Freibier

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Export hell seidel steiner.png

Als Freibier bezeichnet man kostenlos ausgeschenktes Fassbier oder kostenfrei abgegebenes Flaschen- oder Dosenbier.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Dieser Artikel oder nachfolgende Abschnitt ist nicht hinreichend mit Belegen (beispielsweise Einzelnachweisen) ausgestattet. Die fraglichen Angaben werden daher möglicherweise demnächst entfernt. Bitte hilf der Wikipedia, indem du die Angaben recherchierst und gute Belege einfügst. Näheres ist eventuell auf der Diskussionsseite oder in der Versionsgeschichte angegeben. Bitte entferne zuletzt diese Warnmarkierung.

Nach dem Codex des Hammurabi von Babylon standen jedem Tempelarbeiter ab dem 17. Jahrhundert v. Chr. fünf Brote und zwei Krüge Bier zu.[1]

Auch im alten Ägypten fand ein Ausschank von Freibier statt. Ungefähr ein Zehntel der jährlichen Feiertage waren der Trunkenheit gewidmet. Um die Untertanen gewogen zu stimmen, schenkten Pharaonen ihren Untertanen Freibier aus.

1848 verhinderte der Ausschank von Freibier in München möglicherweise blutige Unruhen. Der unbeliebte König Ludwig I. (Großvater von Ludwig II.) hatte die Münchner durch sein autoritäres Wesen und auch seine Affäre mit der irischen Hochstaplerin „Lola Montez“ gegen sich aufgebracht. Eine Volksmenge stürmte das mittelalterliche Zeughaus am Jakobsplatz (heute Stadtmuseum), bewaffnete sich mit Helmen, Schwertern, Hellebarden und Schilden und marschierte zur königlichen Residenz, wo sie Fensterscheiben einwarf. Der bedrohte Ludwig I. reagierte besonnen und ließ, anders als der preußische König, nicht auf seine Münchner schießen. Er rief seinen beim Volk beliebten Bruder Carl, der Freibier ausschenken ließ. Die Menge beruhigte sich und brachte sogar den größten Teil der mittelalterlichen Waffen ins Zeughaus zurück, das danach aufgelöst wurde.

Haustrunk am Brauerei-„Stern“

Ursprünglich erhielten die Arbeiter der Brauereien täglich und später wöchentlich zusätzlich zu ihrem Lohn oder Gehalt eine bestimmte Ration des Produktes, an dessen Erzeugung sie beteiligt waren. Die Menge variierte je nach Beschäftigungsgrad. Diese als „Haustrunk“ bezeichnete zusätzliche Leistung des Unternehmens übertrug sich auch auf die Gabe von Freigetränken durch andere Personen und Firmen. Besonders zu Hochzeiten von Adligen oder später von begüterten Bürgern einer Hansestadt war es üblich, Freibier und freie Kost auch an das „gemeine Volk“ auszugeben. Die Abgabe von Freibier an Brauereibeschäftigte ist noch heute, zumindest in Deutschland, gang und gäbe. Im Allgemeinen wird diese Vergütung „Haustrunk“ oder auch Deputat genannt und liegt zwischen 40 und 100 Litern pro Monat. Die Brauereien bestanden in früheren Zeiten darauf, dass dieser Haustrunk in der Brauerei am sogenannten „Stern“ (altertümlich auch „Sternen“ in der Brauersprache genannt) genossen wurde, um dadurch einen privaten Weiterverkauf auszuschließen. Da der Genuss von Alkohol bei der Arbeit in der Regel durch deutsche Gesetze, Verordnungen oder Arbeitsschutzbestimmungen eingeschränkt ist, geben inzwischen die meisten Brauereien dieses Deputat kasten- oder fassweise zur Mitnahme nach Hause an ihre Beschäftigten ab.

Freibier als Werbemaßnahme[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Anlässe für den öffentlichen Ausschank von Freibier sind zum Beispiel Feiern sowie Festlichkeiten zu Jubiläen. Häufig wird mit der Werbeankündigung des Freibierausschanks versucht, den Publikumszustrom zu Veranstaltungen zu steigern. Daneben wird Freibier auch von den Brauereien oder Biervertriebsorganisationen zur Werbung für das entsprechende Produkt eingesetzt; den Rahmen dafür bilden oftmals publikumswirksame und zielgruppenorientierte Veranstaltungen (Dorf- und Stadtfeste, Sportveranstaltungen, Tanzveranstaltungen, Konzerte, Messen).

Traditionell wird Freibier als gezapftes Bier ausgeschenkt. Dies ist kostengünstig und zudem kann die Füllmenge der Gläser und die Zapfgeschwindigkeit flexibel an den jeweiligen Bedarf angepasst werden. Bei Veranstaltungen, bei denen der Getränkeausschank hauptsächlich kommerziell motiviert ist, wird die Abgabe von Freibier meist zeitlich (zum Beispiel von 23 Uhr bis Mitternacht) oder mengenmäßig (beispielsweise fünf Fässer) beschränkt.

Eines der wahrscheinlich größten Freibierfeste ist jedes Jahr das Sommerfest der Braustudenten an der Technischen Universität München am Standort Weihenstephan in Freising. Dort werden jedes Jahr über 150 Hektoliter Freibier von über 300 Brauereien ausgeschenkt. Allerdings ist die Teilnahme an diesem Fest Mitarbeitern und Studenten der Universität vorbehalten. Ein ebensolches Fest findet auch an der Versuchs- und Lehranstalt für Brauerei in Berlin statt.

Freibier als Sorte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Frei-Bier der Störtebeker Braumanufaktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die in Stralsund ansässige Störtebeker Braumanufaktur bietet unter dem Namen Frei-Bier ein naturbelassenes, alkoholfreies Bier nach Pilsener Brauart, eingebraut mit Stammwürze 13,0 %, an.

Freies Bierrezept[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Free Beer nicht Freibier: Free Beer-Verkauf beim Isummit 2008.

Nach dem Konzept freier Software entstand das Bier Vores Øl, das heute unter dem Namen Free Beer weiterentwickelt wird. Dabei wird jedoch nicht das Produkt umsonst an den Verbraucher abgegeben, sondern das Rezept offen unter einer Creative-Commons-Lizenz entwickelt, die es unter Berücksichtigung der Lizenzbedingungen ermöglicht, das Bier frei zu brauen und zu vertreiben sowie die Rezeptur weiterzuentwickeln.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Wiktionary: Freibier – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Hasso Spode: Warum auch der Bierrausch ein Kulturgut ist. Um nicht zu verhungern, mussten die Jäger und Sammler Landwirte und Bierbrauer werdenNZZ-Folio, August 1994.