Freiheitsbrücke (Budapest)

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Koordinaten: 47° 29′ 9″ N, 19° 3′ 18″ O

Freiheitsbrücke
Freiheitsbrücke
Offizieller Name Szabadság híd
Nutzung Straßenverkehr einschließlich Straßenbahn
Querung von

Donau

Ort Budapest in Ungarn
Konstruktion stählerne Gerberträgerbrücke
Gesamtlänge 333,6 m
Breite 20,1 m
Längste Stützweite 79,3 + 175 + 79,3 m
Baubeginn 1894
Eröffnung 4. Oktober 1896;
Wiedereröffnung 20. August 1946
Planer János Feketeházy
Schließung 1945 durch Sprengung
Maut ab der Eröffnung, erst nach dem Wiederaufbau 1946 abgeschafft
Lage
Freiheitsbrücke (Budapest) (Budapest)
Freiheitsbrücke (Budapest)

Die Freiheitsbrücke (ungarisch Szabadság híd) ist eine der neun Donaubrücken in der ungarischen Hauptstadt Budapest. Sie verbindet den Budaer Szent Gellért tér mit dem Pester Kleinen Ring und dem Fövám tér (Zollamtsplatz) bei der Corvinus-Universität Budapest und der Großen Markthalle.[1]

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In einem 1894 beendeten internationalen Wettbewerb für die Planung und den Bau der stromauf gelegenen Elisabethbrücke und der Freiheitsbrücke (in der Ausschreibung noch als Brücke am Zollamtsplatz (Fövám tér) bezeichnet) wurde der von dem ungarischen Ingenieur János Feketeházy in Gemeinschaft mit den Architekten Steinhard & Lang vorgelegte Entwurf ausgewählt und zur Ausführung angenommen.[2] Nach etwa zweijähriger Bauzeit wurde das Bauwerk anlässlich der Feierlichkeiten zum 1000. Jahrestag der Landnahme am 4. Oktober 1896 als damals zweite Donaubrücke den Budapestern feierlich übergeben. Bei ihrer Fertigstellung erhielt sie zu Ehren von Kaiser Franz Joseph den Namen Franz-Joseph-Brücke. Der Namenspatron ließ es sich auch nicht nehmen, symbolisch den letzten mit den Initialen F.J. I. versehenen (silbernen) Niet am Pester Brückenkopf einzuschlagen.[3] Unter einer Glasscheibe ist heute eine Nachbildung des 1956 gestohlenen Originals ausgestellt.

Wie alle Budapester Donaubrücken fiel auch die Freiheitsbrücke am 16. Januar 1945 den Sprengkommandos der deutschen Wehrmacht zum Opfer. Aber bereits am 20. August 1946, also eineinhalb Jahre später, konnte die Brücke nach dem originalgetreuen Wiederaufbau als erste der neun Brücken wiedereröffnet werden. Der schnelle Wiederaufbau war dank der geringen Beschädigung möglich. Auch konnten die alten Ornamente, die Königswappen und die unten beschriebenen Vögel für den Wiederaufbau erhalten und verwendet werden. Aus Anlass der Wiedereröffnung wurde sie in Freiheitsbrücke umbenannt.

In den Jahren 2007/2008 wurde das Bauwerk umfassend saniert.

Beschreibung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Luftbild

Die 333,6 m lange und 20,1 m breite Brücke überbrückt die Donau und die beiden Uferstraßen. Sie hat je zwei Fahrspuren und Trambahngleise sowie außerhalb der Brückenträger angeordnete Gehwege.

Die auf zwei Strompfeilern lagernde Stahlkonstruktion überbrückt drei Öffnungen mit Spannweiten von 79,3 + 175,0 + 79,3 m. Ihre Fachwerkträger erinnern mit ihren geschwungenen, weitgehend einer Kettenlinie folgenden Obergurten an eine Kettenbrücke und lassen nur schwer erkennen, dass die Hauptöffnung einen 46,9 m langen Einhängeträger enthält. Die Brücke ist somit eine Gerberträgerbrücke. Als Gegengewicht zu den Lasten des Einhängeträgers wurden gusseiserne Blöcke in die landseitigen Enden der Ausleger eingefügt.[4] Die gesamte Konstruktion erhielt nach dem Schutzanstrich eine grünliche Farbgebung.

Die eisernen Pylone sind mit Blechen verkleidet, reich im Jugendstil verziert und mit einem gekrümmten, durchbrochenen Bogen zu einem Portal verbunden. Auf den Bögen befindet sich eine Nachbildung des ungarischen Wappens, d.h. des Wappens der Länder der Ungarischen Krone mit der Stephanskrone. Die Spitzen der Pylone sind als hohe Fialen gestaltet, auf denen jeweils ein Turul-Vogel mit ausgebreiteten Flügeln auf einer goldenen Kugel steht. An den Außenseiten der Pylone sowie an den äußeren Enden der Obergurte befinden sich Kartuschen mit dem Wappen des Königreichs Ungarn. Auf den Obergurten stehen aufwendig gestaltete Kandelaber.

Eines der für die Erhebung der Brückenmaut auf der Pester Seite errichteten Häuschen dient mittlerweile als Museum der Budapester Donaubrücken.[1]

In den Medien[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Darstellung auf einer ungarischen Sondermarke von 1964

Die Brücke ist auf einer 1,50-Forint-Briefmarke von 1964 abgebildet.

Sonstiges[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Konstruktionsform der Freiheitsbrücke als an eine Kettenbrücke erinnernde Gerberträgerbrücke hatte Ähnlichkeiten mit der 1891 erbauten und 1945 zerstörten Friedrichsbrücke in Mannheim. Eine ähnliche Konstruktionsweise hat auch die Salzachbrücke (1903) zwischen Laufen und Oberndorf bei Salzburg, die Neutorbrücke (1907) in Ulm sowie der Eiserne Steg (1912) in Frankfurt am Main.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Liberty Bridge, Budapest – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b Freiheitsbrücke auf Ponton's Brücken; abgerufen am 21. August 2013.
  2. Der internationale Wettbewerb um Entwürfe für zwei Staats-Strassenbrücken über die Donau in Budapest. In: Deutsche Bauzeitung. XXVIII. Jahrgang, No. 46 vom 9. Juni 1894, S. 282 (S. 298 im PDF)
  3. Einweihung der Franz-Joseph-Brücke. In: Pester Lloyd, 5. Oktober 1896, S. 1 (Online bei ANNO)Vorlage:ANNO/Wartung/pel
  4. Joseph Melan: Der Brückenbau. III. Band, 2. Hälfte, 2. Auflage. Franz Deutike, Leipzig und Berlin 1923, S. 15 (Digitalisat; PDF 214 KB, auf archive.org)