Fraunhofer-Institut für Fabrikbetrieb und -automatisierung

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Fraunhofer-Institut für
Fabrikbetrieb und -automatisierung
Kategorie: Forschungseinrichtung
Träger: Fraunhofer-Gesellschaft
Rechtsform des Trägers: Eingetragener Verein
Sitz des Trägers: München
Standort der Einrichtung: Magdeburg
Art der Forschung: Angewandte Forschung
Fächer: Ingenieurwissenschaften
Fachgebiete: Wirtschaftswissenschaft, Wirtschaftsingenieurwesen, Wirtschaftsinformatik
Grundfinanzierung: Bund (90 %), Länder (10 %)
Leitung: Michael Schenk
Mitarbeiter: ca. 180
Homepage: www.iff.fraunhofer.de

Das Fraunhofer-Institut für Fabrikbetrieb und -automatisierung (IFF), auch in der Kurzbezeichnung „Fraunhofer IFF“ genannt, ist eine Einrichtung der Fraunhofer-Gesellschaft zur Förderung der angewandten Forschung e.V. (FhG). Das Institut hat seinen Sitz in Magdeburg. Seine Aktivitäten sind der angewandten Forschung und Entwicklung den Fächern Ingenieurwissenschaft und Wirtschaftswissenschaft auf den Gebieten Wirtschaftsingenieurwesen und Wirtschaftsinformatik zuzuordnen.

Geschichte[Bearbeiten]

Initiiert von Prof. Eberhard Gottschalk (TU Magdeburg) wurde 1991 die konzeptionelle Vorbereitung zur Gründung eines produktionstechnisch orientierten Fraunhofer-Instituts am Standort Magdeburg getroffen.

Zu Beginn des Jahres 1992 wurde daraufhin eine zunächst bis zum 30. Juni 1994 befristete Fraunhofer-Einrichtung für Fabrikbetrieb und -automatisierung (IFF) in die Fraunhofer-Gesellschaft aufgenommen. Diese Befristung wird 1993 vorzeitig aufgehoben und die „Einrichtung“ zum Fraunhofer-Institut für Fabrikbetrieb und -automatisierung (IFF) ernannt.

Im Jahr 1998 bezog das IFF das neu gebaute Institutsgebäude in der Nähe der Universität Magdeburg.

Im Jahr 2003 wurde mit den Planungen für den Bau des Virtual Development and Training Centre (VDTC) im so genannten Wissenschaftshafen in Magdeburg begonnen. Dieses Forschungs- und Trainingszentrum für virtuelle Technologien wurde im Jahr 2006 fertiggestellt.

Forschung und Entwicklung[Bearbeiten]

Das Fraunhofer IFF forscht und entwickelt anwenderorientiert auf den Schwerpunktgebieten Virtual Engineering, Logistik und Materialflusstechnik, Automatisierung sowie Anlagentechnik.

Die Arbeitsbereiche im Überblick:

  • Logistik- und Fabriksysteme
    Dieser Bereich umfasst u.a. die Entwicklung und Anpassung von digitalen Werkzeugen für Planung und Betrieb; Leitstände und Portale für intelligente Logistikketten; Zustandsbewertung und Entscheidungsunterstützung für technische Logistiksysteme; Planung und Optimierung von Fabriken und Logistiksystemen und -netzen; Analyse, Bewertung und Gestaltung von physischen und digitalisierten Logistikprozessen, Wissens- und Innovationsmanagement sowie Internationalisierung.
  • Prozess- und Anlagentechnik
    Die Forschungs- und Entwicklungstätigkeit dieses Bereichs ist ausgerichtet auf praxiswirksame Anwendungen innovativer thermischer Verfahren und Anlagen zur energetischen Verwertung von Biomasse und biogenen Reststoffen sowie hochkalorischen Abfallfraktionen. Hierzu bildet die Wirbelschichttechnologie zur Umsetzung der speziellen Festbrennstoffe den Ausgangspunkt entsprechender technologischer Lösungen für komplexe Anlagensysteme mit Kraft-Wärme-Kopplung.
  • Robotersysteme
    Dieser Bereich konzipiert, entwickelt und realisiert innovative Automatisierungs- und Robotersysteme für Applikationen in Industrie, Dienstleistung und Life Sciences. Hierzu fließen technisch-wissenschaftliche Erkenntnisse aus den Fachgebieten Maschinenbau, Mechatronik, Elektrotechnik und Informatik ein.
  • Mess- und Prüftechnik
    Die Aufgaben dieses Bereichs sind die Entwicklung von Komponenten zur sensorischen Erfassung, von komplexen Messanordnungen sowie von Methoden und Algorithmen zur Messdatenauswertung für individuelle Mess- und Prüfsysteme. Hierbei kommen optische 3-D- und 2-D-Messtechniken zum Einsatz.
  • Virtuell Interaktives Training
    In diesem Bereich werden Qualifizierungs- und Beratungsangebote entwickelt und implementiert. Im Focus stehen dabei die Planung, Realisierung und Evaluierung technologiebasierter Trainingsprogramme sowie Beratungsangebote im gesamten Spektrum der Organisations- und Personalentwicklung.
  • LogMotionLab
    Dies ist ein Test- und Entwicklungslabor des Fraunhofer IFF für RFID-Technologien. Hierbei kommen neueste Technologien zur Identifikation und Ortung logistischer Objekte im Indoor- und Outdoorbereich, Demonstratoren zur Veranschaulichung typischer RFID-Szenarien und zahlreiche Webservices zur Integration externer Zustandsdaten zum Einsatz.

VDTC[Bearbeiten]

Die Abkürzung „VDTC“ steht für „Virtual Development and Training Centre“, die Einrichtung ist eine Erweiterung des Fraunhofer IFF. Das Centre wurde im Jahr 2006 fertiggestellt und ist seitdem ein Forschungs- und Trainingszentrum für virtuelle Technologien. Im VDTC wird vom Fraunhofer IFF anwendungsorientierte Forschung auf dem Gebiet des Virtual Engineering zum Planen, Testen und Betreiben technischer Systeme betrieben.

In den Hightech-Laboren des VDTC arbeiten Wissenschaftler interdisziplinär mit industriellen Anwendern und innovativen Dienstleistern zusammen. Stark praxisorientiert werden gemeinsam visuell-interaktive Simulationen beispielsweise für die virtuelle Produkt- und Prozessentwicklung erarbeitet. Neben virtuellen Funktionstests ist das virtuelle Training Schwerpunkt der Forschungsarbeit am VDTC.

Kooperationen[Bearbeiten]

Das Fraunhofer IFF ist Mitglied der Fraunhofer-Allianz Vision, ein Zusammenschluss von elf Einrichtungen der Fraunhofer-Gesellschaft zum Thema Bildverarbeitung und maschinelles Sehen.

Im universitären Bereich besteht eine Kooperationen mit dem Institut für Logistik und Materialflusstechnik der Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg die den Grundlagenforschungsbedarf des Fraunhofer IFF abdecken und durch die Doppelfunktionen des Institutsleiters (zugleich Lehrstuhlinhaber) begünstigt wird. Weitere Kooperationen bestehen mit dem Institut für Verfahrenstechnik und dem Institut für Elektrische Energiesysteme der Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg.

Infrastruktur[Bearbeiten]

Ende 2006 waren am Fraunhofer IFF rund 180 Mitarbeiter beschäftigt, der überwiegende Teil davon sind Wissenschaftler und Techniker. Hinzu kommen 140 wissenschaftliche Hilfskräfte, die im Verlauf des Jahres zeitweise beschäftigt waren.

Der Betriebshaushalt des Fraunhofer IFF lag im Geschäftsjahr 2006 bei 13,5 Millionen Euro. Diese kamen zu etwa 18 % aus der Grundfinanzierung, welche zu 90 % aus Bundesmitteln und zu 10 % aus Landesmitteln finanziert wird. Rund 40 % des Betriebshaushalts waren Erträge aus der Auftragsforschung der Wirtschaft.

Das Fraunhofer IFF wird seit 2002 von Prof. Dr. Michael Schenk geleitet, der in Personalunion auch Inhaber des Lehrstuhls für Logistische Systeme am Institut für Logistik und Materialflusstechnik der Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg ist.

Weblinks[Bearbeiten]