Free The Nipple (Kampagne)

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Free the Nipple Aktion in Edinburgh
Frau wirbt für Free the Nipple

Free the Nipple ist eine Kampagne, die 2012 während der Vorproduktion des gleichnamigen Films ins Leben gerufen wurde. Die Kampagne hebt die allgemeine Konvention hervor, dass es Männern erlaubt ist, in der Öffentlichkeit oben ohne zu erscheinen, während es für Frauen nicht erlaubt ist dasselbe zu tun und dass dieser Unterschied eine ungerechte Behandlung von Frauen wäre. Die Kampagne argumentiert, dass es für Frauen legal und kulturell akzeptabel sein sollte, ihre Brustwarzen in der Öffentlichkeit zu zeigen[1].

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Jahr 2012 startete Filmemacherin Lina Esco diese Kampagne in New York City. Sie schuf einen Dokumentarfilm über sich selbst, in dem sie oben ohne durch die Straßen von New York läuft. Als der Dokumentarfilm gedreht wurde, veröffentlichte sie Teaser-Clips mit dem Hashtag #FreeTheNipple. Im Jahr 2013 entfernte Facebook diese Clips von seiner Website wegen der Verletzung der Richtlinien. Im Jahr 2014 veröffentlichten einige Prominente wie Miley Cyrus[2], Lena Dunham[3], Chelsea Handler[4], Rihanna[5] und Chrissy Teigen[6] Fotos in sozialen Medien, um ihre Unterstützung für die Initiative von Esco zu zeigen. Zwei Protestierende, Tiernan Hebron und UCSD-Studentin Anni Ma[7][8] wurden am 23. März 2016 wegen Erregung öffentlichen Ärgernisses bei Auftritt von Senator Bernie Sanders verhaftet. Sie erschienen oben ohne mit Klebeband über ihre Brustwarzen und hatten Parolen auf ihre Brust geschrieben. Die Polizisten von Los Angeles baten sie, ihre Brüste zu bedecken, und die beiden Frauen lehnten ab und wurden verhaftet. Sie wurden 25 Stunden im Gefängnis festgehalten, wurden aber keiner Straftat angeklagt. Nachdem sie entlassen wurden, reichte Ma eine Klage gegen die Los Angeles Police Department ein. Ma sagte, dass ihre Handlung nicht unanständig sei, weil Brustdrüsen keine Geschlechtsorgane seien, sondern eher den Zweck haben, Kinder zu stillen und sagte, sie glaube, dass sie zu keinem Zeitpunkt ihre „Genitalien“ oder „privaten Körperteile“ zeigte. Ihr Anwalt argumentierte, sie sei nie „nackt“ gewesen und das kalifornische Gesetz gegen sexuelle Belästigung gelte nur für Genitalien, nicht für Brüste. Ihre Klage erhob auch den Vorwurf, dass ihre verfassungsmäßigen Rechte verletzt worden seien, dass sie einer rechtswidrigen Diskriminierung aufgrund des Geschlechts unterlegen sei und dass die bundesstaatlichen Bürgerrechtsgesetze verletzt worden seien.[9] In der Vergangenheit wurden Frauen manchmal verhaftet oder wegen Erregung öffentlicher Ärgernisses angeklagt bzw. wegen unanständigen Verhaltens, weil sie ihre Brüste in der Öffentlichkeit entblößten. Im Staat New York wurde die weibliche Oben-ohne-Bewegung um 1990 legalisiert. Als 2005 dort eine Frau verhaftet wurde, weil sie in der Öffentlichkeit oben ohne auftrat, entschied ein Gericht zu ihren Gunsten und sie erhielt später 29.000 US-Dollar Schadenersatz.[10] Im Jahr 2015 erhielt die Kampagne Aufmerksamkeit in Island, nachdem eine jugendliche Studentenaktivistin ein Foto von sich selbst oben ohne veröffentlicht hatte und dafür belästigt wurde. Zur Unterstützung der Schülerin und der Initiative veröffentlichte Björt Ólafsdóttir, eine Abgeordnete des Parlaments, aus Solidarität ein Foto von sich selbst.[11]

Gerichtsverfahren[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In verschiedenen Gerichtsverfahren in den USA ging es um die Frage, ob Frauen weibliche Brüste öffentlich zeigen dürfen. Zwei Beispiele sind Erie v. Paps A. M.[12] und Barnes v. Glen Theatre.[13] Diese beinhalteten Verordnungen, die Einschränkungen hinsichtlich des gesetzlich erlaubten Auftretens von Frauen in der Öffentlichkeit vorsahen, wobei das Verbot der öffentlichen Exposition der weiblichen Brüste im Vordergrund stand. Eine Klage wurde eingereicht als Free the Nipple v. Stadt Fort Collins, die ein Versuch war, die Bestimmung in der Gemeindeordnung von Fort Collins Colorado zu entfernen, die Frauen verbietet, ihre Brüste zu enthüllen.[14] Eine einstweilige Verfügung, die Fort Collins verbietet, das Verbot durchzusetzen, ist derzeit in Kraft.[15] Insgesamt gibt es drei US-Bundesstaaten, in denen das bloße Vorzeigen von Frauenbrüsten illegal ist: Indiana, Tennessee und Utah.[16] Vierzehn Bundesstaaten und viele andere Städte haben Gesetze mit mehrdeutigen Aussagen wie viel eine Frau zeigen darf.

Social Media[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Jede Social-Media-Plattform hat ihre eigene Richtlinie und Politik in Bezug auf Nacktheit und Zeigen von Brustwarzen:

  • Facebook erlaubt nur Fotos von Brustwarzen, wenn sie am Stillen beteiligt sind und es einen direkten Mund-Nippel-Kontakt gibt.[17][18][19][20]
  • Die Instagram-Richtlinie für Nacktheit stellt fest: „Wir wissen, dass es sein kann, dass Personen Bilder von Nacktheit als künstlerische oder kreative Darstellungsform teilen möchten. Aus verschiedenen Gründen ist die Darstellung von Nacktheit auf Instagram jedoch nicht zulässig. Das gilt auch für Fotos, Videos und einige digital erstellten Inhalte, auf denen Geschlechtsverkehr, Genitalien und Nahaufnahmen nackter Gesäße zu sehen sind. Dazu zählen auch einige Fotos, auf denen Brustwarzen von Frauen zu sehen sind. Fotos, die Narben nach einer Brustamputation oder aktiv stillende Mütter zeigen, sind jedoch erlaubt. Auch Nacktheit in Fotos, die Gemälde und Skulpturen abbilden, sind in Ordnung.“[21]
  • Pinterest erlaubt künstlerische und nicht-sexualisierte Nacktheit.[22]
  • Die Richtlinien von Youtube erlauben es, Nippel inhaltlich darzustellen, erlauben jedoch kein sexuell explizites Material in Inhalten, in denen die Brustwarzen einer Frau ausgesetzt sind.
  • Bei Google+ können keine Brustwarzen angezeigt werden, es sei denn es handelt sich um Cartoons.
  • Bei Flickr, Twitter und Tumblr können Benutzer einstellen, wie viel Nacktheit sie sehen möchten.[23]

Eine Taktik, die Aktivisten aufgegriffen haben, ist die Verwendung des Hashtags #FreeTheNipple. Dieses Tag wurde auf Facebook, Instagram und Twitter verwendet, wo es zum Durchsuchen der Datenbanken nach Beiträgen mit demselben Tag verwendet werden kann.[24]

Einige Prominente haben ihre Unterstützung für die #FreeTheNipple-Bewegung in sozialen Medien ausgedrückt, darunter Miley Cyrus, Lena Dunham, Jennifer Aniston, Scout Willis, Rihanna, Cara Delevingne, Emily Ratajkowski, Naomi Campbell und Willow Smith. Miley Cyrus sagte dazu: "The nipple, what you can't show, is what everyone has. But the jug part that everybody doesn't, you're allowed to show underboob. I've never understood the way it works".[24]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Free The Nipple – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
  • Website von freethenipple.com
  • Trailer zum Film Free the nipple
  • Laura Patterson: Whiteness in contemporary feminist campaigns : Free the Nipple., The University of Louisville's International Repository, 5/2016; (pdf-Datei)
  • Brenna Helppie-Schmieder: The Constitution and Societal Norms: A Modern Case For Female Breast Equality; DePaul Journal of Woman, Gender and the Law, DePaul University, 2015, Volume 5, Issue 1 (pdf-Datei)

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Jamie peck: The Boob Rebellion: Ladies Ditch Tops for the Free the Nipple Movement, bei observer.com
  2. Chloe Tejada: Miley Cyrus Supports 'Free The Nipple' With Topless Photo, bei huffingtonpost.ca
  3. Lena Dunham supports Free the Nipple campaign - with covered nipples, bei bbc.co.uk
  4. Free The Nipple Campaign: A breast bearing fight for equality, bei goldengateexpress.org
  5. Maeve Keirans: Rihanna's reason for freeing her nipple is more practical than political. Sometimes a bra just has to go, Y'know?
  6. Victoria Dawson Hoff: Chrissy Teigen's Nipple Is Coming for You, Instagram. "She's" not pleased. And by "she," we mean the nipple.; bei elle.com
  7. Einzelnachweise:
  8. Anni Ma: #FreeTheNipple Arrest outside of San Diego Comic Con. 26. Juli 2016.
  9. Citations:
  10. NBC News. "NYC pays $29,000 over topless arrest" Associated Press, New York, 18 June 2007. Retrieved on 10 June 2018.
  11. Sophie Heawood: #FreeTheNipple: liberation or titillation?. The Guardian. 6. April 2015. Abgerufen am 22. Dezember 2015.
  12. Erie v. Pap's A. M.
  13. Barnes v. Glen Theatre
  14. Free the Nipple v. City of Fort Collins
  15. Free the Nipple v. City of Fort Collins
  16. Heather Saul: The female blogger going bare-chested to push for gender equality. The Independent, 14. Mai 2016, abgerufen am 10. Juni 2018.
  17. Tech Times: Facebook lifts nipple ban: Breastfeeding photos stage comeback, thanks to #FreeTheNipple campaign. 16. Juni 2014.
  18. Alicia Lu: Facebook Scraps Ban On Nipple Photos, Because It's High Time To "Free The Nipple". Abgerufen am 10. Juni 2018.
  19. You Can Now Post Your Breastfeeding Photos on Facebook. Abgerufen am 10. Juni 2018.
  20. Fact Check: Has Facebook Reversed Their 'Nipple Ban'?. 6. Juni 2017. Abgerufen am 10. Juni 2018.
  21. Gemeinschaftsrichtlinien – Instagram Help Center.
  22. Nudity. help.pinterest.com.
  23. Your Concise Guide to Social Media's Female Nipple Policies. 20. Juni 2014.
  24. a b Sarah Myers West: Raging Against the Machine: Network Gatekeeping and Collective Action on Social Media Platforms. In: Cogitatio (Hrsg.): Media and Communication. 5, Nr. 3, Lisbon, 22. September 2017, ISSN 2183-2439, S. 28–36. doi:10.17645/mac.v5i3.989. Abgerufen am 10. Juni 2018.