Frequenzplan

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Ein Frequenzplan dient der Zuordnung zwischen Frequenzen bzw. Frequenzbereichen und ihren Verwendungszwecken. Beispielsweise werden darin dem Rundfunk als Funkdienst geeignete Rundfunkbänder amtlich zugewiesen. Den globalen Rahmen dafür bildet der jeweils gültige Wellenplan.

Deutschland[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Beim Frequenzplan (Bezeichnung bis April 2012: Frequenznutzungsplan) für die Bundesrepublik Deutschland handelt es sich um eine umfangreiche Übersicht über alle Frequenznutzungen im Frequenzbereich von 0 kHz bis 3 THz. Der Frequenzplan besteht aus zahlreichen Frequenznutzungsteilplänen für einzelne Frequenzteilbereiche. Diese Frequenznutzungsteilpläne enthalten Angaben über die Frequenzbereichszuweisungen an Funkdienste, über zusätzliche Nutzungsbestimmungen sowie über die in den einzelnen Frequenzteilbereichen zulässigen Frequenznutzungen und deren Frequenznutzungsbedingungen.

Verschiedenen Nutzungen zugewiesene Frequenzteilbereiche können sich dabei überlappen oder sogar übereinstimmen. In der Zuweisungstabelle wird zwischen primären und sekundären Funkdiensten unterschieden: Wenn ein Funkdienst eine Frequenz nur sekundär nutzen darf, darf er dabei keine primäre Nutzung stören[1].

Der Frequenzplan enthält auch Angaben über „Sonstige Funkanwendungen und andere Anwendungen elektromagnetischer Wellen“; das sind induktive und Infrarot-Funkanwendungen, ISM-Anwendungen (industrielle, wissenschaftliche (englisch scientific), medizinische Anwendungen), Telekommunikations-Anlagen und -Netze sowie Zwischenfrequenzen für Ton- und Fernsehrundfunkempfänger.

Der Frequenzplan bildet die Grundlage für alle Frequenzzuteilungen, die für eine Frequenznutzung erforderlich sind. Er wird im Amtsblatt der Bundesnetzagentur veröffentlicht und basiert auf der Frequenzverordnung (FreqV) und letztlich auf dem Telekommunikationsgesetz.

Österreich[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In Österreich wird der Frequenznutzungsplan vom Bundesministerium für Verkehr, Innovation und Technologie publiziert. Er legt die Frequenznutzungen sowie die erforderlichen Nutzungsbedingungen im Frequenzspektrum bis 3.000 GHz fest. Geplante künftige Frequenznutzungen sind ebenso enthalten.

Schweiz[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Frequenznutzungsplan heisst in der Schweiz Nationaler Frequenzzuweisungsplan (NaFZ) und wird von der BAKOM publiziert.

Belgien[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der belgische Frequenzplan[2] ist in der Webpräsenz des Belgischen Instituts für Postdienste und Telekommunikation einsehbar.

Italien[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In Italien wird der Frequenzplan unter der Bezeichnung Piano nazionale di ripartizione delle frequenze (PNRF) vom Ministerium für wirtschaftliche Entwicklung veröffentlicht.


Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Curt Rint: Handbuch für Hochfrequenz- und Elektro- Techniker Band 2. 13. Auflage, Hüthig und Pflaum Verlag GmbH, Heidelberg, 1981, ISBN 3-7785-0699-4

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Bundesregierung: § 3 Aufbau der Frequenzzuweisungstabelle. In: Frequenzverordnung (FreqV). Bundesamt für Justiz, 27. August 2013, abgerufen am 20. November 2019.
  2. Frequenzplan. Belgisches Institut für Postdienste und Telekommunikation, 5. April 2017, abgerufen am 20. November 2019.