Friedhöfe in Bayreuth

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Gottesackerkirche auf dem Stadtfriedhof
Tor und Taharahaus am Jüdischen Friedhof
Grabstein der Familie Leers (Friedhof St. Georgen)
Grab von Richard Wagner und Cosima Wagner hinter dem Haus Wahnfried

Im Stadtgebiet von Bayreuth existieren fünf Friedhöfe.

Stadtfriedhof[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der älteste existierende Friedhof ist der Stadtfriedhof mit einer Reihe von Grabdenkmälern berühmter Persönlichkeiten. Er wurde im Jahr 1545 außerhalb der Stadtmauer angelegt und ersetzte den „Gottesacker“ an der Stadtkirche. Dieser war bis 1533 genutzt worden, in den folgenden zwölf Jahren bestattete man, um der Ansteckungsgefahr bei Seuchen zu begegnen, die Toten auf dem Friedhof der nahen Altenstadt.[1]

Zwischen der Erlanger Straße und dem Mistelbach gelegen, beherbergt er unter anderem die Ruhestätten von Franz Liszt, Jean Paul, Emil Warburg, Siegfried, Wieland und Wolfgang Wagner sowie des Dirigenten Hans Richter. Das prunkvollste Grabmal ist die Grabkapelle des Herzogs Alexander von Württemberg.[2]

Am östlichen Friedhofseingang befindet sich die „Gottesackerkirche“. Das erste Gebäude wurde 1562 erbaut und 1599 erweitert.[1] 1779 wurde es abgebrochen und 1781 durch die evangelisch-lutherische Friedhofskirche ersetzt, die im Volksmund den Namen weiterführt.[3]

Jüdischer Friedhof[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das erste Begräbnis auf dem jüdischen Friedhof fand am 25. Juni 1786 statt. Die offizielle Einweihung erfolgte im Jahr 1787. Wegen seiner Lage unweit des Kreuzsteins wurde er als „Begräbnisstätte oberhalb des Kreuzsteins“ bezeichnet. Der Tradition entsprechend sind alle Grabsteine nach Osten ausgerichtet. Das Friedhofswärterhaus diente nach den landläufig als Reichskristallnacht bezeichneten Pogromen von 1938 als behelfsmäßige Synagoge.

Im Verzeichnis Bayreuther Kunstdenkmale von 1959 blieb diese bedeutende kulturhistorische Stätte unerwähnt.

Hauptartikel: Jüdischer Friedhof (Bayreuth)

Friedhof Sankt Georgen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Friedhof der damals noch eigenständigen Stadt Sankt Georgen am See wurde 1709 eingerichtet. Hinter dem stattlichen Eingangstor mit Sandsteinornamenten befinden sich mehrere ansehnliche Barock-, Rokoko- und Klassizismusgräber. Später war er bis weit ins 20. Jahrhundert hinein der Friedhof für die Bewohner Bayreuths nördlich des Roten Mains.

Friedhof Sankt Johannis[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das erst 1939 nach Bayreuth eingemeindete Pfarrdorf Sankt Johannis besitzt an seinem westlichen Rand einen eigenen Friedhof.

An dieser Stelle verhandelten gegen Mittag des 14. April 1945 der amerikanische Emissär Karl Ruth und der Bayreuther NS-Oberbürgermeister Friedrich Kempfler mit dem Wehrmachtsgeneral August Hagl vergeblich über eine kampflose Übergabe der Stadt. Infolge Hagls Verweigerung wurden die Orangerie und der Sonnentempel im nahegelegenen Park Eremitage in letzter Minute sinnlos zerstört.

Südfriedhof[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Am Südrand des Stadtteils Saas liegt der 1981 übergebene Südfriedhof mit Krematorium.

Grabstätte von Richard und Cosima Wagner[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Grabstätte von Richard Wagner und seiner Frau Cosima liegt nicht auf einem Friedhof, sondern in der öffentlich zugänglichen Parkanlage seines Wohnhauses Wahnfried.

Grablege der Markgrafen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In der Stadtkirche befindet sich eine Fürstengruft der Bayreuther Markgrafen. In den Jahren von 1620 bis 1733 wurden dort 26 Mitglieder der markgräflichen Familie bestattet, darunter die Markgrafen Christian, Christian Ernst und Georg Wilhelm. Markgräfin Wilhelmine, ihr Gatte Friedrich von Brandenburg-Bayreuth sowie die Tochter Elisabeth Friederike Sophie von Brandenburg-Bayreuth sind in der Schloßkirche bestattet.

Galerie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Herbert Popp: Bayreuth - neu entdeckt. Ellwanger, Bayreuth 2007, ISBN 978-3-925361-60-9.
  • Gesellschaft für christlich-jüdische Zusammenarbeit: Jüdisches Bayreuth. Ellwanger, Bayreuth 2010, ISBN 978-3-925361-81-4.

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b Bernd Mayer: Kleine Bayreuther Stadtgeschichte. Pustet, Regensburg 2010, ISBN 978-3-7917-2266-5, S. 31.
  2. Bernd Mayer: Geheimnisvolles Bayreuth, S. 16
  3. Hermann Götzl: Bayreuth in alten Stadtansichten. Freunde des Historischen Museums Bayreuth e.V., Bayreuth, S. 16.