Freud (Fernsehserie)

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Seriendaten
OriginaltitelFreud
Freud series logo.png
ProduktionslandÖsterreich, Deutschland, Tschechien
OriginalspracheDeutsch
Jahr2020
Produktions-
unternehmen
Satel Film,
Bavaria Fiction
Länge55 Minuten
Episoden8 in 1 Staffel (Liste)
GenrePsychothriller, Krimi
RegieMarvin Kren
DrehbuchMarvin Kren,
Stefan Brunner,
Benjamin Hessler
ProduktionHeinrich Ambrosch,
Moritz Polter,
Sonja Hoffmann,
Marvin Kren (Showrunner)
MusikStefan Will,
Marco Dreckkötter
KameraMarkus Nestroy
SchnittOlivia Retzer,
Jan Hille,
Bettina Mazakarini,
Christoph Loidl
Besetzung

Hauptdarsteller:

Nebendarsteller:

Freud ist eine achtteilige österreichisch-deutsch-tschechische Fernsehserie von Marvin Kren mit Robert Finster als Sigmund Freud, Ella Rumpf als Medium Fleur Salomé und Georg Friedrich als Polizist und Kriegsveteran Alfred Kiss. Premiere war am 24. Februar 2020 auf der 70. Berlinale, wo mit drei 55-minütigen Folgen die Sektion Berlinale Series eröffnet wurde. Es handelt sich um das erste gemeinsame Projekt des ORF mit dem Streaming-Anbieter Netflix.[1]

Die Erstausstrahlung im ORF erfolgte am 15. März 2020 als Doppelfolge sowie am 18. März 2020 und am 22. März 2020 jeweils als Tripelfolge.[2][3][4] Auf Netflix wurde die Serie am 23. März 2020 veröffentlicht.[5]

Handlung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Erzählt wird ein fiktiver Kriminalfall im Wien des Jahres 1886, der zum Auftakt einer großen Verschwörung wird. Der 30-jährige Sigmund Freud ist kürzlich von einer Studienreise aus Frankreich zurückgekehrt. Er begeistert sich unter anderem für die Hypnose und strebt nach Anerkennung. Allerdings stoßen seine Theorien und Thesen in der Wiener Ärzteschaft auf Ablehnung.

An der Seite des traumatisierten Kriegsveteranen und Inspektors Alfred Kiss und des stadtbekannten Mediums Fleur Salome findet sich Freud bald inmitten einer mörderischen Verschwörung.

Folge 1: Hysterie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Freud bereitet sich auf eine Präsentation vor der Wiener Ärzteschaft vor. Er möchte von seiner Studienreise, die ihn an die psychiatrische Klinik am Hôpital Salpêtrière zu Jean-Martin Charcot geführt hatte, berichten und mit seiner Haushälterin Lenore die Wirkungskraft der Hypnose demonstrieren. Bei der Wiener Ärzteschaft, darunter Theodor Meynert und Leopold von Schönfeld, wird Freuds Präsentation negativ aufgenommen.

Inspektor Kiss und dessen Kollege Poschacher finden im Haus von Heinz Konrad die blutüberströmte Steffi Horvath. Dr. Freud versucht ihr Leben zu retten, allerdings kommt jede Hilfe zu spät, sie erliegt ihren Stichverletzungen. Kiss findet in ihrer Stube einen Uniformknopf mit der Regimentsnummer 5 – des Regiments, in dem er selbst gedient hat. Sein Vorgesetzter Oskar Janecek möchte den Fall jedoch nicht weiter untersuchen. Kiss macht auf eigene Faust weiter, seine Ermittlungen führen ihn zu Oberleutnant Riedl und Georg von Lichtenberg.

Mit seinem Freund Arthur Schnitzler besucht Freud Feste im Palais Szápáry der ungarischen Gräfin Sophia von Szápáry und des Grafen Viktor von Szápáry. Dort lernt er auf einer Séance, an der unter anderem auch Freuds Kritiker Leopold von Schönfeld teilnimmt, das Medium Fleur Salomé kennen. Sie wird von düsteren Visionen um die kleine Clara von Schönfeld geplagt. Salomé möchte wegen zeitweiligen Ausfällen von Freud untersucht und behandelt werden. Freud versucht sie zu hypnotisieren und das von Salomé bei der Séance Erlebte zu analysieren. In ihrer Vision sieht Salomé Clara von Schönfeld in der Wiener Kanalisation verschwinden.

Folge 2: Trauma[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Als Freud erfährt, dass Clara von Schönfeld tatsächlich verschwunden ist, ist er alarmiert. Ein anonymes Telegramm führt die auch in diesem Fall ermittelnden Polizisten Kiss und Poschacher in den Wiener Untergrund, wo sie zunächst den Hund von Clara und später Clara selbst finden. Freud und Schnitzler retten Clara das Leben, sie finden in ihrem Mund eine von ihrem Fuß abgetrennte Zehe, an der sie beinahe erstickt wäre. Freud bittet Claras Bruder Dr. Schönfeld, auch die psychische Behandlung der schwer traumatisierten Clara übernehmen zu dürfen, Dr. Schönfeld lehnt jedoch ab.

Kiss hält Georg von Lichtenberg aufgrund einer Zeugenaussage und eines Schmisses für den Täter in beiden Fällen. Er beschuldigt Georg von Lichtenberg vor seinen Kameraden, der ihn daraufhin zum Duell am Linienwall fordert. Kriegsveteran Kiss leidet seit seiner Militärzeit immer wieder unter heftigem Tremor und bittet Freud um Hilfe. Freud führt Kiss in einer Hypnosesitzung in den Krieg zurück, wo er auf Befehl von Lichtenberg Gefangene töten musste.

Fleur Salomé überzeugt Claras Mutter Henriette von Schönfeld, Freud die Behandlung von Clara zu übertragen. Salomé folgt Clara in einer weiteren Hypnosesitzung in den Wiener Untergrund, wo sie Leopold von Schönfeld als den Entführer von Clara identifiziert.

Folge 3: Somnambul[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Alfred Kiss duelliert sich mit Georg von Lichtenberg an, Lichtenberg wird getroffen und stirbt. Kiss selbst bleibt unverletzt, beim Abfeuern des tödlichen Schusses ruft er Für Otto. Georgs Vater Feldmarschall Franz von Lichtenberg ist von seinem Sohn enttäuscht, für ihn ist die Ehre der Armee das Wichtigste. Gemeinsam mit seinem Kollegen Josef Breuer behandelt Freud die blinde Elise. Während Freud versucht, Leopold von Schönfeld dessen Entführung seiner Schwester Clara nachzuweisen, gibt Gräfin Sophia von Szápáry Leopold unter Einfluss von Hypnose den Auftrag, sich selbst umzubringen. Dieser führt den Auftrag jedoch nicht zu Ende.

Die ehrgeizigen Szápárys wollen in die höchsten gesellschaftlichen Kreise vordringen und hoffen auf eine Einladung zum Ball der Völker, auf einer ihrer Séancen mit Fleur ist auch Kronprinz Rudolf von Österreich-Ungarn zugegen. Während der Sitzung hat Fleur wieder eine blutige Vision; nachdem sie sich davon erholt, sucht sie erneut Freud auf. Unter dessen Hypnose kann sie weitere Details aus der Vision erkennen und zwei Tote sowie deren Mörder, den Opernsänger Frantisek Mucha, identifizieren. Freud alarmiert daraufhin Kiss, gemeinsam finden sie die zwei Toten aus Fleurs Vision und im Nebenraum den hypnotisierten Mucha.

Nachdem sich Fleur weigert, weiterhin von Gräfin Sophia berühren und hypnotisieren zu lassen, besucht die Gräfin Freud unter einem Vorwand und gibt ihm unter Hypnose den Auftrag, sich umzubringen.

Folge 4: Totem und Tabu[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Freud schafft es, sich dem Auftrag von Gräfin Sophia zum Suizid zu widersetzen. Inspektor Kiss entlarvt mit Hilfe eines Zeugen Leopold von Schönfeld als Entführer von dessen Schwester Clara. Kiss und Freud finden daraufhin Schönfeld blutüberströmt in dessen Wohnung tot auf, in seinem Zimmer findet sich ein mit Blut an die Wand gemaltes Symbol.

In einer Rückblende erfährt man, dass Otto Kiss, der Sohn von Alfred und Ehemann von Fanny, ebenso wie sein Vater bei der Armee war und wegen Desertion verurteilt werden sollte. Georg von Lichtenberg zwang Alfred Kiss, die Gefangenen zu erschießen, um seine Loyalität zu beweisen und Ottos Leben zu retten. Otto nahm sich daraufhin selbst das Leben.

Auf Druck von Feldmarschall Franz von Lichtenberg macht sich Oberleutnant Riedl auf die Suche nach Inspektor Kiss. Riedl soll für den Tod von Georg von Lichtenberg an Kiss Rache üben. Kronprinz Rudolf lädt Fleur unter dem Vorwand einer privaten Séance zu sich ein, wo er versucht, sie zu vergewaltigen, während die Szápárys im Gegenzug dafür weiterhin auf eine Einladung zum Ball der Völker hoffen.

Folge 5: Trieb[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nach der Sitzung bei Kronprinz Rudolf flüchtet Fleur zu Freud und verführt ihn. In der Nacht schreit sie immer wieder das Wort Táltos. Fleur hat erneut eine Vision, dabei sieht sie Gräfin Sophia, die ihr immer wieder das Wort Táltos einflüstert. Beim Liebesspiel werden Fleur und Freud von dessen zünftigem Schwager sowie Zugehfrau Lenore in flagranti erwischt.

Opernsänger Frantisek Mucha soll wegen Mordes hingerichtet werden, ohne dass dieser ein Geständnis abgelegt hat. Inspektor Kiss wird in seiner Wohnung von zwei Männern attackiert, er kann die beiden allerdings überwältigen und mit einem Messer töten. Fanny holt Poschacher zur Hilfe, um die Tat zu vertuschen und die Leichen der beiden Männer verschwinden zu lassen. Kiss und Poschacher vermuten Franz von Lichtenberg als deren Auftraggeber.

Kaiser Franz Josef, Kronprinz Rudolf und Feldmarschall Franz von Lichtenberg wird von Caspari von einer Verschwörung gegen das Kaiserhaus im Palais Szápáry berichtet. Rudolf schlägt daraufhin die Einladung der Szápárys zum Ball der Völker vor, um die Feinde in der Nähe zu wissen und beobachten zu können. Ein Vorfahre der Szápárys war einer der Rädelsführer der Revolution von 1848/1849 im Kaisertum Österreich.

Freud findet die Bedeutung des Wortes Táltos, einer Person mit übernatürlichen Kräften aus der ungarischen Mythologie, heraus. Dabei wird er durch Klavierspiel in der Nachbarwohnung gestört. Laut Lenore ist die Wohnung seit langer Zeit unbewohnt, eine Nachschau bestätigt dies. Der Bewohner beging nach dem Ringtheaterbrand Selbstmord, den er im Gegensatz zu all seinen Freunden überlebte. Im Palais Szápáry versammeln sich junge Männer zu einem gemeinsamen Ritual, bei dem sie nackt in Blut baden.

Folge 6: Regression[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Freud versucht, mehr über den Musiker Szpilman aus der Nachbarwohnung herauszufinden, der in einer Nervenheilanstalt war und nach dem Ringtheaterbrand Selbstmord beging. Er glaubte, den Brand selbst gelegt zu haben. Freud vermutet eine Verbindung Szpilmans zu den Szápárys bzw. Fleur Salomé. Die Szápárys werden von Kronprinz Rudolf zum Ball der Völker eingeladen.

Von Heinz Konrad erfährt Oberleutnant Riedl, dass Inspektor Kiss den Anschlag überlebt hat und zwei von Konrads Männer dabei ums Leben kamen. Darauf kommt es zum Streit und Riedl ersticht Konrad. Hure Anneli berichtet Kiss von dem Vorfall, sie kann ihm Riedl als Täter nennen. Poschacher warnt ihn jedoch, das gesamte Regiment Riedls gegen sie aufzubringen. Oskar Janecek, der Vorgesetzte von Kiss, beschließt Riedl als Zeugen vorzuladen. Beim Kampf mit Konrad wurde Riedl am Kopf verletzt und ihm Haare ausgerissen, die am Tatort gefunden wurden. Anhand der Verletzung soll Riedl als Mörder von Konrad überführt werden.

Theodor Meynert überrascht Freud mit der Information, dass Fleur Salomé in die Nervenheilanstalt eingeliefert wurde, nachdem sie einen Schutzmann an der Mölker Bastei mit Schaum vor dem Mund attackiert und verletzt hatte. Freud beschuldigt vor Meynert die Szápárys, Fleur Salomé, Frantisek Mucha und Leopold von Schönfeld manipuliert und zu ihren Taten angestiftet zu haben. Meynert droht daraufhin Freud, ihn als Patienten aufzunehmen, falls er das Gebäude nicht sofort verlässt und nie wieder betritt. Freud bittet Josef Breuer um Hilfe, dieser verweigert sie ihm jedoch. In der Nacht schleicht sich Freud zurück in die Anstalt um Fleur zu befreien, Unterstützung erhält er dabei von seiner Zugehfrau Lenore und seinem Freund Arthur Schnitzler. Zusammen bringen sie Fleur zu Freud nach Hause.

Folge 7: Katharsis[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Freud versteckt Salomé in seiner Wohnung, allerdings sind ihm Meynert und Breuer bereits auf der Spur. Freud und Salomé bringen sich während deren Visite in der leerstehenden Nachbarwohnung in Sicherheit, wo Fleur wieder eine Vision hat. Oberleutnant Riedl erscheint nach der Vorladung für eine Zeugenaussage am Polizeirevier bei Oberst Janecek. Der möchte allerdings nach Riedls Aussage Kiss verhaften, mit Poschachers Hilfe gelingt Kiss die Flucht. Die beiden finden bei Freud Unterschlupf.

In der Kammer von Georg von Lichtenberg findet dessen Vater Feldmarschall Franz von Lichtenberg das Messer, mit dem Georg Steffi Horvath erstochen hatte. Der Feldmarschall versucht, sämtliche Beweismittel zu vernichten. Die Szápárys bereiten sich auf ihren finalen Schlag gegen das Kaiserhaus vor, damit die Völker des Reiches frei und unabhängig sind.

In Freuds Praxis müssen sich Freud, Kiss und Fleur ihren eigenen inneren Dämonen stellen. Dabei erfährt Freud, dass Fleur Salomé und Táltos dieselbe Person ist. In einer Vision sieht Fleur ein Attentat auf den Kaiser.

Folge 8: Verdrängung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Auf dem Ball der Völker des österreichischen Kaisers Franz Josef im Schloss Schönbrunn ist der Adel aus allen Teilen des Vielvölkerstaates versammelt, darunter auch die Szápárys. Feldmarschall Franz von Lichtenberg und Oberleutnant Riedl machen Kiss und Poschacher in Freuds Wohnung ausfindig. Während Lichtenberg damit droht Kiss zu erschießen, berichtet dieser vom geplanten Attentat auf den Kaiser. Auf dem Ball kommt es zu einem Gemetzel, dem Kaiser gelingt es jedoch, sich in Sicherheit zu bringen. Fleur/Táltos befiehlt den Aufständischen, sich zu ergeben. Graf und Gräfin Szápáry werden an Ort und Stelle füsiliert. Im Schlosspark wird der Kaiser von seinem Sohn Rudolf attackiert, der noch unter dem Einfluss von Táltos steht. Dem Kaiser gelingt es jedoch, seinen Sohn zu besänftigen.

Während Freud sein Hauptwerk Die Macht der Hypnose fertigstellt, bereitet Martha Bernays ihre Hochzeit mit Sigmund vor. Sie verzeiht ihm die Affäre mit Fleur. Feldmarschall Franz von Lichtenberg ersucht Freud, den Kronprinzen zu behandeln, der weiterhin unter dem Einfluss von Táltos steht. Freud hypnotisiert den Kronprinzen, unter dem Einfluss der Hypnose erzählt Rudolf von seinem Seitensprung mit Fleur. Feldmarschall Lichtenberg startet eine geheimdienstliche Suche nach Fleur, in der er weiter eine Gefahr für den Kaiser sieht. Außerdem möchte er das Erscheinen der Publikation von Freud verhindern. Freud wird Schweigegeld sowie seine alte Stelle angeboten, damit er nichts über die Vorkommnisse im Kaiserhaus berichtet. Nachdem Freud sich weigert, erpresst ihn Lichtenberg, indem er das Leben seiner Familie bedroht.

Als Kiss zum Bezirksinspektor befördert wird sticht er auf seinen Vorgesetzten Janecek ein. Im Kreise der Familie geben Sigmund und Martha bekannt zu heiraten. Freud verbrennt sein unveröffentlichtes Buch und kündigt seine alte Stelle bei Professor Meynert. Kiss taucht in der Wiener Kanalisation unter. Fleur erscheint unerwartet bei Freud um sich bei ihm für seine Hilfe zu bedanken und sich von ihm zu verabschieden.

Produktion und Hintergrund[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Dreharbeiten fanden vom 8. Jänner bis zum 21. Mai 2019 in Wien und Prag statt. Produziert wurde die Serie von der Wiener Satel Film (Heinrich Ambrosch) und der Bavaria Fiction (Moritz Polter).[6][7][8][9] Marvin Kren wirkte in der gesamten ersten Staffel als Showrunner und Executive Producer.[10][11]

Unterstützt wurde die Produktion vom Filmfonds Wien, dem Fernsehfonds Austria sowie Creative Europe MEDIA und dem Czech Film Fund, beteiligt waren der Österreichische Rundfunk und Netflix. ZDF Enterprises übernahm den internationalen Vertrieb.[9][6][12]

Für das Kostümbild zeichnete Max Wohlkönig verantwortlich, für das Szenenbild Verena Wagner, für das Maskenbild Daniela Skala und Martin Geissler und für das Casting Eva Roth.[7][8]

Episodenliste[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nr.
(ges.)
Nr.
(St.)
Original­titel Erstaus­strahlung Österreich
1 1 Hysterie 15. März 2020
1 2 Trauma 15. März 2020
1 3 Somnambul 18. März 2020
1 4 Totem und Tabu 18. März 2020
1 5 Trieb 18. März 2020
1 6 Regression 22. März 2020
1 7 Katharsis 22. März 2020
1 8 Verdrängung 22. März 2020

Rezeption[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Barbara Unterthurner befand in der Tiroler Tageszeitung, dass die Erzählstränge gekonnt, aber mit einer Extraportion Kunstnebel, ineinander verwebt würden. In Teilen erinnere die Serie damit an M – Eine Stadt sucht einen Mörder. Was Wien betrifft, bliebe Marvin Kren authentisch: Das Gros der Figuren grantle auf Wienerisch, beim Heurigen oder auf der Bude.[13]

Björn Hayer bezeichnete die Produktion in der Neuen Zürcher Zeitung als „eigentümliche Melange aus Mystery-Thriller und Gesellschaftsporträt“. Die Performance der Akteure sei bisweilen mäßig, das Drehbuch durchwachsen. Am dürftigsten erscheine die aufgesetzte Artifizialität, die jeder Einstellung und Montage innewohne. Figuren würden aus merkwürdigen Perspektiven in Szene gesetzt, Erinnerungssequenzen überblendet, im Übergang zwischen Traum- und Wachepisoden stets zwischen Schärfen und Unschärfen gewechselt, schiefe Tonspuren dominierten die Klangkulisse. Dies sei schlichtweg zu viel an atmosphärischen Spukereien. Die Unklarheit darüber, was das Format, taumelnd zwischen Krimi und Fin-de-Siècle-Panorama, eigentlich sein will, lasse den Zuschauer ratlos zurück.[14]

Martin Schwickert schrieb auf Rp-online.de, dass Kren seine Erzählung „als wilden, halluzinogenen Rausch aus finsteren Träumen, verdrängten Erinnerungen, perversen Verbrechen und schwarzer Magie angelegt“ habe. Das entwickele Sog, doch mit Episode 5 gingen ihm die Pferde durch. „Da wird’s zu viel mit dunklen Mächten, animalische Sexszenen und Blutorgien“. Von dieser Überdosis Genre erhole sich Freud kaum noch.[15]

Die Süddeutsche Zeitung schreibt: Das Bedrohliche im eigenen Inneren wird gelegentlich direkt Dramaturgie; eine der Hauptpersonen verwandelt sich mit etwas Maske und Soundtechnik regelrecht zum Mann, wenn das Schaurige, Dominante in ihr herausbricht. Und in einer Szene häuslichen Friedens sind die Good Guys der Serie in Freuds Wohnzimmer eingeschlafen, aber jeder von ihnen schreckt einmal hoch und steigt in den Keller hinunter, wo er mit seinen größten Ängsten oder gleich einem Doppelgänger ringt.[16]

Der Tagesspiegel: „Freud“ ist Schreien und Kreischen in der Geisterbahn.[17]

Oliver Jungen bezeichnete die Serie in der Frankfurter Allgemeinen Zeitung als „kreuzdumme, in Blut getauchte Backenbart-Operette“. Nicht einmal Netflix könne die deutschsprachige Film- und Serienszene dazu bringen, von ihren ausgelatschten Pfaden abzuweichen, um hintergründig und innovativ zu erzählen. Man klammere sich lieber an Konventionen, lasse schlecht verkleidete Schauspieler hölzerne Dialoge aufsagen, arbeite mit schwankenden Unschärfen wie in einer Schüler-Video-AG, greife beherzt in die vermottete Thriller-Trickkiste und überschütte uns mit Träumen, für die es keine Traumdeutung braucht.[18]

Jan Schlüter schrieb auf Quotenmeter.de, dass sich die Serie Kinofilme wie Abraham Lincoln Vampirjäger oder Stolz und Vorurteil und Zombies als Vorbilder nähme, die ebenso historische Stoffe in eine verzerrt-wahnsinnige Geschichte tränkten. Atmosphärisch fühle man sich dagegen an Eyes Wide Shut erinnert, mit all den Geheimbünden, Festivitäten und Verschwörungen. Den Zuschauer erwarte eine abwechslungsreiche Serie, deren Verrücktheitsgrad sich von Folge zu Folge steigere. Schauspielerisch spiele das Ensemble um Robert Finster großartig. Die Serie rühre einen verstörenden, oft gedankenlosen Cocktail ohne bitteren Nachgeschmack.[19]

Durchschnittlich 475.000 Zuschauer sahen die erste Folge bei Erstausstrahlung im ORF, die zweite Folge erreichte 443.000 Zuseher.[20]

Auszeichnungen und Nominierungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Romyverleihung 2020

  • Nominierung in der Kategorie Beste TV-Serie[21]
  • Nominierung in der Kategorie Beste Produktion TV-Fiction (Heinrich Ambrosch, Moritz Polter)

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Berlinale Series 2020: Originäre Geschichten, kompromisslos erzählt. In: berlinale.de. 14. Januar 2020, abgerufen am 15. Januar 2020.
  2. ORF-Premiere für „Freud“ ab 15. März in ORF 1. 4. Februar 2020, abgerufen am 4. Februar 2020.
  3. ORF-Netflix-Serie „Freud“ feiert Weltpremiere bei der Berlinale. In: Kurier.at. 14. Januar 2020, abgerufen am 15. Januar 2020.
  4. "Freud" eröffnet Seriensektion der Berlinale. In: Die Presse. 15. Januar 2020, abgerufen am 15. Januar 2020.
  5. Freud: Tiefenbohrungen in der Seele des Menschen. In: morgenpost.de. 25. Februar 2020, abgerufen am 26. Februar 2020.
  6. a b Robert Finster ist „Freud“. In: ORF.at. Abgerufen am 15. Januar 2020.
  7. a b Bavaria Fiction GmbH: Freud. In: bavaria-fiction.de. Abgerufen am 15. Januar 2020.
  8. a b Freud bei crew united. Abgerufen am 15. Januar 2020.
  9. a b Weltpremiere für ORF/Netflix-Mystery-Thriller-Event „Freud“ bei der Berlinale 2020. In: ORF.at. 14. Januar 2020, abgerufen am 15. Januar 2020.
  10. Freud-Showrunner Marvin Kren über Séancen, Sitzungen beim Hypnotiseur und Psychoanalytiker. In: noizz.de. 23. März 2020, abgerufen am 23. März 2020.
  11. Die Serie Freud: Hypnose und Neurose. In: orf.at. 9. März 2020, abgerufen am 23. März 2020.
  12. Freud. In: Filmfonds Wien. Abgerufen am 15. Januar 2020.
  13. Barbara Unterthurner: Eine Sache der Genitalien: Die Serie „Freud“ auf ORF und Netflix. In: Tiroler Tageszeitung. 14. März 2020, abgerufen am 14. März 2020.
  14. Björn Hayer: «Freud» auf Netflix: der Psychoanalytiker als halbstarker Sherlock Holmes. In: Neue Zürcher Zeitung. 19. März 2020, abgerufen am 19. März 2020.
  15. Martin Schwickert: Neue Netflix-Serie: Schwarze Magie mit Sigmund Freud. In: Rp-online.de. 22. März 2020, abgerufen am 23. März 2020.
  16. Claudia Tieschky: Die Leiden des jungen Freud. In: sueddeutsche.de. 13. März 2020, abgerufen am 23. März 2020.
  17. Joachim Huber: Mystery und Monstrosität. In: tagesspiegel.de. 22. März 2020, abgerufen am 24. März 2020.
  18. Oliver Jungen: „Freud“ bei Netflix: Vatermord auf Koks. In: Frankfurter Allgemeine Zeitung. 24. März 2020, abgerufen am 24. März 2020.
  19. Jan Schlüter: «Freud» bei Netflix: Mit Kokain auf Killerjagd. In: Quotenmeter.de. 25. März 2020, abgerufen am 27. März 2020.
  20. Coronavirus lässt Rekorde bei ORF-Infosendungen purzeln, 475.000 sahen Auftakt-Folge von "Freud". In: DerStandard.at. 16. März 2020, abgerufen am 16. März 2020.
  21. ROMY-Akademie-Preise: Das Spielfeld der Könner. In: Kurier.at. 11. März 2020, abgerufen am 11. März 2020.