Frettchenjagd

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Zur Jagd abgerichtetes Frettchen in der Hand des Jägers

Frettchenjagd (frettieren) ist eine Jagdart, bei der mit Frettchen Baujagd auf Wildkaninchen betrieben wird. Der Jäger wird hier auch Frettierer genannt.[1] Frettchenjagd ist keine Erfindung der Neuzeit. Schon im Altertum wurde diese Marderart zur Mäuse-, Ratten- und Kaninchenjagd abgerichtet und eingesetzt.[2][3]

Die Frettchenjagd ist wie jede andere Form der Jagd in Deutschland nach dem Bundesjagdgesetz nur mit Jagdschein erlaubt.[4]

Durchführung[Bearbeiten]

Handgeknüpftes Sprengnetz für den Kaninchenfang

Das Frettchen wird durch den Jäger in den Kaninchenbau gesetzt. Dadurch flüchten die Kaninchen aus dem Bau und werden dann vom Jäger mit Schrotschuss erlegt, in speziellen Netzen („Sprengnetz“) oder Drahtreusen gefangen. Sehr gerne werden Frettchen von Falknern eingesetzt, um das aus dem Bau flüchtende Kaninchen durch einen Habicht „binden“ zu lassen. Eine besondere Bedeutung hat das Frettieren mit Netzen für den Stadtjäger. So können Kaninchen in bewohnten Gebieten lautlos, ohne Schussknall, bejagt werden. Das Frettchen folgt der Geruchsspur der fliehenden Kaninchen und wird dann vom Jäger am Ausgang des Baus erwartet.

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Waschbären erobern den Tiergarten. In: Berliner Morgenpost. 5. Juni 2008.
  2. Kleines Lexikon A-Z. Verlag Enzyklopädie, Leipzig 1960, S. 305.
  3. Frett. In: Pierer's Universal-Lexikon. Band 6. Altenburg 1858, S. 706.
  4. Vgl. Wolfgang Müller/Frank Herrmann/Dieter Herrmann, Praxis der Kommunalverwaltung, D 7 Th, Weitere sachliche Verbote in Ergänzung zum BJagdG, Kommunal- und Schul-Verlag, Wiesbaden 2010.