Friedewald, Moritzburger Teichgebiet und Lößnitz

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Das Landschaftsschutzgebiet Friedewald und Moritzburger Teichgebiet (d 17) ist eine Landschaft oberhalb der Dresdner Elbtalweitung, am Westrand der Lausitzer Platte gelegen. Es erstreckt sich über die Territorien der Gemeinden Moritzburg und Weinböhla sowie der Städte Coswig und Radeburg.

Der Friedewald und umliegende Orte auf einer um 1600 von Matthias Oeder erstellten Karte

Beides, der Friedewald und das Moritzburger Teichgebiet, ursprünglich mit 40 Teichen, wurden um 1500 unter Herzog Georg dem Bärtigen angelegt. Der Name „Friedewald“ bezeichnet besagten als „umfriedeten Wald“. Das Wild wurde in dem nahezu vollständig ummauerten Areal für die Jagd zusammengehalten.

Im Südosten schließt sich unmittelbar die Fläche des vorher separat geführten Landschaftsschutzgebiets Lößnitz innerhalb der Stadt Radebeul an, dessen Code d33 nicht mehr aufgeführt wird. Das zusammengefasste Schutzgebiet Friedewald, Moritzburger Teichgebiet und Lößnitz ist weiterhin unter d17 zu finden.

Nach dem Waldgebiet wurde der heutige Moritzburger Ortsteil Friedewald benannt, der aus Dippelsdorf und Buchholz besteht. Weitere Orte in dem Gebiet sind Cunnertswalde, Steinbach, Neuer Anbau, Kreyern und Auer.

Charakteristik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Rotbuchenwald bei Moritzburg

Im Landschaftsschutzgebiet treffen, wie der Name schon andeutet, zwei schützenswerte kulturlandschaftliche Bestandteile zusammen – der Wald, der als Wirtschafts- und Erholungswald bestimmt ist und die Teichlandschaft, die ebenfalls bewirtschaftet wird und gleichzeitig der Erholung dient. Gemäß § 26 Bundesnaturschutzgesetz sind hier alle Maßnahmen auf die Erhaltung und Entwicklung der Natur ausgerichtet, um die Leistungs- und Funktionsfähigkeit des Gebietes zu sichern. Das Moritzburger Teichgebiet liegt außerdem nahe der überregional bedeutsamen Vogelflugachse im Elbbereich. Die Teiche gelten als wassergebundene Rastplätze für Zugvögel. Das gesamte Gebiet ist außerdem eine großflächige archäologische Fundstätte mit steinzeitlichen, bronzezeitlichen und eisenzeitlichen Siedlungen und Gräbern.

Aus der Nähe zum Ballungsraum im Elbtalkessel, der Rolle Moritzburgs als Zentrum des Fremdenverkehrs und als Zentrum des Pferdesports ergeben sich eine Vielzahl von Konflikten und eine Überbenutzung des Friedewaldes und des Teichgebietes. Waldbesitzer, Reiter, Wanderer, Radtouristen, Ornithologen, Fischer, Archäologen und Badegäste stehen in ständigem Konflikt miteinander um das jeweils präferierte Schutzgut. [1]

Eine wichtige Maßnahme zum Schutz der Natur war die Ausgliederung des Moritzburger Frauenteiches aus dem LSG und die Einstufung als Naturschutzgebiet (NSG), wodurch die Wahrnehmung von „menschlichen Interessen“ in diesem Bereich weitgehend eingeschränkt wird. Der Bereich um den Frauenteich wurde von der EU als Europäisches Vogelschutzgebiet ausgewiesen und in das Natura-2000-Programm aufgenommen. Es ist auch als Important Bird Area eingestuft.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. svglw. Konzipierung, Optimierung und modellhafte Umsetzung eines multifunktionalen Erholungswaldes von Henrik Thode, Tharandt;