Friedenskapelle Wymeer

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Baptistenkapelle in Wymeer
Inneres der Kirche

Die Evangelisch-Freikirchliche Friedenskapelle Wymeer (auch Baptistenkapelle genannt) steht im gleichnamigen Ortsteil der ostfriesischen Gemeinde Bunde. Sie wurde im Jahr 1900 errichtet.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Anfangs besuchten die Baptisten des Ortes die Gemeinde in Ihren, die als Muttergemeinde aller älteren ostfriesischen Baptistengemeinden gilt, oder die niederländische Baptistengemeinde in Vriescheloo. Die Gläubigen in Wymeer wurden zunächst als Filialgemeinde von Ihren betreut. 1876/77 zog Hinderk Wilms, der Sohn des Baptistenpredigers Harm Willms aus Ihren, nach Wymeer und pachtete die dortige Mühle. Wilms fiel den Dorfbewohnern dadurch auf, dass er am Sonntag kein Brot verkaufte. Aus dem um Wilms entstandenen Freundeskreis, der sich zunächst im Privathaus von Johann Haken versammelte, ließen sich bis 1888 sechs Personen taufen.[1] Zunächst leiteten Reiseprediger diese Versammlungen. 1893 wurde Wymeer als eigenständige Station gegründet und die Gottesdienste in dem heute neben der Kapelle stehenden Haus abgehalten. Die Friedenskapelle mit angebauter Predigerwohnung datiert aus dem Jahr 1900.[2] Im Jahr 1921 wurde die Filialgemeinde selbstständig und berief einen eigenen Pastor, den sich die Gemeinde mit der Baptistengemeinde in Ditzumerverlaat teilte. Zwischen 1930 und 1964 fanden vor allem Vertretungsdienste durch Prediger der benachbarten Gemeinden statt. Danach kam es wieder zu einer Kooperation mit Ditzumerverlaat. Von 1997 bis zum 31. Oktober 2010 hatte die Gemeinde Wymeer einen eigenen Prediger und ist seitdem vakant. 1925 zählte die Gemeinde 25 Mitglieder, 1896 32 und 1981 39 Mitglieder.[1]

Die Gemeinde der Friedenskapelle gehört zum Evangelisch-Freikirchlichen Landesverband Baptisten im Nordwesten und innerhalb des Landesverbandes zur regionalen Arbeitsgemeinschaft Ems-Jade-Mission.

Der schlichte Backsteinbau mit Satteldach ist in eine Wohnsiedlung eingereiht. Die Längsseiten des Gebäudes werden durch Lisenen gegliedert und durch ein Fries abgeschlossen. Auch die Giebelseite zur Straße wird durch ein Fries betont. 1962 wurde der Versammlungsraum umgestaltet.[3] In diesem Zug wurde eine große Fensterfront zur Straßenseite eingebrochen und der Haupteingang an die - von der Straßenfront aus gesehen - rechte Längsseite verlegt. Gleichzeitig wurde dadurch ein kleines Foyer geschaffen, in dem sich Garderoben und der Büchertisch der Gemeinde befinden.

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Monika van Lengen: Rheiderlands Kirchen. Entdeckungsreise zu Gotteshäusern aus acht Jahrhunderten im Westen Ostfrieslands. H. Risius, Weener 2000 (online).
  • Harm Wiemann: Aus vergangenen Tagen. Chronik der Samtgemeinde Bunde. Selbstverlag, Bunde 1983.

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b Wiemann: Aus vergangenen Tagen. 1983, S. 96f.
  2. Monika van Lengen: Rheiderlands Kirchen. Entdeckungsreise zu Gotteshäusern aus acht Jahrhunderten im Westen Ostfrieslands. H. Risius, Weener 2000 (online), abgerufen am 21. August 2016.
  3. Paul Weßels (Ortschronisten der Ostfriesischen Landschaft): Wymeer (PDF-Datei; 55,9 kB), abgerufen am 21. August 2016.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Friedenskapelle Wymeer – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Koordinaten: 53° 8′ 4″ N, 7° 12′ 36″ O