Frente Polisario

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Frente Polisario
Flagge der KP
Gründung 10. Mai 1973
Haupt­sitz Tindouf (Provinz)
Farbe(n) Rot, Schwarz, Grün und Weiß
Internationale Verbindungen Sozialistische Internationale
Progressive Allianz
Website saharalibre.es
  • Von der Polisario gehaltenes Gebiet

Die Frente Polisario (von spanisch Frente Popular para la Liberación de Saguía el Hamra y o de Oro, arabisch الجبهة الشعبية لتحرير الساقية الحمراء ووادي الذهب‎ al-dschabha asch-schaʿbīya li-tahrīr as-Sāqiya al-Hamrā’ wa-Wādī dh-Dhahab, deutsch Volksfront zur Befreiung von Saguia el Hamra und Río de Oro, kurz Polisario) ist eine militärische und politische Organisation in der Westsahara. Sie vertritt liberale bis sozialistische Positionen und ist Beobachter bei der Sozialistischen Internationale sowie Mitglied der Progressiven Allianz.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Truppen der Frente Polisario bei einer Parade anlässlich des 32. Jahrestages der Gründung ihrer Armee nahe Tifariti, 2005

Die Polisario wurde im Mai 1973 von einer Gruppe um al-Wali Mustafa Sayyid gegründet, gleichzeitig begann auch der als Westsaharakonflikt bekannte, bewaffnete Unabhängigkeitskampf gegen die bis 1975 bestehende Kolonie Spanisch-Sahara. Dieser wurde gegen Mauretanien und Marokko fortgesetzt, welche die West-Sahara nach dem spanischen Abzug besetzten.

Von 1976 bis 2016 war Mohamed Abdelaziz Generalsekretär der Polisario.[1] Von 1982 bis 2016 war er auch Präsident der Demokratischen Arabischen Republik Sahara (DARS).[2]

Nach einem Friedensvertrag mit Mauretanien im Jahre 1979 ging die Auseinandersetzung mit Marokko noch bis zum Beginn des Waffenstillstandsabkommens im Jahr 1991 weiter.

Am 24. Februar 1985 schossen Kämpfer der Polisario ein Forschungsflugzeug des Alfred-Wegener-Institutes auf dem Rückweg aus der Antarktis ab. Beim Abschuss der POLAR 3 kamen der Pilot Herbert Hampel, der Copilot Richard Möbius und der Mechaniker Josef Schmid ums Leben.[3][4]

Aktuelle Situation[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nach einem Bericht der U.S. Committee for Refugees and Immigrants flüchteten rund 100.000 Einwohner[5] der West-Sahara vor den Kämpfen in die Gegend von Tindouf im Südwesten Algeriens. Dort leben sie in Flüchtlingscamps, deren Bevölkerungszahl in den letzten 30 Jahren bis zu 155.000 Menschen (Stand 2006)[6] betrug.

Das provisorische Hauptquartier der Polisario-Regierung der Demokratischen Arabischen Republik Sahara liegt in Tindūf.[7]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Polisario Front – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
 Commons: Military of the Sahrawi Arab Democratic Republic – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Western Sahara profile. In: BBC News. 7. Januar 2014. Abgerufen am 31. Dezember 2015.
  2. S. Zunes, J. Mundy: Western Sahara: War, Nationalism, and Conflict Irresolution. Syracuse University Press, 2010. Abgerufen am 31. Dezember 2015.
  3. Criminal Occurrence. Aviation Safety Network, abgerufen am 3. Januar 2011 (englisch): „Polar 3 was shot down by Frente Polisario guerrillas.“
  4. Marokko – Moderner Limes. In: Der Spiegel. Nr. 12, 1985 (online). – „ein bedauerliches Versehen“
  5. World Refugee Survey: Algeria (Memento vom 4. Januar 2011 im Internet Archive) U.S. Committee for Refugees and Immigrants
  6. UNHCR-Botschafterin spendet für Flüchtlinge aus Westsahara UNHCR
  7. Claus Leggewie: Aminatou Haidar bekommt Solidaritätspreis: Maghrebinisches Dilemma. In: Frankfurter Rundschau. 30. Oktober 2013, abgerufen am 30. Dezember 2015.