Frechenhausen

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Frechenhausen
Gemeinde Angelburg
Ortswappen Frechenhausen
Koordinaten: 50° 48′ 33″ N, 8° 26′ 3″ O
Höhe: 429 m ü. NHN
Fläche: 3,92 km²[1]
Einwohner: 745 (30. Jun. 2015)[2]
Bevölkerungsdichte: 190 Einwohner/km²
Eingemeindung: 1. April 1972
Postleitzahl: 35719
Vorwahl: 06464
Das untere Gansbachtal bei Frechenhausen, im Hintergrund der Schwarzenberg und die Sackpfeife. Der Flusslauf ist links der Ortschaft, aber noch unterhalb der Landesstraße 3042 erkennbar.

Frechenhausen ist mit ca. 800 Einwohnern der kleinste der drei Ortsteile der Gemeinde Angelburg im sogenannten Hinterland im mittelhessischen Landkreis Marburg-Biedenkopf. Der Ort liegt im Tal der Gansbach, die am Bergstock Angelburg (609 m) entspringt und in Niedereisenhausen (Gemeinde Steffenberg) in die Perf mündet.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In der ersten urkundlichen Erwähnung um 1330 wurde Frechenhausen mit „Fritchinhusin“ als in der Herborner Mark gelegen bezeichnet.[3] In einer Zusammenstellung der Erzdiözese Mainz um 1500 ist „Frehenthusen“ zu lesen. 1577 wurde Frechenhausen nach Lixfeld eingepfarrt und seit 1629 als Filialdorf zu Lixfeld geführt.

Die Kirche, ein zweigeschossiger Natursteinbau, wurde 1848 als Schule gebaut und bis 1965 auch als solche genutzt. 1976 begann der Umbau sowie Anbau des Glockenturms, Weihnachten 1977 konnte der erste Gottesdienst gefeiert werden. 1637 heiraten zwei Töchter des Sebastian Bill aus Frechenhausen (Mühle) zwei Tischbein-Söhne, aus denen die berühmte Malerfamilie Tischbein (Goethemaler) hervorgeht.

Am 1. April 1972 bildete Frechenhausen durch den Zusammenschluss mit der Nachbargemeinde Lixfeld die neue Gemeinde Angelburg.[4]

Territorialgeschichte und Verwaltung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die folgende Liste zeigt die Territorien bzw. Verwaltungseinheiten denen Frechenhausen unterstand im Überblick:[1][5]

Einwohnerentwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Belegte Einwohnerzahlen bis 1967 sind:[1]

1577: 014 Hausgesesse
1630: 016 Hausgesesse (4 zweispännige, 11 einspännige Ackerleute, 1 Einläuftige).
1677: 009 Männer, 3 Witwen, 1 Jungmannschaft, 3 ledige Mannschaften
1742: 029 Hausgesesse
1830: 239 evangelische, 6 römisch-katholische Einwohner
1867: Erwerbspersonen: 112 Landwirtschaft, 1 Forstwirtschaft, 13 Gewerbe und Industrie, 2 Handel, 1 Gesundheitspflege, 1 Erziehung und Unterricht, 3 Gemeindeverwaltung
1961: 654 evangelische, 46 römisch-katholische Einwohner. Erwerbspersonen: 104 Land- und Forstwirtschaft, 221 produzierendes Gewerbe, 37 Handel und Verkehr, 13 Dienstleistungen und sonstiges.
Frechenhausen: Einwohnerzahlen von 1834 bis 1967
Jahr     Einwohner
1834
  
275
1840
  
281
1846
  
289
1852
  
305
1858
  
305
1864
  
246
1871
  
252
1875
  
264
1885
  
241
1895
  
247
1905
  
293
1910
  
429
1925
  
477
1939
  
597
1946
  
803
1950
  
771
1956
  
707
1961
  
735
1967
  
850
Datenquelle: Histo­risches Ge­mein­de­ver­zeich­nis für Hessen: Die Be­völ­ke­rung der Ge­mei­nden 1834 bis 1967. Wies­baden: Hes­sisches Statis­tisches Lan­des­amt, 1968.

Gemeindewappen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Mit der Genehmigung des Gemeindewappens durch den Hessischen Minister des Inneren vom 18. Mai 1962 wurde folgende Beschreibung vorgegeben: „in einem von Schwarz und Weiß schräglinks geteilten Schild zwei Sterne in verwechselten Farben“.

In der Gemeinde Frechenhausen waren die Herren von Bicken, von Döring, von Hohenfeld und die Grafen von Wittgenstein begütert. Drei dieser Familien führten Wappen in den Grundfarben Schwarz und Weiß und zwei von ihnen einen Stern.

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Haltepunkt Frechenhausen lag an der Scheldetalbahn. Diese ist stillgelegt.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b c Frechenhausen, Landkreis Marburg-Biedenkopf. Historisches Ortslexikon für Hessen. In: Landesgeschichtliches Informationssystem Hessen (LAGIS). (Stand: Februar 2017)
  2. „Zahlen/ Daten/ Fakten“ im Internetauftritt der Gemeinde Angelburg, abgerufen im Mai 2017.
  3. Gerald Bamberger: "Frechenhausen früher erwähnt", in Hinterländer Geschichtsblätter, Nr. 4, Dezember 2013, S. 32, Biedenkopf
  4. Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27. 5. 1970 bis 31. 12. 1982. W. Kohlhammer GmbH, Stuttgart und Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 350.
  5. Verwaltungsgeschichte Land Hessen bei M. Rademacher, Deutsche Verwaltungsgeschichte von der Reichseinigung 1871 bis zur Wiedervereinigung 1990
  6. Wilhelm von der Nahmer: Handbuch des Rheinischen Particular-Rechts: Entwickelung der Territorial- und Verfassungsverhältnisse der deutschen Staaten an beiden Ufern des Rheins : vom ersten Beginnen der französischen Revolution bis in die neueste Zeit. Band 3. Sauerländer, Frankfurt am Main 1832, S. 430 (bei google books).
  7. Neuste Länder und Völkerkunde, Band 22, S. 416, Weimar 1821