Ivonne Mädel[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ivonne Mädel (* 1982 in Meiningen) ist eine der wenigen Neonazistinnen, die bei überregional bedeutsamen Demonstrationen als Rednerinnen auftreten. Mädel wird organisatorisch zum „Freien Nationalen Widerstand“ in Meiningen gezählt. Sie gehört zum Umfeld des „Mädelrings Thüringen“.

Mädel ist gelernte Fleischereifachverkäuferin und versteht sich politisch als „freie, parteiungebundene Aktivistin“. Sie kommt aus dem Umfeld des Hamburger Aktivisten Christian Worch und trat 2002 erstmals als Rednerin bei einem Neonazi-Aufmarsch in Erscheinung. Sie sprach auch beim „2. Thüringentag der nationalen Jugend“ in Gotha 2003.

Thematisch umfassen ihre Vorträge die Kritik an der Wehrmachtsausstellung, Meinungsfreiheit, die EU-Osterweiterung bis hin zum Irakkrieg. Sie sprach sich im Juni 2004 in Dortmund gegen den Bau „irgendwelcher Moscheen oder Synagogen oder sonstigem Zeug“ aus.[15] 2004 initiierte die Neonazistin sogenannte „Montagsdemos“ gegen die Agenda 2010 in Südthüringen, etwa in Suhl und Meiningen.

Judith Rothe[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Judith Rothe (* 1979) betreibt gemeinsam mit ihrem Lebensgefährten Enrico Marx den Szene-Treff „Zum Thingplatz“ in Sotterhausen. Rothe kandidierte bei der Bundestagswahl 2005 sowie der Landtagswahl für die NPD. Zusammen mit Katharina Becker (NPD Niedersachsen) und Gitta Schüßler gründete sie am 16. September 2006 in Sotterhausen einen „Nationalen Frauenring“ als bundesweite Frauenorganisation der NPD. Mittlerweile fungiert Rothe als stellvertretende Vorsitzende der in „Ring Nationaler Frauen“ umbenannten Organisation.[16] Außerdem pflegt sie gute Kontakte zu der Erfurter Neonazi-Aktivistin Isabell Pohl und der „Aktiven Frauen Fraktion“.

Edda Schmidt[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Edda Schmidt (* 7. September 1948 in Niederösterreich, geborene Biber) ist eine deutsche NPD-Politikerin. Sie ist eine der ältesten aktiven Nationalistinnen in Deutschland.

Schmidt stammt aus der österreichischen Familie Biber aus Weigheim. Ihr Vater Sepp Biber war Angehöriger der Waffen-SS. Ihre Mutter war in der Zeit des Nationalsozialismus eine Führerin im Bund Deutscher Mädel. Ihre Schwester Hildrun war lange Zeit Bundesmädelführerin der 1994 verbotenen Wiking-Jugend. Ihren politischen Werdegang begann auch Edda Schmidt in der Wiking-Jugend.

Nach der Matura (Abitur) 1966 zog sie mit ihren Eltern in die BRD. Sie studierte an der Universität Tübingen Geschichte und Englisch und trat 1967 in den Nationaldemokratischen Hochschulbund (Studentenorganisation der NPD) ein. Sie schloss das Studium nicht ab, weil sie nach eigenen Aussagen eine Familie gründen wollte. Edda Biber heiratete Hans Schmidt (* 1939). Edda und Hans Schmidt lebten in Bisingen (bei Hechingen, Baden-Württemberg) und bekamen zusammen vier Kinder. Zugleich betreibt die Familie ein Antiquariat und einen angeschlossenen Buchdienst. Wegen des Verkaufs von NS-Literatur wurde Schmidt durch das Stuttgarter Landgericht am 6. Februar 1997 eine Strafe von 1 Jahr und 8 Monaten auf Bewährung und 3.000 Euro Geldstrafe wegen Aufstachelung zum Rassenhass, Volksverhetzung und Verbreitung jugendgefährdender Schriften verurteilt.

Edda Schmidt und ihr Mann sind Mitglieder in der neuheidnischenArtgemeinschaft – Germanische Glaubens-Gemeinschaft wesensgemäßer Lebensgestaltung“ (AG-GG). In der Artgemeinschaft war sie zeitweise Leiterin des Buchdienstes. Bis 1987 war sie zehn Jahre lang Schriftleiterin des Organs „Der Wikinger“ und Gaumädelführerin der Wiking-Jugend. Später war sie aktiv bei einer Abspaltung, dem Sturmvogel – Deutscher Jugendbund. Sie fuhr mit dem Sturmvogel 1990 nach Siebenbürgen. Bis zum Verbot im Juli 1993 war sie Mitglied in der „Heimattreuen Vereinigung Deutschlands“ (HVD). Edda Schmidt meldete kurz vor deren Verbot eine Sommersonnenwendfeier der HVD 1993 in Haigerloch an.

Von 1968 bis 1984 war Schmidt erstmals Mitglied der NPD und saß lange Zeit im NPD-Landesvorstand Baden-Württemberg. 1984 verließ sie die NPD wegen Unstimmigkeiten, da sich nach ihrer Aussage die Partei von verschiedenen anderen Organisationen der Rechten distanzierte. Sie betätigte sich als Aktivistin der heute inaktiven „Bürgeraktion für Recht, Ordnung und Ausländerstopp“ (BRO) von Axel Heinzmann aus Wannweil bei Tübingen. 1999 trat sie wieder in die NPD ein und sitzt seit 2001 als Beisitzerin im Landesvorstand Baden-Württemberg, wo sie für „Brauchtum, Familie und Erziehung“ zuständig ist. Zeitweise war sie stellvertretende Landesvorsitzende der NPD in Baden-Württemberg.

Edda Schmidt war häufiger Direktkandidatin der NPD im Wahlkreis Tübingen-Hechingen (Bundestagswahl) bei Landtagswahlen (Wahlkreis Hechingen). Bei der Bundestagswahl 2009 stand sie auf NPD-Listenplatz 2. 2009 wurde sie zur neuen Chefin des „Rings Nationaler Frauen“ gewählt.

Von Schmidt erschienen Beiträge in „Die Bauernschaft“, einer Veröffentlichung des Holocaustleugners und ehemaligen SS-Sonderführers Thies Christophersen, der „Deutschen Stimme“, der NPD-Parteizeitung, in „Nation & Europa“ und in der „Nordischen Zeitung“, dem Organ der Artgemeinschaft. Sie selbst gab die nationale Schülerzeitung „Gäck“ (Auflage: 10.000) heraus. Für die Wiking-Jugend gab sie die „Bauge“, eine Publikation für die weiblichen Wiking-Jugend-Mitglieder, heraus. Mit dem Liedermacher Frank Rennicke veröffentlichte Edda Schmidt „Beispiele politischer Verfolgung und Willkür im Jahre 1994“.

Gitta Andrea Schüßler[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gitta Schüßler (* 1. September 1961 in Burgstädt) ist NPD-Politikerin und war 2004 bis 2014 Mitglied des sächsischen Landtags.

Nach Abschluss der 10. Klasse der POS ließ Schüßler sich zur Buchhändlerin ausbilden und ist nach einer Umschulung zur Bürokauffrau/Technische Sachbearbeiterin seit 1998 selbständig im Einzelhandel tätig. Sie ist verheiratet und hat drei Kinder.

2004 wurde Schüßler über die Landesliste der NPD in den Sächsischen Landtag gewählt und wurde Mitglied der NPD-Fraktion. Sie war Mitglied im Ausschuss für Schule und Sport sowie im Ausschuss für Umwelt und Landwirtschaft sowie stellvertretendes Mitglied im Ausschuss für Soziales, Gesundheit, Familie, Frauen und Jugend und im Petitionsausschuss. Am 21. Januar 2005 verließ Schüßler mitsamt der übrigen NPD-Fraktion den Sitzungssaal des sächsischen Landtags. Sie wollte nicht an einer Gedenkminute für die Opfer des Nationalsozialismus teilnehmen, nachdem der Landtag sich weigerte, auch eine Gedenkminute für deutsche Kriegsopfer abzuhalten. Bei der Bundestagswahl 2005 kandidierte sie erfolglos im Bundestagswahlkreis Chemnitzer Land – Stollberg. Schüßler ist Geschäftsführerin und Schatzmeisterin im Kreisverband Zwickau-Westsachsen der NPD. Zusammen mit Katharina Becker und Judith Rothe gründete Schüßler am 16. September 2006 in Sachsen-Anhalt den „Ring Nationaler Frauen“ als bundesweite Frauenorganisation der NPD.

Beate Zschäpe[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Beate Zschäpe (* 1975) ist eine deutsche Neonazistin und mutmaßliche Terroristin der Terrorgruppe Nationalsozialistischer Untergrund.

Medien bezeichneten Beate Zschäpe als „Nazi-Braut“ (Bild-Zeitung). Dabei wurde von der Journalistin Andrea Röpke kritisiert, dass Zschäpe nicht als autonome Frau mit eigener neonationalistischer Gesinnung, sondern als Frau, die mit zwei Rechtsterroristen zusammen lebte, dargestellt wird.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Handreichung zum Thema „Mädchen und Frauen in der extremen Rechten“ für Multiplikatorinnen und Multiplikatoren zur Einführung in das Thema Frauen und Rechtsextremismus, 2008/09 im Auftrag der Amadeo Antonio Stiftung.
  • "Braune Schwestern? Feministische Analysen zu Frauen in der extremen Rechten", Unrast-Verlag, Münster 2005.
  • "Lebensgeschichten rechtsextrem orientierter Mädchen und junger Frauen – Biographische Verläufe im Kontext der Familien- und Gruppendynamik", Gießen, Psychosozial-Verlag 2004.
  • "Von „N.S. Frauen-Warte“ bis „Victory“. Konstruktionen von Weiblichkeit in nationalsozialistischen und rechtsextremen Frauenzeitschriften", Berlin Logos Verlag 2004.
  • "Die Beteiligung von Fürsorgerinnen an der Bildung und Umsetzung der Kategorie „minderwertig“ im Nationalsozialismus", Kassel, Mabuse Verlag 2003.
  • "Selbstbilder rechter Frauen. Zwischen Antisexismus und völkischem Denken" (Tübingen, Edition Diskord 2000)
  • Andrea Röpke (2006):„Retterin der weißen Rasse“. Rechtsextreme Frauen zwischen Straßenkampf und Mutterrolle. Braunschweig, Bildungsvereinigung Arbeit und Leben 2006, ISBN 3-932082-17-6.
  • "Rechte Frauen. Skingirls, Walküren und feine Damen", Berlin, Espresso Verlag 1997.
  • Andrea Röpke, Andreas Speit (2011): Mädelsache! Frauen in der Neonazi-Szene. Berlin, Ch. Links Verlag 2011.
  • Braune Kameradschaften. Die neuen Netzwerke der militanten Neonazis. Berlin, Ch. Links Verlag 2004, ISBN 3-86153-316-2.
  • „Braune Kameradin – Frauen in der Neonazi-Szene“, Dokumentarfilm auf DVD, Braunschweig, Bildungsvereinigung Arbeit und Leben 2011, ISBN 978-3-932082-45-0.
  • Amadeu Antonio Stiftung (Hrsg.), Rechtsextreme Frauen – übersehen und unterschätzt: Analysen und Handlungsempfehlungen, Berlin 2014.

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. http://www.fr-online.de/neonazi-terror/frauen-in-der-neonazi-szene-heimchen-und-der-hitlergruss,1477338,16920174.html
  2. http://www.fr-online.de/neonazi-terror/frauen-in-der-neonazi-szene-heimchen-und-der-hitlergruss,1477338,16920174.html
  3. http://www.gender-und-rechtsextremismus.de/hintergrundwissen/zahlen-und-fakten/ abgerufen am 21. August 2012.
  4. Sandra Stalinski, Freundlich, unauffällig und unterschätzt (Memento vom 8. Mai 2014 im Internet Archive) Tagesschau.de am 6. Mai 2014.
  5. Zschäpe ist nicht allein Markus Decker, FR-Online vom 5. Mai 2014.
  6. Weder naiv noch harmlos: Rechtsextreme Frauen netz-gegen-nazis am 6. Mai 2014.
  7. Maik Baumgärtner und Jesko Wrede: „Wer trägt die schwarze Fahne dort ...“ Völkische und neurechte Gruppen im Fahrwasser der Bündischen Jugend. Bildungsvereinigung Arbeit und Leben Niedersachsen Ost, Braunschweig 2009, S. 118.
  8. Siedlungsprojekt in Mecklenburg-Vorpommern: Wohnen und Leben in Nazi-Tradition, Netz gegen Nazis, 1. September 2010.
  9. Stephan Jurisch: Rückkehr. Die Artamanenbewegung als Beispiel alternativer Lebensgestaltung. Hier und Jetzt, abgerufen 31. März 2012.
  10. Oliver Cruzcampo: Siedlungsprojekt in Mecklenburg-Vorpommern: Wohnen und Leben in Nazi-Tradition, abgerufen 20. Dezember 2010.
  11. André Mächler: Ökologische Rechtsgesinnte, abgerufen 20. Dezember 2010.
  12. Andrea Röpke: Braune Biokost – Rechte Siedler im Nordosten, NDR, abgerufen 10. Juli 2013.
  13. [1]
  14. Juliane Lang, Deutscher Frauenrat. Zeitschrift „Frauenrat. Ausgabe 6/2008: Gefährlich im Aufwind. Rechtsextreme Frauen.“
  15. http://www.netz-gegen-nazis.de/lexikontext/maedel-ivonne
  16. Rechte auf Wählerinnenfang. taz vom 14. September 2006