Freischwanzfledermäuse

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Freischwanzfledermäuse
Chaerephon plicata

Chaerephon plicata

Systematik
Überordnung: Laurasiatheria
Ordnung: Fledertiere (Chiroptera)
Unterordnung: Fledermäuse (Microchiroptera)
Überfamilie: Molossoidea
Familie: Bulldoggfledermäuse (Molossidae)
Gattung: Freischwanzfledermäuse
Wissenschaftlicher Name
Chaerephon
Dobson, 1874

Freischwanzfledermäuse[1] (Chaerephon) sind eine Gattung in der Familie der Bulldoggfledermäuse (Molossidae). Als erste Art wurde im Jahre 1800 Chaerephon plicata von Buchanan erstbeschrieben. Zuletzt wurde im Jahre 2010 Chaerephon atsinanana von Goodmann, Buccas, Naidoo, Ratrimomanarivo, Taylor and Lamb erstbeschrieben.[2]

Der Name Chaerephon bezieht sich auf den Freund Sokrates’, welcher in der Komödie „Aves“ von Aristophanes als „Chaerephon, die Fledermaus“ beschrieben wird.

Beschreibung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Chaerephon plicata erreicht eine Kopf-Rumpf-Länge von 65 bis 75 mm, Chaerephon jobensis 80 bis 90 mm, viele afrikanische Freischwanzfledermäuse erreichen 50 bis 80 mm. Die genannten Arten werden 17 bis 31 g schwer. Von den Faltlippenfledermäusen unterscheiden sie sich unter anderem durch die mit einem Hautstreifen miteinander verbunden Ohren. Das Haarkleid ist dicht und weich. Die Oberseite ist dunkelbraun, bei afrikanischen Arten auch schwarz und bei C. jobensis schokoladen- bis graubraun. Die Unterseite ist etwas heller. [3] Namensgebend ist der bei allen Arten auffällig aus der Schwanzflughaut herausragende Schwanz.[4]

Verbreitung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Gattung Chaerephon ist in zwei isolierten Verbreitungsgebieten anzutreffen.

  • Afrika mit Ausnahme des Nordwestens: Hier leben die meisten Arten, der Verbreitungsschwerpunkt liegt dabei im Kongobecken.
  • Südasien-Ozeanien: Hier leben einige Arten von Ostpakistan bis Neuseeland.

Arten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Folgende Arten der Gattung Chaerephon sind heute rezent[5][6]:

Taxonomische Anmerkung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Erstbeschreibung der Gattung erfolgte 1874 unter dem Namen Nyctinomus durch George Edward Dobson.[7] Einige Autoren fassen die Gattungen der Freischwanzfledermäuse und der Faltlippenfledermäuse (Tadarida) zu einer einzigen Gattung (Tadarida) zusammen oder führen Chaerephon sowie die Gattung Mops als Untergattung von Tadarida.[8][4] Zur Zeit werden die Freischwanzfledermäuse und die Faltenlippenfledermäuse als getrennte Gattungen geführt.[5]Genetische Untersuchungen sehen die Gattungen der Freischwanzfledermäuse zusammen mit der Gattung Mops als monophyletische Gruppe.[9] Teilweise ist hierbei C. jobimena nicht in Chaerephon inkludiert, sondern die Faltenlippenfledermäuse bilden mit C. jobimena eine eigene Klade.[10]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Murray Wrobel: Elsevier's Dictionary of Mammals. Elsevier 2006, ISBN 978-0-444-51877-4.
  2. Victor Van Cakenberghe, Ernest C. J. Seamark (Hrsg.): ACR. 2016. African Chiroptera Report 2016. African Bats. 2016, ISSN 1990-6471, S. 364–365.
  3. Ronald M. Nowak: Walker's mammals of the world, Band 1. Johns Hopkins University Press, Sixth Edition, 1999. ISBN 978-0801857898 S. 479-480.
  4. a b Monadjem et al.: Bats of Southern and Central Africa: A Biogeographic and Taxonomic Synthesis. 2010, S. 295–301
  5. a b Chaerephon im Integrated Taxonomic Information System (ITIS). Abgerufen am 11. November 2017.
  6. Theodor C. H. Cole: Wörterbuch der Säugetiernamen – Dictionary of Mammal Names. 1. Auflage. Springer-Verlag, Berlin Heidelberg 2015, ISBN 978-3-662-46269-0.
  7. Victor Van Cakenberghe, Ernest C. J. Seamark (Hrsg.): ACR. 2016. African Chiroptera Report 2016. African Bats. 2016, ISSN 1990-6471, S. 360–361.
  8. N. B. Simmons (2005) Order Chiroptera. In: Mammal Species of the World, S. 312-529. The Johns Hopkins University Press, Baltimore, MD, USA.
  9. Renato Gregorin & Andrea Cirranello: Phylogeny of Molossidae Gervais (Mammalia: Chiroptera) inferred by morphological data. In: Cladistics. Band 32, Nr. 1, 2016, S. 2–35, doi:10.1111/cla.12117.
  10. Jennifer M. Lamb , Taryn M. C. Ralph , Theshnie Naidoo , Peter J. Taylor , Fanja Ratrimomanarivo , William T. Stanley and Steven M. Goodman: Toward a Molecular Phylogeny for the Molossidae (Chiroptera) of the AfroMalagasy Region. In: Acta Chiropterologica. Band 13, Nr. 1, 2011, S. 1–16, doi:10.3161/150811011X578589.

Quellen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Freischwanzfledermäuse (Chaerephon) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien