Freerk Huisken

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Freerk Huisken (* 29. Januar 1941 in Eberswalde) ist ein marxistischer Publizist und ehemaliger Hochschullehrer für Politische Ökonomie des Ausbildungswesens am Fachbereich Erziehungswissenschaften der Universität Bremen. Er ist insbesondere mit Positionen zu politischen und gesellschaftlichen Sachfragen, etwa zum Thema Bildung, hervorgetreten. Huisken ist Autor der Zeitschrift GegenStandpunkt und hält auch nach seiner Emeritierung regelmäßig Vorträge zur Wissenschaftskritik und zu politischen Themen.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nach einem Studium an der Pädagogischen Hochschule Oldenburg arbeitete er bis 1967 als Lehrer, danach absolvierte er noch ein Studium der Politikwissenschaft und der Psychologie an der Universität Erlangen-Nürnberg. Nach seiner Promotion im Jahre 1971 erhielt er eine Professur für Politische Ökonomie des Ausbildungssektors an der Universität Bremen. In seiner Tätigkeit als Hochschullehrer erwarb er sich schnell einen Ruf wegen seines Standpunktes in der deutschen und internationalen (Bildungs-)Politik, der jedem Menschen ein unbedingtes selbständiges Denken zugesteht. Nicht selten geriet er dabei mit der Universitätsleitung in Konflikt, zuletzt, als er Anfang 2003 aus Anlass des Schulmassakers von Erfurt ein Buch zum Thema Jugendgewalt schrieb und dieses in den Universitätsmedien bekanntmachen wollte. Die Pressestelle lehnte dies ab, da die Thesen des Buches nicht geeignet seien, „zum Ansehen und zur Reputation der Universität“ beizutragen. Auch solidarisierte er sich häufig mit Studenten, die mit der Universitätsleitung in Konflikt gerieten.

Freerk Huisken ist mit der Zeitschrift GegenStandpunkt verbunden und vertritt einen marxistischen Standpunkt, der das Denken eines Menschen als immer selbständig und daher jeden Menschen als zur Kritik fähig ansieht. Wie schon beim GegenStandpunkt richtet sich diese Kritik bei Freerk Huisken in der Hauptsache gegen den Kapitalismus und seine Erscheinungsformen in Bildung, Demokratie, Faschismus, Moral und der gegenwärtigen Wissenschaft.[1]

Im März 2006 trat Huisken in den Ruhestand, er hält jedoch weiterhin Vorträge zur Wissenschaftskritik und zu politischen Themen.

Veröffentlichungen (Auswahl)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Anstiftung zum Unfrieden. Ein destruktives Lesebuch mit konstruktivem Anhang. Fachbibliothek Verlag, Büren 1984, ISBN 3-88245-126-2.
  • Ausländerfeinde und Ausländerfreunde. Eine Streitschrift gegen den geächteten wie den geachteten Rassismus. VSA-Verlag, Hamburg 1987, ISBN 3-87975-415-2.
  • Die Wissenschaft von der Erziehung. Einführung in die Grundlügen der Pädagogik. VSA-Verlag, Hamburg 1991, ISBN 3-87975-558-2.
  • Weder für die Schule noch fürs Leben. Kritik der Erziehung - Teil 2. VSA-Verlag, Hamburg 1992, ISBN 3-87975-608-2.
  • Nichts als Nationalismus. Deutsche Lehren aus Rostock und Mölln - Ein antirassistisches Tagebuch. VSA-Verlag, Hamburg 1993, ISBN 3-87975-631-7.
  • Jugendgewalt. VSA-Verlag, Hamburg 1996, ISBN 3-87975-663-5.
  • Erziehung im Kapitalismus. Von den Grundlügen der Pädagogik und dem unbestreitbaren Nutzen der bürgerlichen Lehranstalten. VSA-Verlag, Hamburg 1998, ISBN 3-87975-722-4. Überarbeitete und erweiterte Neuausgabe 2016, ISBN 978-3-89965-691-6.
  • Zur Kritik der Bremer „Hirnforschung“. Hirn determiniert Geist : Fehler, Funktion und Folgen. AStA Universität Bremen, Bremen 2000, ISBN 3-938699-00-0 (Volltext der Neufassung).
  • Deutsche Lehren aus Rostock und Mölln. Nichts als Nationalismus 1. VSA-Verlag, Hamburg 2001, ISBN 3-87975-806-9 (Volltext (PDF; 797 kB)).
  • Brandstifter als Feuerwehr. Die Rechtsextremismus-Kampagne. Nichts als Nationalismus 2. VSA-Verlag, Hamburg 2001, ISBN 3-87975-805-0 (Volltext (PDF; 758 kB)).
  • z.B. Erfurt. Was das bürgerliche Bildungs- und Einbildungswesen so alles anrichtet. VSA-Verlag, Hamburg 2002, ISBN 3-87975-878-6.
  • Der „PISA-Schock“ und seine Bewältigung. Wieviel Dummheit braucht / verträgt die Republik? VSA-Verlag, Hamburg 2005, ISBN 3-89965-160-X.
  • mit Rolf Gutte: Alles bewältigt, nichts begriffen! Nationalsozialismus im Unterricht. VSA-Verlag, Hamburg 2006, ISBN 3-89965-217-7.
  • Über die Unregierbarkeit des Schulvolks. Rütli-Schulen, Erfurt, Emsdetten usw. VSA-Verlag, Hamburg 2007, ISBN 3-89965-210-X.
  • Der demokratische Schoß ist fruchtbar... Das Elend der Kritik am (Neo-)Faschismus. VSA-Verlag, Hamburg 2012, ISBN 978-3-89965-484-4.
  • abgehauen, eingelagert, aufgefischt, durchsortiert, abgewehrt, eingebaut. Neue deutsche Flüchtlingspolitik. VSA-Verlag, Hamburg 2016, ISBN 978-3-89965-692-3.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • K. Dammann: Huisken, Freerk, in: Wilhelm Bernsdorf/Horst Knospe (Hg.): Internationales Soziologenlexikon, Bd. 2, Enke, Stuttgart ²1984, S. 378.

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Dokumente u. a. zu Vortrags- und Diskussionsveranstaltungen des GEGENSTANDPUNKT,Dokumente u. a. zu Vortrags- und Diskussionsveranstaltungen des GegenStandpunktes

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Videomitschnitte

Audiomitschnitte

  • Vortrag Kritik der Hirnforschung, Darmstadt 2006; MP3-Datei: 33 MB/141 min.
  • Wieso? Weshalb? Warum? Macht die Schule dumm? Zu den fragwürdigen Leistungen des Schulsystem. 16. November 2009, Uni Wien Vortrag & Diskussion.
  • Die Rolle der Universität im Kapitalismus und der Bologna-Prozeß. Über die Freiheit der Wissenschaft und ihren Dienst an Kapital und Staat. 17. November 2009, Uni Wien. Vortrag, Schluß & Diskussion