Freidenker-Vereinigung der Schweiz

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Die Freidenker-Vereinigung der Schweiz (FVS), auch Freigeistige Vereinigung der Schweiz genannt, ist eine Schweizer Vereinigung von Freidenkern.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Deutschschweizer Freidenker-Vereinigung konstituierte sich 1908, schloss sich mit Freidenkergruppen der Westschweiz und des Tessins zusammen, und pflegte enge Beziehungen zum deutschen Freidenkertum (siehe auch Deutscher Freidenker-Verband). Anfangs wuchs der Verein rasch an; kriegsbedingt stagnierte das Wachstum während des Ersten Weltkrieges; in der Zwischenkriegszeit folgte ein erneuter Aufschwung; die Weltwirtschaftskrise und der Zweite Weltkrieg brachten wieder Rückschläge.

Der Nationalrat Hans Müller lancierte 1933 einen Vorstoss gegen die Freidenker als eine Bewegung, die den christlichen Glauben aktiv bekämpfe und damit den religiösen Frieden gefährde. Der als Motion eingereichte Vorstoss wurde am 22. Juni 1933 vom Nationalrat mit 70 gegen 47 Stimmen als Postulat überwiesen und in der Folge vom Bundesrat abgelehnt. Wichtige Schweizer Freidenker waren der Pädagoge Ernst Brauchlin, der Geschäftsmann Otto Kunz und der Schriftsteller Jakob Stebler; Konrad Farner stand mit der Vereinigung in Verbindung. 2011 zählte die Freidenker-Vereinigung der Schweiz rund 1'800 Mitglieder.

Freidenkerpreis[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Am 9. Oktober 2015 verliehen die Schweizer Freidenker erstmals den mit 10.000 Franken dotierten Freidenkerpreis. Er ging an Ensaf Haidar, Raif Badawi und Waleed Abulkhair für ihren mutigen Einsatz für humanistische und säkulare Werte in Saudi-Arabien. Der Freidenkerpreis wird künftig alle zwei Jahre verliehen und wird über eine Erbschenkung finanziert.[1]

Publikationen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zeitschriften[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • frei denken. Quartalsschrift (ab 2010), Nachfolge von Der Schweizer Freidenker. Organ der Freidenker der deutschen Schweiz (1918–21), Geistesfreiheit: Organ der Freigeistigen Vereinigung der Schweiz (1922–26), Freidenker. Organ der Freigeistigen Vereinigung der Schweiz (1927–52), Befreiung: Zeitschrift für kritisches Denken. Monatsschrift, hrsg. von der Freigeistigen Vereinigung der Schweiz und dem Deutschen Monistenbund (1953–55) und Freidenker. Monatsschrift der Freidenker-Vereinigung der Schweiz (1956–2010)
  • Le libre penseur. Quartalsschrift 1974–.
  • Libero pensiero. Quartalsschrift 1982–1995, 2009–

Bücher[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Leo Heinrich Skrbensky. Die Kirche segnet den Eidbrüch: Das Vorspiel zur geistigen Verknechtung Oesterreichs. Freigeistige Vereinigung der Schweiz, 1935.
  • Ernst Brauchlin. 13 Gespräche mit einem Freidenker. Freigeistige Vereinigung der Schweiz, 1953.
  • Ernst Brauchlin. Gott sprach zu sich selber. Freigeistige Vereinigung der Schweiz, 1959.

Artikel[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Erklärung der freigeistigen Vereinigung der Schweiz. In: Zofinger Tagblatt, 17. Oktober 1963.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • W. Baumgartner: Freidenkertum gestern und heute. 1983
  • Robert Barth: Freidenker – Monisten – Gottlose. In: Theologische Zeitschrift. 41, 1985, S. 412–433.
  • Georg Schmid, Oswald Eggenberger: Kirchen, Sekten, Religionen. Religiöse Gemeinschaften, weltanschauliche Gruppierungen und Psycho-Organisationen im deutschen Sprachraum: ein Handbuch. Theologischer Verlag Zürich (TVZ), Zürich 2003, S. 466.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Freethinkers Association of Switzerland – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Freidenkerpreis 2015 geht an Ensaf Haidar, Raif Badawi und Waleed Abulkhair. In: FVS-Webseite. Freidenker-Vereinigung der Schweiz. 10. Oktober 2015. Abgerufen am 11. Mai 2016.