Freigrenze

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Freigrenze ist ein Begriff aus dem deutschen Steuerrecht. Wird eine Freigrenze überschritten, treten die Rechtsfolgen für den Gesamtbetrag ein, nicht nur für den die Freigrenze übersteigenden Betrag.

Fallbeispiel[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gewinne aus privaten Veräußerungsgeschäften bleiben gem. § 23 EStG steuerfrei, wenn der erzielte Gesamtgewinn im Kalenderjahre weniger als 600 € betragen hat (= Freigrenze von faktisch 599 €).

  • Der Gesamtgewinn beträgt 500 €: Keine Steuerpflicht, da Freigrenze nicht überschritten.
  • Der Gesamtgewinn beträgt 610 €: Steuerpflicht des vollen Betrags von 610 Euro, da Freigrenze überschritten.

Beispiele für Freigrenzen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Sonstiger Sprachgebrauch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Besitz von Cannabisprodukten ist in Deutschland generell verboten. In kleinen Mengen für den Eigenbedarf wird jedoch von einer Strafverfolgung abgesehen. Die tolerierte Menge wird oft Freigrenze oder Toleranzgrenze genannt. Diese Freigrenze führt allerdings nicht dazu, dass der Besitz als erlaubt angesehen wird. Auch geringe Mengen sind verboten und werden eingezogen. Es wird lediglich im Rahmen der Toleranzgrenze von einer Strafverfolgung abgesehen. Das Bundesverfassungsgericht appellierte 1994 an die Bundesländer, die Freigrenze einheitlich zu regeln.[1]

Früher spielten Zollgrenzen für Privatreisende eine größere Rolle als heute. Im Zuge des Zusammenwachsens der EU wurden die Freimengen (= Mengen, die man zollfrei von einem in ein anderes EU-Land transportieren / mitbringen darf) deutlich angehoben.

Bei der Einreise in die EU aus einem Land, das nicht zur EU gehört, sind die Freigrenzen teilweise niedriger.[2]

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Fußnoten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Drogen: Länder prüfen einheitliche Haschisch-Freigrenze
  2. EU: nichtkommerzielle Waren in Ihrem persönlichen Reisegepäck können Sie in folgenden Mengen zoll-, mehrwertsteuer- und verbrauchsteuerfrei einführen
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