Frente Polisario

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Frente Polisario
Flagge der KP
Mohamed Abdelaziz (2005)
General­sekretär Mohamed Abdelaziz
Gründung 10. Mai 1973
Haupt­sitz Tindouf (Provinz)
Aus­richtung Nationalismus, Sozialismus
Farbe(n) Rot, Schwarz, Grün und Weiß
Internationale Verbindungen Sozialistische Internationale
Website saharalibre.es
Von der Polisario gehaltenes Gebiet (gelb)

Die Frente Polisario (von spanisch Frente Popular para la Liberación de Saguía el Hamra y o de Oro, arabisch ‏الجبهة الشعبية لتحرير الساقية الحمراء ووادي الذهب‎ al-dschabha asch-schaʿbīya li-tahrīr as-Sāqiya al-Hamrā’ wa-Wādī dh-Dhahab, deutsch Volksfront zur Befreiung von Saguia el Hamra und Río de Oro, kurz Polisario) ist eine militärische und politische Organisation in der Westsahara. Sie vertritt liberale bis sozialistische Positionen und ist Beobachter bei der Sozialistischen Internationale.

Geschichte[Bearbeiten]

Truppen der Frente Polisario bei einer Parade anlässlich des 32. Jahrestages der Gründung ihrer Armee nahe Tifariti, 2005

Die Polisario wurde im Mai 1973 von einer Gruppe um al-Wali Mustafa Sayyid gegründet, gleichzeitig begann auch der als Westsaharakonflikt bekannte, bewaffnete Unabhängigkeitskampf gegen die bis 1975 bestehende Kolonie Spanisch-Sahara. Dieser wurde gegen Mauretanien und Marokko fortgesetzt, welche die West-Sahara nach dem spanischen Abzug besetzten. Seit 1976 ist Mohamed Abdelaziz Präsident der Polisario. Nach einem Friedensvertrag mit Mauretanien im Jahre 1979 ging die Auseinandersetzung mit Marokko noch bis zum Beginn des Waffenstillstandsabkommens im Jahr 1991 weiter.

Am 24. Februar 1985 schossen Kämpfer der Polisario ein Forschungsflugzeug des Alfred-Wegener-Institutes auf dem Rückweg aus der Antarktis ab. Beim Absturz der POLAR 3 kamen der Pilot Herbert Hampel, der Copilot Richard Möbius und der Mechaniker Josef Schmid ums Leben.[1][2]

Nach einem Bericht der U.S. Committee for Refugees and Immigrants flüchteten rund 100.000 Einwohner[3] der West-Sahara vor den Kämpfen in die Gegend von Tindouf im Südwesten Algeriens. Dort leben sie in Flüchtlingscamps, deren Bevölkerungszahl in den letzten 30 Jahren bis zu 155.000 Menschen (Stand 2006)[4] betrug. In einer gemeinsamen Entscheidung des Flüchtlingskommissariats United Nations High Commissioner for Refugees (UNHCR) und des World Food Programme (WFP) wurde die Zahl der Hilfsempfänger bis 2006 von 158.000 auf 90.000 reduziert.[5]

Aktuelle Situation[Bearbeiten]

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Polisario-Demonstration in Madrid, 11. November 2006

Dem im Jahre 1991 von den Vereinten Nationen vermittelten Waffenstillstand sollte eine Volksabstimmung über die Zukunft des Landes folgen. Trotz existierender Vorbereitungen wurde sie bislang nicht durchgeführt. [6]

Heute ist die Westsahara durch eine Grenzbefestigung, den Marokkanischen Wall, in zwei Zonen geteilt: Den Westen kontrolliert Marokko, der Osten und Süden wird von der Polisario gehalten. Das provisorische Hauptquartier der Polisario-Regierung der Demokratischen Arabischen Republik Sahara liegt in Tindouf.

Die Bewegung wird von Algerien und Südafrika unterstützt.

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Criminal Occurrence. Aviation Safety Network, abgerufen am 3. Januar 2011 (englisch): „Polar 3 was shot down by Frente Polisario guerrillas.“
  2.  Marokko – Moderner Limes. In: Der Spiegel. Nr. 12, 1985 (online). – „ein bedauerliches Versehen“
  3. World Refugee Survey: Algeria (Version vom 4. Januar 2011 im Internet Archive) U.S. Committee for Refugees and Immigrants
  4. UNHCR-Botschafterin spendet für Flüchtlinge aus Westsahara UNHCR
  5. Secretary General’s report to Security Council on Western Sahara (PDF) April 2006
  6. Frankfurter Allgemeine Zeitung Blog: "Erste Postkarte aus der Sahara: Ein Volk, das für niemanden zählt", 14. Mai 2010