Freetown

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Der Titel dieses Artikels ist mehrdeutig. Weitere Bedeutungen sind unter Freetown (Begriffsklärung) aufgeführt.
Dieser Artikel oder nachfolgende Abschnitt ist nicht hinreichend mit Belegen (beispielsweise Einzelnachweisen) ausgestattet. Die fraglichen Angaben werden daher möglicherweise demnächst entfernt. Bitte hilf der Wikipedia, indem du die Angaben recherchierst und gute Belege einfügst. Näheres ist eventuell auf der Diskussionsseite oder in der Versionsgeschichte angegeben. Bitte entferne zuletzt diese Warnmarkierung.
Freetown
Freetown (Sierra Leone)
Freetown
Freetown
Koordinaten 8° 29′ N, 13° 14′ WKoordinaten: 8° 29′ N, 13° 14′ W
Western AreaWestern Area
Symbole
Wappen
Wappen
Basisdaten
Staat Sierra Leone

Provinz

Western
Distrikt Western Area Urban
Chiefdom keines
Höhe 0 m
Fläche 357 km²
Einwohner 1.050.000 (2015)
Dichte 2.941,2 Ew./km²
Gründung 1787
Politik
Bürgermeister Herbert George-Williams (17. Januar 2008)
Luftbildaufnahme von Freetown
Luftbildaufnahme von Freetown

Freetown ist die Hauptstadt des westafrikanischen Staates Sierra Leone und hat etwa 1,05 Millionen Einwohner (Stand 2015).[1]

Geographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Lage und Landschaft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Freetown liegt an der Nordwestspitze der Freetown Peninsula, einer Halbinsel, die in den Atlantischen Ozean reicht. Die Landschaft ist gekennzeichnet von mit tropischem Regenwald bedeckten Hügeln, die bis an die feinen Sandstrände reichen. Ein Großteil des Primärwaldes dort, ist jedoch durch Brandrodung und Holzgewinnung (Logging) zerstört worden. 2010 wurde das gesamte Gebiet der Peninsula als Western Area Waldreservat in seinem Schutzstatus erhöht, um den Schutz der noch bestehenden Wälder sicherzustellen. Im südlichen Teil der Peninsula sowie an den Flussmündungen sind Mangroven und Sumpfland verbreitet.

Verwaltungsgliederung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Karte vom Stadtzentrum von Freetown

Politisch ist Freetown in drei Bezirke unterglieder: East End, Central und West End, die sich wiederum in insgesamt 17 Wahlkreise (Liste der Wahlkreise in Sierra Leone) gliedern. Freetown erstreckt sich von Wellington, Kissy, Cline Town, Fourah Bay, Kossa Town und Foulah Town im Osten bis nach Congo Town, Murray Town und Wilberforce bis Aberdeen im Westen.

Klima[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Klima in Freetown ist tropisch-feucht mit Niederschlägen nicht weniger als 3000 Millimeter pro Jahr.[2] Freetown gilt damit als eine der feuchtesten Hauptstädte der Erde.

Das Klima unterteilt sich in drei Jahreszeiten: eine Regen-, eine Trockenzeit und die Harmattanzeit. Die Regenzeit beginnt im Mai und endet im November. Der Höhepunkt zwischen Juni und Oktober wird durch tägliche Gewitter und Regenfälle gekennzeichnet, die nicht selten Wochen anhalten.[2] Der Harmattan, ein trockener Saharawind, weht zwischen Dezember und Februar.[3]

Mitte Oktober beginnt die Trockenzeit, Niederschläge werden seltener. Im Dezember und Januar ist das Klima durch den Harmattan geprägt, einem Wind aus der Sahara, der Staub und erstaunlicherweise kühle Luft mit sich bringt. Februar, März, April sind die heißesten Monate mit seltenen Niederschlägen.

Die Temperaturen liegen ganzjährig am Tag bei 28 °C bis 31 °C, nachts zwischen 23 °C und 25 °C. Im Jahresdurchschnitt herrscht eine Tagestemperatur von 30 °C, nachts von 24 °C. Der Atlantik hat konstante 26 bis 27 °C. Die Luftfeuchtigkeit fällt selten unter 75 Prozent, liegt zwischen April und November meist bei deutlich über 90 Prozent.

Monatliche Durchschnittstemperaturen und -niederschläge für Freetown
Jan Feb Mär Apr Mai Jun Jul Aug Sep Okt Nov Dez
Max. Temperatur (°C) 29,9 30,3 30,9 31,2 30,9 30,1 28,7 28,4 29,0 29,9 30,1 29,7 Ø 29,9
Min. Temperatur (°C) 23,8 24,0 24,4 24,8 24,4 23,6 23,1 23,0 23,1 23,4 24,0 24,1 Ø 23,8
Temperatur (°C) 27,3 27,6 28,1 28,5 28,3 27,4 26,3 25,9 26,4 27,1 27,7 27,5 Ø 27,3
Niederschlag (mm) 3,4 3,6 12,5 46,9 177,2 323,0 734,3 791,1 484,1 265,8 87,5 15,9 Σ 2.945,3
Sonnenstunden (h/d) 7,3 7,7 7,5 6,9 6,1 5,1 3,3 2,8 4,2 6,0 6,6 5,2 Ø 5,7
Regentage (d) 0 0 1 4 15 22 27 27 24 21 9 2 Σ 152
Wassertemperatur (°C) 26 26 26 26 26 26 26 26 26 26 26 26 Ø 26
Luftfeuchtigkeit (%) 76 75 75 75 80 84 87 88 87 85 83 79 Ø 81,2
T
e
m
p
e
r
a
t
u
r
29,9
23,8
30,3
24,0
30,9
24,4
31,2
24,8
30,9
24,4
30,1
23,6
28,7
23,1
28,4
23,0
29,0
23,1
29,9
23,4
30,1
24,0
29,7
24,1
Jan Feb Mär Apr Mai Jun Jul Aug Sep Okt Nov Dez
N
i
e
d
e
r
s
c
h
l
a
g
3,4
3,6
12,5
46,9
177,2
323,0
734,3
791,1
484,1
265,8
87,5
15,9
  Jan Feb Mär Apr Mai Jun Jul Aug Sep Okt Nov Dez

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Dieser Artikel oder Abschnitt bedarf einer Überarbeitung. Näheres ist auf der Diskussionsseite angegeben. Hilf mit, ihn zu verbessern, und entferne anschließend diese Markierung.

Das Gebiet um Freetown wurde 1787 von befreiten Sklaven aus England, Kanada und den USA sowie den jamaikanischen Maroons besiedelt. Bunce Island, eine Freetown vorgelagerte kleine Insel, war lange Zeit der größte Sklavenumschlagplatz Westafrikas.[4]

Freetown im Jahre 1850

Bevor die Weißen an die Küste gelangten, hieß Freetown „Romarong“, die „Stadt der Wehklagen“. Dieser Name entsprang dem konstanten „Schreien“ und „Weinen“ der Verunglückten in den starken Stürmen an der Mündung des Sierra Leone River. Die ersten weißen Siedler gaben ihr den Namen „Granville Town“.

Ende der 1990er Jahre fanden in der Stadt im Rahmen des Bürgerkriegs erbitterte Kämpfe zwischen Rebellen und den Regierungstruppen statt. Sie wurde 1998 von Truppen der ECOWAS eingenommen, die wieder Ahmad Tejan Kabbah als Präsidenten wollten. 1999 griffen Truppen der Revolutionary United Front die Stadt an, im Mai wurde ein Waffenstillstand vereinbart. Aber erst Anfang 2002 konnte der Bürgerkrieg mit Unterstützung der Vereinten Nationen (UNAMSIL) beendet werden. Im gleichen Jahr wurde Freetown Sitz des Sondergerichtshofs für Sierra Leone, der die für begangene Kriegsverbrechen Hauptverantwortlichen zur Rechenschaft ziehen soll.

Für das Jahr 2016 hat die ISESCO Freetown zur Hauptstadt der Islamischen Kultur der afrikanischen Region ernannt.

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Blick auf Freetown vom Tower Hill

Einer der bekanntesten touristischen Anlaufstellen ist der Cotton Tree. Der Baum steht seit mindestens 1787 im Stadtzentrum von Freetown. Hier befindet sich auch das kleine Sierra Leone National Museum.

Weitere Sehenswürdigkeiten sind außerdem das Gebäude des Obersten Gerichtshofes, die sog. „Portugiesischen Treppen“, verschiedene Kirchen wie die St. John’s Maroon (von 1820), St.-George's-Kathedrale (1828), Foulah Town Moschee (1830) und die römisch-katholische Sacred Heart Cathedral sowie das Tor zum Old Kings Yard und die drei historischen Kanonen an der Stadtgrenze.

Oberster Gerichtshof

Im Nationalen Eisenbahn-Museum in Cline Town wird die größte und schwerste jemals gebaute Schmalspur-Lokomotive ausgestellt. In den Hügeln außerhalb von Freetown liegt das Schimpansenschutz- und -aufzugsgebiet Tacugama.

Entlang der Peninsula befinden sich viele kleine Inseln, u. a. Bunce Island mit den Ruinen eines Forts. Lumley Beach direkt in Freetown ist ein beliebter Anlaufpunkt.

Weitere Strände sind:

  • River No. 2 Beach (30 Minuten von Freetown)
  • Lakka Beach
  • Toke Beach
  • Mamma Beach
  • Kent Beach

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wirtschaft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Dieser Artikel oder nachfolgende Abschnitt ist nicht hinreichend mit Belegen (beispielsweise Einzelnachweisen) ausgestattet. Die fraglichen Angaben werden daher möglicherweise demnächst entfernt. Bitte hilf der Wikipedia, indem du die Angaben recherchierst und gute Belege einfügst. Näheres ist eventuell auf der Diskussionsseite oder in der Versionsgeschichte angegeben. Bitte entferne zuletzt diese Warnmarkierung.

Freetown ist das wirtschaftliche Zentrum des Landes. Die meisten großen Unternehmen haben einen Sitz oder ihren Hauptsitz in der Stadt. Der Hafen Freetown, eine der größten Naturhäfen der Erde, spielt eine wichtige Rolle.

Industrien in Freetown sind die Getränkeabfüllung (unter anderem Sierra Leone Brewery), Fischverarbeitung, Reismühlen, Erdölraffinerien, Verarbeitungsunternehmen für Diamanten und Zigarettenherstellung.

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Typische Straße und Verkehr in Freetown

Der Hafen Freetown spielt traditionell eine wichtige Rolle. Er ist der drittgrößte Naturhafen der Erde und wurde Ende 2013 erstmals wieder von großen Kreuzfahrtschiffen angefahren.

Durch den Internationalen Flughafen Lungi, auf der anderen Seite des Sierra Leone Rivers, und den stadtnahen Flugplatz Hastings an das internationale Flugverkehrsnetz angeschlossen.

Freetown kämpft mit chaotischen Verkehrszuständen aufgrund schlechter Straßenverhältnisse (nur die wichtigsten Straßen in Freetown sind asphaltiert), des hohen Verkehrsaufkommens und fehlender Straßenschilder. Freetown ist die größte Stadt der Erde, die ohne Ampelanlagen auskommen muss.

Energie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Energieversorgung in Sierra Leone konnte zu keiner Zeit in den letzten 50 Jahren sichergestellt werden. Auch heute (Stand November 2015) gibt es keine durchgehende Stromversorgung in der Stadt. Durch den Bau eines Kraftwerkes am Bumbuna-Stausee (Bumbuna Hydroelectric Project)[5] werden von der Stadtverwaltung, seit 2009, vier Stunden öffentlicher Strom am Tag sichergestellt. Die meisten Unternehmen und Privathaushalte sind von einzelnen Generatoren zu Stromversorgung abhängig.

In der Nähe Freetowns soll (Stand 2014) mit sechs Megawatt Leistung Westafrikas größter Solarpark entstehen.[6]

Bildung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ehemaliger Hauptsitz des Fourah Bay College (Datum unbekannt)

Die tertiäre Bildung wird vor allem durch die University of Sierra Leone (USL) und Njala University sichergestellt. Zweiteres hat einen Campus in Freetown, jedoch den Hauptsitz in der Stadt Njala.

Das Fourah Bay College (Teil der USL) ist die älteste Universität Schwarzafrikas und Grund, warum Freetown auch als „Athen Westafrikas“ bezeichnet wird. Sie wurde bereits 1827 gegründet. Ursprünglich eine Missionarsschule, entwickelte sich Fourah Bay schnell zu einem Magneten für viele gebildete Menschen aus ganz Westafrika. Sie erlangte insbesondere Berühmtheit in den Bereichen Theologie und Pädagogik. Ein weiterer dem College zugehöriger Campus ist die Eastern Polytechnic in Kenema.

Das Njala University College ist sowohl in Freetown (temporär, ursprünglich in der Stadt Njala) als auch in der Provinzhauptstadt Bo mit einem Campus vertreten. Ähnlich einer deutschen Fachhochschule werden hier vor allem technisch-praktische Fächer wie Landwirtschaft und Technologie unterrichtet.

Neben den Universitäten gibt es einige Polytechniken sowie zahlreiche Grund- und Oberschulen sowie Berufsschulen.

Schulen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Unter anderem:

  • Methodist Boys High School[7]

Privatschulen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • American International School[8]
  • Ayoub International School[9]
  • Lebanese International School[10]

Städtepartnerschaften[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Quelle: Freetown City Council, 2009[13]

Söhne und Töchter der Stadt[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Auswahl in Freetown Geborener
Auswahl in Freetown Verstorbener

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Freetown – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
 Wiktionary: Freetown – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. SIERRA LEONE 2015 POPULATION AND HOUSING CENSUS, PROVISIONAL RESULTS. Statistics Sierra Leone, März 2016, S. 4.
  2. a b Freetown Climate & Temperature. ClimaTemps.com. Abgerufen am 16. Dezember 2015
  3. Geography. VisitSierraLeone.org. Abgerufen am 16. Dezember 2015
  4. Shaw, Rosalind: Memories of the Slave Trade, Ritual and the Historical Imagination in Sierra Leone. (Mohamed Sheriff), University of Chicago Press 2002, S. 37.
  5. Bumbuna Complete. State House - The Republic of Sierra Leone, 27. Juli 2009
  6. Solar lighting revolution underway in Sierra Leone. Voice of Africa, 12. November 2014, abgerufen am 12. November 2014
  7. http://mbhs.schools.edu.sl/
  8. http://www.aisfreetown.org/
  9. http://ayoubinternationalschool.webs.com/
  10. http://www.lebaneseinternationalschool.com/
  11. Sister Cities: [1], 9. Februar 2008
  12. Außenministerium V.R. China: [2], 6. März 2008
  13. News. (Memento vom 17. Dezember 2009 im Internet Archive) Freetown City Council, 21. März 2009.