Fredersdorf-Vogelsdorf

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Gemeinde Fredersdorf-Vogelsdorf
Fredersdorf-Vogelsdorf
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Fredersdorf-Vogelsdorf hervorgehoben
Koordinaten: 52° 31′ N, 13° 45′ O
Basisdaten
Bundesland: Brandenburg
Landkreis: Märkisch-Oderland
Höhe: 50 m ü. NHN
Fläche: 16,42 km2
Einwohner: 13.104 (31. Dez. 2015)[1]
Bevölkerungsdichte: 798 Einwohner je km2
Postleitzahl: 15370
Vorwahl: 033439
Kfz-Kennzeichen: MOL, FRW, SEE, SRB
Gemeindeschlüssel: 12 0 64 136
Gemeindegliederung: 3 Ortsteile
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Lindenallee 3
15370 Fredersdorf-Vogelsdorf
Webpräsenz: www.fredersdorf-vogelsdorf.de
Bürgermeister: Thomas Krieger (CDU)
Lage der Gemeinde Fredersdorf-Vogelsdorf im Landkreis Märkisch-Oderland
Altlandsberg Alt Tucheband Bad Freienwalde Beiersdorf-Freudenberg Bleyen-Genschmar Bliesdorf Buckow Falkenberg Falkenhagen Fichtenhöhe Fredersdorf-Vogelsdorf Garzau-Garzin Golzow Gusow-Platkow Heckelberg-Brunow Höhenland Hoppegarten Küstriner Vorland Lebus Letschin Lietzen Lindendorf Märkische Höhe Müncheberg Neuenhagen bei Berlin Neuhardenberg Neulewin Neutrebbin Oberbarnim Oderaue Petershagen/Eggersdorf Podelzig Prötzel Rehfelde Reichenow-Möglin Reitwein Rüdersdorf bei Berlin Seelow Strausberg Treplin Vierlinden Waldsieversdorf Wriezen Zechin Zeschdorf BrandenburgKarte
Über dieses Bild
Dorfkirche Vogelsdorf

Fredersdorf-Vogelsdorf ist eine Gemeinde im Landkreis Märkisch-Oderland in Brandenburg. Sie entstand 1993 aus den vormals selbstständigen Gemeinden Fredersdorf und Vogelsdorf.

Geografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gemeindegliederung

Für die Gemeinde Fredersdorf-Vogelsdorf sind drei Gemeindeteile ausgewiesen:

  • Fredersdorf Nord
  • Fredersdorf Süd
  • Vogelsdorf

Das Fredersdorfer Mühlenfließ trennt Fredersdorf Süd von Vogelsdorf. Fredersdorf Nord wird von Fredersdorf Süd durch die Ostbahn getrennt.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

1376 wurden die Dörfer Fredersdorf und Vogelsdorf im Landbuch von Kaiser Karl IV. erstmals erwähnt.[2] Die wenigen bäuerlichen Einwohner wurden zwischen dem 15. und 17. Jahrhundert mehrfach von Kriegen und Krankheiten heimgesucht, ihre Häuser und Kirchen zerstört. 1710 und 1714 bauten die Dörfler ihre Kirchen aus Stein neu auf. Im Jahre 1712 ließ Siegmund von Görtzke ein Rittergut mit Herrenhaus („Schloss Fredersdorf“) bauen. Als Gutsbesitzer traten in den beiden Dörfern die Familien von Görtzke, von Podewils, Henry, Torganey, Verdrieß, von Bothe und Bohm auf.

1835 erwarb Carl Gottlob Bohm die Fredersdorfer Mühle. Ab etwa 1840 baute er seinen Betrieb in Fredersdorf immer weiter aus, neben der Mühle entstanden nun eine Eisengießerei und eine Maschinenfabrik. Er baute in seiner Fabrik Maschinen etwa zum Glätten von Marmor oder für den Bergbau. Am bekanntesten war die Mitwirkung an der Errichtung der Berliner Siegessäule. Später stellte Bohm seinem Betrieb auf die Herstellung von Apparaturen für die Spirituosenherstellung um. Er beschleunigte die Entwicklung des Ortes. Er vererbte die Fabrik an seine Söhne Paul Bohm (Schloss-Bohm) und Otto Bohm (Fabrik-Bohm). Nach dem Zweiten Weltkrieg wurden der Schloss- und Gutsbesitzer Paul Bohm und der Fabrikbesitzer Otto Bohm enteignet. Das Schloss wurde bis 1962 von sowjetischen Truppen für Truppenübungen genutzt und 1990 abgerissen. Heute befindet sich hier das Seniorenheim "Katharinenhof im Schloßgarten".

1867  wurde die Preußische Ostbahn fertiggestellt. Am 15. September 1872 wurde die Station Petershagen (1875 in Fredersdorf umbenannt) eröffnet, wodurch auch Fredersdorf und Vogelsdorf einen Anschluss an das deutsche Eisenbahnnetz erhielten und ein industrielles und wirtschaftliches Wachstum begann. Fredersdorf baute für seine Kommunalverwaltung 1937 ein neues Rathaus.

1957 wurde ein kleiner Bereich von Altlandsberg (Altlandsberg-Süd) in die Gemeinde Fredersdorf einbezogen. 1993 erfolgte ein Zusammenschluss der bis dahin selbstständigen Dörfer zur Gemeinde Fredersdorf-Vogelsdorf mit einer Gesamteinwohnerzahl von etwa 7000. Seitdem wuchs die Bevölkerung um etwa 85 Prozent.

Bevölkerung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]


Jahr

Fredersdorf

Vogelsdorf
1875 550 309
1890 677 307
1910 1 359 407
1925 1 876 794
1933 3 096 1 260
1939 4 063 1 489
1946 4 352 1 505
1950 4 332 1 556

Jahr

Fredersdorf

Vogelsdorf
1964 6 442 1 481
1971 6 558 1 478
1981 5 995 1 332
1985 5 889 1 291
1989 5 680 1 290
1990 5 568 1 297
1991 5 564 1 310
1992 5 548 1 316

Jahr
Fredersdorf-
Vogelsdorf
1993 7 052
1994 7 261
1995 7 740
1996 8 210
1997 8 999
1998 9 885
1999 10 638
2000 11 069
2001 11 359
2002 11 672
2003 12 000
2004 12 223

Jahr
Fredersdorf-
Vogelsdorf
2005 12 401
2006 12 549
2007 12 604
2008 12 678
2009 12 805
2010 12 801
2011 12 532
2012 12 626
2013 12 771
2014 12 879
2015 13 104

Gebietsstand des jeweiligen Jahres[3][4], ab 2011 auf Basis des Zensus 2011

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gemeindevertretung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Gemeindevertretung besteht aus 22 Gemeindevertretern und dem hauptamtlichen Bürgermeister bei folgender Sitzverteilung:

  • Die Linke: 5 Sitze
  • CDU: 5 Sitze
  • SPD: 4 Sitze
  • W.I.R. „Gemeinsam für Fredersdorf-Vogelsdorf“: 4 Sitze
  • AfD: 2 Sitze
  • Bürgerallianz (BA): 1 Sitz
  • Einzelbewerber Detlef Nagel: 1 Sitz

(Stand: Kommunalwahl am 25. Mai 2014)[5] Von 11.178 Wahlberechtigten gaben 44,0 % ihre Stimme ab.

Bürgermeister[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bei der Bürgermeisterwahl am 27. September 2015 wurde Thomas Krieger (CDU) als neuer Bürgermeister für eine Amtsdauer von acht Jahren gewählt. Er erhielt 52,4 Prozent der gültigen Stimmen bei einer Wahlbeteiligung von 44,3 Prozent. Der bisherige Amtsinhaber Uwe Klett (DIE LINKE) wurde abgewählt. Auf ihn entfielen 30,3 Prozent der gültigen Stimmen.[6]

Wappen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Wappen wurde am 21. Juli 1994 genehmigt. Blasonierung: „Im von Gold und Grün gespaltenen Schild eine bewurzelte, mit Blättern und Früchten versehene Eiche in verwechselten Farben, belegt mit einer roten gestürzten und gekürzten Spitze, darin in Gold ein Vogel auf einem Ast.“[7]

Partnerschaften[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Daneben existieren langjährige Kontakte zur polnischen Stadt Swarzędz.[8]

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In der Liste der Baudenkmale in Fredersdorf-Vogelsdorf stehen die in der Denkmalliste des Landes Brandenburg eingetragenen Baudenkmale.

Evangelische Dorfkirche Fredersdorf
Reste des Rittergutes: Taubenturm und (im Hintergrund) der Kuhstall
  • Dorfkirche Fredersdorf:
    Die Kirche existiert bereits seit dem 15. Jahrhundert, wurde im Dreißigjährigen Krieg jedoch zerstört. Der damalige Patron des Dorfes, Hans Sigismund von Görtzke, finanzierte in den Jahren 1708/09 den Wiederaufbau. Der Kirchturm wurde 1801 komplett renoviert. Vor der Südseite des Gotteshauses steht der Grabstein des 1712 verstorbenen Rittmeisters von Walwitz, daneben ein Denkmal für die Gefallenen des Ersten Weltkrieges. In einer Gruft unterhalb des Turms befinden sich zehn Särge mit den verstorbenen Angehörigen des Görtzkeschen Geschlechtes. Bemerkenswert ist ein geschnitzter barocker Kanzelaltar im Kircheninneren.[9]
  • Dorfkirche Vogelsdorf
  • Rathaus
  • Bahnhof Fredersdorf (b Berlin) mit Fußgängerbrücke (Verbindung von Fredersdorf Nord und Süd)
  • Mausoleum der Familie Heinrich Graf von Podewils
  • Taubenturm aus der Zeit der Erbauung der Dorfkirche. Er wurde restauriert, erhielt ein neues Dach und beherbergt heute ein kleines Museum für handwerkliche Geräte
  • Mahnmal von 1951 für die Opfer des Faschismus an der Lindenallee am Platz der Freiheit von dem Bildhauer Gente
  • Radrennbahn Fredersdorf, 1956 erbaut und inzwischen renoviert
  • Gutshof, ehemaliges Zentrum der Gemeinde, verfallen, wird von den Bürgern und Heimatverein in Eigenregie restauriert
  • Evangelischer Friedhof Fredersdorf-Süd: Friedhofskapelle, Erbbegräbnis der Familie Bohm und Lindenallee

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ein wichtiger Einzelhandelsstandort ist das Multicenter in Vogelsdorf. Unter anderen sind hier Filialen von Möbel Kraft, Hornbach, Kaufland und Aldi Nord ansässig. Als gesonderter Wirtschaftsfaktor haben sich die beiden Seniorenheime in Fredersdorf entwickelt. Der „Katharinenhof am Dorfanger“ ist ein Heim für demente Personen und besitzt eines von fünf Gütesiegeln in Deutschland für diese besondere Pflege.

Bahnhof Fredersdorf (b Berlin) mit Fußgängerbrücke, die Fredersdorf Nord und Fredersdorf Süd verbindet
Bahnsteige des Bahnhof Fredersdorf (b Berlin). Der Bahnhof besitzt keine Oberleitungen.
S-Bahn in Fredersdorf (b Berlin)
Verkehr

Die Bundesstraße 1 / 5 verbindet Fredersdorf-Vogelsdorf nach Osten mit Küstrin in Polen und Frankfurt (Oder), nach Westen mit Berlin. Die Landesstraße L 30 zwischen Altlandsberg und Rüdersdorf durchquert das Gemeindegebiet in Nord-Süd-Richtung. Die Autobahnanschlussstelle Berlin-Hellersdorf der A 10 (östlicher Berliner Ring) befindet sich etwa vier Kilometer südwestlich des Ortszentrums.

Der Bahnhof Fredersdorf (b Berlin) an der Preußischen Ostbahn wird von der Linie S5 der Berliner S-Bahn von Berlin-Spandau nach Strausberg Nord bedient. Auf der Bahnstrecke Fredersdorf–Rüdersdorf, die hier abzweigte, ist der Personenverkehr seit 1965 eingestellt.

Der Ortsteil Vogelsdorf wird durch die Buslinie 951 der Busverkehr Märkisch-Oderland GmbH erschlossen.

Motorisierung 2008 2009 2010 2011 2012 2013 2014
Zugelassene PKW (zum 1.1.)[10] 6 684 6 852 7 063 7 182 7 305 7 418 7 562
PKW je 1.000 Einwohner (31.12. des Vorjahres) 530 540 552 561 583 588 592

Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Fredersdorf-Vogelsdorf – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Bevölkerung im Land Brandenburg nach amtsfreien Gemeinden, Ämtern und Gemeinden 31. Dezember 2015 (XLS-Datei; 83 KB) (Fortgeschriebene amtliche Einwohnerzahlen) (Hilfe dazu).
  2. Tafel zur Geschichte des heutigen Ortes
  3. Historisches Gemeindeverzeichnis des Landes Brandenburg 1875 bis 2005. Landkreis Märkisch-Oderland. S. 22-25
  4. Bevölkerung im Land Brandenburg von 1991 bis 2015 nach Kreisfreien Städten, Landkreisen und Gemeinden, Tabelle 7
  5. Ergebnis der Kommunalwahl vom 25. Mai 2014
  6. Ergebnis der Bürgermeisterwahl am 27. September 2015
  7. Wappenangaben auf dem Dienstleistungsportal der Landesverwaltung des Landes Brandenburg
  8. Städtepartnerschaften Vogelsdorf-Fredersdorf
  9. Homepage des Heimatvereins mit einem kurzen Abriss der Ortsgeschichte
  10. Kraftfahrt-Bundesamt Statistik Fz3
  11. a b c d Manfred Kliem: Ortschronik Fredersdorf-Vogelsdorf 1835 bis 1933 , DAKAPO, Berlin 2009, S. 36–42
  12. Die Geschichte von Fredersdorf-Vogelsdorf auf der Website des Heimatvereins Fredersdorf-Vogelsdorf