Freudenhaus Hase

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Das Freudenhaus Hase ist ein Bordell in Berlin-Gesundbrunnen und zugleich ein kultureller Veranstaltungsort. Seit dem 3. Januar 2005 als erstes Laufhaus in Berlin konzipiert, vorher gab es sogenannte Laufhaustage, bietet das Etablissement seit 1996 in loser Folge Künstlern Raum für Ausstellungen, Konzerte und Theateraufführungen.

Ausgestellt wurden seit 1996 unter anderem Arbeiten der Künstler Wolfgang Ramisch [1], Ipett Schwarzweldt [2], Gabriele Trillhaase.[3][4], Zohar Kaniel (Fotograf) [5] und Dodi Reifenberg.[6]

Die Künstlerin und Regisseurin Annette Kuß[7] inszenierte im Haus 2006 im Auftrag der Berliner Theaterinstitution Hebbel am Ufer das Stück Freudendienste.[8] Das Theaterstück entstand durch Interviews in Zusammenarbeit mit mehreren Prostituierten und der Prostitutionsvereinigung Hydra e. V. Ziel der Inszenierung war eine kritische Auseinandersetzung mit dem Thema Prostitution.[9] Nach der Uraufführung am 14. Januar, mit einem angeschlossenen Konzert der Berliner Queer-Künstlerin Claire Grube, gab es bis Ende Februar 2006 weitere elf Aufführungen.

Über den für ein Theaterstück ungewöhnlichen Veranstaltungsort, sowie über das Stück selbst, wurde in mehreren Medien berichtet.[10] Entsprechende Beiträge erfolgten von mehreren Fernsehsendern, wie in ARTE [11], in 3sat [12] und im RBB [13], sowie in verschiedenen Zeitungen und Zeitschriften, wie der taz [14], der Berliner Morgenpost, der Wochenzeitung Freitag [15] und im Magazin Focus. Die von der Regisseurin Annette Kuß für die Erarbeitung des Theaterstücks zugrunde gelegten ethnologischen Methoden der Feldforschung, die künstlerische Umsetzung des gesellschaftlich tabuisierten Themas Prostitution sowie die Einbeziehung und Reflexion des Freudenhauses Hase als authentischer Ort und der dortigen Prostituierten und deren Freiern waren 2006 auch Gegenstand einer ethnographischen Fachtagung in Berlin.[16]

2013 war das Freudenhaus Hase eines der „Tatorte“ des Berliner Krimimarathon.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Website des Künstlers Wolfgang Ramisch
  2. Website des Künstlers Ipett Schwarzweldt
  3. Website der Künstlerin Gabriele Trillhaase
  4. Bericht auf der Website des Freudenhauses Hase
  5. Website des Fotografen Zohar Kaniel
  6. Website des Plastik-Art-Künstlers Dodi Reifenberg
  7. Vortragsankündigung zur Arbeit der Künstlerin Annette Kuß (Vortrag von Jane Redlin, Berlin; im Rahmen der ethnographischen Fachtagung Kunst und Ethnographie vom 17.–18. November 2006 in Berlin)
  8. Kurzbericht über das Theaterstück in berlin-buehnen.de (Memento vom 26. September 2007 im Internet Archive)
  9. Netzeitung: Berliner Bordell wird zur Theaterbühne (Memento vom 11. Januar 2006 im Internet Archive), 5. Januar 2006
  10. Ankündigung von weiteren Vorstellungen des Theaterstücks, mit Pressespiegel
  11. ARTE: Kurzinfo über einen zweisprachigen TV-Beitrag in der Sendung ARTE kultur / journal de la culture vom 17. Januar 2006 (de., fr.)
  12. 3sat Kurzinfo über einen TV-Beitrag in der Sendung Foyer vom 26. Januar 2006
  13. RBB: Seite nicht mehr abrufbar, Suche in Webarchiven: @1@2Vorlage:Toter Link/www.rbb-online.deKurzinfo über einen TV-Beitrag in der Sendung Stilbruch
  14. die tageszeitung: Der ganz normale Sex Rezension des Theaterstücks, 28. Januar 2006
  15. Freitag: Performative Pornologie, Rezension des Theaterstücks, 20. Januar 2006
  16. Programm der ethnographischen Fachtagung Kunst und Ethnographie in Berlin vom 17. bis 18. November 2006 (siehe Vortrag von Jane Redlin, Berlin: Wo Kunst und reale Lebensräume miteinander verschmelzen. Die Theaterprojekte von Annette Kuß; im Rahmen der vorgenannten Fachtagung; veranstaltet von der Gesellschaft für Ethnographie e. V., Berlin, in Zusammenarbeit mit Institut für Europäische Ethnologie der Humboldt-Universität zu Berlin, Museum Europäischer Kulturen, Staatliche Museen zu Berlin)

Koordinaten: 52° 32′ 38″ N, 13° 22′ 41″ O