Friedenweiler

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Gemeinde Friedenweiler
Friedenweiler
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Friedenweiler hervorgehoben
Koordinaten: 47° 55′ N, 8° 15′ O
Basisdaten
Bundesland: Baden-Württemberg
Regierungsbezirk: Freiburg
Landkreis: Breisgau-Hochschwarzwald
Höhe: 900 m ü. NHN
Fläche: 27,08 km²
Einwohner: 1905 (31. Dez. 2014)[1]
Bevölkerungsdichte: 70 Einwohner je km²
Postleitzahl: 79877
Vorwahlen: 07654, 07651
Kfz-Kennzeichen: FR
Gemeindeschlüssel: 08 3 15 039
Gemeindegliederung: 2 Ortsteile
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Hauptstraße 24
79877 Friedenweiler
Webpräsenz: www.friedenweiler.de
Bürgermeister: Josef Matt
Lage der Gemeinde Friedenweiler im Landkreis Breisgau-Hochschwarzwald
Frankreich Landkreis Waldshut Landkreis Lörrach Freiburg im Breisgau Landkreis Emmendingen Schwarzwald-Baar-Kreis Landkreis Rottweil Au (Breisgau) Auggen Bad Krozingen Badenweiler Ballrechten-Dottingen Bötzingen Bollschweil Breisach am Rhein Breitnau Buchenbach Buggingen Ebringen Ehrenkirchen Eichstetten am Kaiserstuhl Eisenbach (Hochschwarzwald) Eschbach (Markgräflerland) Feldberg (Schwarzwald) Friedenweiler Glottertal Gottenheim Gundelfingen (Breisgau) Hartheim Heitersheim Heitersheim Heuweiler Hinterzarten Horben Ihringen Kirchzarten Lenzkirch Löffingen March (Breisgau) Merdingen Merzhausen Müllheim (Baden) Müllheim (Baden) Münstertal/Schwarzwald Neuenburg am Rhein Neuenburg am Rhein Oberried (Breisgau) Pfaffenweiler St. Peter (Hochschwarzwald) St. Märgen Schallstadt Schluchsee (Gemeinde) Sölden (Schwarzwald) Staufen im Breisgau Stegen Sulzburg Titisee-Neustadt Umkirch Vogtsburg im Kaiserstuhl Wittnau (Breisgau)Karte
Über dieses Bild

Friedenweiler ist eine kleine Gemeinde und Höhenluftkurort im Landkreis Breisgau-Hochschwarzwald in Baden-Württemberg, rund sechs Kilometer östlich von Titisee-Neustadt im Hochschwarzwald.

Geografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gemeindegliederung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zur Gemeinde Friedenweiler mit der ehemaligen Gemeinde Rötenbach gehören acht Dörfer, Weiler und Einzelhäuser. Zur Gemeinde Friedenweiler in den Grenzen vom 31. Dezember 1974 (etwa 700 Einwohner) gehören das Dorf Friedenweiler, der Weiler Kleineisenbach und der Wohnplatz Steinhalden. Zur ehemaligen Gemeinde Rötenbach (etwa 1400 Einwohner) gehören das Dorf Rötenbach und die Wohnplätze Adlerwirtssäge, Beimühle, Birnenhäusle und Höhenhaus. Im Gemeindeteil Kossingen liegt die abgegangene Ortschaft Kossingen.[2] Die Grenze zwischen beiden Gemeinden verlief entlang der Bundesstraße 31. Rötenbach liegt ungefähr fünf Kilometer südlich von Friedenweiler.

Nachbargemeinden[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Friedenweiler ist von folgenden Gemeinden des Landkreises Breisgau-Hochschwarzwald umgeben (von Norden im Uhrzeigersinn): Eisenbach (Hochschwarzwald), Löffingen, Lenzkirch und Titisee-Neustadt.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Friedenweiler wurde erstmals 1123 als Fridenwilare urkundlich genannt. Im 14. Jahrhundert wurde im Ort das Kloster Friedenweiler gegründet, das dann die Herrschaft über den Ort ausübte. Das von Benediktinerinnen gegründete Kloster wurde 1570 an Zisterzienserinnen übergeben. Durch Vertrag vom 16. November 1802 wurde der klösterliche Besitz an den Fürsten zu Fürstenberg übertragen. Die weltliche Macht ging infolge des Reichsdeputationshauptschlusses auf das Großherzogtum Baden über.

Vereinigung der Gemeinden Friedenweiler und Rötenbach[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Am 1. Januar 1975 wurden im Zuge der Gemeindereform die ehemals selbständigen Gemeinden Rötenbach und Friedenweiler zur Gemeinde Friedenweiler zusammengelegt.

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das ehemalige Rathaus von Rötenbach ist heute Sitz der Gemeindeverwaltung von Friedenweiler.

Gemeinderat[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Gemeinderat wird durch eine unechte Teilortswahl gewählt, d. h. jeder Ortsteil kann eine bestimmte Anzahl von Vertretern in den Gemeinderat entsenden, wobei es nicht auf die tatsächliche Einwohnerzahl des Ortsteiles ankommt. Der Gemeinderat ist nicht parteipolitisch geprägt. Seit der Gemeinderatswahl vom 7. Juni 2009 (Wahlbeteiligung 57,2 %) besteht folgende Sitzverteilung im Gemeinderat: die Freie Bürgerliste besetzt sieben Sitze, die Freie Wählergemeinschaft drei.

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ehemalige Klosterkirche in Friedenweiler

Die ehemalige Klosterkirche St. Johannes Baptist wurde im 16. Jahrhundert erbaut und nach einem Brand im 18. Jahrhundert von Peter Thumb im Innern neu gestaltet.

Im Ortsteil Friedenweiler liegt der kleine Klostersee mit einem Strandbad.

Sport[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der SV Friedenweiler-Rudenberg, dessen erfolgreichste Starterin die Biathletin Annika Knoll (* 1993) ist, geht auf den 1924 gegründeten Ski-Club Friedenweiler zurück. Nachdem am Anfang dort nur Langlauf betrieben worden war, kamen Biathlon (Ende der 1970er-Jahre) und Skisprung zum Ausbildungsportfolio des Vereins hinzu. Nachdem der Skisprung in den 1980er-Jahren eingestellt worden war, wurden später die Skisprungschanze und die Biathlonanlage zurückgebaut.[3] Zuvor waren dort Wettkämpfe ausgetragen worden, wie die Deutschen Meisterschaften im Biathlon 1996 und ein Teil des Biathlon-Europacups 1998/99.

Bei den Deutschen Meisterschaften im Biathlon 1986 hatte sich Peter Angerer in Führung liegend fünf Fehlschüsse geleistet und war so auf Platz 3 zurückgefallen.[4]

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Öffentliche Einrichtungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Direkt neben der ehemaligen Klosterkirche liegt das ehemalige Grand Hotel Baers, in dem heute eine Fachklinik für Psychiatrie, Psychotherapie und Psychosomatik betrieben wird.
  • Im ehemaligen Konventstrakt des Klosters existierte von 1922 bis 1983 die Kinderheilstätte Schloss Friedenweiler.

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Friedenweiler ist durch die Bundesstraße 31 an das überregionale Straßennetz angeschlossen. Der nächste Bahnhof ist in Neustadt im Schwarzwald, von dort aus ist durch die Höllentalbahn eine Verbindung nach Freiburg im Breisgau und somit Anschluss an das Fernstreckennetz der Bahn besteht. Rötenbach hat einen Bahnhof an der Linie Neustadt - Donaueschingen.

Durch zwei Buslinien der SüdbadenBus ist Friedenweiler mit Neustadt verbunden. Eine dieser Linien führt auch nach Donaueschingen, von dort gibt es Zugverbindungen zum Bodensee und ins östliche Baden-Württemberg.

Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ehrenbürger[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Söhne und Töchter der Stadt[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Annika Knoll (* 1993), Biathletin, wuchs in Friedenweiler auf und startet für den SV Friedenweiler/Rudenberg
  • Paul Pietsch (1911–2012), Automobilrennfahrer und Verleger, wuchs in Friedenweiler bei seiner Mutter auf[6]
  • Simon Straub (1662–1730), Geigenbauer

Persönlichkeiten, die in dieser Stadt gewirkt haben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Nikolaus Ganter (1809–1886), Maler und Schwarzwälder Lokaldichter, übernahm um 1840 das Bierhaus
  • Felix Riemkasten (1894–1969), Schriftsteller, Esoteriker, Neugeistler und Yogalehrer, betrieb bis zu seinem Tod eine Yoga-Schule in Friedenweiler[7]
  • Thomas Winterhalder, deutscher Uhrenmacher, gründete 1810 einen Vorläufer der Uhrenfabrik Winterhalder & Hofmeier und zog 1816 in das Alte Haus, das er zuvor vom Kloster übernommen hatte.[8]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Hans-Otto Mühleisen, Friedenweiler, Kl. Kunstführer Lindenberg/Allg. 2004

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Friedenweiler – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Bevölkerungsentwicklung in den Gemeinden Baden-Württembergs 2014 (Fortgeschriebene amtliche Einwohnerzahlen) (Hilfe dazu).
  2. Das Land Baden-Württemberg. Amtliche Beschreibung nach Kreisen und Gemeinden. Band IV: Regierungsbezirk Freiburg Kohlhammer, Stuttgart 1978, ISBN 3-17-007174-2. S. 127–128
  3. Ski nordisch/Biathlon. SV Friedenweiler-Rudenberg e.V., abgerufen am 12. Oktober 2015.
  4. Moritz von Groddeck: Fünf Fehlschüsse - da fiel Angerer auf Platz drei zurück. Hamburger Abendblatt, 7. Februar 1986, abgerufen am 12. Oktober 2015.
  5. Fürstenberg Joachim Egon; Fürst zu. leo-bw.de, abgerufen am 29. November 2015.
  6. Titisee-Neustadt: Paul Pietsch. Badische Zeitung, Juni-0-Paul, abgerufen am 12. Oktober 2015.
  7. Felix Riemkasten im Munzinger-Archiv, abgerufen am 12. Juni 2011 (Artikelanfang frei abrufbar)
  8. Uhrenlexikon.com: Buchstabe W. uhrmacherwerkstatt.com, abgerufen am 12. Oktober 2015.