Fredersdorf-Vogelsdorf

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Gemeinde Fredersdorf-Vogelsdorf
Fredersdorf-Vogelsdorf
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Fredersdorf-Vogelsdorf hervorgehoben

Koordinaten: 52° 30′ N, 13° 46′ O

Basisdaten
Bundesland: Brandenburg
Landkreis: Märkisch-Oderland
Höhe: 50 m ü. NHN
Fläche: 16,42 km2
Einwohner: 14.109 (31. Dez. 2019)[1]
Bevölkerungsdichte: 859 Einwohner je km2
Postleitzahl: 15370
Vorwahl: 033439
Kfz-Kennzeichen: MOL, FRW, SEE, SRB
Gemeindeschlüssel: 12 0 64 136
Gemeindegliederung: 3 Ortsteile
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Lindenallee 3
15370 Fredersdorf-Vogelsdorf
Website: www.fredersdorf-vogelsdorf.de
Bürgermeister: Thomas Krieger (CDU)
Lage der Gemeinde Fredersdorf-Vogelsdorf im Landkreis Märkisch-Oderland
AltlandsbergAlt TuchebandBad FreienwaldeBeiersdorf-FreudenbergBleyen-GenschmarBliesdorfBuckowFalkenbergFalkenhagenFichtenhöheFredersdorf-VogelsdorfGarzau-GarzinGolzowGusow-PlatkowHeckelberg-BrunowHöhenlandHoppegartenKüstriner VorlandLebusLetschinLietzenLindendorfMärkische HöheMünchebergNeuenhagen bei BerlinNeuhardenbergNeulewinNeutrebbinOberbarnimOderauePetershagen/EggersdorfPodelzigPrötzelRehfeldeReichenow-MöglinReitweinRüdersdorf bei BerlinSeelowStrausbergTreplinVierlindenWaldsieversdorfWriezenZechinZeschdorfBrandenburgKarte
Über dieses Bild
Dorfkirche Vogelsdorf

Fredersdorf-Vogelsdorf ist eine Gemeinde im Landkreis Märkisch-Oderland in Brandenburg. Sie entstand 1993 aus den vormals selbstständigen Gemeinden Fredersdorf und Vogelsdorf.


Gemeindegliederung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Für die Gemeinde Fredersdorf-Vogelsdorf sind drei Ortsteile ausgewiesen:

  • Fredersdorf Nord
  • Fredersdorf Süd
  • Vogelsdorf

Hinzu kommet der Wohnplatz Kolonie Fredersdorf.[2]

Das Fredersdorfer Mühlenfließ trennt Fredersdorf Süd von Vogelsdorf. Fredersdorf Nord wird von Fredersdorf Süd durch die Ostbahn getrennt.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Jahr 1376 wurden die Dörfer Fredersdorf und Vogelsdorf im Landbuch von Kaiser Karl IV. erstmals erwähnt.[3] Die wenigen bäuerlichen Einwohner wurden zwischen dem 15. und 17. Jahrhundert mehrfach von Kriegen und Krankheiten heimgesucht, ihre Häuser und Kirchen zerstört. 1710 und 1714 bauten die Dörfler ihre Kirchen aus Stein neu auf. Im Jahre 1712 ließ Siegmund von Görtzke ein Rittergut mit Herrenhaus („Schloss Fredersdorf“) bauen. Als Gutsbesitzer traten in den beiden Dörfern die Familien von Görtzke, von Podewils, Henry, Torganey, Verdrieß, von Bothe und Bohm auf.

1835 erwarb Carl Gottlob Bohm die Fredersdorfer Mühle. Ab etwa 1840 baute er seinen Betrieb in Fredersdorf immer weiter aus, neben der Mühle entstanden nun eine Eisengießerei und eine Maschinenfabrik. Er baute in seiner Fabrik Maschinen etwa zum Glätten von Marmor oder für den Bergbau. Am bekanntesten war die Mitwirkung an der Errichtung der Berliner Siegessäule. Später stellte Bohm seinem Betrieb auf die Herstellung von Apparaturen für die Spirituosenherstellung um. Er beschleunigte die Entwicklung des Ortes. Er vererbte die Fabrik an seine Söhne Paul Bohm (Schloss-Bohm) und Otto Bohm (Fabrik-Bohm). Nach dem Zweiten Weltkrieg wurden der Schloss- und Gutsbesitzer Paul Bohm und der Fabrikbesitzer Otto Bohm enteignet. Das Schloss wurde bis 1962 von sowjetischen Truppen für Truppenübungen genutzt und 1990 abgerissen. Heute befindet sich hier das Seniorenheim „Katharinenhof im Schloßgarten“.

1867 wurde die Ostbahn fertiggestellt. Am 15. September 1872 wurde die Station Petershagen (1875 in Fredersdorf umbenannt) eröffnet, wodurch auch Fredersdorf und Vogelsdorf einen Anschluss an das deutsche Eisenbahnnetz erhielten und ein industrielles und wirtschaftliches Wachstum begann. Fredersdorf baute für seine Kommunalverwaltung 1937 ein neues Rathaus.

1957 wurde ein kleiner Bereich von Altlandsberg (Altlandsberg-Süd) in die Gemeinde Fredersdorf einbezogen. 1993 erfolgte ein Zusammenschluss der bis dahin selbstständigen Dörfer zur Gemeinde Fredersdorf-Vogelsdorf mit einer Gesamteinwohnerzahl von etwa 7000. Seitdem wuchs die Bevölkerung um etwa 85 Prozent.

Fredersdorf und Vogelsdorf gehörten seit 1816 zum Landkreis Niederbarnim in der Provinz Brandenburg und ab 1952 zum Kreis Strausberg (bis 1990 im DDR-Bezirk Frankfurt (Oder), 1990–1993 im Land Brandenburg). Seit der Kreisreform 1993 liegt die Gemeinde im Landkreis Märkisch-Oderland.

Bevölkerungsentwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einwohnerentwicklung von Fredersdorf-Vogelsdorf von 1875 bis 2017 nach nebenstehender Tabelle

Jahr

Fredersdorf

Vogelsdorf
1875 0 550 0 309
1890 0 677 0 307
1910 1 359 0 407
1925 1 876 0 794
1933 3 096 1 260
1939 4 063 1 489
1946 4 352 1 505
1950 4 332 1 556
1964 6 442 1 481
1971 6 558 1 478
1981 5 995 1 332
1985 5 889 1 291
1989 5 680 1 290
1990 5 568 1 297
1991 5 564 1 310
1992 5 548 1 316

Jahr
Fredersdorf-
Vogelsdorf
1993 07 052
1994 07 261
1995 07 740
1996 08 210
1997 08 999
1998 09 885
1999 10 638
2000 11 069
2001 11 359
2002 11 672
2003 12 000
2004 12 223
2005 12 401
2006 12 549
2007 12 604
2008 12 678

Jahr
Fredersdorf-
Vogelsdorf
2009 12 805
2010 12 801
2011 12 532
2012 12 626
2013 12 771
2014 12 879
2015 13 104
2016 13 572
2017 13 761
2018 13 873
2019 14 109

Gebietsstand des jeweiligen Jahres, Einwohnerzahl:[4][5][6] Stand 31. Dezember (ab 1991), ab 2011 auf Basis des Zensus 2011

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gemeindevertretung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Gemeindevertretung besteht aus 22 Gemeindevertretern und dem hauptamtlichen Bürgermeister bei folgender Sitzverteilung:

Partei / Wählergruppe Sitze
CDU 5
AfD 3
Die Linke 3
W.I.R. „Gemeinsam für Fredersdorf-Vogelsdorf“ 3
SPD 2
Bündnis 90/Die Grünen 2
Bürgerforum Fredersdorf-Vogelsdorf 2
FDP 1
Wählergruppe „Für unsere Dörfer“ 1

(Stand: Kommunalwahl am 26. Mai 2019)[7]

Von 11.877 Wahlberechtigten gaben 60,9 % ihre Stimme ab.

Bürgermeister[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bei der Bürgermeisterwahl am 27. September 2015 wurde Krieger als neuer Bürgermeister für eine Amtsdauer von acht Jahren[9] gewählt. Er erhielt 52,4 Prozent der gültigen Stimmen bei einer Wahlbeteiligung von 44,3 Prozent. Der vorherige Amtsinhaber Klett wurde abgewählt. Auf ihn entfielen 30,3 Prozent der gültigen Stimmen.[10]

Wappen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Wappen wurde am 21. Juli 1994 genehmigt. Blasonierung: „Im von Gold und Grün gespaltenen Schild eine bewurzelte, mit Blättern und Früchten versehene Eiche in verwechselten Farben, belegt mit einer roten gestürzten und gekürzten Spitze, darin in Gold ein Vogel auf einem Ast.“[11]

Partnerschaften[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Daneben existieren langjährige Kontakte zur polnischen Stadt Swarzędz.[12]

Beiräte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In Fredersdorf-Vogelsdorf existieren zurzeit drei Beiräte. Der Seniorenbeirat kümmert sich um die Interessen der Senioren im Ort, zudem veranstaltet er regelmäßig Veranstaltungen. Der Bürgerbeirat Fredersdorf-Nord (kurz: BBFN) schafft ein Gehör bei der Verwaltung für die Bewohner des Ortsteils Fredersdorf-Nord. Der Kinder- und Jugendbeirat Fredersdorf-Vogelsdorf (kurz: KJBF) ist für die Vertretung der Interessen der Kinder und Jugendlichen im Ort zuständig. Er kümmert sich z. B. um die Mitgestaltung von Spielplätzen und Schulen und sorgt sich um die Schulwegsicherheit.

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In der Liste der Baudenkmale in Fredersdorf-Vogelsdorf stehen die in der Denkmalliste des Landes Brandenburg eingetragenen Baudenkmale.

Evangelische Dorfkirche Fredersdorf
Reste des Rittergutes: Taubenturm und (im Hintergrund) der Kuhstall
  • Dorfkirche Fredersdorf:
    Die Kirche existiert bereits seit dem 15. Jahrhundert, wurde im Dreißigjährigen Krieg jedoch zerstört. Der damalige Patron des Dorfes, Hans Sigismund von Görtzke, finanzierte in den Jahren 1708/09 den Wiederaufbau. Der Kirchturm wurde 1801 komplett renoviert. Vor der Südseite des Gotteshauses steht der Grabstein des 1712 verstorbenen Rittmeisters von Walwitz, daneben ein Denkmal für die Gefallenen des Ersten Weltkrieges. In einer Gruft unterhalb des Turms befinden sich zehn Särge mit den verstorbenen Angehörigen des Görtzkeschen Geschlechtes. Bemerkenswert ist ein geschnitzter barocker Kanzelaltar im Kircheninneren.[13]
  • Dorfkirche Vogelsdorf
  • Rathaus
  • Bahnhof Fredersdorf (b Berlin) mit Fußgängerbrücke (Verbindung von Fredersdorf Nord und Süd)
  • Mausoleum der Familie Heinrich Graf von Podewils
  • Taubenturm aus der Zeit der Erbauung der Dorfkirche. Er wurde restauriert, erhielt ein neues Dach und beherbergt heute ein kleines Museum für handwerkliche Geräte
  • Mahnmal von 1951 für die Opfer des Faschismus an der Lindenallee am Platz der Freiheit von dem Bildhauer Gente
  • Radrennbahn Fredersdorf, 1956 erbaut und inzwischen renoviert
  • Gutshof, ehemaliges Zentrum der Gemeinde, verfallen, wird von den Bürgern und Heimatverein in Eigenregie restauriert
  • Evangelischer Friedhof Fredersdorf-Süd: Friedhofskapelle, Erbbegräbnis der Familie Bohm und Lindenallee

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ein wichtiger Einzelhandelsstandort ist das Multicenter in Vogelsdorf. Unter anderen sind hier Filialen von Möbel Kraft, Hornbach, Kaufland und Aldi Nord ansässig. Als gesonderter Wirtschaftsfaktor haben sich die beiden Seniorenheime in Fredersdorf entwickelt. Der „Katharinenhof am Dorfanger“ ist ein Heim für demente Personen und besitzt eines von fünf Gütesiegeln in Deutschland für diese besondere Pflege.

Bahnhof Fredersdorf (b Berlin) mit Fußgängerbrücke, die Fredersdorf Nord und Fredersdorf Süd verbindet
Bahnsteig des Bahnhofs Fredersdorf (b Berlin)
S-Bahn in Fredersdorf (b Berlin)

Verkehr

Die auf gemeinsamer Trasse geführten Bundesstraßen B 1 / B 5 verbinden Fredersdorf-Vogelsdorf nach Osten mit Küstrin in Polen und Frankfurt (Oder), nach Westen mit Berlin. Die Landesstraße L 30 zwischen Altlandsberg und Rüdersdorf durchquert das Gemeindegebiet in Nord-Süd-Richtung. Die Autobahnanschlussstelle Berlin-Hellersdorf der A 10 (östlicher Berliner Ring) befindet sich etwa vier Kilometer südwestlich des Ortszentrums.

Der Bahnhof Fredersdorf (b Berlin) an der Preußischen Ostbahn wird von der Linie S5 der Berliner S-Bahn von Berlin-Spandau nach Strausberg Nord bedient. Auf der Bahnstrecke Fredersdorf–Rüdersdorf, die hier abzweigte, ist der Personenverkehr seit 1965 eingestellt.

Der Ortsteil Vogelsdorf wird durch die Buslinie 951 der Busverkehr Märkisch-Oderland GmbH erschlossen.

Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Commons: Fredersdorf-Vogelsdorf – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Bevölkerung im Land Brandenburg nach amtsfreien Gemeinden, Ämtern und Gemeinden 31. Dezember 2019 (XLSX-Datei; 223 KB) (Fortgeschriebene amtliche Einwohnerzahlen) (Hilfe dazu).
  2. Dienstleistungsportal der Landesverwaltung Brandenburg. Gemeinde Fredersdorf-Vogelsdorf
  3. Tafel zur Geschichte des heutigen Ortes
  4. Historisches Gemeindeverzeichnis des Landes Brandenburg 1875 bis 2005. Landkreis Märkisch-Oderland. S. 22–25
  5. Bevölkerung im Land Brandenburg von 1991 bis 2015 nach Kreisfreien Städten, Landkreisen und Gemeinden, Tabelle 7
  6. Amt für Statistik Berlin-Brandenburg (Hrsg.): Statistischer Bericht A I 7, A II 3, A III 3. Bevölkerungsentwicklung und Bevölkerungsstand im Land Brandenburg (jeweilige Ausgaben des Monats Dezember)
  7. Ergebnis der Kommunalwahl am 26. Mai 2019
  8. Neujahrsempfang und Verabschiedung von Bürgermeister Wolfgang Thamm. In: Ortsblatt Fredersdorf-Vogelsdorf, 21. Februar 2008, S. 1
  9. Brandenburgisches Kommunalwahlgesetz, § 74
  10. Ergebnis der Bürgermeisterwahl am 27. September 2015
  11. Wappenangaben auf dem Dienstleistungsportal der Landesverwaltung des Landes Brandenburg
  12. Städtepartnerschaften Vogelsdorf-Fredersdorf (Memento vom 1. September 2013 im Internet Archive)
  13. Homepage des Heimatvereins mit einem kurzen Abriss der Ortsgeschichte (Memento des Originals vom 28. August 2016 im Internet Archive)  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/heimatverein-fredersdorf-vogelsdorf.de
  14. a b c d Manfred Kliem: Ortschronik Fredersdorf-Vogelsdorf 1835 bis 1933. DAKAPO, Berlin 2009, S. 36–42.
  15. Die Geschichte von Fredersdorf-Vogelsdorf (Memento des Originals vom 28. August 2016 im Internet Archive)  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/heimatverein-fredersdorf-vogelsdorf.de auf der Website des Heimatvereins Fredersdorf-Vogelsdorf
  16. Nachruf für Dr. Manfred Kliem auf heimatverein-fredersdorf-vogelsdorf.de
  17. Hans Weber auf www.literaturport.de