Fretterode

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Gemeinde Fretterode
Fretterode
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Fretterode hervorgehoben
Koordinaten: 51° 19′ N, 10° 0′ O
Basisdaten
Bundesland: Thüringen
Landkreis: Eichsfeld
Verwaltungs­gemeinschaft: Hanstein-Rusteberg
Höhe: 285 m ü. NHN
Fläche: 5,92 km2
Einwohner: 179 (31. Dez. 2017)[1]
Bevölkerungsdichte: 30 Einwohner je km2
Postleitzahl: 37318
Vorwahl: 036087
Kfz-Kennzeichen: EIC, HIG, WBS
Gemeindeschlüssel: 16 0 61 033
Adresse der Verbandsverwaltung: Steingraben 49
37318 Hohengandern
Website: www.vg-hanstein-rusteberg.de
Bürgermeister: Mike Gunkel (Freie Wähler)
Lage der Gemeinde Fretterode im Landkreis Eichsfeld
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Über dieses Bild

Fretterode ist eine Gemeinde im thüringischen Landkreis Eichsfeld. Sie gehört zur Verwaltungsgemeinschaft Hanstein-Rusteberg.

Lage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Blick auf Fretterode mit dem Röhrsberg im Hintergrund (2012)

Fretterode liegt ungefähr 10 Kilometer südwestlich von Heilbad Heiligenstadt im Westen des Landkreises Eichsfeld. Die Ortslage befindet sich in einer muldenartigen Senke zwischen den Höhen des Oberen Eichsfeldes mit dem Röhrsberg (468,1 m) und dem Kahlenberg (408,1 m) im Norden und dem Höhenzug des Höheberges mit dem Riegelsberg (391,2 m) im Süden. Das Dorf ist über die Landesstraße 1002 an die Bundesstraße 80 südlich von Hohengandern verkehrsmäßig angeschlossen. Nachbarorte sind Lindewerra und Wahlhausen im südwestlich gelegenen Werratal, Gerbershausen im Nordwesten, Schönhagen im Norden und Dietzenrode-Vatterode im Osten.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Fretterode wurde erstmals 1089 in einer Schenkungsurkunde als Fritheuuarderoth erwähnt. In dieser Urkunde bestätigt der Abt Thietmar des Klosters Helmarshausen gegenüber demselbigen, dass er einer adligen Dame namens Lucia ein Dorf, mitsamt einer Kirche und drei Hörigen, Nanthelm, Everhard und Rotheger, mit allen Nutzungsrechten den Ort betreffend übergeben habe.[2] In einem Zusatz zur Urkunde findet sich eine Bestätigung der Schenkung durch den Mainzer Erzbischof Adalbert I. Die Urkunde stellt jedoch eine Fälschung dar, welche im ausgehenden 12. Jahrhundert oder zu Beginn des 13. Jahrhunderts hergestellt wurde.[3] Die inhaltliche Echtheit des Dokuments ist jedoch nicht anzuzweifeln, da die gleiche Übergabe in einem Helmarshäusener Amtsbuch aus dem letzten Viertel des 11. Jahrhunderts und dem ersten Viertel des 12. Jahrhunderts ebenfalls bezeugt ist.

In dem kleinen Ort gibt es eine katholische und evangelische Kirche, die beide auf die Apostel Petrus und Paulus geweiht sind. Die evangelische Kirche im Südosten des Ortes ist von Mauern umschlossen und liegt auf einer Geländeterrasse. Im Westen und Süden der Kirche befindet sich vor der Mauer eine Senke. Der massige Turm zeigt heute noch ein Verteidigungsgesicht. Die katholische Kirche am entgegengesetzten Ortsrand liegt auf einem Bergsporn.[4] Entsprechend der kirchlichen Trennung in den folgenden Jahrhunderten gab es hier ebenso eine katholische und eine evangelische Schule.

Über viele Jahrhunderte war das Dorf im Besitz der Familie von Hanstein, die dort 1718 auch ein repräsentatives Gutshaus erbaute. Von 1802 bis 1806 und von 1813 bis 1945 gehörte das Dorf zu Preußen, von 1815 bis zu dessen Aufgehen im Landkreis Eichsfeld 1994 war es Teil des Kreises Heiligenstadt.

Einwohnerentwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Entwicklung der Einwohnerzahl (31. Dezember):

  • 1994: 214
  • 1995: 214
  • 1996: 216
  • 1997: 217
  • 1998: 218
  • 1999: 227
  • 2000: 224
  • 2001: 222
  • 2002: 204
  • 2003: 197
  • 2004: 189
  • 2005: 184
  • 2006: 176
  • 2007: 174
  • 2008: 179
  • 2009: 179
  • 2010: 184
  • 2011: 178
  • 2012: 174
  • 2013: 168
  • 2014: 162
  • 2015: 167
  • 2016: 168
Datenquelle: Thüringer Landesamt für Statistik

Religion[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

60 % der Einwohner von Fretterode sind katholisch, 26 % evangelisch.[5] Die katholische Kirche St. Peter und Paul gehört zur Pfarrei St. Matthäus mit Sitz in Arenshausen, Bistum Erfurt. Die gleichnamige evangelische Kirche gehört zum Kirchenkreis Mühlhausen der Evangelischen Kirche in Mitteldeutschland.

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gemeinderat[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Gemeinderat von Fretterode setzt sich aus sechs Gemeinderatsmitgliedern zusammen.

(Stand: Kommunalwahl am 25. Mai 2014)[6]

Bürgermeister[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Bürgermeister Mike Gunkel (Freie Wähler) wurde am 22. April 2012 gewählt.[7] Die Vorgänger waren:

  • 1999–2006: Uwe Wedekind[8]
  • 2006–2012: Barbara Wedekind

Wappen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Blasonierung: „In silber ein grüner Beutel mit goldener Schnur, daraus wachsen Linsen mit fünf blauen Blüten und sechs grünen Schoten.“

Natur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Südwestlich vom Ortskern befindet sich das Naturschutzgebiet Hasenwinkel, einem kleinen Höhenrücken (359,8 m) nördlich des Höheberges. Als Teil der Eichenberg–Gotha–Saalfelder Störungszone treten hier zwischen dem Muschelkalk des Oberen Eichsfeldes und dem Buntsandstein des Höheberges Gesteine des Oberen Zechsteins (Dolomit) als kleine Felsen zu Tage (Breiter Stein und Spitzer Stein). Das ca. 6 Hektar große Schutzgebiet (seit 1939) ist Teil des FFH-Gebietes Röhrsberg-Hasenwinkel-Mühlberg.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Hermann Rühling, Werner Mühlhausen, Margret Buschmann: 900 Jahre Fretterode im Kreis Heiligenstadt - 1089-1989 - Chronik der Entwicklung. Herausgegeben vom Rat der Gemeinde Fretterode, Format A5, 42 Seiten, Fretterode 1989, ohne ISBN

Sonstiges[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bundesweit in die Schlagzeilen geriet das Dorf vor allem als Wohnort des Neonazis Thorsten Heise (* 1969), der 1999 das bis dahin als Pflege- und Altenheim genutzte Gutshaus erworben hat und dort einen Versandhandel, unter anderem mit teilweise indizierten Tonträgern, die er dort auch auf einem eigenen Plattenlabel veröffentlicht, betreibt. Nachdem er einen entsprechenden Vertrag mit dem „Kameradschaftsverband der Soldaten der 1. und 12. Panzerdivision der ehemaligen Waffen-SS“ abgeschlossen hatte, überführte er 2006 das bis dahin in Marienfels in Rheinland-Pfalz befindliche Denkmal für die Waffen-SS nach Fretterode und baute es auf seinem Privatgrundstück wieder auf.[9]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Fretterode – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Bevölkerung der Gemeinden vom Thüringer Landesamt für Statistik (Hilfe dazu).
  2. Helmut Godehardt: Zur urkundlichen Ersterwähnung des Eichsfeldortes Fretterode. In: Eichsfelder Heimathefte. Nr. 4, 1989, ISSN 0232-8518, S. 315.
  3. Klemens Honselmann: Von der Carta zur Siegelurkunde. Beiträge zum Urkundenwesen im Bistum Paderborn 862 – 1178. Schöningh [u. a.], Paderborn 1939, S. 160.
  4. Michael Köhler: Thüringer Burgen und befestigte vor- und frühgeschichtliche Wohnplätze. Jenzig-Verlag, 2001, ISBN 3-910141-43-9, S. 105/106.
  5. Zensus 2011
  6. Gemeinderatswahl 2014 in Thüringen - endgültiges Ergebnis. Thüringer Landesamt für Statistik, abgerufen am 25. Mai 2017.
  7. Kommunalwahlen 2012. Endgültige Ergebnisse. Wahlen der Landräte, Oberbürgermeister und Bürgermeister. Der Landeswahlleiter, abgerufen am 5. Juli 2012.
  8. Bürgermeisterwahlen in Thüringen
  9. http://www.endstation-rechts.de/news/kategorie/npd-thueringen-1/artikel/npd-bundesvorstandsmitglied-heise-geht-unter-die-weinhaendler.html