Freistaat (Provinz)

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Foreistata
Vrystaat Provinsie
Free State Province
Freistaat
Lage
Basisdaten
Staat Südafrika
Hauptstadt BloemfonteinVorlage:Infobox Verwaltungseinheit/Wartung/Sonstiges
Fläche 129.825 km²
Einwohner 2.745.590 (2011[1])
Dichte 21 Einwohner pro km²
ISO 3166-2 ZA-FS
Webauftritt www.fs.gov.za (englisch)
Politik
PremierministerVorlage:Infobox Verwaltungseinheit/Wartung/Sonstiges Sekgobelo Elias MagashuleVorlage:Infobox Verwaltungseinheit/Wartung/Sonstiges
Partei ANCVorlage:Infobox Verwaltungseinheit/Wartung/Sonstiges

Koordinaten: 29° 7′ S, 26° 13′ O

Freistaat (Sesotho: Foreistata, Afrikaans Vrystaat Provinsie, englisch Free State) ist eine südafrikanische Provinz in der Mitte der Republik. Sie ist aufgeteilt in vier Distrikte mit 17 Gemeinden und eine Metropolgemeinde.

Vorläufer sind die 1854 gegründete Burenrepublik Oranje-Freistaat, die bis zum Ende des Zweiten Burenkrieges im Jahr 1902 selbstständig war und 1910 mit dem Rest des Landes zur Südafrikanischen Union vereinigt wurde. Der Oranje-Freistaat behielt seinen Namen, war jedoch nunmehr eine Provinz.

Geographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Distrikte des Free State

Freistaat liegt im zentralen Flachland Südafrikas und ist von Agrarwirtschaft geprägt. Über 30.000 Farmen erzeugen mehr als 70 % der südafrikanischen Landwirtschaftsprodukte. Daneben liegen einige der reichsten Gold- und Diamantenminen der Welt im Freistaat.

Im Südosten grenzt der Freistaat an Lesotho.

Distrikte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Provinz Freistaat ist in die Metropolgemeinde Mangaung und vier Distriktgemeinden gegliedert, die jeweils in drei bis fünf Lokalgemeinden unterteilt sind (insgesamt 17). Die vier Distriktgebiete sind:

Städte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die größten Städte der Provinz sind die Hauptstadt Bloemfontein, Welkom, Botshabelo, Kroonstad, Virginia und Kutlwanong (bei Welkom).

Parks und Naturschutzgebiete[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bevölkerung und Sprachen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Verteilung der Sprachen im Freistaat

Nach den Ergebnissen der Volkszählung von 2001 rechneten sich 88 % der schwarzen Bevölkerungsgruppe zu, 8,8 % den Weißen, 3,1 % den Coloureds (afrikaans: Kleurlinge, wörtlich „Farbige“) und 0,1 % den Indern und Asiaten.[2] Der niedrige Anteil der Asiaten rührt daher, dass während der Apartheid den Asiaten der Zuzug in den Freistaat verweigert wurde.

Sesotho gaben 64,4 % der Bevölkerung als Muttersprache an, Afrikaans 11,9 %, IsiXhosa 9,1 %, Setswana 6,8 %, IsiZulu 5,1 %, Englisch 1,4 %, IsiNdebele 0,4 %.[3] Verkehrssprache ist zumeist Englisch oder mit verwandten Sprachen vermischtes Sesotho. Neben den Weißen sprechen im Allgemeinen auch die Coloureds Afrikaans als Muttersprache.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Oranje-Freistaat[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nachdem die Kapkolonie unter britische Herrschaft gekommen war, fürchteten die Buren um ihre kulturelle Identität und versuchten im Großen Treck, weiter im Landesinneren gelegene Gebiete zu kolonisieren, so auch das Gebiet zwischen Oranje und Vaal. Die Afrikaaner, wie sich die Buren selbst nannten, gründeten im Landesinneren mehrere unabhängige Burenrepubliken. Eine davon war der Oranje-Freistaat (Oranje Vrystaat).

Dieses Gebiet wurde bereits 1848 von Großbritannien annektiert und als Orange River Sovereignty bezeichnet, konnte aber 1854 unter dem Namen Oranje-Freistaat (niederländisch „Oranje-Vrijstaat“, afrikaans „Oranje-Vrystaat“) seine Selbstständigkeit erreichen. Von Anfang an war die Republik unter Druck sowohl Großbritanniens als auch der benachbarten Basotho, mit denen es unter deren Herrscher Moshoeshoe I. zu mehreren Kriegen kam (siehe Geschichte Lesothos).

Nach dem Zweiten Burenkrieg wurde 1902 der Oranje-Freistaat endgültig britisch annektiert und 1910 Provinz („Orange Free State“) der Südafrikanischen Union. Name, Territorium und Hauptstadt blieben jedoch unverändert. In den 1960er Jahren wurden als eine Maßnahme der damaligen südafrikanischen Apartheidspolitik Stammesgebiete der schwarzen Bevölkerung vom Provinzterritorium abgetrennt. Es entstanden das Homeland QwaQwa um Phuthaditjhaba und ein Teil des Homelands Bophuthatswana um Thaba Nchu. 1994 wurden diese Gebiete in die Provinz reintegriert.

1995 wurde der Provinzname zu Freistaat verkürzt.

Liste der Premierminister[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bei den Wahlen 2014 zur Provincial Legislature blieb der ANC in der Provinz Freistaat die stärkste Partei. Die Mandate verteilen sich wie folgt.

Partei Sitze +/−
African National Congress (ANC) 22 ± 0
Democratic Alliance (DA) 5 + 2
Economic Freedom Fighters (EFF) 2 + 2
Freedom Front Plus (FF+) 1 ± 0
Summe 30

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Volkszählung 2011, S. 18 (PDF-Datei; 2,8 MB), abgerufen am 6. Mai 2013
  2. Volkszählung von 2001 (Ergebnis als pdf; 624 kB) (Memento vom 18. Mai 2012 im Internet Archive), S. 12.
  3. Volkszählung von 2001 (Ergebnis als pdf; 624 kB) (Memento vom 18. Mai 2012 im Internet Archive), S. 16.