Freiburg/Elbe

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Gemeinde Freiburg/Elbe
Freiburg/Elbe
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Freiburg/Elbe hervorgehoben
53.8241194444449.28557222222222Koordinaten: 53° 49′ N, 9° 17′ O
Basisdaten
Bundesland: Niedersachsen
Landkreis: Stade
Samtgemeinde: Nordkehdingen
Höhe: 2 m ü. NHN
Fläche: 34,11 km²
Einwohner: 1873 (31. Dez. 2013)[1]
Bevölkerungsdichte: 55 Einwohner je km²
Postleitzahl: 21729
Vorwahl: 04779
Kfz-Kennzeichen: STD
Gemeindeschlüssel: 03 3 59 018
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Hauptstraße 31
21729 Freiburg/Elbe
Webpräsenz: www.nordkehdingen.de
Bürgermeister: Herwart von der Decken (CDU)
Lage der Gemeinde Freiburg/Elbe im Landkreis Stade
Balje Krummendeich Freiburg/Elbe Oederquart Wischhafen Drochtersen Großenwörden Engelschoff Hammah Düdenbüttel Himmelpforten Burweg Kranenburg Estorf Oldendorf Heinbockel Stade Deinste Fredenbeck Kutenholz Jork Buxtehude Apensen Beckdorf Sauensiek Ahlerstedt Brest Bargstedt Harsefeld Nottensdorf Bliedersdorf Horneburg Dollern Agathenburg Landkreis Stade Niedersachsen Landkreis Cuxhaven Landkreis Rotenburg (Wümme) Landkreis Harburg Hamburg Schleswig-Holstein Schleswig-Holstein Grünendeich Mittelnkirchen Neuenkirchen Guderhandviertel Steinkirchen Hollern-TwielenflethKarte
Über dieses Bild

Freiburg/Elbe (plattdeutsch Freeborg) ist ein niedersächsischer Flecken im Landkreis Stade und gehört zur Samtgemeinde Nordkehdingen.

Geografie[Bearbeiten]

Geografische Lage[Bearbeiten]

Freiburg liegt am Süd-Westufer der Elbe, etwa in Höhe des Stromkilometers 682. Innerhalb des Landkreises Stade ist der Flecken sehr weit nördlich gelegen. In der Luftlinie sind es bis Stade 27 km, nach Cuxhaven 40 km. Der nächstgelegene größere Ort Glückstadt befindet sich auf der anderen Elbseite in Schleswig-Holstein und ist mit der Elbfähre Glückstadt–Wischhafen zu erreichen.

Nachbargemeinden[Bearbeiten]

Entlang der Elbe grenzt Freiburg (durch den Fluss getrennt) an die Schleswig-Holsteinischen Gemeinden Brokdorf und Wewelsfleth. Auf der niedersächsischen Seite sind Wischhafen im Südosten, Oederquart im Süden und Krummendeich im Westen Nachbargemeinden von Freiburg.

Gemeindegliederung[Bearbeiten]

Neben dem Hauptort gehören die Ortsteile Allwörden und Schöneworth zum Gemeindegebiet. Weitere Wohnplätze sind Allwördenerdeich, Esch, Kurzenende, Laack, Langenhof, Neuensteden, Rutenstein sowie Teile von Stellenfleth.

Geschichte[Bearbeiten]

Freiburg liegt im Kehdinger Land ursprünglich eine Insellandschaft an der Niederelbe. Plinius der Ältere, der mit einer römischen Flotte bis zur Elbe gelangte, berichtete über Uferanrainer, die überwiegend vom Fischfang leben, wobei sie ihre Netze aus Schilf und Sumpfbinsen herstellen. Der Flecken wird 1154 urkundlich erwähnt und gehörte bis 1648 zum Erzbistum Bremen. Nach dem Dreißigjährigen Krieg wurde im Westfälischen Frieden das Reichsterritorium Bremen-Verden im Elbe-Weser-Dreieck Schweden zugesprochen. Im Schwedisch-Brandenburgischen Krieg von 1675 bis 1676 eroberte eine Allianz mehrerer Staaten des Heiligen Römischen Reiches und Dänemark während des Bremen-Verdener Feldzugs Freiburg, welches bis zum Kriegsende 1679 in alliiertem Besitz blieb. Im Frieden von Saint-Germain fiel Freiburg im Jahre 1679 wieder an Schweden, das es bis 1712 behielt. Nach einer kurzen dänischen Herrschaft bis 1715 gelangte das Gebiet 1719 an das Kurfürstentum Braunschweig-Lüneburg (Kurhannover). Während der Napoleonischen Zeit gehörte Freiburg wie das ganze Elbe-Weser-Dreieck zum Französischen Kaiserreich. Nach den Befreiungskriegen und dem Wiener Kongress 1814 entstand aus dem vormaligen Kurhannover das Königreich Hannover, das 1866 im Deutschen Krieg von Preußen annektiert wurde. Freiburg stand damit 80 Jahre lang, auch während der Deutschen Reichsgründung 1871, unter preußischer Herrschaft. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde zunächst das Land Hannover wiedergegründet, zu dem auch Freiburg gehörte. Bereits kurz danach gelangte Freiburg mit dem Land Hannover 1946 zu Niedersachsen. Die ersten Nachkriegsjahre waren auch durch die Ankunft vieler Flüchtlinge und Heimatvertriebener geprägt, die aus den früheren deutschen Ostgebieten in die Region gelangten.

Der Flecken Freiburg (Elbe) war bis 1932 Kreissitz des Kreises Kehdingen, der danach in den Kreis Stade (ab 1. Januar 1939: Landkreis Stade) integriert wurde.

Religionen[Bearbeiten]

Ein Großteil der Bevölkerung ist christlichen Glaubens. Konfessionell gehören die meisten Bürger der Evangelisch-lutherischen Landeskirche Hannovers an. Die Kirche St. Wulphardi befindet sich im Zentrum der Gemeinde an der Hauptstraße.

Politik[Bearbeiten]

Gemeinderat[Bearbeiten]

Der Gemeinderat, der am 11. September 2011 gewählt wurde, setzt sich wie folgt zusammen:

(Stand: Kommunalwahl am 11. September 2011)

Der Ratsherr Detlef Hammann, nach der Kommunalwahl 2011 auf Vorschlag der CDU zum Bürgermeister gewählt, gab zum Jahresende 2014 sein Bürgermeisteramt auf. Er ist inzwischen Mitglied der AfD.[2]

Wappen[Bearbeiten]

Blasonierung: In Rot eine silberne von drei Türmen überragte Mauer, die in der Mitte ein Tor aus zwei goldenen geschlossenen Flügeln hat und von zwei gekreuzten silbernen Schlüsseln mit abwärts zeigendem Bart überhöht ist. Der mittlere Turm trägt eine eckig eingefasste Dreipass-Öffnung.

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Bauwerke[Bearbeiten]

Der historische Kornspeicher – Heute ein Kulturzentrum
Der alte Ortskern mit Hafen

Im Zentrum selbst befinden sich nur wenige architektonische Sehenswürdigkeiten. Hierzu zählt heute an erster Stelle die St. Wulphardi-Kirche und der Hafen. An Letzterem befindet sich zudem das neue Kulturzentrum Historischer Kornspeicher, ein renoviertes Speichergebäude des ehemals hier ansässigen Landhandelunternehmens. Aus dem Umland war lange Zeit neben dem Kirchturm das inzwischen demontierte Hochsilo direkt am Hafen prägend für die Skyline des Fleckens.

Ein Bauwerk modernerer Art ist ein an der Mündung des Hafenpriels in die Elbe stehender Radarturm. Von hier aus haben Gäste eine hervorragende Sicht auf die großen die Elbe alltäglich befahrenden ozeantauglichen Containerschiffe. Auf der gegenüberliegenden Seite des Hafenpriels befindet sich zudem das unter Naturschutz stehende Außendeichgelände des Ortsteils Allwörden (Naturschutzgebiet Allwördener Außendeich/Brammer Sand).

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten]

Werft in Freiburg

Freiburg kann keine größeren Wirtschaftsunternehmen aufweisen. Dementsprechend hoch ist die Zahl der Pendler in die benachbarten Wirtschaftsstandorte um Stade, Cuxhaven, Bremerhaven und Hamburg. Unter den mittelständischen Betrieben befindet sich eine traditionell arbeitende Bootswerft, die unter anderem Helgoländer Börteboote fertigt und wartet.

Verkehr[Bearbeiten]

Im Individualverkehr erreicht man Freiburg/Elbe über den sogenannten Obstmarschenweg. Er ist in diesem Bereich Teil der Deutschen Fährstraße und zweigt in der Nachbargemeinde Wischhafen von der Bundesstraße 495 in nordwestlicher Richtung ab. Die Bundesstraße stellt für Freiburg eine wichtige infrastrukturelle Verbindung in südwestlicher Richtung dar. Sie verbindet die Region Nordkehdingen mit dem nächstgelegenen Mittelzentrum Hemmoor.

Von Wischhafen aus verkehrt auch regelmäßig eine Fahrzeug- und Personenfähre nach Glückstadt. Die Verbindung nach Süden, Richtung Stade, ist nur über kleinere, landes- und kreiseigene Straßen gewährleistet. Gleiches gilt auch für die Anbindung in Richtung Cuxhaven.

Die schmalspurige Kehdinger Kreisbahn, genannt „die Klütenbahn", nach den sog. „Kehdinger Klüten“ (Suppen-Klößen!), die Freiburg (Elbe) mit Stade und Itzwörden verband, wurde bereits 1936 stillgelegt und demontiert (sie fuhr danach für längere Zeit auf der Nordsee-Insel Sylt von List nach Hörnum). Die ehemalige Strecke der Bahn in Kehdingen wird heute durch eine Buslinie von Stade aus bedient.

Hafen[Bearbeiten]

Der Freiburger Hafen

Der tideabhängige Freiburger Hafen dient in erster Linie Wassersport- und bescheidenen Fischereizwecken. Der Zugang zum Hafen erfolgt über den Freiburger Hafenpriel. Zum Küstenschutz wurde in den 1970er-Jahren ein Sperrwerk errichtet. Es grenzt den direkt am nordöstlichen Rand des Siedlungsgebietes gelegenen Hafen gegen den etwa zwei km langen Priel zur Elbe ab.

Öffentliche Einrichtungen[Bearbeiten]

In Freiburg/Elbe befindet sich seit 1994 das Rathaus des Fleckens und der Samtgemeinde Nordkehdingen. Es ist mittlerweile im ehemaligen Amtsgericht, einem Gebäude aus dem 19. Jahrhundert im Ortszentrum untergebracht.

Bildung[Bearbeiten]

Haupt- und Realschule

Als zentraler Ort für Nordkehdingen befinden sich zudem mehrere Schulen im Ort. Neben einem Kindergarten sind dies eine Grundschule, die Haupt- und Realschule der Samtgemeinde und die Astrid-Lindgren-Förderschule. Die nächstgelegenen Gymnasien befinden sich in Hemmoor, Stade und Otterndorf.

Persönlichkeiten[Bearbeiten]

Ehrenbürger[Bearbeiten]

Söhne und Töchter der Ortschaft[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

  • Rektorschule. (betr. Freiburg/Elbe). In: Heinrich Schmidt-Barrien: Aus meinen Jungensjahren. Uthlede, Hamelwörden und Barrien. 1902–1917. Heide 1992, ISBN 3-8042-0572-0, S. 96–127.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Freiburg/Elbe – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Landesbetrieb für Statistik und Kommunikationstechnologie Niedersachsen, 102 Bevölkerung – Basis Zensus 2011, Stand 31. Dezember 2013 (Tabelle K1020014) (Hilfe dazu)
  2. http://afd-landkreis-stade.de/index.php/afd1/kreisverband/vorstand