Freisitz

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Dieser Artikel behandelt die Außenfläche in der Architektur; die historisch-rechtliche Bedeutung des Wortes siehe Freihaus #Freisitz

Ein Freisitz ist eine räumliche oder bauliche Vorrichtung für einen temporären, meist aber längerfristigen (in der Regel sitzenden) Aufenthalt an der frischen Luft. Im Wohnungsbau zählt er als Außenwohnfläche zur (auch qualitativen) Wohnraumerweiterung.[1]

Balkone (hier in den Obergeschossen) und Terrasse (im Erdgeschoss) sind Freisitze

Zu den Freisitzen zählen:

  • Terrassen (ohne Überdachung)
  • Mit Überdachung wird die Terrasse zu einer Veranda
  • Balkone sind in den oberen Geschossen eines Gebäudes der Fassade vorgebaut, sowie an mindestens an einer, meist aber an zwei oder drei Seiten vollständig geöffnet
  • Söller oder Altane, ruht im Gegensatz zum Balkon auf Pfeilern, Säulen oder einem darunterliegenden Gebäudeteil
  • Loggien sind im Gegensatz zum Balkon ins Gebäude eingezogen und üblicherweise an drei Seiten von diesem umschlossen; auch die vierte Seite ist in der Regel nicht vollständig geöffnet, sondern teilweise durch Brüstungsmauern, Stürze oder Mauerbögen begrenzt
  • Ein erhöhter, terrassenartiger Vorbau vor dem Hauseingang ist ein Beischlag
  • Auch Laubengänge können als Freisitz genutzt werden, wenn sie dafür genügend Aufenthaltsfläche bieten. Konstruktiv mit den Balkonen verwandt, handelt es sich bei Laubengängen um offene Gänge, die in erster Linie der Erschließung von Räumen oder Wohnungen dienen.

Faktoren, die zur Nutzbarkeit und die Qualität eines Freisitzes beitragen:

  • Lichteinfall und Ausblickmöglichkeiten, gegebenenfalls Besonnung
  • gegebenenfalls Schutz vor Wind, Regen, Sonne, Lärm und Luftverschmutzung
  • Sichtschutz gegenüber Nachbarn und Passanten
  • Ausreichende Größe
  • Lage und Wohnumfeld
  • gegebenenfalls Kommunikationsmöglichkeiten

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Arbeitsgemeinschaft für zeitgemäßes Bauen e.V. (Hrsg.): Mitteilungsblatt Nr. 225: "Freisitze", Kiel 2003