Ehemalige Friedenskapelle Wymeer

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Baptistenkapelle in Wymeer
Inneres der Kirche

Die Evangelisch-Freikirchliche Friedenskapelle Wymeer (auch Baptistenkapelle genannt) war das Gotteshaus der ehemaligen Baptistengemeinde Wymeer. Sie wurde im Jahr 1900 errichtet und 2017 an einen privaten Käufer veräußert.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Anfangs besuchten die Baptisten des Ortes die Gemeinde in Ihren, die als Muttergemeinde aller älteren ostfriesischen Baptistengemeinden gilt, oder die niederländische Baptistengemeinde in Vriescheloo. Die Gläubigen in Wymeer wurden zunächst als Filialgemeinde von Ihren betreut. 1876/77 zog Hinderk Wilms, der Sohn des Baptistenpredigers Harm Willms aus Ihren, nach Wymeer und pachtete die dortige Mühle. Wilms fiel den Dorfbewohnern dadurch auf, dass er am Sonntag kein Brot verkaufte. Aus dem um Wilms entstandenen Freundeskreis, der sich zunächst im Privathaus von Johann Haken versammelte, ließen sich bis 1888 sechs Personen taufen.[1] Zunächst leiteten Reiseprediger diese Versammlungen. 1893 wurde Wymeer als eigenständige Station gegründet und die Gottesdienste in dem heute neben der Kapelle stehenden Haus abgehalten. Die Friedenskapelle mit angebauter Predigerwohnung datiert aus dem Jahr 1900.[2] Im Jahr 1921 wurde die Filialgemeinde selbstständig und berief einen eigenen Pastor, den sich die Gemeinde mit der Baptistengemeinde in Ditzumerverlaat teilte. Zwischen 1930 und 1964 fanden vor allem Vertretungsdienste durch Prediger der benachbarten Gemeinden statt. Danach kam es wieder zu einer Kooperation mit Ditzumerverlaat. Von 1997 bis zum 31. Oktober 2010 hatte die Gemeinde Wymeer einen eigenen Prediger und war seitdem vakant. 2016 gab die Gemeinde ihre Selbständigkeit auf. Ihre Mitglieder schlossen sich in der Mehrzahl der Baptistengemeinde Weener an. Nach Verkauf des Gebäudes im Jahr 2017 folgte der Umbau in ein Wohnhaus im Jahr 2018.

Baubeschreibung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Blick von Nordosten (2018)
Während des Umbaus im September 2018

Der schlichte Backsteinbau mit Satteldach ist in eine Wohnsiedlung eingereiht. Die Längsseiten des Gebäudes werden durch Lisenen gegliedert und durch einen Fries abgeschlossen. Auch die Giebelseite zur Straße wird durch einen Fries betont. 1962 wurde der Versammlungsraum umgestaltet.[3] In diesem Zug wurde eine große Fensterfront zur nördlichen Straßenseite eingebrochen und der Haupteingang an die – von der Straßenfront aus gesehen – rechte, westliche Längsseite verlegt. Gleichzeitig wurde dadurch ein kleines Foyer geschaffen, in dem sich Garderoben und der Büchertisch der Gemeinde befanden. An der nördlichen Ostseite waren ein hochsitzendes Rundfenster mit Glasbausteinen und dahinter zwei querrechteckige Fenster mit Glasbausteinen eingelassen. Links von dem großen Fenster an der Straßenseite war ein weißes Kreuz eingemauert, Fenster und Kreuz wurden von einem weißen Rechteck gerahmt.

Liste der Pastoren[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Laufe ihrer Geschichte wurde die Baptistengemeinde Wymeer von 14 Pastoren betreut. Die in der folgenden Liste genannten Geistlichen waren in der Regel nicht nur für Wymeer zuständig.[4] Sie übernahmen zusätzliche Aufgaben in der Nachbarschaft, so zum Beispiel in den Baptistengemeinden Ditzumerverlaat, Weener und in verschiedenen Orten der angrenzenden Niederlande.

Nr Pastoren Zeitraum Anmerkungen
01 Hans Penner 1920–1925 Penner wechselte 1925 zur Baptistengemeinde Augustfehn-Südgeorgsfehn und wanderte 1927 mit 20 ostfriesischen Baptisten in die Vereinigten Staaten aus.[5]
02 Hermann Gebauer 1925–1930
03 Karl Rausche 1930–1943
04 Ulrich Brouwer 1944–1947
05 Johannes Schwitzke 1947–1950
06 Paul Kerstan 1950–1954 Kerstan wechselte zur Baptistengemeinde Bad Pyrmont (Zweig der Baptistengemeinde Hameln).[6]
07 Hermann Gebauer 1955–1962
Vakanz 1962–1964
08 Erhard Handelmann 1964–1968 Handelmann wechselte zur Baptistengemeinde Schwenningen.
09 Bernd Stuut 1969–1974
10 Klaus-Jürgen Meyer 1974–1979
11 Wolfgang Hagen 1979–1985
Vakanz 1985–1987
12 Ralf Vogel 1987–1992
Vakanz 1992–1996
13 Ulrich Haß 1996–2010 Haß versah als Ruhestandspastor den Gemeindedienst.
14 Gunter Johns 2010–2017 Johns, verstorben im Dezember 2017, war Ruhestandspastor in der Baptistengemeinde Ditzumerverlaat, betreute aber nebenher die verbliebenen Mitglieder der Wymeerster Baptistengemeinde.

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Monika van Lengen: Rheiderlands Kirchen. Entdeckungsreise zu Gotteshäusern aus acht Jahrhunderten im Westen Ostfrieslands. H. Risius, Weener 2000 (online, PDF).
  • Ulrich Haß: Die Baptistengemeinde Wymeer. Die Geschichte einer evangelisch-freikirchlichen Gemeinde. Wymeer 1999
  • Harm Wiemann: Aus vergangenen Tagen. Chronik der Samtgemeinde Bunde. Selbstverlag, Bunde 1983, S. 96 f.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Friedenskapelle Wymeer – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Wiemann: Aus vergangenen Tagen. 1983, S. 96 f.
  2. Monika van Lengen: Rheiderlands Kirchen. Entdeckungsreise zu Gotteshäusern aus acht Jahrhunderten im Westen Ostfrieslands. H. Risius, Weener 2000 (online, PDF), abgerufen am 15. September 2018.
  3. Paul Weßels (Ortschronisten der Ostfriesischen Landschaft): Wymeer (PDF-Datei; 55,9 kB), abgerufen am 21. August 2016.
  4. Die Pastorenliste orientiert sich an Ulrich Haß: Die Baptistengemeinde Wymeer. Die Geschichte einer evangelisch-freikirchlichen Gemeinde. Wymeer 1999, S. 5.
  5. EFG-Augustfehn.de: Pastorenliste; eingesehen am 17. September 2018
  6. Baptisten-Hameln.de: Geschichte; eingesehen am 18. September 2018

Koordinaten: 53° 8′ 4″ N, 7° 12′ 36,3″ O