Freiherr-vom-Stein-Gymnasium (Lünen)

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Freiherr-vom-Stein-Gymnasium
Freiherr-vom-Stein-Gymnasium
Schulform Gymnasium
Schulnummer 169663
Gründung 1907
Adresse

Friedenstr. 12
44532 Lünen

Ort Lünen
Land Nordrhein-Westfalen
Staat Deutschland
Koordinaten 51° 36′ 39,3″ N, 7° 30′ 56,9″ OKoordinaten: 51° 36′ 39,3″ N, 7° 30′ 56,9″ O
Träger Stadt Lünen
Schüler 1055
Lehrkräfte 80
Leitung Heinrich Kröger
Website www.stein-gymnasium.eu

Das Freiherr-vom-Stein-Gymnasium ist ein Gymnasium im Zentrum der Stadt Lünen, Kreis Unna, im deutschen Bundesland Nordrhein-Westfalen.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bereits im ausgehenden Mittelalter gab es in Lünen eine Lateinschule.

Das heutige höhere Schulwesen der Stadt Lünen geht auf eine Rektoratsschule zurück, die im Jahr 1605 erstmals urkundlich erwähnt wurde. Aus dieser Schule ging 1907 ein Progymnasium hervor, welches 1922 zum Gymnasium erhoben wurde.[1] Anlässlich des Umzugs des damaligen Realgymnasiums im Jahre 1931 in den Neubau an der Friedenstraße erhielt die Schule den Namen des preußischen Staatsreformers Reichsfreiherr Heinrich Friedrich Karl vom Stein (1757–1831) [2], der nach seinem Abschied aus den öffentlichen Ämtern auf seinem wenige Kilometer nördlich von Lünen gelegenen Schloss Cappenberg seinen Lebensabend verbrachte. Im Jahr der Namensgebung bezog die Schule ein neues, architektonisch bemerkenswertes Schulgebäude, das bis heute genutzt wird. Am 15. September 2007 beging „das FSG“, wie es in der Stadt genannt wird, mit einem ganztägigen Festakt seinen einhundertsten Gründungstag.

Gebäude[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Hauptgebäude der Schule ist ein – mittlerweile denkmalgeschützterspätexpressionistischer roter Backsteinbau, der 1931 vom damaligen Freiherr-vom-Stein-Realgymnasium bezogen wurde. Verantwortlich für den Bau waren die Architekten Dietrich und Karl Schulze aus Dortmund, die den Auftrag zum Bau des Gebäudes als Sieger eines Wettbewerbs erhielten. Ähnlich wie die von dem niederländischen Architekten Willem Marinus Dudok geplante Dr. H. Bavinckschool in Hilversum repräsentiert der Neubau des Freiherr-vom-Stein-Gymnasiums von 1931 einen in der Weimarer Republik neuen, reformpädagogischen Schulbautyp.[3] Charakteristisch für die Innengestaltung der Schule sind die gelben und grünen Wandfliesen im Eingangsbereich und in den Fluren.

Neben dem Schulgebäude wurde im gleichen Baustil das Schulleiterhaus (Friedenstraße 10) errichtet. Beide Gebäude bilden architektonisch ein Ensemble – was allerdings beim Denkmalschutz nicht berücksichtigt wurde.[4]

Der Weg zwischen Schule und Schulleiterhaus hieß früher Jahnstraße.

Erweiterungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In den Jahrzehnten nach der Eröffnung wurde das Hauptgebäude wiederholt erweitert. 1984 erhielt es einen Anbau, der wesentliche Gestaltungsmerkmale des Hauptgebäudes – insbesondere die Ausführung der Mauerflächen in rotbraunen Backsteinklinkern, die (technisch aufwändige und kostspielige) Rundung aller vertikalen Gebäudeecken und den Schnitt der Fenster – harmonisch aufgriff und fortführte. Dasselbe gilt auch für die Architektur der gleichzeitig fertiggestellten freistehenden Sporthalle. Dass keine standardisierten und kostengünstigeren Zweckbauten erstellt wurden, sondern das denkmalgeschützte Hauptgebäude in Anbau und Sporthalle stilistisch fortgeführt wurde, ist im Wesentlichen dem Engagement des damals an der Schule unterrichtenden langjährigen Kunsterziehers und neo-expressionistischen Künstlers Rolf-Dietrich Ratzmann (1944–1992) zu verdanken, der auch als früherer Schüler dem Gymnasium verbunden war.

Der 1999 eröffnete Neubau

Als bislang letzte Erweiterung wurde 1999 ein von dem Lüner Architekten Karl Marek entworfenes dreistöckiges, freistehendes Flachdach-Gebäude fertiggestellt. Es enthält Fachräume für Kunst und Musik, Klassen- und andere Zweckräume sowie im oberen Stock eine im Grundriss gegenüber dem Untergeschoss an drei Seiten zurücktretende Schulbibliothek, die fast rundum von großzügigen Glasflächen gesäumt ist und sich zu einem Dachgarten öffnet, der bei warmem und trockenem Wetter von den Schülern genutzt werden kann. Dieser klar strukturierte und modern anmutende Kubus greift in seinem Mauerwerk zwar den rotbraunen Backstein des Hauptgebäudes und des Anbaus von 1984 zitierend auf, verzichtet aber auf die gerundeten Ecken. Der Neubau erhebt sich in dreißig Metern Abstand exakt in der Achsenverlängerung des Hauptgebäude-Eingangs und kommuniziert mit diesem und dem gesamten Hauptgebäude über die großen, die beiden unteren Stockwerke transparent öffnenden Glasflächen seiner Eingangsfront, in denen sich der 1931 fertiggestellte, denkmalgeschützte Traditionsbau des Freiherr-vom-Stein-Gymnasiums sinnfällig spiegelt. Weitere Entsprechungen zwischen Alt- und Neubau zeigen sich in Grundriss, Flachdach, Dachterrasse, Raumtüren und in der Deckenfarbe des Staffelgeschosses.[5]

An der Schule unterrichten etwa 80 Lehrkräfte fast 1000 Schülerinnen und Schüler.

Besonderheiten der Schule[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Seit 1982 verfügt die Schule über Computertechnik. Software-Entwicklung wird in der Programmiersprache Java unterrichtet.
  • Die Forschungswerkstatt „EinStein“ ist ein Gebäudebereich mit Werk- und Arbeitsräumen, in dem Schüler aller Klassen und Stufen während und außerhalb der Schulzeit wissenschaftspropädeutischen Projekten nachgehen können, die von den Schülern einmal jährlich am „EinStein-Tag“ der Öffentlichkeit präsentiert werden.
  • Um die Erfahrungen und Verbindungen der Ehemaligen für die gegenwärtigen Schüler insbesondere bei der Berufsorientierung und der Beschaffung geeigneter Praktikumsstellen während wie nach der Schulzeit zu nutzen, wurde im März 2006 mit Unterstützung der Robert-Bosch-Stiftung das Ehemaligen-Netzwerk „SteinWerk“ gegründet, das über eine Internet-Präsenz Kontakt mit Schülern, Eltern und Lehrern hielt. „SteinWerk“ wurde von den Ehemaligen selbst geleitet. Da SteinWerk das Portal von Alumni at School e.V. nutzte, das den Service zum 31. März 2015 einstellte, kann SteinWerk bis auf Weiteres nicht aufgerufen werden.[6]
  • Die Schülerzeitung einstein erscheint vierteljährlich in redaktioneller Eigenverantwortung der beteiligten Schüler.[7]
  • Seit Mai 2012 ist die Schule als „Europa-Schule in NRW“ zertifiziert.[8]

Partnerschaften und Fördervereine[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Für den Schüleraustausch bestehen Partnerschaften mit der Webster Groves High School in St. Louis, Missouri (USA), und der Institution Jeanne d’Arc in Étampes (Frankreich). Der über lange Jahre gepflegte Austausch mit der Goethe-Schule in Sankt Petersburg (Russland) ist in der letzten Zeit „schwierig geworden“, wie die Schul-Website vermeldet.[9]
  • Die Schule wird durch den Verein der Freunde und Förderer des Freiherr-vom-Stein-Gymnasiums e.V. unterstützt.

Quellen und Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Freiherr-vom-Stein-Gymnasium Lünen (Hrsg.): 75 Jahre Freiherr-vom-Stein-Gymnasium Lünen 1907–1982: Beiträge zur Geschichte der Schule. Contzen, Lünen 1982, S. 9ff.
  2. Peter Gehrmann: Das Freiherr-vom-Stein-Gymnasium leuchtet. Selm 2017, S. 74.
  3. Peter Gehrmann: Das Freiherr-vom-Stein-Gymnasium leuchtet. Selm 2017, S. 82f.
  4. „Den von der Stadt Lünen ausgeschriebenen Entwurfswettbewerb gewinnen die Architekten D & K Schulze, denen 1929 Entwurf und Bauleitung für den Neubau eines Realgymnasiums sowie der Bau eines Direktorenwohnhauses übertragen werden.“ Quelle: Stadt Dortmund, Stadtplanungsamt (Hrsg.): D & K Schulze 1901–1929. Recklinghausen 1989, S. 35.
  5. Peter Gehrmann: Das Freiherr-vom-Stein-Gymnasium leuchtet. Selm 2017, S. 102f.
  6. http://stein-gymnasium.eu/gemeinschaft/ehemalige/184-steinwerk
  7. Aktuelle Ereignisse im ersten Halbjahr. Online auf fsg.un.in.hagen.de. Aufgerufen am 7. Juli 2014.
  8. 12 neue Europaschulen auf der Floriade ausgezeichnet. Gemeinsame Website der Ministerin für Bundesangelegenheiten, Europa und Medien des Landes Nordrhein-Westfalen und des Ministeriums für Schule und Weiterbildung des Landes Nordrhein-Westfalen vom 8. Mai 2012. Abruf am 11. Juni 2012.
  9. http://stein-gymnasium.eu/projekte/schueleraustausch

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]