Fraunhofer-Institut für Arbeitswirtschaft und Organisation

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Fraunhofer-Institut für
Arbeitswirtschaft und Organisation
Fraunhofer-Institut für Arbeitswirtschaft und Organisation
Zentrum für Virtuelles Engineering (ZVE)
Kategorie: Forschungseinrichtung
Träger: Fraunhofer-Gesellschaft
Rechtsform des Trägers: Eingetragener Verein
Sitz des Trägers: München
Standort der Einrichtung: Stuttgart
Art der Forschung: Angewandte Forschung
Fächer: Ingenieurwissenschaft
Fachgebiete: Informatik,
Wirtschaftswissenschaft, Sozialwissenschaft, Technologiemanagement
Grundfinanzierung: Bund (90 %), Länder (10 %)
Leitung: Wilhelm Bauer
Mitarbeiter: ca. 500 (inkl. Kooperierendes Institut für Arbeitswissenschaft und Technologiemanagement IAT der Universität Stuttgart)
Homepage: www.iao.fraunhofer.de

Das Fraunhofer-Institut für Arbeitswirtschaft und Organisation IAO, auch in der Kurzbezeichnung „Fraunhofer IAO“ genannt, ist eine Einrichtung der Fraunhofer-Gesellschaft zur Förderung der angewandten Forschung e.V. (FhG) und hat seinen Sitz in Stuttgart. Seine Aktivitäten sind der angewandten Forschung und Entwicklung in den Fächern Ingenieurwissenschaft, Informatik, Wirtschaftswissenschaft und Sozialwissenschaft zuzuordnen.

Geschichte[Bearbeiten]

In der Hauptabteilung „Arbeit und Organisation“ des Fraunhofer-Instituts für Produktionstechnik und Automatisierung (IPA) wurden Mitte der 1970er Jahre erste Projekte zum Thema Arbeitsstrukturierung in der Produktion und Mitarbeiterqualifizierung durchgeführt. Aus dieser Hauptabteilung ist 1981 das Fraunhofer IAO entstanden.

Professor Hans-Jörg Bullinger wurde nach der Gründung des Fraunhofer IAO zu dessen Institutsleiter berufen und übernahm an der Universität Stuttgart den Lehrstuhl für Arbeitswissenschaft. Zu Beginn des Jahres 1991 übernahm er zusätzlich die Leitung des an der Universität Stuttgart neu eingerichteten Instituts für Arbeitswissenschaft und Technologiemanagement (IAT).

Von 2002 bis 2013 leitete Dieter Spath beide Institute in Personalunion. Seit Oktober 2013 hat Wilhelm Bauer die kommissarische Leitung des Fraunhofer IAO sowie des kooperierenden IAT der Universität Stuttgart übernommen. [1]

Seit der Gründung des Instituts sind über 30 Spin-Offs durch ehemalige Mitarbeiter des Instituts mit über 650 Arbeitsplätzen entstanden.

Forschung und Entwicklung[Bearbeiten]

Das Fraunhofer IAO beschäftigt sich mit der Bearbeitung aktueller Fragen des Technologie- und Innovationsmanagements, wie z. B. innovativen Produkt- und Dienstleistungsentwicklungen, Softwaretechnologien, der Optimierung von Geschäftsprozessen sowie dem Erfahrungs- und Erkenntnisaustausch zwischen Forschung und Praxis.

Es werden strategisch ausgerichtete Forschungs- und Entwicklungsvorhaben zur Stärkung der Know-how-Basis und Innovationskraft bearbeitet. Die Entwicklung innovativer Produkte und Dienstleistungen ist ein wesentlicher Arbeitsschwerpunkt des Instituts und wird als ein ganzheitlicher Systemansatz verstanden in den Fragestellungen des Technologie- und Innovationsmanagements, der Kooperation in virtuellen Unternehmensstrukturen, des Kundenmanagements, des Produkt Designs, der IuK-Unterstützung und des New Work Development einfließen. Ein wichtiger Arbeitsschwerpunkt liegt dabei im Innovations- und Technologiemanagement für neue, emergente Technologien.

Entsprechend der anwendungsorientierten Ausrichtung des Instituts werden Projekte in Zusammenarbeit mit Firmen in konkreten Anwendungsfällen, häufig als Unternehmensauftrag, durchgeführt. Das Institut plant und begleitet den Technologieeinsatz im Gesamtunternehmen, in Geschäftsbereichen und in Einzelprojekten.

Kooperationen[Bearbeiten]

Das Fraunhofer IAO ist Mitglied im Fraunhofer-Verbund Informations- und Kommunikationstechnik (IuK). Dieser ist der größte europäische Forschungsverbund für Informations- und Kommunikationstechnik, in ihm werden die Kompetenzen von 15 Fraunhofer-Instituten gebündelt, die Vernetzung ermöglicht gezielte, branchenspezifische und ganzheitliche Lösungen aus der anwendungsorientierten Forschung: maßgeschneiderte IT-Lösungen, kompetente Technologieberatung sowie Vorlaufforschung für neue Produkte und Dienstleistungen.

Im universitären Bereich besteht eine Kooperationsvereinbarung mit dem Institut für Arbeitswissenschaft und Technologiemanagement (IAT) der Universität Stuttgart die den Grundlagenforschungsbedarf des Fraunhofer IAO abdeckt. Dies wird durch die Doppelfunktion des Institutsleiters (zugleich Leiter des Fachgebiets) begünstigt.

Im Jahr 2009 wurde das Fraunhofer Innovation Engineering Centers IEC in Bozen, Südtirol, gegründet. Gemeinsam mit der Freien Universität Bozen und dem Unternehmerverband Südtirol bearbeitet das Fraunhofer IAO hier Projekte mit der mittelständischen Industrie aus der Region. [2]

Gemeinsam mit der Zeppelin Universität (ZU) in Friedrichshafen unterstützt das Fraunhofer IAO mit dem Zentrum Technologiemanagement – eftek Unternehmen in der Bodenseeregion mit Dienstleistungen zur Früherkennung und Bewertung technologischer Zukunftstrends sowie bei der Entwicklung von Technologiestrategien. [3]

2012 hat das Fraunhofer IAO gemeinsam mit der Hochschule Esslingen das Fraunhofer-Anwendungszentrum »KEIM – Kompetenzzentrum für energetische und informationstechnische Mobilitätsschnittstellen« aufgebaut. Hier erforschen und entwickeln Wissenschaftler und Studierende der Hochschule Hard- und Software für intelligente Verkehrssysteme.

Seit 2012 unterstützt das Fraunhofer IAO im Rahmen der Außenstelle in Garmisch-Partenkirchen die »Modellkommune Elektromobilität« in enger Zusammenarbeit mit ortsansässigen Partnern aus Wirtschaft und Wissenschaft dabei, die Chancen von Elektromobilität und Tourismus zu bewerten und zu testen.

Infrastruktur[Bearbeiten]

Zentrum für Virtuelles Engineering in Stuttgart-Vaihingen.

Am Fraunhofer IAO sind insgesamt rund 500 Personen beschäftigt, ca. 200 davon sind Wissenschaftliche Mitarbeiter vorwiegend Ingenieure, Informatiker, Wirtschafts- und Sozialwissenschaftler. Hinzu kommen Gastwissenschaftler und etwa 200 Wissenschaftliche Hilfskräfte.[4]

Der Betriebshaushalt des Fraunhofer IAO lag im Geschäftsjahr 2012 bei 23,8 Millionen Euro. Etwa 25 % hiervon kamen aus der Grundfinanzierung, welche zu 90 % aus Bundesmitteln und zu 10 % aus Landesmitteln finanziert wird. Rund 37 % des Betriebshaushalts waren Erträge aus der Auftragsforschung der Wirtschaft, die restlichen Mittel stammen aus zweckgebundenen öffentlichen Zuwendungen und aus sonstigen Erträgen.

Zur Bearbeitung der Forschungsaufträge stehen mehr als 14.200 m² moderner Büros, Labore und Demonstrationszentren zur Verfügung. Dazu gehört auch das Zentrum für Virtuelles Engineering (ZVE) welches im Juni 2012 eröffnet wurde. Dabei dienen nicht nur die Labore des ZVE der Forschung durch Virtual-Reality-Simulationen, im gesamten Gebäude werden neue Arbeitsweltkonzepte im Büroalltag gelebt und getestet.

Ehemalige Mitarbeiter[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Institutsleiterwechsel am Fraunhofer IAO. Fraunhofer IAO, abgerufen am 3. Oktober 2013.
  2. Fraunhofer Italia. Fraunhofer Italia, abgerufen am 24. Januar 2014.
  3. eftek. eftek, abgerufen am 24. Januar 2014.
  4. Jahresbericht 2012. Fraunhofer IAO, abgerufen am 3. April 2013 (PDF; 4,0 MB).

48.7405849.096917Koordinaten: 48° 44′ 26,1″ N, 9° 5′ 48,9″ O