Fraunhofer-Institut für Arbeitswirtschaft und Organisation

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Fraunhofer-Institut für
Arbeitswirtschaft und Organisation
Fraunhofer-Institut für Arbeitswirtschaft und Organisation
Zentrum für Virtuelles Engineering (ZVE)
Kategorie: Forschungseinrichtung
Träger: Fraunhofer-Gesellschaft
Rechtsform des Trägers: Eingetragener Verein
Sitz des Trägers: München, DeutschlandDeutschland Deutschland
Standort der Einrichtung: Stuttgart, DeutschlandDeutschland Deutschland
Art der Forschung: Angewandte Forschung
Fächer: Ingenieurwissenschaft
Fachgebiete: Informatik,
Wirtschaftswissenschaft, Sozialwissenschaft, Technologiemanagement
Grundfinanzierung: Bund (90 %), Länder (10 %)
Leitung: Wilhelm Bauer, Dieter Spath, Oliver Riedel, Anette Weisbecker (Stellvertr.)[1]
Mitarbeiter: ca. 655 (inkl. kooperierendes Institut für Arbeitswissenschaft und Technologiemanagement IAT der Universität Stuttgart)
Homepage: www.iao.fraunhofer.de

Das Fraunhofer-Institut für Arbeitswirtschaft und Organisation (Fraunhofer IAO) ist eine Einrichtung der Fraunhofer-Gesellschaft und hat seinen Sitz in Stuttgart. Seine Aktivitäten sind der angewandten Forschung und Entwicklung in den Fächern Ingenieurwissenschaft, Informatik, Wirtschaftswissenschaft und Sozialwissenschaft zuzuordnen.

Institutsleitung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Institutsleitung des Fraunhofer IAO bilden Wilhelm Bauer (geschäftsführend), Dieter Spath, Oliver Riedel und Anette Weisbecker (stellvertretend).

2018[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Seit 1. Juli 2018 wurde die Institutsleitung um Oliver Riedel erweitert. Mit dem Forschungsschwerpunkt Digitale Produktentstehung verstärkt er die bisherige Dreierspitze aus Wilhelm Bauer, Dieter Spath und Anette Weisbecker mit 25 Jahren Forschungs- und Industrieerfahrung im Umfeld der Produktentstehung und Product Lifecycle Management.[2]

2013 bis 2016[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

2016 nach drei Jahren als Vorstandsvorsitzender bei der Wittenstein AG kehrte Dieter Spath zurück ans Fraunhofer IAO. Seit dem 1. Oktober 2016 bildete er gemeinsam mit Wilhelm Bauer (geschäftsführend) und Anette Weisbecker (stellvertretend) die Institutsleitung. Damit verbunden übernahm Dieter Spath auch wieder die Leitung des kooperierenden IAT der Universität Stuttgart.[3]

Oktober 2013 bis Oktober 2016 übernahm Wilhelm Bauer die kommissarische Leitung des Fraunhofer IAO sowie des kooperierenden IAT der Universität Stuttgart.[4]

2002 bis 2013[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

2002 wurde Hans-Jörg Bullinger Präsident der Fraunhofer-Gesellschaft, neuer Institutsleiter wurde in diesem Zuge Dieter Spath.

Von 2002 bis 2013 leitete Dieter Spath das Fraunhofer IAO und Institut für Arbeitswissenschaft und Technologiemanagement IAT der Universität Stuttgart in Personalunion.

1981 bis 2002[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Hans-Jörg Bullinger wurde nach der Gründung des Fraunhofer IAO 1981 zu dessen Institutsleiter berufen und übernahm an der Universität Stuttgart den Lehrstuhl für Arbeitswissenschaft. Zu Beginn des Jahres 1991 übernahm er zusätzlich die Leitung des an der Universität Stuttgart neu eingerichteten Instituts für Arbeitswissenschaft und Technologiemanagement (IAT). Von 2002 bis 2012 war er Präsident der Fraunhofer-Gesellschaft.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In der Hauptabteilung „Arbeit und Organisation“ des Fraunhofer-Instituts für Produktionstechnik und Automatisierung (IPA) wurden Mitte der 1970er Jahre erste Projekte zum Thema Arbeitsstrukturierung in der Produktion und Mitarbeiterqualifizierung durchgeführt. Aus dieser Hauptabteilung ist 1981 unter der Leitung von Hans-Jörg Bullinger das Fraunhofer IAO mit 54 fest angestellte Mitarbeiter und einen Finanzvolumen von 6,4 Mio. DM entstanden.

Meilensteine[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

1981: Gründung des Fraunhofer IAO

1987: Bezug des Neubaus im Institutszentrum Stuttgart. Das Institutszentrum Stuttgart ist das zweitgrößte Forschungszentrum der Fraunhofer-Gesellschaft in Deutschland und umfasst fünf Institute.

1996: Bezug eines weiteren Gebäudes im Institutszentrum Stuttgart.

1991: Gründung des Instituts für Arbeitswissenschaft und Technologiemanagement (IAT) an der Universität Stuttgart.

2012: Eröffnung des Instituts-Neubaus "Zentrum für Virtuelles Engineering (ZVE)".

Seit der Gründung des Instituts sind über 35 Spin-offs durch ehemalige Mitarbeiter des Instituts mit mehr als 600 Arbeitsplätzen entstanden.

Forschung und Entwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Fraunhofer IAO beschäftigt sich mit der Bearbeitung aktueller Fragen des Technologie- und Innovationsmanagements, wie z. B. innovativen Produkt- und Dienstleistungsentwicklungen, Softwaretechnologien, der Optimierung von Geschäftsprozessen sowie dem Erfahrungs- und Erkenntnisaustausch zwischen Forschung und Praxis.

Es werden strategisch ausgerichtete Forschungs- und Entwicklungsvorhaben zur Stärkung der Know-how-Basis und Innovationskraft bearbeitet. Die Entwicklung innovativer Produkte und Dienstleistungen ist ein wesentlicher Arbeitsschwerpunkt des Instituts und wird als ein ganzheitlicher Systemansatz verstanden, in den Fragestellungen des Technologie- und Innovationsmanagements, der Kooperation in virtuellen Unternehmensstrukturen, des Kundenmanagements, des Produkt Designs, der IuK-Unterstützung und des New Work Development einfließen.

Wichtige Arbeitsschwerpunkte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Ganzheitliche Konzepte für Arbeitsgestaltung
  • Organisations- und Unternehmenskulturen
  • Zukunftsweisende Interaktion zwischen Mensch und Technik
  • Entwicklung und Umsetzung von Innovations- und Technologiestrategien
  • Einsatz virtueller und erweiterter Realität
  • Kognitive Systeme und künstliche Intelligenz
  • Nachhaltige Lösungen für die Mobilität der Zukunft
  • Systeminnovationen für lebenswerte und wandlungsfähige Städte

Entsprechend der anwendungsorientierten Ausrichtung des Instituts werden Projekte in Zusammenarbeit mit großen Unternehmen, KMUs, Institutionen und Einrichtungen der öffentlichen Hand in konkreten Anwendungsfällen durchgeführt. Das Institut plant und begleitet den Technologieeinsatz im Gesamtunternehmen, in Forschungsbereichen und in Einzelprojekten.

Forschungsbereiche[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Organisationsentwicklung und Arbeitsgestaltung
  • Dienstleistungs- und Personalmanagement[5]
  • Mensch-Technik-Interaktion[6]
  • Digital Business[7]
  • Cognitive Engineering and Production[8]
  • Stadtsystem-Gestaltung[9]
  • Mobilitäts- und Innovationssysteme[10]
  • Responsible Research and Innovation[11]

Kooperationen, Außenstellen und Verbünde[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Fraunhofer-Verbünde[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Fraunhofer-Verbund Innovationsforschung wurde 2017 unter dem Vorsitz des Fraunhofer IAO gegründet. Mit einem eigenen Verbund für Innovationsforschung stärkt die Fraunhofer-Gesellschaft künftig ihre Rolle im forschungs-, technologie- und innovationspolitischen Dialog mit Wirtschaft, Politik und Gesellschaft. Die Themenbereiche des Verbunds: Gestaltung von Innovationssystemen, Sozio-ökonomische Dimension der Technikentwicklung, Strategische Forschungsplanung und Foresight, Systemoptimierung Mensch-Organisation-Technik, Technologie- und Innovationsmanagement, Technologievorausschau, Transfer und Verwertung von Forschungsergebnissen.[12]

Das Institut ist zudem Gast im Fraunhofer-Verbund Informations- und Kommunikationstechnik (IuK). Dieser ist der größte europäische Forschungsverbund für Informations- und Kommunikationstechnik, in ihm werden die Kompetenzen von 15 Fraunhofer-Instituten gebündelt, die Vernetzung ermöglicht gezielte, branchenspezifische und ganzheitliche Lösungen aus der anwendungsorientierten Forschung: maßgeschneiderte IT-Lösungen, kompetente Technologieberatung sowie Vorlaufforschung für neue Produkte und Dienstleistungen.

Grundlagenforschung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im universitären Bereich besteht eine Kooperationsvereinbarung mit dem Institut für Arbeitswissenschaft und Technologiemanagement (IAT) der Universität Stuttgart die den Grundlagenforschungsbedarf des Fraunhofer IAO abdeckt. Dies wird durch die Doppelfunktion des Institutsleiters (zugleich Leiter des Fachgebiets) begünstigt.[13]

Außenstellen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gefördert durch die Dieter-Schwarz-Stiftung wurde 2019 in Heilbronn ein "Forschungs- und Innovationszentrum für Kognitive Dienstleistungssysteme (KODIS)" ins Leben gerufen, um Forschungsfragen zur Künstlichen Intelligenz in einen direkten Anwendungsbezug zu kundenorientierten Dienstleistungsangeboten zu stellen.[14]

Seit 2015 verknüpft „LOGWERT – Kompetenzzentrum für Logistik und Wertschöpfung“ in Heilbronn die Expertise des Fraunhofer IAO in den Bereichen Mobilitäts- und Stadtsystemgestaltung mit dem logistischen Fachwissen der Hochschule Heilbronn. Damit steht der Wirtschaft und den Kommunen in der Region HeilbronnFranken eine anwendungsnahe Forschungsstruktur an der Schnittstelle zwischen urbaner Logistik und regionaler Wertschöpfung zur Verfügung.[15]

Seit 2014 befasst sich die Außenstelle „Center for Responsible Research and Innovation CeRRI“ in Berlin mit neuen Herangehensweisen und Methoden, um Zukunftsthemen sowie Forschungs- und Projektvorhaben von Anfang an auf gesellschaftliche Anforderungen zu fokussieren. Ziel ist die Entwicklung gesellschaftlich akzeptierter, innovativer Technologien, Produkte, Dienstleistungen, Modelle und Strategien.[16]

2012 hat das Institut mit der Hochschule Esslingen das Fraunhofer-Anwendungszentrum „KEIM – Kompetenzzentrum für energetische und informationstechnische Mobilitätsschnittstellen“ aufgebaut. Hier erforschen und entwickeln Wissenschaftler und Studierende der Hochschule Hard- und Software für intelligente Verkehrssysteme.[17]

Seit 2012 unterstützt das Institut im Rahmen der Außenstelle in Garmisch-Partenkirchen die „Modellkommune Elektromobilität“ in enger Zusammenarbeit mit ortsansässigen Partnern aus Wirtschaft und Wissenschaft dabei, die Chancen von Elektromobilität und Tourismus zu bewerten und zu testen.

Im Jahr 2009 wurde das Fraunhofer Innovation Engineering Centers IEC in Bozen, Südtirol, gegründet; mit der Freien Universität Bozen und dem Unternehmerverband Südtirol bearbeitet das Institut Projekte mit der mittelständischen Industrie aus der Region.[18]

Infrastruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zentrum für Virtuelles Engineering in Stuttgart-Vaihingen.

Am Fraunhofer IAO sind insgesamt ca. 655 Personen beschäftigt, ca. 80 % davon sind Wissenschaftliche Mitarbeiter vorwiegend Ingenieure, Informatiker, Wirtschafts- und Sozialwissenschaftler. Hinzu kommen Gastwissenschaftler, Verwaltungsmitarbeitende, Auszubildende und etwa 250 Wissenschaftliche Hilfskräfte. Etwa 160 Mitarbeitende sind am Partnerinstitut IAT der Universität Stuttgart angestellt.[19]

Der Gesamthaushalt des Instituts wuchs im Jahr 2019 um 2,8 Mio. € auf 38,2 Mio. €. Der Betriebshaushalt wuchs auf 37 Mio. € an. Davon wurden 31,6 Mio. € in Form eigener Erträge erwirtschaftet. Dementsprechend lagen die Zuwendungen im Jahr 2019 in der Größenordnung von 5,4 Mio. €.

Zur Bearbeitung der Forschungsaufträge stehen mehr als 15.000 m² moderner Büros, Labore und Demonstrationszentren zur Verfügung. Dazu gehört auch das Zentrum für Virtuelles Engineering, das im Juni 2012 eröffnet wurde. Dabei dienen nicht nur die Labore des ZVE der Forschung durch Virtual-Reality-Simulationen, im gesamten Gebäude werden neue Arbeitsweltkonzepte im Büroalltag gelebt und getestet.[20]

Ehemalige Mitarbeiter[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. https://www.iao.fraunhofer.de/lang-de/ueber-uns/fraunhofer-iao/institutsleitung.html
  2. Prof. Dr.-Ing. Oliver Riedel verstärkt Institutsleitung des Fraunhofer IAO. In: Pressemitteilung. Fraunhofer IAO, abgerufen am 3. Juli 2018.
  3. Professor Dr. Dieter Spath kehrt am 1. Oktober in die Institutsleitung nach Stuttgart zurück. In: Pressemitteilung. Fraunhofer IAO, abgerufen am 4. Oktober 2016.
  4. Institutsleiterwechsel am Fraunhofer IAO. Fraunhofer IAO, abgerufen am 3. Oktober 2013.
  5. Dienstleistungs- und Personalmanagement: www.dlpm.iao.fraunhofer.de. Fraunhofer IAO, abgerufen am 16. Januar 2020.
  6. Mensch-Technik-Interaktion www.hci.iao.fraunhofer.de. Fraunhofer IAO, abgerufen am 16. Januar 2020.
  7. Digital Business: www.digital.iao.fraunhofer.de. Fraunhofer IAO, abgerufen am 16. Januar 2020.
  8. Cognitive Engineering and Production: www.engineering-produktion.iao.fraunhofer.de. Fraunhofer IAO, abgerufen am 16. Januar 2020.
  9. Stadtsystem-Gestaltung: www.muse.iao.fraunhofer.de. Fraunhofer IAO, abgerufen am 16. Januar 2020.
  10. Mobilitäts- und Innovationssysteme: www.muse.iao.fraunhofer.de. Fraunhofer IAO, abgerufen am 16. Januar 2020.
  11. Responsible Research and Innovation: www.cerri.iao.fraunhofer.de. Fraunhofer IAO, abgerufen am 16. Januar 2020.
  12. Fraunhofer-Verbund Innovationsforschung. Fraunhofer-Verbund Innovationsforschung, abgerufen am 18. Januar 2018.
  13. Institut für Arbeitswissenschaft und Technologiemanagement IAT. Institut für Arbeitswissenschaft und Technologiemanagement IAT, abgerufen am 18. Januar 2018.
  14. Forschungs- und Innovationszentrum für Kognitive Dienstleistungssysteme (KODIS). Forschungs- und Innovationszentrum für Kognitive Dienstleistungssysteme (KODIS), abgerufen am 16. Januar 2020.
  15. Kompetenzzentrum LOGWERT. Kompetenzzentrum LOGWERT, abgerufen am 18. Januar 2018.
  16. Fraunhofer CeRRI. Fraunhofer CeRRI, abgerufen am 18. Januar 2018.
  17. Anwendungszentrum KEIM. Anwendungszentrum KEIM, abgerufen am 18. Januar 2018.
  18. Fraunhofer Italia. Fraunhofer Italia, abgerufen am 24. Januar 2014.
  19. Jahresbericht 2019. (PDF; 4 MB) Fraunhofer IAO, abgerufen am 20. März 2020.
  20. Zentrum für Virtuelles Engineering ZVE. Fraunhofer IAO, abgerufen am 16. Februar 2016.

Koordinaten: 48° 44′ 26,1″ N, 9° 5′ 48,9″ O