Frederick Klenner

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Frederick Robert Klenner (* 22. Oktober 1907 in Johnstown; † 20. Mai 1984 in Reidsville, Rockingham County, North Carolina, Vereinigte Staaten) war ein US-amerikanischer Mediziner und Forscher mit einer Arztpraxis in seinem Heimatort. In den 1940er Jahren begann er, zuerst versuchsweise, Vitamin C in hoher Dosierung als Therapie bei zahlreichen Krankheiten zu verwenden, insbesondere bei Poliomyelitis (Kinderlähmung). Er veröffentlichte insgesamt 28 Forschungsberichte im Laufe seines Lebens und gehört zu den Begründern der Orthomolekularen Medizin. Sein Werk findet jedoch praktisch keine Beachtung in der allgemein anerkannten Medizin.[1] Klenner kommt in einigen Abhandlungen zur Orthomolekularen Medizin vor.[2] Ein Buch aus neuerer Zeit[3] ist ihm gewidmet und fasst seine Arbeiten aktualisierend zusammen. Er wird bisweilen zu den bahnbrechenden Medizinforschern gerechnet.[4] Ein Teil seiner Arbeiten ist enthalten in einem Buch[5] über den intravenösen Einsatz von Vitamin C.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Klenner wurde als jüngstes von acht Kindern österreichischer Einwanderer geboren. Im Jahr 1908 starb seine Schwester Gertrude an den Folgen der Belastung durch den Rauch und die Abgase der Eisenhütten der Stahlwerke in Johnstown, wo ihr Vater arbeitete. Frederick galt als zartes, sensibles Kind und als der Intelligenteste in der Familie. In seiner Freizeit spielte er verschiedene Instrumente in einer österreichischen Kapelle. Er studierte erst am St. Vincent College in Latrobe (Pennsylvania) und dann an der St. Francis University in Loretto (Pennsylvania). Dort erreichte er den Bachelor-Abschluss und den Master-Abschluss in Biologie im Jahr 1931. Wegen seiner hervorragenden Leistungen wurde er ausgezeichnet und erhielt Stipendien. Danach unterrichtete er Chemie an der Katholischen Universität von Amerika in Washington und wurde dort in Physiologie promoviert. Im Jahr 1936 erhielt er seinen Abschluss in Medizin an der Duke University in North Carolina. Nach drei Jahren Ausbildung im Krankenhaus und seiner Heirat ließ er sich mit eigener Praxis in Reidsville (North Carolina) nieder, wo er für den Rest seines Lebens wirkte.

Vitamin-C-Studien[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Er befasste sich ursprünglich vor allem mit Lungenheilkunde, entwickelte dann aber ein Interesse am Einsatz von Vitamin C in sehr hoher Dosierung bei der Behandlung zahlreicher Erkrankungen. Viele Experimente führte er zunächst an sich selbst durch. Im Jahr 1948 veröffentlichte er seinen ersten Forschungsbericht zur Verwendung hoher Dosen von Vitamin C bei der Behandlung von Viruserkrankungen.

Im Jahr 1949 veröffentlichte er eine Studie in der Zeitschrift der American Medical Association und hielt auf deren Kongress einen Vortrag darüber, wie er bei 60 seiner 60 kranken Patienten eine vollständige Heilung von Polio durch die intravenöse Verabreichung von Natriumascorbat erzielt hatte.[6] Diese Studie wurde von anderen Medizinern zitiert.[7] Die verwendete Dosis lag im Allgemeinen bei 350 bis 700 mg pro kg Körpergewicht am Tag.

Tetanus-Heilung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im September 1951 heilte Dr. Klenner einen sechsjährigen Jungen von Tetanus (Wundstarrkrampf) durch massive Dosierung von Vitamin C (Natriumascorbat) und das muskelentspannende Mittel Tolserol (Mephenesin), beides intravenös verabreicht.[8] In den ersten 24 Stunden gab Dr. Klenner dem Jungen mehrfach eine Injektion mit Vitamin C im Abstand von drei bis fünf Stunden, insgesamt 22 g. Das führte er weitere 24 Stunden lang durch und verabreichte weitere 24 g Vitamin C. Der Junge hatte nur noch geringe Bauchkrämpfe, die durch Tolserol-Injektionen gemildert wurden. Zwischendurch gab er dem Jungen auch Penicillin und Calciumgluconat, um das möglicherweise durch die hohe Dosis an Vitamin C verringerte Calcium im Körper zu ersetzen.[9]

Während der zweiwöchigen Krankenhausbehandlung verabreichte Dr. Klenner auch fünfmal intravenös Tetanus-Antitoxin, was die damals allgemein übliche Therapie für Tetanus darstellte. Nach jeder Gabe fiel der Junge wieder in schwere Krämpfe zurück, woraus Dr. Klenner schloss, dass das Antitoxin "keine heilende Wirkung hat und bestenfalls schädlich wirkt". Andererseits empfahl er eine tiefe intramuskuläre (nicht intravenöse) Injektion des Antitoxins oberhalb der Verletzung, durch die das Tetanusbakterium und andere toxische Bakterien eingedrungen waren.[10]

Klinische Fallberichte und wissenschaftliche Studien[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Klenner berichtet davon, bis zu 300 g (300 000 mg) an pH-neutralem Natriumascorbat pro Tag gegeben zu haben. Er veröffentlichte 27 Fachaufsätze, die meisten über die Anwendung von Vitamin C bei mehr als 30 Krankheiten, zwei über die Behandlung schwerer Neuropathien, darunter Multiple Sklerose (MS), mit höchsten Dosierungen.[11] Einen 28. Fachaufsatz schrieb er um 1980, wobei es sich um eine nicht veröffentlichte Ergänzung einer MS-Behandlung handelte. Sie wurde posthum von Lendon Smith im Clinical Guide to the Use of Vitamin C (Klinischer Ratgeber zum Einsatz von Vitamin C) mit aufgenommen.

Sein Wahlspruch lautete: Der Patient sollte "bei allen Krankheitszuständen große Mengen an Vitamin C bekommen, während der Arzt über die Diagnose nachdenkt".

Er inspirierte Linus Pauling und Irwin Stone dazu, die Forschungen über den weitreichenden Nutzen des Vitamin C auszuweiten. Im Vorwort zum Clinical Guide schrieb Linus Pauling: "In den frühen Forschungsberichten von Dr. Fred Klenner finden sich viele Informationen über den Gebrauch von Vitamin C in hoher Dosierung zur Vorbeugung und als Heilung vieler Krankheiten. Diese Berichte sind immer noch wichtig."[12]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Eigene Veröffentlichungen

  • Klenner, F. (1971) Significance Of High Daily Intake Of Ascorbic Acid In Preventive Medicine, Journal of the International Academy of Preventive Medicine, Spring 1974, Volume 1, Number 1, pp. 45–69[13]
  • Klenner, Frederick Robert, MD F.C.C.P. Observations On the Dose and Administration of Ascorbic Acid When Employed Beyond the Range Of A Vitamin, Human Pathology Journal of Applied Nutrition Vol. 23, No's 3 & 4, Winter 1971.[14]
  • Fred R. Klenner, M.D. 1948 Virus Pneumonia and Its Treatment With Vitamin C[15]
  • Klenner, Frederick Robert, MD. The Treatment of Poliomyelitis and Other Virus Diseases with Vitamin C, 1949 paper[16]
  • Fred R. Klenner, M.D. 1953 The Use of Vitamin C as an Antibiotic[17]

Posthume Zusammenfassung von Klenners 28 Fachaufsätzen:

  • Lendon H. Smith, M.D., Clinical Guide to the Use of Vitamin C - The Clinical Experiences of Frederick R. Klenner, M.D.[18]

Übersetzung ins Deutsche:

  • Frederick Robert Klenner: Vitamin C heilt Kinderlähmung in 72 Stunden. 20.000 mg Vitamin C täglich. Herausgegeben von der Bürgervereinigung Orthomolekulare Aufklärung Isernhagen 2016

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Robert Landwehr. "The Origin of the 42-Year Stonewall of Vitamin C", Journal of Orthomolecular Medicine, 1991. Vol 6, No 2, pp 99-103.
  2. Saul AW. "Hidden in Plain Sight: The Pioneering Work of Frederick Robert Klenner, M.D." Journal of Orthomolecular Medicine, 2007. Vol 22, No 1, pp 31-38.
  3. Thomas E. Levy: Vitamin C Infectious Diseases, & Toxins. Xlibris, 2002, ISBN 1-4010-6963-0.
  4. Riordan HD. (1989) Medical Mavericks, Bio-Communications Inc. ISBN 0-942333-09-8
  5. Injectable Vitamin C: Effective Treatment for Viral and Other Diseases http://www.injectablevitaminc.com/
  6. Klenner, Frederick Robert, MD. "The Treatment of Poliomyelitis and Other Virus Diseases with Vitamin C" ''Southern Medicine & Surgery,'' v. 111, no. 7 (July, 1949) pp. 209-214. Seanet.com. 22. Februar 2003. Abgerufen am 17. Januar 2016.
  7. Galloway, T. and Seifert, M. (1949) Bulbar Polyiomyelitis:favorable results in its treatment as a problem of respiratory obstruction. Journal of the American Medical Association, 141 (1):1-8
  8. Klenner, Fred R., MD. "Recent Discoveries in the Treatment of Lockjaw with Vitamin C and Tolserol" ''Tri-State Medical Journal''vol. 2, no. 5, (July 1954) page seven.
  9. Levy, Thomas E., M.D. Curing the Incurable: Vitamin C, Infectious Diseases and Toxins. LivOn Books, 2009, pp. 123 & 174.
  10. Klenner, Fred. "Recent Discoveries in the Treatment of Lockjaw with Vitamin C and Tolserol". Tri-State Medical Journal, vol. 2, no. 5, July 1954. page eleven.
  11. Klenner F. (1973) Response of peripheral and central nerve pathology to mega-doses of the vitamin B complex and other metabolites. Journal of Applied Nutrition pp16-40.
  12. Lendon H. Smith, M.D., ''Clinical Guide to the Use of Vitamin C – The Clinical Experiences of Frederick R. Klenner, M.D. (1988) ISBN 0-943685-13-3. Seanet.com. Abgerufen am 17. Januar 2016.
  13. Significance of High Daily Intake of Ascorbic Acid in Preventive Medicine. Seanet.com. Abgerufen am 17. Januar 2016.
  14. Klenner 1971 Vitamin C paper. www.doctoryourself.com. Abgerufen am 17. Januar 2016.
  15. Virus Pneumonia and Its Treatment With Vitamin C. Seanet.com. 22. Februar 2003. Abgerufen am 17. Januar 2016.
  16. The Treatment of Poliomyelitis and Other Virus Diseases with Vitamin C. Seanet.com. 22. Februar 2003. Abgerufen am 17. Januar 2016.
  17. The Use of Vitamin C as an Antibiotic. Seanet.com. Abgerufen am 17. Januar 2016.
  18. Clinical Guide to the Use of Vitamin C. Seanet.com. Abgerufen am 17. Januar 2016.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • [1] Biographie Klenners von Andrew Saul 2007 (englisch)
  • Fred R. Klenner, "The Treatment of Poliomyelitis and Other Virus Diseases with Vitamin C." Southern Medicine & Surgery, vol. 111, no. 7, July 1949. [2]
  • Fred R. Klenner, "Recent Discoveries in the Treatment of Lockjaw with Vitamin C and Tolserol." Tri-State Medical Journal, vol. 2, no. 5, July 1954. [3]
  • Dr Frederick Robert Klenner, Sr: Find-A-Grave