Friede von Nimwegen

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Titelblatt eines Druckes mit dem Frieden von Nimwegen zwischen Frankreich und Schweden und dem Reich.

Der Friede von Nimwegen umfasst mehrere Friedensverträge, die 1678/79 in Nijmegen (Nimwegen) geschlossen wurden und den Französisch-Niederländischen Krieg sowie damit verbundene Kriege beendeten. Die Verträge sind:

Die Verträge sahen vor:

  • Dass die Niederlande für die Zusage ihrer Neutralität gegenüber Frankreich und Schweden französisch besetzte Gebiete zurückbekamen.
  • Grenzbegradigungen in Flandern.
  • Abtretung von Elsass, dem Herzogtum Bouillon, Freiburg sowie mancher anderer deutscher Gebiete zu beiden Rheinseiten an Frankreich, darunter auch Kehl. Der deutsche Volksmund sprach daraufhin bald vom „Frieden von Nimmweg“.
  • Rückgabe des seit 1670 französisch besetzten Lothringens an den rechtmäßigen Herzog Karl mit Ausnahme der Hauptstadt Nancy. Da der Herzog die Bedingungen des Vertrags nicht akzeptieren wollte, behielt Frankreich das Herzogtum bis 1697 weiter besetzt.
  • Abtretungen durch Spanien, neben Gebieten im Kernland auch der Freigrafschaft Burgund. Dadurch teilweise Revision des Ersten Aachener Friedens.
  • Abzug münsterscher Truppen, die im Schonischen Krieg für Dänemark kämpften.
  • Dass die Besitzansprüche Frankreichs bezüglich der Inseln St. Vincent, St. Lucia und Dominica bestätigt wurden.

Weiteres[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Verhandlungen in Nimwegen bestätigten die französische Sprache als Sprache der Diplomatie, was bis ins 20. Jahrhundert Bestand hatte.[2]

Spanien und das Heilige Römische Reich sahen sich durch den Vertrag der Niederlande, der der erste war, geprellt und mussten mit ihren Friedensschlüssen nachziehen. Der Friedensvertrag dokumentiert den Machtzenit des Sonnenkönigs, wurde aber nach dem Pfälzischen Erbfolgekrieg im Jahr 1697 durch den Frieden von Rijswijk teilweise revidiert. Durch den Frieden des Reiches mit Schweden wandte sich der Schonische Krieg zulasten Dänemarks und Brandenburg-Preußens.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. deutsche Übersetzung in Theatrum Europaeum, Band 11, 1672–1679, S. 1235–1236
  2. Jules Verne in Paris im 20. Jahrhundert