Friedensdorf (Dautphetal)

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Gemeinde Dautphetal
Dach mit Weißer Taube
Koordinaten: 50° 51′ 6″ N, 8° 33′ 55″ O
Höhe: 268 (248–473) m ü. NHN
Fläche: 6,25 km²[1]
Einwohner: 1367 (30. Jun. 2016)[2]
Bevölkerungsdichte: 219 Einwohner/km²
Eingemeindung: 1. Juli 1974
Postleitzahl: 35232
Vorwahl: 06466
Karte
Lage von Friedensdorf in Dautphetal
Luftaufnahme von Friedensdorf
Luftaufnahme von Friedensdorf

Friedensdorf ist ein Ortsteil der Gemeinde Dautphetal im mittelhessischen Landkreis Marburg-Biedenkopf mit etwa 1400 Einwohnern.

Geographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Lage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der 533 m hohe Schwarzenberg-Ableger Nimerich und Friedensdorf. Rechts im Hintergrund Biedenkopf und der 631 m hohe Sackpfeifen-Ableger Hainpracht

Friedensdorf liegt im nördlichen Teil der Gemeinde, etwa zwölf Kilometer westlich von Marburg. Der Ort bildet mit den Ortsteilen Dautphe, Wilhelmshütte und Wolfgruben das Zentrum der Großgemeinde Dautphetal.

Berge und Erhebungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die höchste Erhebung des Gemeindeteils ist der 473 Meter hohe Schweinskopf im Süden, der tiefste die Lahn bei der Schmelzmühle mit etwa 242 Meter über dem Meer. Im Südwesten des Ortes schließt sich der 452 Meter hohe Hornberg an, östlich des Hornberges liegt der 465 Meter hohe Eichelhardt. Zwischen diesen beiden Bergen liegt der Homberg, der ungefähr 390 Meter hoch ist. Im Westen des Ortes erhebt sich der 306 m hohe Hügel Auf der Breitenlohe, an dessen Südseite sich der Neue Friedhof befindet. Am Gipfel dieses Hornberg-Ablegers steht ein Kriegsdenkmal.

Flüsse, Bäche und Gewässer[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Durch den Ort fließt die Dautphe, die im Nordwesten des Ortes, zwischen der Ortmühle und der Schmelzmühle, in die Lahn mündet. Von Süden her kommt ein Bach vom Roßberg, der in die Dautphe mündet. Im Flurstück Winterbach fließt der gleichnamige Winterbach vom Eckeberg aus Richtung Mornshausen kommend ebenfalls in die Dautphe, er mündet bei der Mittelpunktschule in den Fluss.

Geologie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Boden besteht größtenteils aus verwittertem Schiefer. Am Eckeberg gibt es einen alten Basaltsteinbruch. Weitere Gesteinsvarietäten sind Diabas, Lehm und Grauwacke. Mineralien sind hauptsächlich Serpentin, Kalk und Hämatit (Eisenerz).

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Erstmals erwähnt wurde der Ort um 1220 als Fridehelmisdorph in einer Urkunde des Klosters Haina.[1]

Am 1. Juli 1974 wurde Friedensdorf im Rahmen der Gebietsreform in Hessen nach Dautphetal eingemeindet.[3]

Territorialgeschichte und Verwaltung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die folgende Liste zeigt die Territorien bzw. Verwaltungseinheiten denen Friedensdorf unterstand im Überblick:[4][1]

Einwohnerentwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Belegte Einwohnerzahlen bis 1967 sind:[1]

1577: 23 Hausgesesse
1630: 28 Hausgesesse (3 dreispännige, 4 zweispännige, 11 einspännige Ackerländer, 10 Einläufige), 3 Witwen.
1677: 1 Freier, 31 Hausgründe, 6 Witwen, 10 ledige Personen
1742: 52 Haushalte
1830: 315 evangelische, 1 römisch-katholische Einwohner
1867: Erwerbspersonen: 78 Landwirtschaft, 10 Bergbau und Hüttenwesen, 1 Erziehung und Unterricht, 1 Gemeindeverwaltung.
1885: 455 evangelisch, keine Katholiken, 3 andere Christen.
1961: 1090 evangelische, 116 römisch-katholische Einwohner. Erwerbspersonen: 141 Land-und Forstwirtschaft, 331 produzierendes Gewerbe, 53 Handel und Verkehr, 58 Dienstleistungen und sonstiges.
Friedensdorf: Einwohnerzahlen von 1834 bis 1967
Jahr     Einwohner
1834
  
310
1840
  
318
1846
  
354
1852
  
371
1858
  
391
1864
  
434
1871
  
407
1875
  
422
1885
  
458
1895
  
471
1905
  
550
1910
  
616
1925
  
719
1939
  
787
1946
  
1.139
1950
  
1.168
1956
  
1.154
1961
  
1.209
1967
  
1.305
Datenquelle: Histo­risches Ge­mein­de­ver­zeich­nis für Hessen: Die Be­völ­ke­rung der Ge­mei­nden 1834 bis 1967. Wies­baden: Hes­sisches Statis­tisches Lan­des­amt, 1968.

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ortsbeirat[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ortsvorsteher ist Rolli Messerschmidt, seine Stellvertreterin Heidrun Bamberger.

Wappen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Blasonierung: Über rot geschupptem Schildfuß mit Dachfirst in Schwarz eine fliegende silberne Taube mit grünem Zweig im Schnabel.

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Heimatmuseum
  • Kriegsdenkmal in der Nähe des Friedhofs
  • Alte ev. Kirche (umgebaut von Kirchenbaumeister Ludwig Hofmann)
  • Alter Friedhof

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Bahnhof Friedensdorf (Lahn) liegt an der Bahnstrecke Kreuztal–Cölbe. Hier verkehren Züge der Kurhessenbahn. Des Weiteren liegt Friedensdorf am Lahntal-Radweg. Die regionale Buslinie 481 die lokalen Buslinien BusMR-52 und ASTMR-55 fahren den Ort an. Das Dorf liegt an der Landstraße 3042 (Lahnstraße), welche die Bundesstraßen 62 und 453 verbindet.

Freizeitmöglichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Sportplatz
  • Kinderspielplätze
  • Hallenbad im Bürgerhaus

Öffentliche Einrichtungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Ortsteil verfügt mit der Dautphetalschule über eine Mittelpunktschule mit den Zweigen Grund-, Haupt- und Realschule sowie mit der Burgbergschule eine Schule für Lern- und Erziehungshilfe. In unmittelbarer Nähe dieser Schulen steht eine Mehrzweckhalle, die Hinterlandhalle. Neben der Nutzung als Sporthalle für den Schulsport und die Vereine der Gemeinde finden hier regelmäßig größere Veranstaltungen, wie Messen oder Vorträge, statt. Weitere Einrichtungen sind das Bürgerhaus, ein Hallenschwimmbad, ein Kindergarten, die neue evangelische Kirche, Friedhof und ein Heimatmuseum.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Heimat- und Verschönerungsvereins Friedensdorf e. V. (Hrsg.): Chronik Friedensdorf. Dautphetal 2002

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b c d Friedensdorf, Landkreis Marburg-Biedenkopf. Historisches Ortslexikon für Hessen. In: Landesgeschichtliches Informationssystem Hessen (LAGIS). (Stand: 5. Juli 2017)
  2. Einwohnerzahlen im Internetauftritt der Gemeinde Dautphetal, abgerufen im Oktober 2016
  3. Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27. 5. 1970 bis 31. 12. 1982. W. Kohlhammer GmbH, Stuttgart und Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 350 und 351.
  4. Verwaltungsgeschichte Land Hessen bei M. Rademacher, Deutsche Verwaltungsgeschichte von der Reichseinigung 1871 bis zur Wiedervereinigung 1990
  5. Wilhelm von der Nahmer: Handbuch des Rheinischen Particular-Rechts: Entwickelung der Territorial- und Verfassungsverhältnisse der deutschen Staaten an beiden Ufern des Rheins : vom ersten Beginnen der französischen Revolution bis in die neueste Zeit. Band 3. Sauerländer, Frankfurt am Main 1832, S. 7 (bei google books).
  6. Neuste Länder und Völkerkunde. Ein geographisches Lesebuch für alle Stände. Kur-Hessen, Hessen-Darmstadt und die freien Städte. Band 22. Weimar 1821, S. 415 (online bei Google Books).

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Friedensdorf (Dautphetal) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien