FreeRTOS

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FreeRTOS
Logo freeRTOS.png
Entwickler Richard Barry, Amazon
Lizenz(en) 10: MIT, davor modifizierte GPLv2
Akt. Version 10.1.1[1] (7. September 2018)
Kernel Microkernel
Website www.freertos.org

FreeRTOS ist ein Echtzeitbetriebssystem für eingebettete Systeme. Es basiert auf einer Mikrokernelarchitektur und wurde auf verschiedene Mikrocontroller portiert.

Merkmale[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Um eine gute Wartbarkeit zu gewährleisten, wird FreeRTOS weitestgehend in C entwickelt, lediglich wenige Funktionen sind in Assembler realisiert. Der Scheduler ist konfigurierbar, so dass präemptiver und kooperativer Betrieb möglich ist. Das Betriebssystem unterstützt ab der Version 4 zwei verschiedene Taskklassen. „Echte“ Tasks und Koroutinen, denen nur wenig Speicher zur Verfügung steht. „Event Flags“ werden unter der Bezeichnung „Binary Semaphore“ angeboten.[2] Mutexe sind in neueren Versionen vorhanden.[3]

Dem Paket zum Herunterladen liegen fertige Konfigurationen für diverse Architekturen und diverse Compilerumgebungen bei. Weiterhin liegen diverse Demos (z. B. ein IP-Stack) bei. Auf FreeRTOS.org befindet sich umfangreiche Dokumentation zu FreeRTOS, Anleitungen („tutorials“) sowie Dokumentation über den Aufbau eines RTOS und ein Vergleich der Implementationen auf verschiedenen Mikrocontrollern.

Unterstützte Architekturen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Unterstützte Prozessorarchitekturen:

Weitere beigetragene Portierungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Lizenz[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

FreeRTOS stand unter einer modifizierten GPL. Die Modifikation schränkt die Nutzung von FreeRTOS ein (z. B. dürfen keine Benchmarkergebnisse veröffentlicht werden), womit FreeRTOS keine Free/Libre Open Source Software ist. Durch die Modifikation der GPL braucht unter FreeRTOS laufende Applikationssoftware nicht auch unter die GPL gestellt zu werden, wodurch sich das Betriebssystem auch für nichtfreie Projekte eignet. Bedingungen sind, dass der Endanwender von der FreeRTOS-Nutzung informiert wird, falls Quellcode verbreitet wird, und dass der Quellcode vom evtl. bearbeiteten RTOS-Kernel herausgegeben werden muss.[4]

Seit Version 10, die 2017 veröffentlicht wurde, steht die Software unter der MIT-Lizenz.[5]

Verwandte Projekte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Als ergänzendes Produkt zu FreeRTOS wurde SafeRTOS entwickelt: Bei ansonsten gleicher Funktionalität beinhaltet es einmalig konzipierte, sicherheitskritische Ergänzungen. Das FreeRTOS-Funktionsmodell wurde dazu einem PAAG-Verfahren unterzogen und dabei identifizierte Schwächen sowohl im Funktionsmodell- als auch in der API beseitigt. Die daraus resultierenden Anforderungen wurden dem "IEC 61508 SIL3"-Entwicklungszyklus unterzogen – dem für eine Softwarekomponente anspruchsvollsten Zyklus. SafeRTOS ist vom TÜV Süd bis Sicherheitsanforderungsstufe SIL 3 zertifiziert.

Als OpenRTOS wird der FreeRTOS-Code mit alternativer Lizenz angeboten. Die OpenRTOS-Lizenz entfernt alle Verweise zur GPL und deren Implikationen. Der RTOS-Kernel darf modifiziert werden, ohne dass der modifizierte Code offengelegt werden muss. Zudem wird OpenRTOS-Anwendern kommerzielle technische Unterstützung angeboten.

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. www.freertos.org. (abgerufen am 22. Januar 2019).
  2. http://www.freertos.org/Embedded-RTOS-Binary-Semaphores.html
  3. http://www.freertos.org/Inter-Task-Communication.html#Mutexes FreeRTOS Inter-Task-Communication with Mutexes
  4. License Details
  5. Announcing FreeRTOS Kernel Version 10. 29. November 2017, abgerufen am 5. Juli 2019 (englisch).

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]