Bahnstrecke Suhl–Schleusingen

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Suhl–Schleusingen
Strecke der Bahnstrecke Suhl–Schleusingen
Streckennummer: 6696
Kursbuchstrecke (DB): 568
Streckenlänge: 15,8 km
Spurweite: 1435 mm (Normalspur)
Maximale Neigung: 70,6 
Minimaler Radius: 250 m
Strecke – geradeaus
von (Erfurt–) Neudietendorf
Bahnhof, Station
0,00 Suhl 426,1 m
Abzweig – in Fahrtrichtung: nach rechts
nach Ritschenhausen
   
1,52 Suhl-Neundorf 460,0 m
Kilometer-Wechsel
2,43 Beginn Zahnstangenabschnitt bis 1928
Kilometer-Wechsel
3,90 Ende Zahnstangenabschnitt bis 1928
   
5,04 Suhl-Friedberg 569,9 m
   
8,60 Hirschbach 466,0 m
Brücke (mittel)
Viadukt in Hirschbach (47 m)
   
11,65 Erlau 415,0 m
   
13,36 St. Kilian 391,0 m
Abzweig – in Gegenrichtung: nach rechts
von Ilmenau
Bahnhof, Station
15,84 Schleusingen 373,0 m
Strecke – geradeaus
nach Themar

Die Bahnstrecke Suhl–Schleusingen (Friedbergbahn) war eine Nebenbahn in Thüringen. Sie führte im Thüringer Wald von Suhl über den Friedberg nach Schleusingen. Die Steilstrecke hatte mit 66,6 ‰ die größte maßgebende Neigung in Deutschland.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Jahr 1904 richteten die beiden Städte des preußischen Landkreises Schleusingen, Schleusingen und Suhl, eine Eingabe an die preußischen Behörden in Berlin zum Bau einer Bahnstrecke zwischen beiden Orten. Drei Jahre später erfolgte die Zustimmung und Bereitstellung der erforderlichen Finanzmittel in Höhe von 3,1 Millionen Mark. Im Jahr 1908 begannen durch die Preußische Staatseisenbahn die Vorarbeiten, zwei Jahre später der Bahnbau und am 14. November 1911 wurde die Strecke feierlich eingeweiht.

Steilstrecke mit Fernsprechschrank

Besondere Schwierigkeiten gab es bei der Linienführung aus dem Suhler Talkessel zur 144 m höher gelegenen Station Friedberg. Auf diesem fünf Kilometer langen Streckenabschnitt wurde deshalb auf eine Länge von 1470 Metern eine Zahnstange (System Abt) verlegt, um eine Neigung von bis 70,6 ‰ (65 Meter Länge) befahren zu können. Im Zugverkehr wurden Dampfloks der Baureihe T 26 eingesetzt.

Die Umstellung auf Adhäsionsbetrieb mit steilstreckentauglichen Dampfloks der Baureihe 94 erfolgte wahrscheinlich 1928, ein Jahr nach der Rennsteigbahn. Zusätzlich wurden die schweren Züge auf der Suhler Rampe nachgeschoben. Ab 1974 wurden die sechsachsigen Dieselloks der DR-Baureihe 118 eingesetzt, welche bei maximaler Steigung eine Last von 155 Tonnen noch anfahren konnten, gegenüber 120 Tonnen bei der Baureihe 94. Betrug bei Zahnradbetrieb die Reisezeit noch 70 Minuten, so reduzierte sich diese mit Einsatz der Baureihe 94 auf 45 Minuten und später mit der Baureihe 118 auf 28 Minuten. Ab 1995 verkehrte letztendlich die Baureihe 213 mit Steuerwagen und Reisezeiten von 25 Minuten. Der Güterverkehr wurde mit dem 31. Dezember 1994 eingestellt. Letzter Betriebstag im planmäßigen Personenverkehr war am 31. Mai 1997, die endgültige Betriebseinstellung folgte am 31. Oktober 1999.

Im Kursbuch wurde die Strecke bei der Deutschen Reichsbahn unter 190e, nach dem Zweiten Weltkrieg zunächst unter 191a und ab 1968 unter 626 geführt, abschließend bei der Deutschen Bahn unter 568.

Im Jahr 2004 wurde für den Bau der Talbrücke St. Kilian der Bundesautobahn 73 ein zirka 200 m langes Stück des Streckengleises abgebaut, welches im Januar 2007 nach Fertigstellung der Autobahn wieder eingefügt wurde. Noch zuvor wurde die Friedbergbahn an die Rennsteigbahn GmbH & Co. KG verpachtet. Diese beabsichtigt, die Thüringer Behälterglas GmbH zwischen St. Kilian und Schleusingen über das Anschlussgleis im Güterverkehr zu beliefern. Laut einem Artikel im Freien Wort vom 6. Juni 2013 wird die Strecke derzeit durch Helfer vom Bewuchs befreit und soll wieder im Museumsbetrieb befahren werden.[1] Im August 2013 waren bereits zwölf der fünfzehn Kilometer freigeschnitten.[2] Im Dezember 2013 befuhr erstmals seit 16 Jahren ein Bauzug die Strecke von Hirschbach auf den Friedberg.[3] Für das Jahr 2014 war der Freischnitt bis zum Bahnhof Suhl vorgesehen.[4]

Am 28. Dezember 2015 befuhr erstmals wieder seit der Einstellung des Verkehrs eine Lokomotive die Bahnstrecke, die einen Baugleis-Status hat, von Schleusingen nach Suhl.[5][6]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Walter Grüber: Steilstrecken in Thüringen. EK-Verlag, Freiburg 1997. ISBN 3-88255-428-2

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. www.insüdthüringen.de: Hoffnung für steilste Bahn Deutschlands von Suhl nach Schleusingen vom 6. Juni 2013
  2. www.insüdthüringen.de: Eisernes Dornröschen wird wach gesägt vom 14. August 2013
  3. www.insüdthüringen.de: Nach 16 Jahren wieder ein Zug auf dem Friedberg vom 7. Dezember 2013
  4. www.insuedthueringen.de: Ab jetzt ist endlich die Stadt dran vom 21. März 2014
  5. www.insuedthueringen.de vom 28. Dezember 2015
  6. Homepage der IG Friedbergbahn bei Facebook

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]