Free Guy

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Film
Deutscher TitelFree Guy
OriginaltitelFree Guy
Produktionsland USA
Originalsprache Englisch
Erscheinungsjahr 2021
Länge 115 Minuten
Altersfreigabe FSK 12[1]
Stab
Regie Shawn Levy
Drehbuch Matt Lieberman,
Zak Penn
Produktion Greg Berlanti,
Adam Kolbrenner,
Shawn Levy,
Ryan Reynolds,
Sarah Schechter
Musik Christophe Beck
Kamera George Richmond
Schnitt Dean Zimmerman
Besetzung
Synchronisation

Free Guy ist eine US-amerikanische Science-Fiction-Action-Komödie von Shawn Levy, die am 13. August 2021 in die US-amerikanischen Kinos kam. Im Film spielt Ryan Reynolds in der Titelrolle einen Nicht-Spieler-Charakter in einem Open-World-Videospiel, der nicht weiß, dass die Welt, in der er lebt, nicht real ist.

Handlung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Guy lebt in einer glitzernden Metropole namens „Free City“, wo er jeden Morgen aus dem Bett springt, Mariah Careys Fantasy hört, ein frisches blaues Hemd anzieht und sich auf den Weg zu seinem Job macht. Er arbeitet in einer Bank, in der auch sein bester Freund Buddy als Sicherheitsmann tätig ist. Guy ist mit dieser Routine zufrieden und ist nicht überrascht, wenn ihn Bankräuber auf der Arbeit überfallen, was mehrmals am Tag passiert. Was ihm allerdings in seinem Leben fehlt, ist eine Frau an seiner Seite.

Er weiß nicht, dass er lediglich ein Nicht-Spieler-Charakter (NPC) in dem Open-World-Videospiel Free City des Publishers Soonami ist. Chef des Publishers ist der extrovertierte Antwan. In „Free City“ sind die „Sonnenbrillenmenschen“ die Helden, und alle NPCs wie Guy leben ihr unbeschwertes, aber belangloses Leben in einer Endlosschleife.

Guys tägliche Routine wird gestört, als er auf Molotovgirl trifft, die sein Lieblingslied singt. Molotovgirl ist in der realen Welt die Programmiererin Millie. Sie entwickelte zusammen mit ihrem früheren Geschäftspartner Keys das Videospiel Life Itself, das von Antwan aufgekauft, aber nie veröffentlicht wurde. Millie ist überzeugt, dass Free City auf dem Code ihres einstigen Spiels aufbaut, und reicht eine Klage gegen Antwan ein. Sie sucht im Spiel Beweise dafür, dass der Code ihres Programms weiter genutzt wird. Keys arbeitet für Antwan in dessen Beschwerdeabteilung.

Durch seine Begegnung mit Molotovgirl beflügelt, beginnt Guy seine eigene Persönlichkeit zu entwickeln. Er überwältigt einen der Bankräuber und bemächtigt sich seiner Sonnenbrille, wodurch er „Free City“ im Head-up-Display-Modus sehen kann. Keys und sein Kollege Mouser vermuten einen Hacker hinter Guy. Dieser animiert auch andere Nicht-Spieler-Charaktere, über ihr Handeln zu reflektieren, und schafft es, Molotovgirl ausfindig zu machen und anzusprechen. Sie hält ihn für einen Noob und trägt ihm auf, sich mindestens zu Level 100 hochzuarbeiten. Anders als im Spiel üblich levelt sich Guy durch gute Taten nach oben und wird als „Blue Shirt Guy“ in der Spielercommunity bekannt. Antwan sieht darin eine gute Werbung für das Nachfolgespiel Free City 2 und lässt ihn gewähren.

Millie hat derweil im Spiel Hinweise gefunden, dass ein Spieler in seinem virtuellen Lagerhaus einen Videoclip aufbewahrt, der die Existenz ihres Codes beweist. Als sie als Molotovgirl mit Hilfe von Keys in das Versteck einbricht und angegriffen wird, kommt ihr Guy zu Hilfe. Bei einem romantischen Abend mit Bubblegum-Eis und Schaukeln kommen sie sich näher und küssen sich. Keys findet derweil heraus, dass Guy tatsächlich ein NPC ist. Der Code von Life Itself ermöglichte es, dass er sich zu einer wirklichen KI entwickeln konnte. Da mit dem Start des Sequels Free City überschrieben wird, drohen jedoch jegliche Beweise zu verschwinden.

Molotovgirl erklärt Guy, dass seine Welt nicht real ist und für immer gelöscht werden könnte. Dieser reagiert aufgebracht. Sein Freund Buddy vermittelt ihm jedoch, dass nichts realer ist, als einem Freund zu helfen, den man liebt. Mit Buddys Hilfe bricht Guy erneut in das virtuelle Lagerhaus ein. Aufgrund Guys Popularität bei der Spielercommunity händigt der Besitzer den Clip freiwillig aus, der die von Millie und Keys entwickelte Welt versteckt in Free City zeigt. Antwan will Guy derweil loswerden, da die Vorverkäufe für das nicht abwärtskompatible Free City 2 einbrechen, und lässt das Spiel neustarten. Hierdurch wird die KI von Guy zurückgesetzt und er erinnert sich nicht mehr an Molotovgirl. Mit einem Kuss schafft sie es jedoch, seine Erinnerungen zu reaktivieren. Guy erkennt die Welt, die im Videoclip zu sehen war, aufgrund einer Spiegelung an der Jalousie seiner Wohnung: Die ursprüngliche Welt von Life Itself ist weiter vorhanden und wurde von Antwan hinter einer physischen Barriere versteckt. Sie müssen diesen Ort erreichen, um zu beweisen, dass Antwan den Code weiterverwendet hat.

Guy und Molotovgirl können die anderen Nicht-Spieler-Charakter überzeugen, aus ihrer Routine auszubrechen. Antwan hat derweil herausgefunden, dass hinter Molotovgirl Millie steckt. Da es nicht gelingt, sie zu bannen, fordert er Mouser auf, die Topografie im Spiel zu verändern, um Guy und Molotovgirl zu töten, doch Keys interveniert seinerseits durch Eingriffe. Schließlich lässt Antwan alle Spieler aus dem Spiel nehmen und schickt Dude, eine nur unvollständig programmierte Kopie von Guy, in das Spiel. Guy gelingt es, Dude abzulenken und eine von Keys heimlich programmierte Brücke zu erreichen, die zu dem Ort führt, den Millie und Keys geschaffen haben. Antwan feuert Keys, der aber noch einen Livestream an alle Spieler starten kann, und begibt sich zu den Servern, um diese mit einer Axt zu zerstören. Mouser stellt ihn zur Rede und erfährt so, dass die Anschuldigungen von Millie tatsächlich der Wahrheit entsprechen. Obwohl die Welt im Spiel durch die Zerstörung zusammenbricht, gelingt es Guy, die Brücke zu überqueren, und die gesamte Welt kann über den Livestream sehen, was sich dort befindet.

Bevor Antwan den letzten Server zerstören kann, stellt ihn Millie und weist ihn darauf hin, dass er überführt wurde. Sie ist bereit, die Klage fallen zu lassen, wenn Antwan ihr das ursprüngliche Spiel übereignet. Antwan behält alle Rechte an „Free City“ und seinem Nachfolger.

„Free City 2“ wird zu einer Katastrophe. Millie, Keys und Mouser bringen ihr eigenes Spiel „Free Life“ auf den Markt, in dem sich die verbliebenen Nicht-Spieler-Charakter aus „Free City“ frei entwickeln können. Millie erkennt, dass Guys Programmierung mit seiner Liebe zu ihr ein Liebesbrief Keys' ist.

Produktion[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Regisseur Shawn Levy

Das Drehbuch von Matt Lieberman landete im Jahr 2016 auf der Black List der besten unverfilmten Ideen Hollywoods.[2] Die Rechte sicherte sich 20th Century Fox.[3] Regie führt Shawn Levy. Der bereits für Ready Player One tätige Zak Penn war gemeinsam mit Lieberman an der Überarbeitung dessen Drehbuch beteiligt.[4]

Die Rolle von Guy wurde mit Ryan Reynolds besetzt. Jodie Comer und Joe Keery spielen die Free-City-Programmierer Millie und Keys, wobei Erstere auch den Avatar Molotovgirl spielt. Comer war bereits in der Fernsehserie Killing Eve als Killerin Villanelle in einer ähnlich angelegten Rolle zu sehen.[5] Einige prominente YouTuber sollen im Film in Nebenrollen und Cameo-Auftritten zu sehen sein, so Tyler „Ninja“ Blevins, Imane „Pokimane“ Anys und Lannan „LazarBeam“ Eacott, während Seán „Jacksepticeye“ McLoughlin den Videospielcharakter Q*bert in einer Szene sprechen wird.[6]

Die Filmmusik komponierte Christophe Beck. Das Soundtrack-Album mit vier Musikstücken von Beck und einer Reihe weiterer Songs wurde am 11. August 2021 von Hollywood Records als Download veröffentlicht und sollte am 13. August 2021 auf Vinyl erscheinen.[7]

Der Film sollte ursprünglich am 2. Juli 2020 in die deutschen[8] und am darauffolgenden Tag in die US-Kinos kommen. Aufgrund der COVID-19-Pandemie wurde der US-Kinostart jedoch zunächst auf den 11. Dezember 2020 verschoben;[9] allerdings wurde auch dieser Termin später abgesagt.[10] Schließlich lief der Film am 13. August 2021 in den US-amerikanischen Kinos an.[11] 45 Tage nach Kinostart sollte der Film auch auf Disney+ verfügbar sein.[12] Die internationale Premiere erfolgte bereits zuvor beim Locarno Film Festival[13], nachdem der Film in den Tagen zuvor bereits in Städten wie London dem Publikum vorgestellt worden war.[14]

Synchronisation[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die deutsche Synchronisation entstand nach einem Dialogbuch und der Dialogregie von Axel Malzacher im Auftrag der FFS Film- & Fernseh-Synchron in Berlin.[15]

Darsteller Synchronsprecher Rolle
Ryan Reynolds Dennis Schmidt-Foß Guy
Taika Waititi Marius Clarén Antwan
Camille Kostek Lea Kalbhenn Bombshell
Lil Rel Howery Daniel Zillmann Buddy
Anabel Graetz Eva-Maria Werth Cat Lady Phyliss
Daniel Middleton Michael Ernst DanTMD
Jonathan De Azevedo Tom Raczko Jonathan
Joe Keery Patrick Baehr Keys
Utkarsh Ambudkar Dirk Stollberg Mouser
Jodie Comer Lena Schmidtke Millie / Molotovgirl
Mike Devine Sven Hasper Officer Johnny

Rezeption[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Kritiken[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Von den bei Rotten Tomatoes erfassten Kritiken sind 82 Prozent positiv bei einer durchschnittlichen Bewertung mit 7,1 von 10 möglichen Punkten.[16] Auf Metacritic erhielt der Film einen Metascore von 64 von 100 möglichen Punkten.[17] Immer wieder wurde der Film dabei mit The Truman Show verglichen, jedoch für die heutige Generation[18], und Guy mit der Figur Neo in The Matrix, weil er nicht weiß, dass die Welt um ihn herum nur eine Simulation ist.[19]

Ryan Reynolds wird in der Rolle von Guy als weitaus weniger anar­ch­isch beschrieben als in Deadpool[20][21]

Peter Debruge von Variety schreibt in seiner Kritik, Free Guy sei nicht der originellste Film aller Zeiten, die Drehbuchautoren Matt Lieberman und Zak Penn erzählten die Geschichte jedoch frisch, wenn sie zeigen, was passiert, wenn sich der NPC Guy in eine Spielerin verliebt. Debruge beschreibt diese Prämisse als Umkehrung derer in Who Framed Roger Rabbit, wobei die Programmiererin Millie, die ihn erschaffen hat und im Spiel als der Avatar Molotovgirl erscheint, Pygmalion-ähnliche Züge habe und sich wie Jeff Bridges' Charakter in Tron in das Spiel einschleiche.[19]

Die Filmkritikerin Antje Wessels schreibt auf ihrem Filmblog, Ryan Reynolds' überschäumende Euphorie sei einfach ansteckend, und so wirke es eben auch überhaupt nicht belehrend, sondern vollends in seiner Charakterzeichnung verhaftet, wenn Guy es sich zum Vorhaben erklärt, seinen Spielstatus hochzuleveln und dadurch vor allem Vorteile im Flirt mit seiner Angebeteten zu erlangen, indem er die brutalen Regeln in Free City kurzerhand aushebelt.[22]

Einspielergebnis[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Free Guy spielte an seinem Startwochenende in den US-Kinos 28,4 Millionen US-Dollar ein und belegte damit Platz eins der Kinocharts. Damit übertraf der Film die Erwartungen von Disney und 20th Century Studios, die ein US-Startergebnis zwischen 17 und 20 Millionen US-Dollar prognostiziert hatten.[23] In Deutschland verzeichnet der Film 450.380 Besucher.[24] Nach seinem Kinostart in China am 27. August 2021 setzte sich Free Guy an die Spitze der dortigen Kinocharts.[25] Die weltweiten Einnahmen des Films belaufen sich auf 327,4 Millionen US-Dollar.[26]

Fortsetzung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zum Kinostart wurde eine Fortsetzung angekündigt.[27]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Freigabebescheinigung für Free Guy. Freiwillige Selbstkontrolle der Filmwirtschaft (PDF; Prüf­nummer: 207666/K).Vorlage:FSK/Wartung/typ nicht gesetzt und Par. 1 länger als 4 Zeichen
  2. Screenplay Review – Free Guy. In: scriptshadow.net, 13. Dezember 2016.
  3. Mike Fleming Jr: Fox Buys ‘Free Guy’ Action Comedy From Matt Lieberman. In: deadline.com, 15. November 2016.
  4. Anthony D'Alessandro und Dino-Ray Ramos: The Black List 2019 Screenplays Unveiled & Ranked: Ken Kobayashi’s Frozen-Time Romance 'Move On' Tops List. In: deadline.com, 16. Dezember 2019.
  5. https://uk.news.yahoo.com/jodie-comer-praises-wonderful-free-201131868.html
  6. Ben Walker: Ninja, Jacksepticeye, Pokimane and more will co-star in Ryan Reynolds’ Free Guy. In: dotesports.com. Abgerufen am 27. März 2020.
  7. 'Free Guy' Soundtrack Album Announced. In: filmmusicreporter.com, 5. August 2021.
  8. Starttermine Deutschland. In: insidekino.com. Abgerufen am 27. März 2020.
  9. Björn Becher: Neuer Termin für „Mulan“, warten auf „Indiana Jones 5“ und ein Film direkt als Stream: Disneys Post-Corona-Plan. In: filmstarts.de, 3. April 2020.
  10. Anthony D’Alessandro: ‘Free Guy’ & ‘Death On The Nile’ Unset: December Theatrical Release Calendar Melts Down. deadline.com, 5. November 2020.
  11. Anthony D’Alessandro: Disney Shifts ‘Black Widow’ & ‘Cruella’ To Day & Date Release In Theaters And Disney+, Jarring Summer Box Office. In: Deadline.com. 23. März 2021, abgerufen am 24. März 2021.
  12. Anthony D’Alessandro & Dade Hayes: ‘Shang-Chi’ & ‘Free Guy’ Sticking To Theatrical Window This Summer; Will Hit Streaming After 45 Days. In: Deadline.com. 13. Mai 2021, abgerufen am 14. Mai 2021.
  13. Scott Roxborough: Locarno Film Festival Unveils Lineup. In: The Hollywood Reporter, 1. Juli 2021.
  14. https://www.dailyadvance.com/news/world/britain-free-guy-premiere/image_ae0b01ec-520d-575a-bf6b-af360203f21e.html
  15. Free Guy in der Deutschen Synchronkartei
  16. Free Guy. In: Rotten Tomatoes. Fandango, abgerufen am 20. August 2021 (englisch).Vorlage:Rotten Tomatoes/Wartung/„importiert aus“ fehlt
  17. Free Guy. In: Metacritic. CBS, abgerufen am 10. August 2021 (englisch).
  18. David Ehrlich: 'Free Guy' Review: Ryan Reynolds Stars in a Video Game Version of 'The Truman Show' That Plays Itself. In: indiewire.com, 5. August 2021.
  19. a b Peter Debruge: 'Free Guy' Review: Ryan Reynolds Levels Up in This Meta-Video Game Rom-Com. In: Variety, 5. August 2021.
  20. Review: In 'Free Guy,' a videogame 'Truman Show'. In: independent.co.uk, 6. August 2021.
  21. Jake Coyle: Review: In 'Free Guy', a videogame 'Truman Show'. In: apnews.com, 5. August 2021.
  22. Antje Wessels: Free Guy. In: wessels-filmkritik.com, 6. August 2021.
  23. Jochen Müller: Kinocharts USA: „Free Guy“ übertrifft Erwartungen deutlich. In: Blickpunkt:Film, 16. August 2021.
  24. Top 100 Deutschland 2021. In: insidekino.com. Abgerufen am 28. September 2021.
  25. Jochen Müller: „Free Guy“ ist neue Nummer eins in China. In: Blickpunkt:Film, 30. August 2021.
  26. Free Guy. In: Box Office Mojo. Abgerufen am 12. Oktober 2021.
  27. Heike Angermaier: Reynolds kündigt Sequel zu „Free Guy“ an. In: Blickpunkt:Film, 16. August 2021.