Freisenbruch

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Wappen von Freisenbruch
Wappen der Stadt Essen

Freisenbruch
Stadtteil von Essen

Lage von Freisenbruch im Stadtbezirk VII Steele/Kray
Basisdaten
Fläche 3,8 km²
Einwohner 16.705 (30. Jun. 2017)
Koordinaten 51° 27′ 6″ N, 7° 6′ 2″ OKoordinaten: 51° 27′ 6″ N, 7° 6′ 2″ O
Höhe 80 m
Eingemeindung 1. Aug. 1929
Räumliche Zuordnung
Postleitzahl 45279
Stadtteilnummer 45
Bezirk Stadtbezirk VII Steele/Kray
Bild
Wohnsiedlung Bergmannsfeld

Wohnsiedlung Bergmannsfeld

Quelle: Statistik der Stadt Essen

Freisenbruch ist ein Stadtteil im Osten der Stadt Essen.

Charakter[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Freisenbruch wird im Westen durch Steele, wo auch das nächste Mittelzentrum liegt, im Norden durch Leithe, im Osten durch Wattenscheid und im Süden durch Horst begrenzt.

Freisenbruch ist überwiegend geprägt von Wohnbebauung. Das Bergmannsfeld ist ab 1966 als Hochhaussiedlung aus Fertigteilen errichtet worden. Es entstand, wie ähnliche Siedlungen in angrenzenden Stadtteilen, aus damaliger Wohnungsnot und dem damals erwarteten, stetigen Wachstum. Heute wohnen allein im Bergmannsfeld rund 5000 Menschen. Als Teil des großen Bauvorhabens Oststadt erhielt es damals den Preis der Bau-Ausstellung Deubau. Westlich schließt sich die heutige Parkanlage Bergmannsbusch an. Der Bauer Bergmann forstete das Gelände Anfang des 20. Jahrhunderts auf. Früher besaß er einen Bauernhof auf diesem Gebiet. Die bis 1412 nachgewiesene Familie Bergmann ist Namensgeberin der Siedlung und der Parkanlage.

Westlich des Bergmannsfeldes liegt das Bürgerhaus Oststadt, dessen Grundstein Anfang Dezember 1973 gelegt worden war und das schließlich im März 1976 in Betrieb ging. Das zuvor überwiegend von den Bürgern des Bergmannsfeldes geforderte Bürgerhaus, als gemeinsames Zentrum und Ort des Austausches, war das erste seiner Art in Nordrhein-Westfalen. Es steht jedem offen und bietet hauptsächlich soziale Angebote, oft an Jugendliche gerichtet. Zudem beherbergt es einen Veranstaltungssaal mit Bühne und eine Zweigstelle der Stadtbibliothek. Nach aufwändigem Umbau 1982 wurde es zuletzt 2011 mithilfe des Konjunkturpakets II saniert.[1]

Das östliche Eiberg, das in Teilen zu Freisenbruch gehört, ist mit zahlreichen landwirtschaftlich genutzten Flächen eher ländlich geprägt.

Mit dem Schwimmzentrum Oststadt verfügt Freisenbruch über ein Hallen- und Freibad, wobei das Freibad zu den großen Bädern der Stadt Essen zählt. Freisenbruch verfügt über ein DRK-Seniorenzentrum. Im Stadtteil findet jeden Karnevalssonntag ein eigener Karnevalsumzug statt, dem das Gänsereiten des hier ansässigen Gänsereiter-Vereins vorausgeht.

Zu den schulischen Einrichtungen gehört das Weiterbildungskolleg der Stadt Essen/Abendrealschule Eiberg, das 2009 die Hauptschule am Sachsenring in dem Gebäudekomplex ablöste. Ihr vorheriger Sitz befand sich in der Bertha-Suttner-Realschule in Rüttenscheid.[2] Eine Gemeinschaftsgrundschule befindet sich im Morungenweg, und eine städtisch-katholische Grundschule, die Antoniusschule, Im Haferfeld. Die 1969 in Betrieb gegangene Grundschule im Bergmannsfeld in der Erasmusstraße war nach Plänen der Schulverwaltung aus dem Jahr 2010 von Schließung bedroht, ist aber weiterhin in Betrieb.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

1047 wird in einem Verzeichnis des Klosters Werden die Bauerschaft Freisenbruch erwähnt, durch die der alte Handelsweg, der Hellweg, verlief.

Freisenbruch und Eiberg gehörten, wie auch Horst, zum Amt Königssteele. Etwa 1920 wurden beide Orte nach Königssteele eingemeindet.[3] Königssteele wurde 1926 mit der damaligen Stadt Steele vereinigt und gehörte seitdem zur preußischen Rheinprovinz. Freisenbruch wurde 1929 mit Steele in die Stadt Essen eingemeindet.

Das ursprüngliche Gemeindegebiet Eiberg ist durch die Neugliederung von 1926 in Teilen an die Stadt Steele, die Stadt Wattenscheid und die Stadt Bochum gegangen. Heute gehört der größte Teil Eibergs zu Freisenbruch. Andere Teile gehören zum Essener Stadtteil Horst, zu Sevinghausen (Stalleicken), Höntrop und Dahlhausen.

Bergbau im Gebiet Freisenbruchs[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zeche Eiberg, Gedenkstätte

Im äußersten Westen Freisenbruchs, beim heutigen Bahnhof Essen-Steele Ost, war der Hünninghauser Erbstolln zwischen 1725 und 1815 in Betrieb. 1728 entstand nordöstlich davon die Zeche Hünninghauserbank. Sie wurde 1823 stillgelegt und konsolidierte vier Jahre später mit der Zeche Einigkeit, die aus weiteren Kleinzechen entstand.

1756 wurde die größte Zeche im Essener Osten, die Zeche Eintracht Tiefbau, in Betrieb genommen. Der ehemalige Schacht 2 – Schacht Heintzmann – befand sich am Ende der heutigen Alleestraße. Neben einigen Restgebäuden ist noch ein im Ruhrgebiet seltener und daher historisch interessanter Kokskohleturm vorhanden. Die Schächte 1 und 3 lagen im Südwesten Freisenbruchs und wurden 1925 mangels abbauwürdiger Kohlevorräte geschlossen.

1836 nahm die Zeche Fridolin im Eiberger Bereich den Betrieb auf. Aus der seit 1858 arbeitenden Zeche Jacob entstand 1882 im zu Freisenbruch gehörigen Teil Eibergs die Zeche Eiberg, zu der ab 1899 die Zeche Fridolin konsolidierte. Die Zeche Eiberg wurde 1914 stillgelegt. Zwischen 1951 und 1968 wurde nochmals aus dem Schacht Eiberg gefördert. An seiner Stelle befindet sich heute eine Reihenhaussiedlung.

Wappen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Blasonierung des Wappens von Freisenbruch: „In Gold (Gelb) aus einem dreireihig von Rot und Silber (Weiß) geschachten gebrochenen Sparren, drei gefächerte schwarze Schilfrohrkolben mit grünen Stängeln.“

Das Wappen wurde von Kurt Schweder entworfen und hatte nie offiziellen Charakter. Ende der 1980er Jahre schuf der Heraldiker für alle Essener Stadtteile Wappen. Sie sind inzwischen von der Essener Bevölkerung gut angenommen worden.

Das Wappen ist ein sogenanntes redendes Wappen; die drei Rohrkolben stehen zusammen mit dem gebrochen märkischen Schachsparren für den Namensbestandteil bruch (Moor, sumpfiges Gelände). Der Hof Freisenbruch (Friesenbroke) war der Grafschaft Mark grundsteuerpflichtig.[4]

Des Weiteren gibt es eigene Wappen der zu Freisenbruch gehörenden Oststadt und des in Teilen zu Freisenbruch gehörenden Eiberg:

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zu Freisenbruch gehört der S-Bahn-Haltepunkt Essen-Eiberg. Dort verkehrt die S-Bahnlinie S1 mit direkten Verbindungen in die Essener Innenstadt und in einige umliegende Großstädte des Ruhrgebietes.

Ebenfalls an dieser S-Bahnstrecke liegt am westlichen Ende Freisenbruchs der heutige S-Bahn-Haltepunkt Essen-Steele Ost. Dieser Bahnhof wurde bereits 1862 an der Bergisch-Märkischen Eisenbahn errichtet und trug im Verlauf der Zeit die Namen Königssteele, Steele, Steele-Nord und Steele Hbf.

Die Buslinien 170, 174, 164, 184 und 363 sowie der Nachtexpress NE5 sind mit Freisenbruch verbunden.[5] Alle diese Buslinie verkehren zu den S-Bahnhöfen Essen-Steele Ost und Essen-Steele. Am Bahnhof Essen-Steele besitzen sie Anschluss an die Linien 103 und 109 Straßenbahn Essen. Die Linie 363 verkehrt darüber hinaus ins benachbarte Bochum-Wattenscheid-Höntrop, wo Anschluss an die Linien 302 (Wattenscheid-Mitte) und 310 (Höntrop Kirche) der Straßenbahn Bochum bestehen.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Essen-Freisenbruch – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Westdeutsche Allgemeine Zeitung WAZ vom 6. Dezember 2013: Essen vor 40 Jahren – Grundstein für das Bürgerhaus Oststadt
  2. Derwesten.de vom 22. Januar 2014: Schule hat sich in 60 Jahren sehr verändert; abgerufen am 15. Januar 2015
  3. Stephanie Reekers: Die Gebietsentwicklung der Kreise und Gemeinden Westfalens 1817–1967. Aschendorff, Münster Westfalen 1977, ISBN 3-402-05875-8, S. 234.
  4. Johann Rainer Busch: Kurt Schweders Wappen der Essener Stadtteile. Essen 2009, S. 89.
  5. Essener Verkehrs-AG