Fremde, wenn wir uns begegnen

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Filmdaten
Deutscher TitelFremde, wenn wir uns begegnen
OriginaltitelStrangers When We Meet
ProduktionslandUSA
OriginalspracheEnglisch
Erscheinungsjahr1960
Länge113 Minuten
AltersfreigabeFSK 12
Stab
RegieRichard Quine
DrehbuchEvan Hunter
ProduktionRichard Quine
MusikGeorge Duning
KameraCharles Lang
SchnittCharles Nelson
Besetzung

Fremde, wenn wir uns begegnen ist eine Verfilmung des gleichnamigen Buchs von Evan Hunter. Der Film handelt von einer Affäre, die zwei verheiratete Personen miteinander haben. Beide entscheiden sich zuletzt, in ihren angestammten Beziehungen zu bleiben.

Handlung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Architekt Larry Coe lebt in Los Angeles. Er ist verheiratet und hat mit seiner Frau Eve zwei Söhne. Eve ist sehr bedacht, dass Larry als Architekt vor allem finanziell erfolgreich ist, während Larry eher durch seine Kreativität erfolgreich sein möchte.

Maggie Gault ist verheiratete Mutter eines Buben. Sie ist mit ihrer Familie neu zugezogen. Maggie wird von ihrem Mann Ken sexuell vernachlässigt. (Auch Eve zeigt während des Films wiederholt Zeichen sexueller Vernachlässigung.)

Larry und Maggie lernen einander an der Haltestelle für den Schulbus kennen. Es gelingt Larry, Maggie zu überreden, eine intensive erotische Beziehung mit ihm einzugehen. Als Larry vom Schriftsteller Robert Altar den Auftrag zum Bau eines Hauses erhält, benutzen Larry und Maggie den Hausbau immer wieder als Anlass sich zu treffen.

Der Nachbar Felix Anders kommt der Beziehung auf die Spur. Als er Eve bedrängt, begreift auch sie, dass Larry sie betrogen hat. Sie stellt Larry zur Rede, und sie entscheiden sich, zusammen zu bleiben und nach Hawaii zu ziehen, wo Larry einen Stadtplanungsauftrag erhalten hat.

Als Roger Altars Haus fertig aber noch nicht bezogen ist, treffen sich Maggie und Larry dort. Larry informiert Maggie, dass er mit seiner Familie nach Hawaii geht. Maggie und Larry gestehen sich erneut ihre Liebe und dass sie am liebsten in diesem, in ihrem Haus leben wollen. Der eintreffende Bauleiter spricht Maggie als „Mrs. Coe“ an und gratuliert ihr zur Leistung ihres „Mannes“. Darauf verlässt Maggie Haus und Larry.

Motive[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Ehebruch, den Larry und Maggie begehen, wird im Film nur indirekt gezeigt, und er wird auch kaum getadelt. Die Zeit, die die beiden miteinander verbringen, wird als durchaus idyllisch gezeichnet, wenngleich beide einander auch immer wieder fremd sind. Beide thematisieren auch ihr schlechtes Gewissen den betrogenen Ehepartnern gegenüber; beide widmen sich weiterhin ihren Kindern. Insofern ergreift der Film in Anbetracht seiner Entstehungszeit kaum (Ab-)Wertung. Als Gegenbild tritt der mit wechselnden Begleiterinnen auftretende explizit promiske Schriftsteller Altar auf.

Im Abspann des Films erklingt als Hintergrundmusik ein Lied, in dem eine verborgene Liebe beschrieben wird, die die Liebenden veranlasst, sich als Fremde, wenn sie sich begegnen zu geben.

Walter Matthau gibt mit Felix Anders einen spießigen Schnüffler und den Vertreter einer Doppelmoral, der sich einerseits gegen schlüpfrige Witze in Anwesenheit von Frauen ausspricht, andrerseits aber sich selbst als ehebrecherischen "Professionellen" sieht, der den "Amateur" Larry in seinen amourösen Abenteuern beraten will. In der Auseinandersetzung zwischen Larry und Felix stellt Felix die Frage, was ihn, der gerade Eve belästigt und bedrängt hat und von ihr aus dem Haus gewiesen wurde, von Larry unterscheide. Das Klischee, dass Frauen letztlich auch gegen ihre explizit geäußerte Meinung von Männern umworben bzw. verführt werden wollen, wird an dieser Stelle (und an anderen Stellen des Films) deutlich ausgespielt.

Kritik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

„Anspruchsvoll ausgemalte Gesellschaftsstudie über die leidenschaftliche Liebe zwischen einem genialen Architekten und einer vernachlässigten Dame. Regie und Kamera verstehen sich auf elegante Formen der Sentimentalität.“

Produktion und Trivia[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Film war die dritte von vier gemeinsamen Arbeiten von Kim Novak und Regisseur Richard Quine. Während der Dreharbeiten 1959 wurden sie ein Paar. Das im Film errichtete futuristische Haus von Carl Anderson und Ross Bellah sollte nach Beendigung der Dreharbeiten Novak und Quine als Hochzeitsgeschenk überreicht werden. Da sich aber die Heiratspläne zerschlugen bezog Quine das Haus später allein.[1]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Traumfrauen-Edition Nr. 18: Kim Novak - Fremde, wenn wir uns begegnen aus: Süddeutsche Zeitung Cinemathek, München 2008