Freilichtbühne

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Seebühne im Westfalenpark Dortmund

Eine Freilichtbühne, auch Freilichttheater, Freilufttheater oder Open-Air-Theater genannt, ist eine Bühne im Freien, die zu Theater- oder Musikaufführungen (Freilichtspiele) verwendet wird. In barocken Gartentheatern kommt das Naturtheater oft in Form eines Heckentheaters vor. Besondere Formen von Freilichtbühnen sind Amphitheater und Seebühnen.

Geschichte[Bearbeiten]

In Gartenanlagen des Barock wurden bühnenartige Räume kreiert, deren Kulissen von beschnittenen Hecken gebildet wurden. Ein Beispiel hierfür ist das Gartentheater des Großen Gartens in Herrenhausen. Als Staffagen dieser Park-, Garten-, Hecken- oder Naturtheater wurden häufig allegorische Skulpturen oder Putti hinzugefügt. Oft dienten auch künstliche Ruinen oder Grotten als Bühnenbilder dieser Anlagen.[1] Erste Freilichttheater im heutigen Verständnis entstanden ab den 1860er Jahren, eine Vielzahl von Neugründungen geschah zwischen den Jahren 1910 und 1930 unter so unterschiedlichen Begriffen wie Naturtheater, Freilichtbühne, Waldbühne, Bergtheater, Burgtheater, Heimatbühne u.a.[2]

Probleme der Begriffsabgrenzung[Bearbeiten]

Der Terminus Freilichtbühne wird nicht einheitlich verwendet. So beschreibt Meyers Lexikon eine Freilichtbühne wie folgt: „Freilichtbühne, Freilichttheater, Theater unter freiem Himmel, das in Anknüpfung an das antike Theater oder das höfische Naturtheater des 17. und 18. Jahrhunderts einem gegebenen Gelände angepasst ist, wie in Epidauros, Syrakus, Verona (Arena) u. a., oder das als Hintergrund historische Bauwerke, Kirchen (Salzburg) und Burgruinen hat.“

Professioneller Betrieb[Bearbeiten]

Die größten Seebühnen stehen in Bregenz am Bodensee (Bregenzer Festspiele mit 7.000 Sitzplätzen) und Mörbisch am Neusiedler See (Seefestspiele Mörbisch mit 6.300 Sitzplätzen) in Österreich. Natürlich gewachsene Felsformationen werden ebenfalls als Kulisse für Freilichtbühnen verwendet. Deutschlandweit bekannt sind die Störtebeker-Festspiele in Ralswiek, die Karl-May-Festspiele in Elspe die Karl-May-Spiele in Bad Segeberg sowie das Piraten-Open-Air in Grevesmühlen, die traditionell im Freien stattfinden.

Seebühnen können eine vorhandene Uferböschung als günstig ansteigende Fläche für die Zuseher nutzen sowie einen Streifen Wasserfläche als Brandschutzbarriere vor der Bühne am Wasser. Die Bühne kann auf Pontons schwimmen oder als Gerüst am Grund des Gewässers stehen.

Amateurbühnen[Bearbeiten]

Viele Freilichtbühnen in Deutschland werden von Vereinen betrieben. Diese nichtprofessionellen Bühnen sind zu einem großen Teil (90 Mitgliedsbühnen, Stand November 2014) im Verband Deutscher Freilichtbühnen (VDF) organisiert. Die besucherstärkste Amateurfreilichtbühne in Süddeutschland ist die Freilichtbühne Ötigheim, die Waldbühne Heessen konnte in Norddeutschland im Jahr 2013 die meisten Besucher locken.

Siehe auch[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Hans Koepf: Bildwörterbuch der Architektur. Zweite Auflage, Alfred Kröner Verlag, Stuttgart 1985, ISBN 3-520-19402-3, S. 167
  2. Erika Fischer-Lichte: Kurze Geschichte des deutschen Theaters. UTB, 1999, S. 271. ISBN 9783838516677

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Freilichtbühne – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
 Wiktionary: Freilichttheater – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen